Wohin mit dem Geld? (2)

17. Mai 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Heute wollen wir hier im Tagebuch an die Ausführungen von gestern anknüpfen und unsere kleine Tour durch verschiedene Anlageklassen fortsetzen. Gestern ging es ja zuletzt um unsere Dollar-Cashbestände, die wir ja mehr oder weniger als Crash-Versicherung halten. Eine andere Form der Versicherung ist Gold. Das macht ein weiteres Drittel unseres liquiden Geldvermögens aus…

Unsere Kinder denken, dass Gold nur etwas für altmodische alte Herren sei. Sie glauben, dass Kryptowährungen wie Bitcoin Gold alt aussehen lassen werden. Vielleicht haben sie recht. Aber wir warten immer noch auf den Beweis dafür.

Außerdem, wenn die Krise kommt, wird es wahrscheinlich auch zu einem umfassenden Ausfall der elektronischen Systeme, insbesondere der EDV, kommen. Auch das Stromnetz und das Internet könnten betroffen sein. Sie können zwar Millionen in Bitcoin investiert haben, aber nicht in der Lage sein, darauf im Ernstfall zuzugreifen.

Eine Unze der Standardgoldmünze Krügerrand, die man bequem in der Hosentasche mit sich führen kann, braucht kein Kabel, keinen Strom und auch keine Internetverbindung.

Aber Gold ist nicht billig. Unserer Einschätzung nach ist das gelbe Edelmetall auf dem aktuellen Niveau relativ gut und fair bewertet. Zugegeben, der Versicherungswert kostet Sie nichts extra. Aber – abgesehen von der Versicherung – gibt es kein offensichtliches und starkes Aufwärtspotenzial. Zumindest aktuell.

Also was dann?

Das Problem mit Aktien, Anleihen, Bargeld und Gold ist, dass Sie keine wirklich große emotionale Freude davon bekommen. Zumindest wir nicht.

Immobilien im Fokus

Andererseits können Immobilien durchaus Freude bereiten und sogar Spaß machen. Ja, aber man sollte an der Stelle auch nicht vernachlässigen, dass Immobilien auch große Schmerzen im Gesäss auslösen können. Ja, man kann damit viel Geld verlieren, wenn man nicht von vornherein extrem vorsichtig agiert. Aber Immobilien können auch ein gutes Mittel dafür sein, Geld in die Zukunft zu transportieren.

Warren Buffett erzählte einmal, dass eine seiner besten Investments, die er je gemacht hat, eine Farm in Illinois gewesen sei. Er hat das Ganze damals ursprünglich ja gar nicht als Investment geplant. Er beobachtete auch nicht zeitaufwändig die Preise der Höfe. Er hat dieses Investment schlicht vergessen. Und am Ende kam raus, dass das Investment ein voller Erfolg war. Aber es muß nicht immer so laufen. Das kann auch anders sein. Beispiel gefällig?

Also, wir investierten hier unten ein wenig in Grundeigentum – in der Nähe von San Martín de los Andes. Das war vor etwa 20 Jahren. Heute ist es immer noch viel oder wenig wert, was wir dafür vor 20 Jahren in nominalen Dollarpreisen bezahlt haben. Wir haben keinen einzigen Penny an Wertsteigerung.

Langfristig lukrative Waldinvestments

Wald-Investments sind in der Regel eine gutes „Buy-and-Forget-on-it-Investment“. Kaufen und vergessen ist dabei die Devise. Sie kaufen. Sie zahlen die Steuern. Ab und an muss sich dann noch ein Holzfäller drum kümmern, den sie bezahlen müssen. Und dann, viele Jahre später, können Sie … oder Ihre Kinder …die „Wald-Ernte“ einfahren.

Charlie Curnow schrieb schon im Jahr 2010 bei Advisor Perspectives folgendes:

„Zwischen 1987 und 2009 war die Assetklasse Waldgrundstücke sehr renditeträchtig. Der National Council of Real Estate Investment Fiduciaries Timberland Index, der einen großen Pool von privaten, einzelnen Waldinvestment-Immobilien abdeckt und bemisst, wies eine jährliche Rendite von mehr als 14 Prozent aus. Der S&P 500 hat im Vergleich dazu eine Jahresrendite von 9,4 Prozent erwirtschaftet.“

Hinzu kommt folgendes: wenn Sie an der richtigen Stelle, am richtigen Ort kaufen, können Sie sich ggf. noch dafür entscheiden, ihr Waldgrundstück umzuwidmen und für andere Zwecke zu verwenden.

In unserem Fall haben wir aktuell mehr bezahlt als wir eigentlich für ein reines Waldgrundstück zahlen sollten. Aber die Lage war der entscheidende Faktor. Das Grundstück, das wir gerade gekauft haben, liegt etwa eine halben Stunde von Charlottesville, einer charmanten College-Stadt, entfernt. Es liegt ferner nur eine halbe Stunde von einer Schwester entfernt; und es liegt direkt neben einem Bruder von uns.

Wenn wir also nach vorne schauen, wie wir im letzten Teil unseres Lebens leben könnten, so kommt uns folgender Gedanke in den Sinn. Vielleicht bauen wir einen kleinen Bungalow in der Nähe des Restes unserer Familie.

Ich werde die Gartenarbeit machen und das Unkraut ausstechen.. während Elizabeth einen Pullover am Kamin strickt. Bockige Enkel werden auf unseren Knien herumtollen…Tag und Nacht singen… während wir weiter die Belege der Sozialversicherungsprüfungen sammeln….
Quelle: Kapitalschutz-Akte
Weitere Informationen: Investor Verlag

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