Zwangsenteignet? Zwangsgerettet!

10. November 2013 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Die Denkfabrik des Internationalen Währungsfonds hat es wirklich drauf. Um das Schuldenproblem Europas zu lösen, schlägt sie einen Raubzug bei den Guthaben vor. Zehn Prozent auf alles. Soweit die Kurzform…

Danke, IWF! So habe ich Zeit, meine Guthaben in Sicherheit zu bringen, denn harmlose Worte von heute sind oft alternativlose Taten von morgen, auch wenn es nur Gedankenspiele sind. Niemand hat die Absicht… keine Mauer, kein Geld für Griechenland, kein Rettungsschirm, schon gar nicht ewig, keine Bankenrettung, keine höheren Steuern. Die entsprechenden Anlässe sorgen später für entsprechende Notwendigkeiten. Ob das vorher auch angekündigt wird? Auch aus der Politik gibt es Stimmen, die sich für dieses Vorhaben aussprechen, beispielsweise Sachsen-Anhalts Finanzminister Jens Bullerjahn, ein Volksvertreter der SPD. Ein anderer Volksabgeordneter, der Finanzminister aus NRW, Walter Borjans, fand die Idee im Handelsblatt ebenfalls ähnlich schick.

Nun, so einfach wird es nicht laufen. Wenn jedoch in Krisenzeiten die Wahl stünde, zehn Prozent abzugeben bzw. alles zu verlieren, wozu würden Sie sich entscheiden? Wie wir von unserem Finanzminister wissen, braucht es eine Krise, um die Dinge einfacher verändern zu können. Bei einer Wahl zwischen Pest und Cholera sind zehn Prozent doch fast schon ein Geschenk.

Wozu die ganze Aufregung und wenigen Leuten? Ob man Geld plötzlich abbucht bekommt oder es einem heimlich durch Inflation aus Tasche verschwindet, ist unerheblich. Letzteres fällt nicht auf, niemand schreit. Dieser Diebstahl findet längst statt. Langsam wirkendes Gift ist angenehmer als eine Überdosis. Wie war das? Die Schulden der einen sind die Guthaben der anderen. Es kommt auf die Seite an, auf der man steht. Und nun?

Kurz vor Weihnachten tarne ich meinen privaten Bank Run als Kaufrausch und schlage zu. Nicht dass ich damit die Wirtschaft ankurbeln möchte, nein, ich tausche mein „Geld“ in nützliche Dinge z.B. wieder etwas Gold. Nicht dass ich es mag. Die Crux ist, man bekommt für eine Geldeinheit ein Drittel Metall mehr als vor zwei Jahren, knapp 30 Euro pro Gramm. Oder etwas Silber, bevor die Mehrwertsteuer auf Münzen auf 19 Prozent steigt. Warum ich das mache? Ich bringe meine nicht im Konsum verschossenen und damit gesparten Euronen in Sicherheit. Ein paar Flaschen Wein gibt’s auch noch. Da bekomme ich sogar noch 12 Prozent obendrauf.


 

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