Wenn das Erfolg ist, dann gebt uns Misserfolg!

1. Oktober 2013 | Kategorie: Gäste

von Bill Bonner

Haben die Aktien-Investoren bereits „eingepreist“, dass es für immer „QE“ geben wird? Wenn ja, dann gibt es nichts mehr, außer dem Weg nach unten?
Es ist jetzt sechs Jahre her, seitdem Bear Stearns Pleite ging, und fünf Jahre, seitdem Lehman Brothers die Zahlungsunfähigkeit erklärten. Was genau hat sich geändert?

Ich wünsche, ich wäre da gewesen. Ich hätte gerne den Blick des ehemaligen Bear Stears-Bosses Jimmy Cane gesehen. Er war einmal der reichste Spieler an der Wall Street, sein Anteil an Bear Stearns war mehr als eine Milliarde Dollar wert.

Im Juli 2007 spielte er Bridge in einem Meisterschafts-Spiel, als die Vorstände von Bear Stearns an den Tisch kamen.

„Uh, Jimmy…können wir Sie für eine Minute sprechen?“

„Nicht jetzt. Können Sie nicht sehen, dass ich ein wichtiges Spiel spiele?“

„Aber Jimmy, da ist etwas, was Sie wissen sollten…etwas, das nicht warten kann.“

„Bereits fertig. Was ist es? Sagen Sie schon, Mann!“

„Ok. Wir sind Pleite. Zwei unserer Hedgefonds sind letzte Nacht kollabiert. Wir haben keine Wahl. Wir müssen sofort Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragen.“

Dre arme Jimmy. Dieser Moment bedeutete das Ende seiner Großartigkeit. Und es leitete das große „Entschulden“ an, welches ein Jahr später richtig begann, als Lehman Brothers zahlungsunfähig wurden.

Cayne verkaufte später seinen Milliarden-Anteil an Bear Stearns für 61 Mio. Dollar – und er hatte noch Glück, das zu bekommen.

2008 begann eine Finanzkrise. Die ersten Risse traten ein Jahr früher ein, als Bear Stearns zahlungsunfähig wurde, und es Probleme beim „subprime“-Hypothekenmarkt gab.

Bis 2007 waren die toxischen Schulden so tief gefallen, dass man sie nicht mit einem Metalldetektor finden konnte.

Und es gab ja auch kein Metall – von Edelmetall ganz zu schweigen – in diesen Papieren. Da war nur Papier. Und das Papier war nicht einen Bruchteil dessen wert, was die Leute dafür gezahlt hatten.

Aber die Lehman-Pleite war nur der Anfang – und wie sich herausstellte, auch das Ende – des „Entschuldens“.

Danach trat die Fed in Aktion – sie grub Fluchtwege, schaufelte den Müll beiseite…und stellte sicher, dass das Desaster in Schach gehalten wurde.

Dafür schrie die Presse dann Hurra und Hosanna. Fotos der Fed-Mitglieder erschienen in Geschäftszeitungen und beschrieben diese Menschen als „Helden“ und „Genies“.

Schließlich hatten die Notfall-Arbeiter der Fed nicht nur für Goldman Sachs die Kastanien aus dem Feuer geholt, sie hatten auch die gesamte Zivilisation und den Lebensstil gerettet.

Sie waren auch erfolgreich darin, eine Wirtschaftskrise abzuwenden. Jeder sagte das.

Gab es jemals eine bessere Zeit, Zentralbanker zu sein?

Die Presse schrieb keine kritischen Wörter. Und niemand erwähnte, dass die Wörter der Zentralbanker hohl, bedeutungslos oder einfach dumm waren.

Schlimmer als 2007?

Und jetzt schaue ich mich um und frage mich: Was hat sich verbessert? Sind die Probleme und Ungleichgewichte und Exzesse des Jahres 2007 besser geworden?

Ein großer Wandel ist vielleicht der US-Immobilienmarkt. Da gibt es keine Spekulationsblase mehr. Normale Menschen erwarten nicht mehr, dass sie reich werden, indem sie Wohn-Immobilien kaufen. Jetzt

Jetzt wenden Sie sich an Investment-Gesellschaften wie die Blackstone Group, um ein Vermögen zu machen. (Die Immobilienabteilung dieser Gruppe hat mittlerweile 64 Mrd. Dollar unter Verwaltung.)

Abseits davon… Die großen Banken…sind die zusammengebrochen? Nein. Sie sind größer als je zuvor.

Gesundheitsfürsorge… Bildung… Verteidigung… Finanzen… sind die Zombie-Sektoren unter Kontrolle?

Nein. Die sind mehr außer Kontrolle als je zuvor. Und sie verzehren einen noch größeren Anteil des BIP.

Und sind die überschüssigen Schulden – der wirkliche Grund der Finanzkrise des Jahres 2008 – eliminiert, oder zumindest reduziert? Bringen Sie mich nicht zum lachen… (Seite 2)

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