Wohin mit dem Geld? Zulauf mit Klarsprech

13. Juni 2013 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

vom Smart Investor Ein Höhepunkt der an hochkarätigen Teilnehmern nicht gerade armen Value Intelligence Conference war das Referat des renommierten Schweizer Vermögensverwalters und langjährigen Barron’s Roundtable-Teilnehmers, Felix Zulauf…

Ausgangspunkt seiner Überlegungen war die weltweite demographische Entwicklung der kommenden Jahrzehnte. Sein Fazit: „Die Zukunft ist bei den Alten!“..

Das hat enorme Implikationen für das strukturelle Wirtschaftswachstum einzelner Regionen, wobei es insbesondere für die Industrienationen düster aussieht. Angesichts solcher Aussichten weiter die alten Rezepte anzuwenden, wäre in etwa so, als würde man bei einem Auto mit Motorschaden immer nur Benzin nachgießen: „Wir überschütten die Welt mit Stimulanzien, die sie gar nicht aufnehmen kann.“ Verschärft wird diese Entwicklung noch durch eine Schuldensituation, die in immer mehr Bereichen an das Limit stößt. Die Kombination aus Demographie und Schuldensituation deutet über die nächsten Jahrzehnte auf sehr bescheidenes Wachstum hin.

Teufelskreislauf der Intervention

Für das sich immer weiter verschärfende Problem der Staatsverschuldung sieht Zulauf nur eine echte Lösung – den Staatsbankrott, also die Restrukturierung der Schulden. Die Sparpolitik („Austerität“) sei gescheitert. Die Notenbanken erwiesen den Volkswirtschaften mit Ihrer Gelddruckerei zudem einen Bärendienst. Sie lösen keine Probleme, sondern verschieben diese lediglich in die Zukunft und vergrößern sie dabei noch. Zulauf identifiziert hinter der wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich ebenfalls die Notenbanken. Ein Thema übrigens, dem wir uns in der aktuellen Ausgabe Smart Investor 6/2013 ausführlich widmen. Uneingeschränkt unterschreiben können wir zudem Zulaufs Einschätzung, dass der wachsende Einfluss von Staat, Politik und Bürokratie auf das Wirtschaftsgeschehen zu immer weiteren Wohlstandsverlusten führt. Dies wiederum ruft den steuernden und regulierenden Staat dann erneut auf den Plan – ein Teufelskreislauf!“

Es kommen wieder „Schwarze Schwäne“

Wie sollen sich Anleger in einem solchen Szenario verhalten? Japan ist nach Zulaufs Einschätzung im Prinzip schon Pleite. Einer Aussage, der man bei einer Staatsverschuldung jenseits von 235% des BIP nicht ernsthaft widersprechen kann. Die Abwertung des Yen wirkt als „unglaublicher deflationärer Einschlag“ – eine gefährliche Entwicklung für die Weltwirtschaft, die noch nicht ausreichend erkannt worden sei…(Seite 2)

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4 Kommentare auf "Wohin mit dem Geld? Zulauf mit Klarsprech"

  1. FDominicus sagt:

    Ganz erhrlich wenn ich so was lese:
    „Die Sparpolitik („Austerität“) sei gescheitert.“

    Kann ich nur sagen, was ist an einer halben Billion mehr Schulden in nur einem Jahr Sparpolitik. Es gibt kein Sparen, es gibt nur die Such nach noch irgendeinem Schuldenfass was man noch aufmachen kann. Und das ist sicher nicht Smart und ganz klar ist. Die Aussage es wird gespart ist eine Lüge.

    • markku sagt:

      “Die Sparpolitik („Austerität“) sei gescheitert.”
      Die beabsichtigte Aussage ist korrekt, aber natürlich nicht der wörtliche Sinn. Er hätte besser von „ansatzweisen Sparpolitik“ gesprochen.
      Unabhängig von den exakten Formulierungen können wir konstatieren, dass nichtmal kleine Sparbemühungen möglich sind, wenn es (a) den Leuten schlecht(er) geht und (b) noch ein (scheinbar) solventer Nachbar vorhanden ist, der sich erpressen lässt sowie (c) eine gewissenlose Notenbank bei Fuß steht, die kurzfristige Schmerzlinderung mittels Gelddrucken „leistet“, mit den unvermeidlichen Konsequenzen. Also erweist sich das System als lernresistent sodass die Mitspieler erst zu spät erwachen. Totaler Kollaps.

      Man bedenke zudem, dass bereits zuviel geschöpftes „Falschgeld“ (R. Baader) im Spiel ist, was einen schmerarmen Umstieg unmöglich macht.

  2. FDominicus sagt:

    „Man bedenke zudem, dass bereits zuviel geschöpftes “Falschgeld” (R. Baader) im Spiel ist, was einen schmerarmen Umstieg unmöglich macht.“

    Tja dann soll wohl der totale Zusammenbruch besser sein? Es geht mir um dies völlig verlogene Sprache. Es wurde nicht gespart – Punkt. Alles was gemacht wurde ist mehr Einnahmen zu generieren – mit den „angeblichen“ Steueroasen und ganz bösen Steuerhinterziehern. Auf der andere Seite die Milliardengräber bei öffentlichen Bauten (Steuerverschwendung ist völlig i.O.) und die Billionengräber bei der angeblichen „Rettung“ die nicht anderes bedeuten als die Enteignung jedes einzelnen Bürgers.

    Wir sollten die Sachen zumindest so nennen wie sie wirklich sind. Und das was gemacht wird ist eben keine Sparpolitik.

  3. samy sagt:

    Aloha,

    eigentlich wollte ich den Link beim Voigt unterbringen, aber hier passt er auch ganz gut.

    Total von 5670.8 Mrd.$ auf 5740.4 Mrd.$ und/oder bei den Ausländern von 4062.2 Mrd.$ auf 4090.7 Mrd.$, in diesem Umfang wurden von März auf April 2013 US-Anleihen abgestossen. Das ist je nach Betrachtung so um die 1% der Anleihen. Der Abbau ist der erste seit mindestens April 2012, so ich heute vormittag nicht schiele.

    http://www.treasury.gov/resource-center/data-chart-center/tic/Documents/mfh.txt

    Das sorgte also für einen Zinsanstieg bei den US-Bonds.

    Was geschieht, wenn sich die Anleger von 5%-10% trennen?
    Was passiert dann mit dem US-Staatshaushalt?
    Was bedeutet das zunächst (!) für die Aktien?
    Was für die Fed-Politik?

    Grüße

    PS: Man siehe sich mal das lecker Positiönchen der Japaner an. Selbst Schulden bis zum erbrechen aber … Ponzi halt. Niemand will das die Kette reisst, gibt hässliche blaue und grüne Flecken in den Kleidern der nackten Kaiser.

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