Zentralbanker verwerfen Gottes Pläne

9. Dezember 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Der große Tag ist gekommen. Mario „was immer auch nötig ist“ – Draghi will die Aktienmärkte mit weiteren Stimulationsmaßnahmen ankurbeln. Im Gespräch sind mehr QE und weitere Kürzungen des Leitzinssatzes. Und auch von der chinesischen Regierung erwartet man weitere Geschenke an die Inhaber von Aktiva…

Laut dem Wall Street Journal liegen die Erwartungen in der Planung von weiteren Anleihenkäufen und weitereren Senkungen der Zinssätze. Dies erörterte Janet Yellen kürzlich dem Economic Club of Washington:

„Wenn das FOMC (Fed’s policy setting commitee) es zu lange hinauszögert, mit der Normierung der Strategien zu beginnen, wird uns wohl nichts anderes übrig bleiben, als unsere Strategien ziemlich abrupt zu verschärfen, um zu verhindern, dass die Wirtschaft signifikant über unsere Ziele hinausschießt. Eine solch radikale Verschärfung würde das Risiko mit sich bringen, die Finanzmärkte zu zerreißen und vielleicht sogar unbeabsichtigt die Wirtschaft in die Rezession treiben.“

In Europa, Asien und Amerika, so wurde mir gesagt, haben die Zentralbanker die Situation sicher im Griff.

Trottel oder Schurke?

Doch diese Strategien – und zwar ALLE Strategien der Zentralbanken der letzten 30 Jahre – sind entweder ein Fehler oder einfach nur Blödsinn … ausgeübt von entweder Trotteln oder Schurken. Das kommt auf den Blickwinkel an.

…sie sind entweder ein intentionaler Transfer von Wohlstand von jenen, die ihn verdient haben zu der Weltelite der Insider. Oder aber der Transfer ist eine unbeabsichtigte Konsequenz verpfuschter Strategien. Ich tendiere zu der Diebstahl. Begründung…

Vielleicht war QE noch ein Fehler, als das zum ersten Mal vor 20 Jahren in Japan versucht wurde. Doch nach so vielen Jahren von Versuch und Irrtum, weiß man jetzt genau, wie es funktioniert: Es nimmt das Vermögen von einigen Menschen (zumeist von Sparern aus der Mittelklasse) und gibt es anderen (meistens vermögende Spekulanten).

Das ist ein Problem. Denn wir wissen sowohl aus der Theorie, als auch aus der Erfahrung, dass es nicht klappt, zu versuchen etwas von den Reichen zu stehlen, damit es den Armen besser geht. Die Reichen ziehen den Kopf ein und weichen aus. Und die Armen verlieren den Ansporn, es aus eigener Kraft zu schaffen. Und nun entdecken wir, dass die entgegengesetzte Herangehensweise ebenfalls nicht funktioniert.

Man kann nicht von den Armen stehlen, es den Reichen geben und erwarten, dass das die Wirtschaft aufbessert. Bereits jetzt ist der Leitzinssatz der Europäischen Zentralbank auf einem Rekordtief. Lange Zeit haben mich diese historisch niedrigen bzw. im Fall einiger Staatsanleihen sogar negativen Zinsen verblüfft und verwirrt. Sie suggerieren ein Unmöglichkeit: Dass der Wert von Geld weniger ist als nichts. Und wenn dem so ist, dann ist der Wert von allem, was man mit Geld kaufen kann – inklusive Arbeitskraft – ebenfalls weniger als null … was ein solch befremdlicher und absurder Gedanke ist, dass es einfach nicht stimmen kann.

Doch nach ein paar Nächten sanfter Meditation und heftigen Trinkgelagen , glaube ich, nun ein besseres Verständnis dafür zu haben.

Das Massensyndrom: Überleben Sie die gigantischen wirtschaftlichen und politischen Krisen unserer Zeit

Der erste Schuss im Krieg gegen Cash?
von Bill Bonner

Der erste Schuss im Krieg gegen Cash?“ diese Schlagzeile fing meine Aufmerksamkeit ein. Ich habe gerade meine Recherchen in Sachen „Deep State“ abgeschlossen. Das ist etwas, von dem sie wahrscheinlich noch mehr hören werden. Der Deep State beschreibt, wie die amerikanische Regierung wirklich funktioniert und nicht, wie sie funktionieren soll.

Im Laufe der Jahre hat eine kleine Gruppe von Insidern – von Öffentlichkeit und Presse kaum bemerkt – die Kontrolle über Washington übernommen.

Einige von ihnen sind vertraute Regierungsmitläufer und Politiker. Einige von ihnen, überwiegend anonym, kommen aus dem privaten Sektor. Wieder andere repräsentieren ausländische Regierungen, ausländische Unternehmen (insbesondere Banken) und Organisationen.

Diese Zombies und Cronies – mit Zahlen weit in den Tausenden – haben wesentlich mehr Macht und Autorität als 100 Millionen Wähler. Wie die Recherchen zeigen, bekommen sie passende Gesetzgebung, wenn man sie möchte.

Die Wähler andererseits bekommen nur selten das, was sie wollen… und vermutlich nur weil die Insider das gleiche wollen.

Die Insider sind auch diejenigen, die das Geld bekommen. Die Zig-Billionen von Dollar, die in Geld verschwendende Rettungspakete, QE und ZIRP geflossen sind, um Beispiele zu nennen – nun, sie mussten ja irgendwo hin fließen.

Und nun rüstet sich der Deep State selbst auf, um sogar noch mehr zu bekommen.

Zwei Arten von „Cash“

Dr. Matthew Patridge aus unserem Londoner Büro berichtete, dass eine kleine Schweizer Bank die erste Privatkundenbank geworden ist, die für ihre Kunden einen Negativzins auf ihre Anlagen erhebt.

Eine große Anzahl der Zentralbanken – inklusive der Schweizer Nationalbank – haben ihre Referenzzinssätze bereits unter null geschoben. Doch, beginnend mit dem nächsten Jahr, wird die Alternative Bank Schweiz (ABS) die erste Bank der Welt sein, die diese Negativzinsen auf die Kunden umlegt.

In einem Brief an die Kundschaft, verkündete die ABS, dass sie den Kontoinhabern im Jahr 0,125 % berechnen, um ihre „Cash“ Einlagen zu halten und ihre eigene Gewinnspannspanne zu schützen. Und jeder mit einer Anlage von 100.000 Schweizer Franken (97.316 Dollar) oder mehr wird 0,75% pro Jahr zahlen müssen.

Stoppen wir hier einen Moment, um das mal zu verdeutlichen… Es gibt „Cash Einlagen“ und „Cash“. Bargeldeinlagen sind ein Widerspruch in sich. Wenn jemand meint, er habe Cash auf der Bank, dann irrt er sich. Die Bank hält „Ihr“ Bargeld nicht wirklich. Sie schuldet Ihnen dieses Geld. Wenn sie Pleite geht, dann stehen Sie in einer Schlange mit anderen Kreditgebern, um es zurück zu bekommen.

Cash in der Hand ist etwas völlig anderes. Es ist physisch. Sie können damit tun und lassen, was immer Sie wollen. Und man bezahlt keinen Negativzinssatz. Und das ist der Grund, wieso die Feds das Bargeld verbannen wollen… Sie sagen, das würde es für sie leichter machen, die Wirtschaft zu stimulieren.

Solange Sie physisches Bargeld halten können, haben Sie immer einen einfachen Weg in der Hinterhand, negativen Zinsen zu entkommen: Sie nehmen Ihr Geld einfach von der Bank und stecken es in Ihren Safe zu Hause. Doch wenn Bargeld illegal ist, dann haben Sie keine Wahl. Sie müssen „Ihr Geld“ als Anlage auf der Bank lassen…und jeden Negativzins annehmen, den die Bank Ihnen aufs Auge drückt.

Quelle: Kapitalschutz Akte
Zentralbanker verwerfen Gottes Pläne (von Bill Bonner)
Der erste Schuss im Krieg gegen Cash?(von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

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Ein Kommentar auf "Zentralbanker verwerfen Gottes Pläne"

  1. Argonautiker sagt:

    Schöner Artikel. Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.

    Die Bargeldlosigkeit könnte der nächste Schritt zum Banker Paradies sein. Getreu dem Prinzip, privatisiere die Gewinne und sozialisiere die Verluste.

    Beste Grüße

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