Wir machen den Weg frei! Koste es was es wolle!

23. Mai 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Frank Meyer) Raus aus den Federn! Sie werden gebraucht! Und strengen Sie sich mal etwas an! Ja.. Sie! Es geht um Ihr Geld. Oder wollen Sie, dass es bald weg ist? Hoch mit dem Hintern und frisch angepackt! Spaniens Banken brauchen Hilfe – und nicht nur diese!

Es ist schon erstaunlich, wer morgens alles im Supermarkt umher irrt. Dabei geht es um eine große Sache – um Europa. Geht der Euro unter, gibt es Krieg. Nun gut, das ist etwas verkürzt wieder gegeben, aber im Kern stimmt das schon. Zudem ist jetzt nicht die Zeit, um faul auf der Haut zu liegen. Bis Mitte Juli noch gilt es statistisch gesehen, die Steuern von rund 600 Milliarden Euro für den deutschen Fiskus zu erwirtschaften. Danach können Sie machen, was sie wollen.

Rauchen Sie! Trinken Sie! Fahren Sie Auto!

Es hilft der Staatskasse. Die Beamten dort kümmern sich intensiv um die Verteilung der Steuereinnahmen aus Gewohnheit. Sie kennen es nicht anders.

Scheitert Griechenland, und es sieht danach aus, wenn im Fernsehen die Leute indirekt aufgefordert werden, ihre Euros von der Bank zu holen. Bislang stehen 70 Milliarden Euro deutsche Steuergelder im Fall der Fälle in Flammen. Sie sind eine eingegangene Verpflichtungen, auch wenn das alles nichts kosten sollte. 70 Milliarden entsprechen der Summe aus Tabaksteuer (14,4 Mrd. Euro) Mineralölsteuer (40 Mrd. Euro) und der Steuern auf Branntwein, Strom und Kaffee (10,3 Mrd. Euro) Diese Steuern wären verloren, träte Griechenland aus dem Euro aus. Was liegt jetzt näher, als ein Vielfaches einzusetzen um diese 70 Milliarden vor dem Ausfall zu bewahren. Fast wie an der Börse durch billigeres Nachkaufen…

Die Experten der EU-Statistikbehörde Eurostat sind gerade auf dem Weg nach Spanien. Vermutlich werden sie keine guten Nachrichten mitbringen. Der spanische Haushalt ist weiterhin in Schieflage und wird 2012 ein Defizit von 8,9 Prozent des BIP ausweisen, während die Wirtschaftsleistung nach offizieller Lesart um 1,7 % sinken wird.

Eurostat? Sind das nicht die Experten, die im Fall Griechenland in den Jahren nach der Euroeinführung wegzuschauen hatten? Politische Projekte haben meist größere Ziele vor Augen…

Die Heilung der spanischen Grippe auf dem Papier ist einfach. Der klamme Staat muss sich nur von der Last seiner maroden Banken befreien, in die er sich gerade einkauft. 30 Prozent der Banken sind laut IWF krank. Die fast vollstaatliche Bankia hat 30 Milliarden Euro fauler Kredite auf der hohen Kante bzw. im Bankbuch. Der spanische Rettungsfonds strebt die Mehrheit an dieser Bank an. Inzwischen hält er 45% der Anteile. Bankia soll dringend zehn weitere Milliarden Euro benötigen, heißt es…

Mit dem Rettungsschirm ESM, welch harmloser Begriff, lässt sich vieles so einfach bewerkstelligen. Wenn er eingerichtet ist, hat er eine Blanko-Vollmacht für den Zugriff auf die Berliner Steuerkassen. Dort ist noch etwas zu holen. Also frisch ans Werk! Die Steuerquelle muss sprudeln. Wenn es da nicht noch ein klitzekleines Problem gäbe: Der sagenumwobene Rettungsschirm kann Gelder nur an Staaten überweisen, die im Gegenzug ihre Haushalte in Ordnung bringen, damit aber grandios scheitern. Nicht weil sie das wollen. Sie haben keine Chance.

Es gäbe nur noch ein kleines Problem zu lösen. Direkte Zahlungen des ESM an Banken sind derzeit noch nicht erlaubt. Das sorgt für politische Verstimmungen in Europa. Frau Merkel will das (noch) nicht. Da man aber gewohnt ist, dass das Gegenteil von dem passiert, was Frau Merkel sagt, und es zudem noch genügend Wochenenden gibt, in denen dem Rettungsschirm weitere Möglichkeiten erlaubt werden, sollte man sich nicht wundern, wenn an einem Montag die Direktfinanzierung der Banken als großer Wurf verkauft wird. Achten Sie auf die Schlagzeilen!

Die Börsen werden dass feiern. Sie feiern alles, was mit einem Mehr an Krediten zu tun hat, solange es Dummköpfe gibt, die dafür gerade stehen. Sie sollten das schon mal in Ihre eigene Budgetplanung einrechnen. Die Begehrlichkeiten werden folgen, auch wenn diese anders heißen werden.

Jetzt verstehe ich auch, warum auf den Rückseiten der Euroscheine Brücken ins Nichts führen. Zum einen baut man diese Brücken rein aus volkswirtschaftlichen Überlegungen und zur Auffrischung der Bilanzen. Zum anderen hat die EZB die Pfeiler längst eingeschlagen und fungiert als Übergangslösung, bis der ESM am Start ist. Vielleicht kauft die EZB übergangsweise noch ein paar weitere Staatsanleihen. Wenn der ESM arbeitet, steht die EZB als Hüterin der Geldwertstabilität wieder gut da. Spanien und andere Länder sind den Grund für ihre Defizite los. Die Drecksarbeit macht der ESM.

Und die Eurobonds? Diese werden kommen, aber niemals so heißen – eher Innovations-Anleihen oder irgend etwas mit „Europa“. Sie sind die Grundlage für eine bunt angestrichene noch größere Verschuldung. Wir sollen nicht kleckern, sondern klotzen, riet US-Präsident Obama. Er kennt sich damit aus. Und dann klotzen wir nicht nur, sondern glotzen später auch noch auf das , was sich daraus entwickelt.

Stellen Sie schon mal den Wecker… Geringverdiener etwas früher. Jeder Vierte von Ihnen arbeitet durchschnittlich 50 Stunden in der Woche. Im Schnitt sind es aber nur 45 Stunden. Die Woche hat aber 168 Stunden. Für eine große Sache wie für Europa ist da noch Potential. Meinen Sie nicht auch?

Deutschland steht (noch) gut da. Die Bundesfinanzagentur GmbH hat am Montag drei Milliarden neue Gelder aufgenommen. Der Zinssatz betrug lächerliche 0,025 Prozent. Welche Deppen kaufen das im Namen der Sicherheit? Die Frage müsste sein, für wen kaufen es die Kapitalsammelstellen? Für eine solide Altersvorsorge?

Einjährige Staatsanleihen Deutschland. Rendite 0,02 Prozent. Hurra!


Ach ja, vielleicht kommt es ja in Zukunft kurz vor ihrem Konto noch zu Begehrlichkeiten. Alles in Sachen Steuersenkungen bleibt Geschwätz bzw. Wahlkampf. In diesem Jahr wird das deutsche BIP bei rund zwei Billionen Euro liegen. Geschätzte 595 Milliarden werden davon in den Finanzämtern eingesammelt und meist ohne Aufwand vom Konto abgebucht oder über versteckte Zahlungen weiter geleitet, worum man sich auch nicht kümmern muss. Es genügt, die Hälfte des Jahres zu arbeiten.

Man sollte wirklich DAX-Aktien kaufen. Von den Gewinnen werden nur 25 Prozent vom Finanzamt einbehalten. Wo gibt’s das schon mit normaler Arbeit? Übrigens liegt bei 100 Prozent eine mathematische Grenze für die Summe aller Steuern und Abgaben. Ich vertraue hierbei auf die Zauberkunst der EU-Oberen. Die machen auch hier den Weg frei. Der Slogan passt zum ESM, wenn er nicht schon durch Volks- und Raiffeisenbanken in Beschlag genommen wäre. Vielleicht geht auch: ESM – Wir machen den Weg freier. Und jetzt ab an die Arbeit!


 

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19 Kommentare auf "Wir machen den Weg frei! Koste es was es wolle!"

  1. Skyjumper sagt:

    Auch wenn ich gerade arbeiten muss: „Finanzämter Europas….vereinigt euch“

    Aber: Müsste das Deutsche BIP nicht ca. bei 2,6 Billionen liegen? Sonst hätte ja auch Deutschland bereits glücklich die 100% Verschuldungsgrenze überschritten und wir wären im Reich der Seeligen angekommen denen da geholfen wird durch….durch…..durch? Ich denk noch drüber nach wer uns denn dann helfen wird.

  2. Fnord23 sagt:

    Guten Morgen Europa,

    Gesetze werden an die Realität angepasst. Verträge gebrochen. Was heute noch Unrecht ist morgen schon Usus.

    Der Michl-Guck-in-die-Luft lebt im Wolkenkuckucksheim. Dieser Traum darf nicht zerstört werden. Insofern schreitet er Seit`an Seit`mit den Eliten. Als gemeinsames Ziel: So lange es geht, die Illusion aufrecht zu erhalten.

    Die paar Selbstdenkenden stören da überhaupt nicht. Wen jucken schon 10%?

    Es wird gemacht, was die Mehrheit will. Das ist auch richtig so in einer „Demokratie“. Die Mehrheit will ein bisschen glücklich sein. Auch wenn es ein Luftschloß-Glück ist. Das bekommen sie auch.
    Ein bisschen Glück, ein bisschen Frieden, ein bisschen Freiheit.
    Mehr davon vertragen die 90% auch nicht.

    Demokratie ist Mehrheit und Mehrheit ist Unsinn….. (Schiller)

    ZEN—–Zuschauen, Entspannen, Nachdenken.

    VG ins Land

  3. Avantgarde sagt:

    „Diese Steuern wären verloren, träte Griechenland aus dem Euro aus. Was liegt jetzt näher, als ein Vielfaches einzusetzen um diese 70 Milliarden vor dem Ausfall zu bewahren. Fast wie an der Börse durch billigeres Nachkaufen…“

    Griechenland steht doch nur symbolisch für die ganze Gruppe der Südländer.
    Das hat die große Vorsitzende aber freilich mal lieber nicht gesagt….hätte den Michel ja auch nur verunsichert – das schöne Feindbild von Bild und der restlichen Springerpresse wäre dahin gewesen.
    Mit einer Wirtschaftskraft von 2,igendwas der EU bzw. der Wirtschaftsleistung von Hessen ist GR sowohl in der EU als auch Weltwirtschaftlich völlig unbedeutend.

    Die Spanische Grippe ist in beiden Bedeutungen eine allerdings schwerwiegende Sache.

    „Man sollte wirklich DAX-Aktien kaufen. Von den Gewinnen werden nur 25 Prozent vom Finanzamt einbehalten. Wo gibt’s das schon mit normaler Arbeit?“

    Kapitaleinkünfte generell sind mit 25% sehr viel günstiger besteuert als der Einkommensteuertarif von so manchem.
    Auch ein Pojekt der sogenannten Deregulierung.
    Es ist gewollt, daß Leute ohne Arbeit mehr verdienen als durch Arbeit….

    • Otschi sagt:

      „Kapitaleinkünfte generell sind mit 25% sehr viel günstiger besteuert als der Einkommensteuertarif von so manchem.
      Auch ein Pojekt der sogenannten Deregulierung.
      Es ist gewollt, daß Leute ohne Arbeit mehr verdienen als durch Arbeit….“

      Ärgerlich ist, dass Sie (geflissentlich?) übersehen, dass das Kapital, dessen Einsatz den Ertrag bringt, der mit 25% besteuert wird, bei der erdrückenden Zahl der Kapitalanleger aus Arbeitseinkommen NACH Steuer, also aus bereits einmal versteuertem Einkommen besteht.

      Wie oft und wie hoch hätten Sie es denn gerne? Wären vielleicht insgesamt 100% recht? Mehr geht ja wohl zumindest rechnerisch nicht, obwohl man -wie Herr Meyer oben schreibt – in diesen Zeiten mit allem rechnen muss.

      Otschi

      • Avantgarde sagt:

        Ich habe es nicht übersehen!

        Das ist doch genau ein Teil des Umverteilungsmotors von unten nach oben.
        Vor dieser Gesetzesänderung mussten die Kapitaleinkünfte mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden – und nun eben nur noch mit 25%.
        Bedeutet, daß der, der viel hat nun dies sogar noch steuerbegünstigt anlegen kann – nicht mehr und nicht weniger.

        • Otschi sagt:

          Da gebe ich Ihnen Recht. Jedes Prozent, mit dem Renditen aus bereits versteuertem Einkommen erneut und erneut und erneut…… besteuert werden (Zinsenszinz) ist eine bodenlose Unverschämtheit. Ich kann das leider nicht rechnen und weiß daher nicht, wieviele Jahre man den Zinseszinz besteuern muss. Aber in nicht allzu weiter Ferne ist da der Punkt, an dem das ursprünglich aus versteuertem Einkommen gebildete und zum Einsatz gekommene Kapital zu 100% in den Steuersäckel geflossen ist.

          Otschi

  4. Antizensur – Wir machen den Weg frei! Koste es was es wolle! sagt:

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  5. Thomas71 sagt:

    Vielleicht ist der Michl doch nicht so bescheuert, wie wir glauben?

    Hier eine Umfrage aus Amerika.

    http://www.wirtschaftsfacts.de/

    Eine Mehrheit der Amerikaner rechnet mit Staatsbankrott der USA
    Mai 22, 2012

    Ganz so dämlich und ignorant, wie sie in Europa oftmals hin gestellt werden, können die Amerikaner nun auch wieder nicht sein. Immerhin zeigen zwei brandneue Umfragen, dass 51% der Befragten von einem Staatsbankrott der USA ausgehen. 80% sind zudem der Ansicht, dass ihr Land seit dem Bankenkollaps im Jahr 2008 nie aus der Rezession herausgefunden hat. Mit der Arbeit von Präsident Obama zeigten sich 55% nicht zufrieden, so dass sich in Bezug auf die diesjährige Präsidentschaftswahl ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen mit Herausforderer Romney abzuzeichnen beginnt.

    Gruss,
    Thomas71

  6. stephan sagt:

    „Politische Projekte haben meist größere Ziele vor Augen…“

    Ja, und diese „größeren Ziele“ werden dem, der die Rechnung zahlen muss, gebetsmühlenartig mit den immer gleichen drei „politischen Argumenten“ verkauft:

    – Überzeugung (Ich bin überzeugt, dass…)
    – Hoffnung (Ich hoffe darauf, dass…)
    – Vertrauen (Ich vertraue darauf, dass…)

    Selbstverständlich ist keines dieser „Argumente“ greifbar, so dass für unsere politischen Überflieger jegliche Haftung bei Nichterreichen der „größeren Ziele“ (oder gar Eintreten des Gegenteils) entfällt.

    Herr Meyer, hiermit rege ich folgenden Artikel zu diesem Thema an: „Politikerdenken: Überzeugung, Hoffnung, Vertrauen“.

    Nehmen Sie an? 😉

    Viele Grüße aus Berlin
    Stephan

  7. tizian sagt:

    Vielleicht spekulieren die Deppen ( Käufer der Bunds) auf eine Wertsteigerung der Einjährigen (via Fluchtgelder aus der Peripherie in Staatsanleihen der Finanzagentur GmbH)?
    Nominal-Zinsen von NullKommaNull sind da erst mal sekundär.
    Das ist wie beim physischen Gold: Zinsen? Iwo! Wertsteigerung, und zwar abmelkungssteuerfrei!
    (solange der Reset noch nicht erfolgt ist)

    Noch zum Golde: Der Krügerrand, der ist ja nicht nur in meinem Besitz, er ist sogar mein Eigentum. Juristische Korintenkackerei, sicher.
    …aber wie sieht’s mit den Deutschen Staatsanleihen aus (sowie deren Käufern, Besitzern, Eigentümern)? Von der Warte aus betrachtet, passt dann der Spruch: O quam cito transit gloria mundi.

    Grüsse aus der offenen forensischen Anstalt Berlin.

  8. Johannes sagt:

    Na bumm, habe ich irgendeine heutige Meldung verpasst, dass der EURO samt Gold/Silber so dermaßen unter Druck kommt?

    Hat da schon wer Infos?

    • Avantgarde sagt:

      Ist doch ganz normal für eine deflationäre Entwicklung!

      Starker US-Dollar, sinkende Aktien, sinkender Goldkurs und noch stärker sinkender Silberkurs.

      Nichts aufregendes eigentlich. 🙂

      • samy sagt:

        Aloha,

        die 2%-Venusfalle :-), interessante Gedanken von Robert Rethfeld …

        http://goldseiten.de/artikel/138270–Die-Zwei-Prozent-Rendite-Falle.html

        Hieraus:
        “ … Fazit: Ein Fall der 10jährigen Rendite unter die 2-Prozent-Marke kann dann gefährlich werden, wenn es nicht gelingt, die Marke innerhalb von einigen Monaten zurückzuerobern. Schnappt die Venusfliegenfalle erst einmal zu, gibt es kaum ein Entrinnen. Das von Bernanke im Jahr 2002 aufgelistete Waffenarsenal zur Deflationsbekämpfung ist nahezu leer. Fast alles wurde ausprobiert. Das Mittel der Währungsmanipulation mittels des Ankaufs ausländischer Staatsanleihen stünde der Fed bzw. der amerikanischen Regierung noch offen. Es ist die letzte Option. Sollte der Euro/Dollar unter seine Erstnotierung fallen, dürfte es zu einer koordinierten Intervention an den Devisen- und Anleihenmärkten kommen. … “

        VG

        Nachtrag:

        Sehr interessante Entwicklung. Bald dürfte Japan und nicht mehr China die meisten US-Staatsanleihen halten.

        http://www.treasury.gov/resource-center/data-chart-center/tic/Documents/mfh.txt

        Ciao

    • gilga sagt:

      Meine (kurzen und nicht belegten) Meinungen dazu:

      EUR/USD:
      Zunehmende Flucht aus dem Euro weil ein Griechlandaustritt in naher Zukunft nun nach und nach sichtbar wahrscheinlicher und selbst wenn politisch nicht gewollt ggf. (nochmalige Wahlen) unausweichlich wird. Offene Meldungen das Länder/EZB sich nun intensiv darauf vorbereiten.

      XAG:
      Bei Silber für den allgemeinen Trend (nicht Korrelation zu Gold) z.B. einfach mal auf Kupfer schauen… erklärt nen guten Teil (Industrienachfrage).

      XAU:
      Stärkung des Dollars durch Flucht aus dem Euro. Ggf. auch Liquiedierung gegen USD (obwohl es hier ja Swaps bei den Zentralbanken gibt; aber auch da sind wohl irgendwann Sicherheiten nötig…). In der Vergangenheit immer starke inverse Korrelation von USD/XAU (siehe Hinweis am Ende).

      Bunds:
      Für praktisch 0 => Einige der wenigen europ. „Alternative“ zur Flucht in den Dollar (mancher darf ja auch nicht anders) die groß genug ist Volumen aufzunehmen. Vermutetes Kalkül: Bei einem Zerfall der Eurozone noch am ehesten eine Rückzahlung wahrscheinlich („Werterhalt“). Ist in der Regel wohl das Geld von LVs etc.. ggf. Spekulation das bei Umstellung auf DM/NordEuro/… mehr rauskommt also woanders da sofortige Aufwertung => hat das mal wer recherchiert? Nie gelesen und warum sollten die dann in der neuen, aufgewerteten Währung zurückzahlen. Aber kenne die Papiere/Rechtslage nicht. Vor allem erschließt sich mir nicht warum dann Bunds und nicht Cash (geht aber ggf. eben bei den Investoren nicht).

      Alles noch verstärkt durch trendfolgende bzw. auf Ratios/Korrelationen trainierte Algorithmen…

      Mal sehen wo die faire Bewertung der Risikoabsicherung durch Gold/Silber vom Markt gesehen wird. Bisher zogen die Spreads beim physischen immer recht schnell (1-2 Tage) nach bzw. gingen wieder auf die übliche Höhe also (noch) nix mit Abkopplung.

      Mal sehen was passiert wenn heute Nacht die „Ergebnisse“ des Gipfels bekanntgegeben werden bzw. der Markt die dann nach und nach (erst dumme Algos, dann irgendwann Menschen) analysiert/zerpflückt.

      Interessant ist auch das die großen Abschwünge bei XAU/XAG und inzwischen teilweise auch bei USD/EUR momentan oft auch „Nachts“ bzw. früh am morgen stattfinden.

  9. […] Rott & Meyer: Wir machen den Weg frei! Koste es was es wolle! […]

  10. Johannes sagt:

    Danke gilga, wie immer interessante Aspekte, die Du da anführst. 🙂

    Das mit der Flucht aus dem Euro hatte ich selbst nicht am Radar.

    Im übrigen gehe ich persönlich auch eher vom Zerfall der Währung, denn von Eurobonds aus. Das ist aber nur meine Meinung.

    Jeder, der glaubt, Deutschland, zusammen mit NL, A und ein paar anderen kleinen Ländern, könnte den ganzen Süden retten, irrt gewaltig.

    Ich bin mir nicht sicher, ob sich alle bewußt sind, was Eurobonds für Deutschland/Österreich etc. heißen würden, wie auch immer die bezeichnet werden würden.

    Jede Partei, die das einführen würde, ist praktisch tot.

    Das fängt schon an bei höheren Zinszahlungen für Deutschland UND auch für alle in Deutschland laufenden Kredite. Es wird doch keiner glauben, dass dieses derzeit niedrige Zinsniveau bleiben würde, wenn der Staat mehr an Zinsen abdrücken muss. Das beträfe also sofort alle Häuslbauer, verschuldete Unternehmer, Leasingraten für PKW`s und vieles weitere mehr, das über Kredite läuft.

    Das AAA- Rating für Deutschland wäre weg, eine Spirale nach unten würde dann auch für Deutschland einsetzen, wo die endet, keine Ahnung.

    Gerettet wären die PIIGS deswegen auch nicht, die Ungleichgewichte würden weiterhin bestehen bleiben.

    Von daher kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Merkel sich auf das einlassen wird.

  11. gilga sagt:

    OT: Interessanter Artikel: „Guest Post: Dollar Backwardation“ http://www.zerohedge.com/news/guest-post-dollar-backwardation

    Wenn es in GR so weitergeht, müssten wir genau dieses Phänomen dort bald beobachten dürfen.

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