Wird Trump das tun, was Reagan nie tun konnte?

14. November 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Endlich ist es vorbei. Wie wir vorhersagten, bekamen die Amerikaner den Präsidenten, den sie verdienten. Ja, kein Traum kann jetzt groß genug sein. Und natürlich auch kein Albtraum.

Ja, wir hatten beide Kandidaten verspottet und den heiligen Ritus der Demokratie – die Wahl selbst auch.

Warum?

… egal wer gewinnt, die Insider treffen die wichtigen Entscheidungen.

… aber jetzt sind die Wähler sprichwörtlich Komplize jeden dummen, betrügerischen und kriminellen Handelns der Regierung; sie sind verantwortlich für Dinge, die sie nicht verstehen oder kontrollieren können.

… und die Wahl bietet einen Mantel der Ehrbarkeit, unter den sich Deep State verstecken kann.

Demokratie korrumpiert Wähler und Gewählte. Studien zeigen, dass die Wähler nicht in der Lage sind, ihre Stimmzettel von ihren eigenen Interessen zu trennen. Sie stimmen nicht nach ihrem Gewissen ab; sie stimmen für ihre Brieftaschen ab.

Rentner stimmen für mehr Sozialversicherungsleistungen und Medicare ab. Die Reichen stimmen für niedrigere Steuern. Die Armen stimmen für mehr Wohlfahrt. Und die Insider manipulieren sowohl die Kandidaten und die Wähler, um das zu bekommen, was sie wollen.

Denken Sie an unser dictum # 21: „Die Menschen sind weder immer gut noch immer schlecht, aber werden immer beeinflusst.“

Der Einfluß der Politik ist wie ein großer schwarzer Mond. Selbst bei hübschen und normalen Menschen richtet die lunatische Gravitation Verwüstung und Degeneration an. Wenige Wähler können dem widerstehen. Und fast keine Politiker.

Sobald die neu gewählten Amtsinhaber in den Stall gehen, ist es nur eine Frage der Zeit, ehe sie im Schweinestall mit den Schweinen grunzen und fressen. Das ist exakt das, was 1980 passierte, als Reagan gewählt wurde.

Noch mehr Abfall

Damals führten wir die National Taxpayers Union an und kämpften in Washington gegen den „Abfall“. Dann, beim Inaugurations-Ball, wurden wir aufgefordert, uns an die Arbeit zu machen.

„Ihr könnt genauso gut nach Hause gehen“, sagten Freunde. „Reagan wird diese Stadt aufräumen.“

Aber Reagan vergaß die Scheuerbürste. Das Ausmaß und Tempo an neuen Vorschriften verlangsamte sich zwar für eine Weile. Steuersätze wurden gesenkt. Aber der Trog war voll, und die Schweine aßen mehr denn je.

Reagan war nur ein paar Monate im Amt, als er begann, den Schleim und Schmutz, der auf ihm lastete, zu fühlen. Er und die wichtigsten Mitglieder seines Teams, die fest und ehrlich verpflichtet waren, die Reichweite von „big government“ zurückzuschrauben, fanden heraus, dass fast niemand in ihrem Team war. Weder Republikaner noch Demokraten. Liberale noch Konservative.

Innerhalb des Beltway wollte praktisch niemand den „Abfall“ aufräumen. Sie wollten mehr davon.

Jeder Penny, der ausgegeben wurde, wanderte in die Tasche eines Insiders. Je verschwendersicher die Ausgaben, desto besser wurden sie von der „nomenklatura“ geschützt.

Die verschwenderischen Ausgaben stiegen während Reagans zwei Amtsperioden. Und dann, sobald er aus dem Weg war, machte sich auch die Regulierungsmaschine wieder an die Arbeit.

Alberne Perversitäten
Wird Donald J. Trump das tun, was Reagan nicht konnte?

Wir bezweifeln es.

Aber jede Gesellschaft braucht ihre Helden, ihre Götter, ihre Mythen und ihren Mumbo-Jumbo. Die wichtigste Entscheidung einer Gesellschaft ist, wer letztlich folgenlos töten und stehlen darf.

Darum geht es in der Politik. Und das amerikanische System … mit all seinen albernen Perversitäten … ist nicht das schlechteste in der Welt.

Donald Trump rettet „Deep State“
von Bill Bonner

In den sogenannten Überflugstaaten, also exakt da, wo „The Donald“ als ein amerikanischer Held gilt, ist und war der Jubel groß. Aber lange Gesichter dominieren sowohl an der Ost- wie auch an der Westküste. Dort wird Trump als eine Art biblischer Fluch betrachtet, der das Establishment wie ein rachsüchtiger Gott heimsucht. Sogar hier in der Nähe unseres Hauptquartiers stoppte eine kleine Menge von Demonstranten den Verkehr auf der Charles Street.

Derweil genießen wir in unserem Büro eine lustige Revolution. Hillary-Anhänger jammern und nörgeln. Sie machen sich Gedanken, vielleicht Sorgen, ob sie ihre Zombie-Einkommen, Crony-Deals und betrügerischen Theorien erhalten können.

Den Sumpf trockenlegen?

Wir bekamen einen Bericht vom Soho House Privatclub in Los Angeles: „Oh Mann – man glaubt es kaum, Hollywood ist so liberal … so politisch korrekt. Viele der Leute im Club schrien, als die Ergebnisse veröffentlicht wurden. Sie waren in Panik. Ich hatte Angst, dass sie vom Dach springen würden.

Aber wir werden weder feiern noch nach einem scharfen Gegenstand suchen. Stattdessen setzen wir unsere Denk-Mützen auf. Was wird eine Trump-Präsidentschaft wirklich bedeuten?“
Für viele, darunter viele unserer lieben Leser, bedeutet ein Trumpf im Weißen Haus einen Sieg über die Insider. Er soll „eine neue politische Ordnung“ bringen, sagt das Wall Street Journal.
Hat er nicht versprochen, „den Sumpf“ zu entwässern? Kam er nicht, um gegen Deep State anzukämpfen? Wird er mit Washington und Wall Street in etwa das veranstalten, was Sherman mit Atlanta macht?

„Siehst du,“ sagen sie nun alle triumphierend, „die Wahl ist doch wichtig. Mit unserem Mann im Weißen Haus ist kein Traum zu groß. Jetzt bauen wir Amerika wieder auf. Oder etwa doch nicht? „
Aber schauen wir uns mal die Dinge genauer an…

Fuchs im Hühnerstall

Trumpism fiel am Dienstag über die Märkte her wie ein Fuchs in einem Hühnerstall. Panik brach aus. Federn flogen. Zeitweise brachen die Futures auf den Dow Jones um 800 Zähler ein.
Aber als die Sonne hier in den USA aufging, waren die Hühner noch am Leben und die Präsidentschaft von The Donald schien doch nicht so schlecht zu sein.

Herr Trump schlug nie vor, dass er das wirkliche Problem hinter dem niedrigen Wachstum und der hohen Ungleichheit anpacken würde: das Phantasie-Kreditsystem der Fed. Noch nie behauptete er von sich, ein strenger und altmodischer Konservativer zu sein. Er wird Ausgaben nicht beschneiden und kürzen. Er wird sie erhöhen. „Aktien steigen, Investoren setzen auf wirtschaftlichen Stimulus“, berichtet das Wall Street Journal.

Die Aktien von Banken und Gefängnisbetreibern stiegen. Anscheinend glauben die Investoren nicht, dass Trump für die Wall Street oder die Gefängnisindustrie schlecht sein wird. Auch die Pharma-Aktien stiegen. Was bedeutet das? Investoren erwarten nicht, dass Trump bei den Cronies im Gesundheitssystem kürzt; ganz zu schweigen davon, die Kosten für Medikamente zu senken.
Weitere große Gewinner sind Verteidigungs- und Infrastruktur-Aktien. Was? Wollte Trump nicht endlich Schluss mit dummen Kriegen machen und das Pentagon zurechtstutzen? Offensichtlich doch nicht.

Mehr Beton!

Und mit Blick auf Infrastrukturprojekte konnten wir fast das Lächeln unserer zwei Lieblingsquacksalber-Ökonomen – Larry Summers und Paul Krugman – sehen. Beide haben die Regierung aufgefordert, genau das zu tun, was Trump jetzt vorschlägt: Mehr Beton gießen!!! Das hatte man schon vor Monaten kommen sehen.

Die Insider sind verzweifelt, das Kreditgeldsystem der Feds am Leben zu erhalten. Aber monetäre Konjunkturmaßnahmen sind gefloppt. Alles was übrig bleibt, ist fiskalischer Stimulus- altmodische keynesianische Defizitausgaben.

Der gewählte Präsident versprach es noch in der Wahl-Nacht. Und die Märkte glaubten ihm – zu Recht oder zu Unrecht. Sie setzen darauf, dass Donald J. Trump ins Weiße Haus kommt, nicht mit einem eisernen Besen, sondern mit mehr Schmutz. Sie setzen darauf, dass er am Ende „Deep State“ nicht beerdigen wird. Sie setzen darauf, dass er „Deep State“ retten wird. Wahrscheinlich liegen Sie richtig.

Quelle: Kapitalschutz-Akte
Wird Trump das tun, was Reagan nie tun konnte? (von Bill Bonner)
Donald Trump rettet „Deep State“ (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

 

Ein Kommentar auf "Wird Trump das tun, was Reagan nie tun konnte?"

  1. bluestar sagt:

    Da wird wohl von den ganzen Wahlkampfversprechungen nicht viel übrig bleiben, wobei es in dieser Disziplin den hierzulande als Messias gefeierte Friedensnobelpreisträger erst einmal zu schlagen ist. Ohne die Enttäuschung Obama kein Trump kann man wohl sagen.
    Natürlich muss Trump zurück rudern, auf Cabrio-Fahrten verzichten und sich mit den wirklich Mächtigen arrangieren. Sollte aber der Unternehmer in der Außenpolitik etwas mehr Pragmatismus an den Tag legen, wäre das schon eine Hoffnung wert.

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