Zünd eine Kerze an…

17. November 2013 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Strom verkommt inzwischen immer mehr zum Luxusgut, wird aber immer billiger hergestellt. Da stimmt etwas nicht…

Ein Versorger bekommt pro 1.000 Kilowattstunden Strom 38 Euro am Markt. Vor drei Jahren gab es noch 60 Euro pro Megawattstunde. Es soll Fälle gegeben haben, da zahlten Stromversorger noch etwas, dass man ihnen den Strom abgenommen hat. Verrückte Welt. Klar, wenn die Politik ihre Finger im Spiel hat.

Oh Wunder, gleichzeitig sind die Preise für die Verbraucher für die gleichen 1.000 Kilowattstunden auf inzwischen durchschnittlich 287 Euro gestiegen – ein Aufschlag von 755 Prozent auf den Produktionspreis. Wer steckt sich das Geld ein? Der Staat über die Steuern, also wir alle. Nein? Ich muss kurz lachen. Vielleicht spüren Sie ja etwas anderes.

Wo die Not groß ist, ist das Rettende auch nicht fern, beispielsweise bahnbrechende Ideen, den Verbrauchern in ihrer Not mit einer aufladbaren Stromkarte zu helfen, ähnlich dem Handy-Prinzip, also Vorkasse. Das würde das Problem lösen. Ja, wer Schuldenbremsen kreiert, diese mit Öl schmiert, Mietpreisbremsen plant und an Benzinpreisbremsen arbeitet, der erfindet neben der Strompreisbremse auch noch die Bremsenbremse.

Die armen Versorger. Ihre Geldquelle versiegt, seit Sonne und Wind angezapft werden. Ihre Aktienkurse sind ein Jammer. Stellenabbau und Dividendenkürzungen erstaunen selbst die Experten. Das sind oft diejenigen, die Versorgeraktien als Witwen- und Waisenpapiere empfohlen haben. Da standen notierten sie natürlich wesentlich höher. Sie sagten, man könnte so den steigenden Strompreisen etwas entgegen setzen. Pustekuchen! Mit der Puste hätte man einen ganzen Windpark betreiben können.

Gläubige dieser Strategie sind doppelt gekniffen und zahlen mehr für Strom. Das hilft nur eines: Öfters mal das Licht ausmachen. 600.000 deutsche Haushalte sitzen schon im Dunkeln, aber weniger aus romantischen Gründen, inmitten des Booms. Gute Nacht!

Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten (Langfassung)


 

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