Willkommen in der Realität, Michel!

13. Januar 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer, Zeitlos

von Bankhaus Rott

Alles Leugnen, Hoffen und Betteln hilft nicht. Der ökonomischen Kontraktion wird sich die Bundesrepublik nicht entziehen können. Man darf gespannt sein, wie diejenigen, für die vor ein paar Monaten eine Rezession „nicht in Sicht“ war, mit der kommenden Entwicklung umgehen werden. Potenzielle Sündenböcke sollten schon mal Deckung suchen.

Es gibt ein paar einfache ökonomische Regeln, die nicht nur von Politikern gern übersehen oder nicht verstanden werden. Eine davon ist die nicht auszumerzende Verwechslung von „Bedürfnissen“ mit „Nachfrage“. Sie kennen das unselige Beispiel vom Krieg. Alles sei kaputt, deshalb gebe es eine hohe Nachfrage. Leider falsch. Es gibt unzählige Bedürfnisse, aber Nachfrage heißt, dass ich auch etwas anbieten kann. Wer nichts hat, fragt auch nichts nach.

Auch die schlichten Zusammenhänge zwischen den Exporten eines Landes und den Importen der Abnehmerländer sind offenbar aller Einfachheit zum Trotz unklar. Dabei ist das Prinzip einfach. Was niemand im Ausland nachfragt, das kann ich dort niemandem verkaufen. Haben mögliche Käufer weniger Mittel für Käufe im Ausland hergestellter Waren, dann sinkt die Nachfrage nach diesen und mit der Nachfrage schrumpfen auch meine Exporte. Zuerst zeigt sich ein Rückgang der Nachfrage bei den Auftragseingängen. Der unlängst für die deutsche Industrie gemeldete Einbruch auf Jahresbasis war der stärkste seit Oktober 2009. Willkommen zurück.

Der Rückgang der Wachstumsraten erfolgt seit einigen Quartalen, nun ist auf Jahresbasis erstmals wieder eine Schrumpfung zu verzeichnen. Wie sehr das von Politikern gern genannte „Rekordwachstum“ bei der Produktion selbst über das wirkliche Ausmaß des Industrieausstoßes hinwegtäuschen kann, zeigt der Vergleich der Verläufe der Wachstumsraten mit dem Index der Industrieproduktion. Das in der folgenden Darstellung zu sehende Rekordhoch beim Wachstum wurde viel gepriesen.

So weit so gut. Der Index selbst hingegen zeigt, dass das absolute Niveau lediglich wieder den Stand vom Beginn des Jahres 2008 erreicht hat. Immerhin möchte man angesichts des folgenden Kollapses anmerken, aber einen solchen Verlauf mit Pauken und Trompeten zu feiern, gleichzeitig aber die Augen vor dem kommenden Ungemach zu verschließen, ist der Situation nicht angemessen.

Die Erholung war aller Ehren wert, schließlich fiel das Produktionsniveau zwischenzeitlich auf den Stand von1998 zurück. Fraglich ist, ob nun eine Hurrapolitik der Kapazitätsausweitung der richtige Weg wäre. Wohin so etwas führen kann, zeigen die betriebswirtschaftlich offensichtlich überforderten Führungsriegen deutscher Solarunternehmen. Ein bail-out einiger Arbeitnehmer auf Kosten anderer und die gleichzeitige finanzielle Entlastung einiger Firmen durch die Kurzarbeit wird beim nächsten Mal nicht so einfach. Die Stundenkonten sind im Vergleich zum Jahr 2007 im Mittel eher armselig gefüllt und von nennenswerten Reserven kann auch bei der öffentlichen Hand keine Rede sein. Auch dürfte sich bei schlechter bezahlten Arbeitskräften im Gesundheits- und Dienstleistungswesen nachvollziehbarer Unmut breitmachen, wenn Arbeitsplätze in besser vergüteten Produktionssektoren durch die Verteilung von Steuermitteln subventioniert werden.

Zu früh, um sich auf kälteren Wind einzustellen, ist es beileibe nicht. In vielen europäischen Ländern waren bereits die Wachstumsraten im Jahr 2011 lausig. Die Einnahmen der Schatzämter litten darunter erheblich, die Ausrede, daran sei nur die „Bankenkrise“ schuld, ist ein Zeichen der sich verschärfenden Suche nach Sündenböcken. Sicherlich haben viele Verantwortliche in Finanzinstituten in höchstem Maße dilettantisch gehandelt.

Dennoch ist es so langsam an der Zeit, die Ursachen der aktuellen Probleme nicht in einem Sektor alleine zu suchen. Wie wäre es damit, einmal danach zu fragen, was mit den aufgenommenen Krediten seinerzeit so alles gekauft wurde. Häuser, Autos, Konsumartikel.

Ein Großteil des ABS Marktes beispielsweise besteht aus verbrieften Autokrediten. Kein Kredit, kein neues Auto. Welcher Automanager aber hat sich nicht für die „tollen Zahlen“ feiern lassen und diese mit „überlegenen Produkten“ begründet. Die Zukunft wird zeigen, wie viel Geld die Menschen für elektrisch beheizbare Außenspiegel und ähnlichen Firlefanz zu zahlen bereit sind, wenn das Geld weniger wird. Ohne die Kreditausweitung der Vergangenheit wird das sehr interessant, dieser Situation wird sich auch manch selbst ernannter Premiumhersteller stellen müssen. Mit der Qualität alleine lassen sich viele Preise (Auto für €50.000, Fußmatten gehen extra …) schon lange nicht mehr begründen.

Ein Blick über den Berliner Tellerrand hinaus würde vielleicht den einen oder anderen Abgeordneten zum Nachdenken bringen. Der gern erwähnte Optimismus ist eine feine Sache, eine Strategie ersetzt er aber nicht. Die unten stehende Karte zeigt den letzten Stand der Wachstumsraten innerhalb Europas laut Eurostat.


Von den rot eingefärbten Ländern sollte niemand eine anschwellende Nachfrage erwarten. Für einige in 2011 noch grün getünchte Nationen gilt dies ebenfalls, denn die kommenden Jahre werden keine Umkehr sondern eine Verstärkung der bekannten Entwicklungen sehen. Wer darauf wartet, dass aus Berlin oder Brüssel ein Hinweis auf einen starken Abschwung kommt, der sollte viel Zeit mitbringen. Lieber beschäftigt man sich dort mit sinnfreien Aussagen, die mit dem unerträglichen „Wenn nichts Gravierendes passiert“-Virus durchsetzt sind. Da wird von einer Rückkehr der Bankenkrise gesprochen. Rückkehr, war sie mal kurz raus? Oder von „überraschendem“ Kapitalbedarf bei europäischen Banken. Überraschend, soso.

So sicher wie unerfreulich ist eines. Auch im weiteren Verlauf der Krise werden Politiker und andere Amtsträger immer mehr Geld für Staaten und öffentliche Institutionen verlangen. Das ist leider genau der falsche Weg. Schade.

© Bankhaus Rott


 

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25 Kommentare auf "Willkommen in der Realität, Michel!"

  1. vegaman sagt:

    Hallo Bankhaus Rott,

    die Veränderungsrate der Industrieproduktion muss natürlich nach einem Rückgang stärker steigen, damit der Rückgang ausgeglichen werden kann. Das bringt die Prozentrechnung so mit sich. Dennoch wurde das natürlich ausgiebig und wortreich verschwiegen – man will ja wieder gewählt werden…

    Ob sich die schlechter bezahlten Dienstleister wirklich melden, wenn es in der Industrie zur Subvention kommt, bezweifle ich stark. Wenn dem so wäre, müsste bereits das gesamte Volk auf der Straße sein. Immerhin haben wir inzwischen volkswirtschaftlich eine nicht unerheblich Gruppe von bestbezahltesten Bezieher eines bedingslosen Grundeinkommens, namentlich alle Bankmitarbeiter, denn nichts anderes ist der Bezug eines „Arbeitseinkommens“ von einem Unternehmen, das Geld dafür zu einem Zinssatz von 1% für 3 Jahre vom Staat erhält, um es ihm zu 5% wieder zu leihen. Da mögen ein paar Schlenker und Kurven drin sein, aber im Endeffekt ist es nichts anderes. Schön, dass es den Beziehern des bedingungslosen, individuellen Grundeinkommens besser geht, als den HartzIV-Empfängern…auf der Straße sehe ich deshalb noch niemanden.

    Sicherlich wäre es zu einfach die alleinige Schuld der aktuellen Krise nur bei den Banken zu sehen. Da wäre sicherlich in einem Atemzug die Politik zu nennen, ich nenne da nur die Deregulierung des Finanzmarktes (Folge: Krise 2007-2009) und die Privatisierung von Unternehmen mit Atomkraftwerken ohne Klärung der Versicherungsfrage (Folgen noch nicht abschätzbar, das war zwar bereits vor der Privatisierung so, nur die Gewinne waren damals gleichmäßiger über die Bevölkerung verteilt…). Hier jedoch gerade den Kreditnehmer zu erwähnen mag zwar formal richtig sein, denn zu einem Geschäft gehören immer zwei. Dennoch möchte ich darauf hinweisen, dass hier die eigentliche Ursache in unserem Geldsystem liegt, das nur funktionieren kann, wenn Wachstum „erzeugt“ wird. Hätte sich der Verbraucher verweigert (gegen massivste Verführung durch Werbung bzw. bei Unternehmen massivste Verführung durch Subventionierung der Finanzierung gegen Kauf), wäre die Party wahrscheinlich heute schon vorüber, mindestens wären wir jedoch schon ein gutes Stück weiter auf unserem Weg… und auch hier sitzt im Hintergrund der Bankensektor wieder einmal als Verusacher – diesmal strukturell als (Mit-)Designer des Geldsystems – am Tisch.

    Grüße

    vegaman

  2. Bankhaus Rott sagt:

    @vegaman

    Ja, das mit der Wiederwahl ist schon eine lästige Geschichte, daher steigt vermutlich der Anteil politisch besetzter Ämter, die nicht durch Wahlen besetzt werden …

    Zu den anderen Punkten.
    Ja, die Maßnahmen zur Bankenfinanzierung sind (offensichtlich) eine reine Subvention. Dazu gesellen sich noch zahlreiche Pensionsverpflichtungen aus generösen Versorgungsverträgen. Der Arbeitsplatzabbau im Sektor wird dennoch voranschreiten, außerhalb Deutschlands passiert schon einiges, dem Trend wird man sich hierzulande nicht entziehen können.

    Deregulierung kann zu schlechten Ergebnissen führen, man siehe die unter Clinton aufgehobene Trennung zwischen Geschäfts- und Investmentbanken. Falsche Regulierung kann allerdings ebensolche Folgen haben, siehe die vollkommen unsinnige BASEL-Richtlinie, die eben die Anlage in Bank- und Staatsanleihen massiv fördert.

    Schön zum Thema Atomkraft ist auch das Mantra des „billigen Stroms“, ohne die Kosten für Endlager und Versicherungen in irgendeinerweise einzubeziehen. Egal wie man zu dieser Energie steht, die Rechnung ist schlicht falsch. Die Schuld für die Misere der Konzerne EON und RWE in der „Energiewende“ zu sehen und über Millardenverluste durch schludrige Übernahmeversuche und dilletantisch ausgehandelte Gasverträge hinwegzusehen ist leider bezeichnend für weite Teile der Medienlandschaft.

    Auch die Eigenverantwortung der Konsumenten ist ein wichtiger Punkt, leider ist die Suche nach Sündenböcken nicht nur den Institutionen sondern auch vielen Individuen in die Wiege gelegt. Möglicherweise eine Art „Selbstschutz“.

    Beste Grüße an die gesamte Leserschaft
    Bankhaus Rott

    • vegaman sagt:

      @Bankhaus Rott,

      volle Zustimmung, auch wenn man aus meinem ersten Kommentar etwas anderes bezüglich der Eigenverantwortung heraus lesen könnte. Viele Verbraucher wurden zwar regelrecht in die Kredite getrieben, aber auch dazu gehören immer 2 Parteien…

      Beste Grüße an das Bankhaus Rott

      vegaman

  3. Bummbumm sagt:

    #Die Schuld für die Misere der Konzerne EON und RWE in der “Energiewende” zu sehen und über Millardenverluste durch schludrige Übernahmeversuche und dilletantisch ausgehandelte Gasverträge hinwegzusehen ist leider bezeichnend für weite Teile der Medienlandschaft.#

    Liest man halt gerne.

    #Auch die Eigenverantwortung der Konsumenten ist ein wichtiger Punkt, leider ist die Suche nach Sündenböcken nicht nur den Institutionen sondern auch vielen Individuen in die Wiege gelegt. Möglicherweise eine Art “Selbstschutz”. #

    Tja, Sündenböcke zu suchen ist momentan in. Auch die Eigenverantwortung der Konsumenten darf nicht überstrapaziert werden. Wenn man einen „günstigen“ Atomstrom Vertrag vor sich liegen hat und einen „teureren“ Ökostromvertrag, weil der Anbieter die Kosten für Endlager und Versicherungen nicht in den Atomtarif mit einbeziehen muss, dann ist das nicht alleine Konsumentenschuld.

    Und wer den Konsumenten zur Einsicht bringen will, dass der „teurere“ Vertrag eigentlich der billigere ist, der darf keine Methoden aus der Spieltheorie anwenden, bei denen er gezwungen wird, das falsche zu tun.

  4. […] viaWillkommen in der Realität, Michel! | Rott & Meyer. Share| Januar 13, 2012 at 9:51 am by admin Category: Lügenpropaganda, Wirtschaft […]

  5. Reiner Vogels sagt:

    Es ist zwar heutzutage sehr beliebt, auf die Elektrizitätsversorger einzuprügeln, ich möchte aber dennoch darauf hinweisen, dass die dafür vorgebrachten Argumente einer sachlichen Prüfung im Kern nicht standhalten.

    Es ist ein Märchen, dass in die Strompreiskalkulation die Kosten für Versicherungen und Abfallentsorgung bzw. Abfallverwertung nicht eingerechnet seien. Das Gegenteil ist der Fall. Wenn dennoch Kernkraftstrom konkurrenzlos preiswert ist gegenüber dem vollkommen unkalkulierbar zur Verfügung stehenden Strom aus Zufallskraftwerken (Wind und Solar) und auch aus Gas oder Steinkohle so hat das technische bzw. physikalische Gründe. Kernkraft ist einfach eine Energieform, deren Energiedichte technisch alles vorher Erreichte um Größenordnungen hinter sich lässt.

    (Es ist allerdings richtig, dass Kernkraftwerke gegen virtuelle, also eingebildete Risiken, die nur der kranken Phantasie der Horrorpropheten von Greenpeace & Co entspringen, nicht versichert sind, ebensowenig wie übrigens große Chemieanlagen wie BASF in Ludwigshafen oder große Stauseen gegen eine Bruch der Staumauer.)

    Deshalb ist Kernkraft auch die Energie der Zukunft. Alle großen Industriestaaten der Welt haben das begriffen und bauen neue Kernkraftwerke. Nur Deutschland geht, gelähmt von der bekannten und irrationalen „german angst“, einen Sonderweg. Kein Land der Welt ist so dumm, Deutschland zu folgen. Man scheut eben anders als Deutschland davor zurück, mutwillig die eigene Industrie zu zerstören und flächendeckend Arbeitsplätze zu vernichten.

    Unseren Kindern und Enkelkindern wird dafür demnächst eine saftige Rechnung präsentiert werden.

    • Avantgarde sagt:

      „..Es ist allerdings richtig, dass Kernkraftwerke gegen virtuelle, also eingebildete Risiken, die nur der kranken Phantasie der Horrorpropheten von Greenpeace & Co entspringen,….“

      Genau ***Zynismus on***

      Die Beinahekatastrophen von Harrisburg und Forsmark waren nur eingebildet.
      Tschernobyl und Fukushima spielten nur in der Phantasie.
      Nur um mal die bekanntsten Fälle zu nennen.

      In Windscale/Selafield,LaHague und Majak werden Brennstäbe umweltfreundlich recyclet, sie erzeugen im Betrieb keinerlei Rückstände.

      Die Nuklearwirtschaft hat das Müllproblem über tausende von Generationen im Griff.
      Die Asse als bestehendes Endlager ist der Beweis.

      Versenkung von radioaktiven Abfällen im Meer ist auch bei durchrostenden Fässern kein Problem.

      Und deshalb ist die Kernkraft auch so billig.
      ***Zynismus off***

      Im Internet gibt es genügend Infomaterial zum Thema.

      Vielleicht mal noch eine Seite, die sicherlich nicht im Verdacht steht zu sehr ökologisch zu denken.
      Quarks und Co.
      Filmbeitrag von 2010 – Atommüll Endlager verzweifelt gesucht, WDR 9.11.2010
      http://www.youtube.com/watch?v=G0Xist21G1E&feature=related

      Aber vielleicht ist es tatsächlich so, daß sich die Menschen von den Atomirren wieder und wieder blenden lassen.
      Möglicherweise muß tatsächlich erst eine Millionenmetropole wie Tokyo mit Tausenden oder Millionen Opfern verstrahlt werden bevor es endlich begriffen wird.
      Oder wie wäre es mitten in Europa?
      Fessenheim ist keine 30km von Freiburg entfernt.
      Friedlich in die Katastrophe – es hat sich nichts geändert.
      Wir steigen in ein Flugzeug, heben ab – aber haben keine Landebahn…

      Es ist wirklich zum Kotzen, daß der Mythos der sicheren und billigen Kernkraft noch immer von interessierter Seite hochgehalten wird.

      Ich kann leider keine andere Conclusio ziehen, daß die Befürworter entweder lediglich halbintelligene Lebensformen oder direkte Profiteure sind denen das Schicksal der nachfolgenden Generationen völlig gleichgültig ist.

    • Bankhaus Rott sagt:

      @Reiner Vogels
      Kein Grund aus der Haut zu fahren, Herr Vogels. Vielleicht teilen Sie der Leserschaft schlicht kurz mit, welche Kosten für die Endlagerung/Versicherung usw. in die Kalkulation einbezogen wurden.

      Wegen Kosten, die nicht getragen werden, sollte niemand auf ein Unternehmen „einprügeln“ das ist richtig. Schließlich wäre betriebswirtschaftlicher Unsinn, diese freiwillig zu tragen. Die Kritik jedoch, die Kosten selbst verursachter Fehler auf den Ausstieg aus der Kernenergie zu schieben, ist aber vollauf berechtigt. Bei Interesse schauen Sie sich einmal das Zustandekommen der Milliardenverluste im Gasgeschäft bei Eon oder die gescheiterten und kostspieligen Übernahmeversuche an.

      Beste Grüße
      Bankhaus Rott

    • Bummbumm sagt:

      #(Es ist allerdings richtig, dass Kernkraftwerke gegen virtuelle, also eingebildete Risiken, die nur der kranken Phantasie der Horrorpropheten von Greenpeace & Co entspringen, nicht versichert sind, ebensowenig wie übrigens große Chemieanlagen wie BASF in Ludwigshafen oder große Stauseen gegen eine Bruch der Staumauer.)#

      Jaja, das ist sicherlich richtig. Gegen derartige Risiken braucht man nichts zu tun, denn sie sind ja bloß virtuell. Wie man jedoch an Tschernobyl gesehen hat, hat dort nicht die minderwertige Technik, sondern menschliches/organisatorisches Versagen zur Katastrophe geführt. Mag sein, dass die minderwertige Technik ihren Teil beigetragen hätte, aber ohne das menschliche Versagen wäre nichts passiert.

      Gut – wir wissen, dass menschliches Versagen in Deutschland nicht vorkommen kann. Aber bis vor Kurzem wussten wir auch, dass organisatorisches Versagen in Japan nicht vorkommen kann. Ja – es mag sein, dass dort nichts, soagar absolut nichts passiert ist. Niemand ist dort zu Schaden gekommen, die paar Evakuierten wurden aus reiner Vorsicht evakuiert. Vorsicht? Naja eigentlich nicht, sondern deshalb, weil die Greenpace- Phantasten so laut in Deutschland geschrien haben (wahrscheinlich). Aber es HÄTTE etwas passieren können.

      Ach ja – und zur Transmutation: Das sehe auch ich als große Lösung des Endlagerproblems. Dann lassen Sie uns einfach abwarten, bis die technischen Details der Endsorgung (oder wars Entsorgung?) durch Transmutation geklärt sind.

      Übrigens können wir gleichzeitig ein paar schöne Thorium Reaktoren aufbauen. Die funktionieren völlig gefahrlos und produzieren sozusagen keinen Müll. Leider haben wir noch keine. Ach ja, die Transmutation haben wir auch noch nicht.

      Schade.

      Haben wir vielleicht in unverantwortlicher Weise etwas zu früh angefangen, mit einer Technik, die wir noch nicht beherrscht haben?

      Scheint so.

  6. Reiner Vogels sagt:

    Sehr geehrtes Bankhaus Rott,

    ich fahre nicht aus der Haut, ich bin nur gegen die gebetsmühlenhaftig wiederholten Vorwürfe der deutschen Anti-Atomhysterie gegen die Kernkraft. Der deutsche Alleingang ist wirklich einmalig in der Welt, und es wäre töricht zu meinen, diesmal (in der Energiepolitik) werde die Welt am deutschen Wesen genesen. Eher wird das deutsche Wesen in den wirtschaftlichen Niedergang führen und unseren Mitbewerbern riesige Vorteile verschaffen. Wohlstand wird schnell verspielt, aber es kostet jahrzehtelange Arbeit, ihn zu gewinnen.

    Was mögliche Verluste im Gasgeschäft bei Eon betrifft, so habe ich mich dazu gar nicht geäußert. Dass diese Verluste entstanden sind, gibt Eon selber zu. So etwas kann, wie Sie wohl wissen, in jedem Unternehmen vorkommen. Wer spielt schon 90 Minuten auf dem Platz, ohne Fehler zu machen?

    Was die Endlagerung betrifft, so sollten Sie einmal insofern in der Realität ankommen, dass Sie zur Kenntnis nehmen, dass nirgendwo in der Welt das „Endlagerproblem“ endgültig gelöst ist. Dann sollten Sie sich fragen, warum das wohl so ist.

    Es liegt wohl nicht zuletzt daran, dass dieses Problem in der von den Anti-Kernkraft-Alarmisten beschriebenen Form gar nicht existiert.

    Man kann nämlich abgebrannte Brennelemente zu größten Teil wiederaufbereiten und wiederverwerten, und in Belgien – siehe http://www.pro-physik.de/details/news/prophy13461news/news.html?laid=13461 – entsteht zur Zeit eine Pilotanlage, in der die Transmutation von nicht verwertbaren radioaktiven Abfällen modellartig erprobt werden soll. Es spricht alles dafür, dass man in ein paar Jahren radioaktive Stoffe mit jahrtausendelanger Halbwertszeit „transmutieren“, also umwandeln kann in kurzlebigere Stoffe, deren notwendiger Lagerzeitraum überschaubar ist. Die dann anfallenden Kosten dürften sich dann sich verglichen mit den riesigen Wertschöpfungsgewinnen der Kernkraftwerke im Peanutsbereich bewegen.

    Im übrigen möchte ich diesen Beitrag nicht beenden, ohnen Ihnen für Ihre in Börsen- und Finanzfragen immer ausgezeichneten und hervorragend recherchierten Beiträge, die ich immer mit Gewinn lese, zu danken.

    • Avantgarde sagt:

      „entsteht zur Zeit eine Pilotanlage, in der die Transmutation von nicht verwertbaren radioaktiven Abfällen modellartig erprobt werden soll. Es spricht alles dafür, dass man in ein paar Jahren radioaktive Stoffe mit jahrtausendelanger Halbwertszeit “transmutieren”, also umwandeln kann in kurzlebigere Stoffe, deren notwendiger Lagerzeitraum überschaubar ist..“

      Könnte, wäre, hätte, vielleicht,….
      höre ich seit 20 Jahren – und immer ist man angeblich kurz davor die Eierlegende Wollmilchsau zu entwickeln.

      Gesehen ist: NICHTS!
      Der Blindflug geht weiter und die problematischen Mengen werden immer größer.

      Diese Technologie wird vom Menschen in keiner Stufe beherrscht.

      Also warten wir halt auf den nächsten GAU – der kommt sicher.
      Die schleichende nicht mehr umkehrbare Vergiftung durch die Abfälle leider ebenfalls – unbemerkt und nicht medienwirksam.

      Wer denkt das alles sei nur ein Geldproblem liegt völlig falsch – es ist viel schlimmer.
      Aber selbst wenn es nur ums Geld ginge….
      Egal wie man es berechnet – alleine die jetzigen Mengen über 1Mio Jahre sicher zu lagern, umzulagern…. dürfte alles andere als billig sein.

      Atomenergie ist die teuerste Form der Energienutzung die der Mensch jemals erfunden hat.
      Sogar die Energieerzeugung per Fahrraddynamo ist billiger.

    • wolfswurt sagt:

      @Rainer Vogels

      Ihre Ausführungen und Absichten in Ehren aber die Inkompetenz um die Schachtanlage Asse führt Ihre Ausführungen ad Absurdum.

    • Syngeon sagt:

      Na sowas, da hat sich doch glatt ein Spindoktor der Atomlobby in dieses Forum verirrt. Wirklich ziemlich dreist, hier zu behaupten, das Endlagerproblem existiere gar nicht, man könne ja wiederaufbereiten, wiederverwerten und durch Transmutation unschädlich machen.

      Wenn man schon einen Artikel aus den „Physikalischen Blättern“ (ausgerechnet einer der Hauspostillen der deutschen Atomlobby) verlinkt, dann sollte man sich die Mühe machen, ihn auch zu lesen und, wenn möglich, zu verstehen.

      Da steht nämlich sinngemäss, dass man *hofft*, *eines Tages* *einen Teil* der jährlich allein in Europa anfallenden 2500 Tonnen (!) an Nuklearabfall durch Transmutation loszuwerden. Ausserdem erfährt man, dass die belgische Pilotanlage voraussichtlich 2024 (!) den experimentellen (!) Betrieb aufnimmt und dass das derzeitige „Gesamt“budget bereits bei knapp 1 Mrd. € liegt und zu 40% staatlich subventioniert sein soll. Wie man aus Erfahrung weiss, bedeutet das, dass am Ende die Kosten (wohlgemerkt: einer kleinen Pilotanlage) mindestens dreimal so hoch und – wie in solchen Fällen üblich – zu 90% subventioniert sein werden.

      Transmutation wird schon seit vielen Jahren als Möglichkeit zur Reduktion der nuklearen Abfallmengen diskutiert. Alle Versuche, entsprechende Anlagen zu errichten, sind bisher eingestellt worden und wir reden hier noch nicht mal von Anlagen im industriellen Massstab. Warum wird das wohl so sein? Vielleicht weil Kosten und Risiken (nicht nur finanzieller Art) derartig enorm sind, dass man sich nicht drauf einlassen will? Von wegen „Peanuts“. Von wegen „Kostenwahrheit“ bei der „billigen“ Atomenergie.

      Bei den anderen offensichtlichen Falschbehauptungen unseres Spindoktors („virtuelle, also eingebildete Risiken“, „Energie der Zukunft“) erübrigt sich jeder Kommentar.

      Das ganze erinnert mich irgendwie an einen Typ, der mir in einem anderen Forum mal untergekommen ist und der völlig unbeirrbarr behauptet, der Goldpreis werde in Kürze ins Bodenlose fallen, denn abgebaute Goldadern würden sich „selbsttätig nachfüllen“ und ausserdem sei es „technisch kein Problem mehr“, den 20 Mrd. Tonnen schweren „Goldmeteoriten Eros“ zu bergen (s. den „Desinfoterminator“ in den Kommentaren hier: http://diepresse.com/home/wirtschaft/boerse/meingeld/650168/Es-ist-nicht-alles-Gold-was-glaenzt ).

      • Avantgarde sagt:

        „DESINFORMATOR“ – das Wort hat mir gefehlt 🙂

        Aber das ist halt der Job der Lobbyisten.
        Sie waren ja bereits so weit die Atomkraftwerke als Klimaschützer in den Medien zu verkaufen.
        Dann waren die statistischen 10.000 Jahre nach Tschernoby schon wieder um und Fukushima kam dummerweise in die Quere.

  7. Bankhaus Rott sagt:

    Hallo Herr Vogels,

    vielen Dank. Die Welt kann durch offenen Meinungsaustausch und Diskussionen nur gewinnen. Daher freuen wir uns immer wieder über viele Kommentare hier im Blog!

    Allen Lesern schon einmal ein schönes Wochenende,
    Ihr Bankhaus Rott

  8. EXE sagt:

    Hallo,

    erst mal ein Danke an Bankhaus Rott wieder ein sehr guter Artikel.

    Zum Strom ich wohne fast neben einem Kraftwerk (es steht und läuft NOCH)
    Es ist eine saubere Sache keine Dunkle Wolken oder Müll auf dem Gelände alles sauber ein Lob an die ENBW.

    Kosten mit im Preis???
    Es können Nie kosten in einem Preis drin sein wen man die Kosten nicht kennt da Sie in der weiten Zukunft liegen.
    Welche Versicherung kann ein Fukushima bezahlen???
    Wir haben leider nur einen Blauen Planeten.

    Das mit dem Fahrraddynamo ist eine gute Idee.
    Nehmen wir mal an jede müsste 1 Stunde Rad Fahren (pro tag) um ein Tag Strom zubekommen.
    Da hätten wir kein Problem mit Übergewichtigen oder untauglichen Bundeswehr/Polizei Anwärter.

    Das Gesundheitswesen wäre ein nicht mehr benötigtes Wesen 😉
    Zur Arbeit kann man aber immer noch mit einem 500PS starken Made in Germany Auto Fahren/im Stau stehen.

    Das unser Geldsystem krank ist, wissen wir ja schon eine Zeit lang.
    Nur das man jetzt so brachial Gegensteuerung indem man Unmengen Geld druckt (per bit and byte)ist beachtlich.
    Eine Bank mit 2000mrd. und Eigenkapital von 50mrd. kann als große Zockerbude gesehen werden.
    Der wo da kein Gewinn macht ….. !

    Das die Politik keine klaren Regeln macht könnte auch an der miserablen Bezahlung liegen warum Soll ein „Hoch“ Studierter/Ausgebildeter Mensch in die Politik gehen wenn er bei einer Bank das X Fache bekommt. (bekommen ist nicht verdienen)

    Das viele die zusammenhänge von Export und Import so wie Schuldner und Gläubiger nicht verstehen ist schon eine Schande für das Bildungssystem.
    Da viele unserer Nachbarn in Europa sparen müssen/gezwungen wurden ist der Aufschwung wen es einer war schon Programmiert worden bei der Unterschrift zum Sparen.
    Eine schande für die deutschen Unternehmen ist, dass Sie ihre Gewinne lieber an Aktionäre oder Vorstände verteilen anstatt es den Mitarbeitern zu geben. Wen Sich ein Daimler Mitarbeiter nur noch eine A Klasse leisten kann, für wen baut man dann S Klasse ???

    Wünsch noch ein gutes Jahr 2012.

  9. mfabian sagt:

    Ein wunderschöner Satz:

    Es gibt unzählige Bedürfnisse, aber Nachfrage heißt, dass ich auch etwas anbieten kann. Wer nichts hat, fragt auch nichts nach.

    „Nachfrage“ bedeutet ja auch Kaufkraft:
    Es ist kein Problem für den Porsche-Händler, bei 20-jährigen männlichen Neulenkern Begehrlichkeiten nach einem Carrera zu wecken. Alleine, der Umsatz wird nicht steigen, wenn die Jungs sich so ein Auto nicht leisten können.

  10. wolfswurt sagt:

    Mir kam zu Ohren, daß Obama sich wegen des Austiegs aus der Kernkraft über Merkel schwarz geärgert hat.

  11. MARKT sagt:

    @ EXE

    Eine schande für die deutschen Unternehmen ist, dass Sie ihre Gewinne lieber an Aktionäre oder Vorstände verteilen anstatt es den Mitarbeitern zu geben. Wen Sich ein Daimler Mitarbeiter nur noch eine A Klasse leisten kann, für wen baut man dann S Klasse ???

    verzeihen Sie mir bitte, dass sich mein Mitleid mit den aus meiner Sicht unangemessen priviligierten Mitarbeitern der Automobilbranche(im Vergleich zu sozialen, technischen und handwerklichen Berufen) in überschaubaren Grenzen hält.

    Gerade diese so überbewertete Branche für „unser aller Wohlstand in Deutschland“ saugt das Kapital der Bürger in einer unwiderbringbaren Größe ab. Natürlich sind die Bürger selbst Schuld, die mit einem Nettoeinkommen von 3.000,- € ein KFZ der Preisklasse 50.000,- € ++ benötigen. Aber das diese Branche an sich medial gehuldigt und vergöttert (ähnliches gilt für die Pharmaindustrie) wird ist für alle anderen ein Schlag ins Gesicht.

    Ich gebe zu bedenken, wir machen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Konjunkturpakete für Milliardäre (Familie Piech und Quant) während der Kleinunternehmer in solchen Phasen mehr arbeitet für weniger Ertrag und sein zuvor Erspartes wieder ins Unternehmen einbringt um überleben zu können. Da solche Phasen in einem Erwerbsleben häufiger auftreten ist auch erklärbar, das eine große Anzahl (über 60%) der Selbstständigen im Alter mittelos sind.

    Da wäre es auch keine Lösung, wenn diese Menschen wie von vielen Politikern gefordert in die gesetzliche RV einzahlen würden. Das hätte nur zur Folge, dass diese Kleinunternehmer früher pleite und schon vor der Rente auf Transferleistungen angewiesen sind.

    Kurzum genau die Mitarbeiter die bei BMW, Daimler, Siemens, Bayer, BASF, Boehringer-Ingelheim, VW, Opel,usw. tätig sind (übrigens eine absolute Minderheit gemessen an der gesamten Beschäftigtenzahl in D) und deren Lobby sind dafür verantwortlich das die tatsächlichen Probleme in Deutschland (Niedriglohn, Transfer von arm(oder fleißig) zu reich weiter vorangetrieben werden kann und dass diese Leute nahezu geschlossen die Meinung vertreten, wem es in D schlecht geht sei selbst schuld nur weil er es nicht geschafft, oder gewollt hat vor einigen Jahren schon Mitarbeiter in einem dieser genannten Unternehmen eine Beschäftigung zu finden.
    Seit einigen Jahren stellen nämlich diese Firmen nämlich (nahezu) nicht mehr oder wenn dann nur noch über Zeitarbeit beftristet oder über Fremdfirmen Mitarbeiter ein.

    Das dies offensichtlich politisch so gewollt ist ist natürlich nicht das Problem der Unternehmen. Dass diese aber derart in den Medien verherrlicht werden ist nicht nachvollziehbar.

    Natürlich ist das gefälle zwischen Arbeitern und Vorständen absolut nicht mehr verträglich und hin zu nehmen aber auch hier hält sich die Kritik der Mainstreammedien in Grenzen. Wichtiger ist ob Herr Wulff an falscher Stellle einen Pubs gelassen hat als im interesse des Volkes zu recherchieren und auf schlimmere (als die bei Wulff) Mißstände hinzuweisen.

  12. GrandCru sagt:

    Bill Gates hatte seinerzeit Deutschlands abrupten Ausstieg aus der Atomenergie sehr sinn- und anspielungsreich so kommentiert: „Deutschland muss ein sehr reiches Land sein.“ Inzwischen (seit 2010) produziert Deutschland bereits mehr Solar-Strom als AKW-Strom, und was nun in der End-Schlussabrechnung teurer ist, ist ökonomisch eigentlich wurst. Fakt ist, dass wir uns in Deutschland recht hohe Stromkosten leisten. Sie werden in den nächsten Jahren weiter steigen. Steigende Kosten auch bei Gas und natürlich an der Tankstelle – kaum etwas entzieht bei den Konsumenten so direkt Nachfrage wie die Energiekosten. Schon 2008 dürfte ein Teil der Rezession auch aufs Konto des überschießenden Ölpreises gegangen sein – man muss meiner Meinung sogar auf kaum viel mehr achten als auf die Preise an der Tankstelle. Gehen die noch ein paar Ticks höher, halte ich ein erneutes Abtauchen der Konsum- und Industriegüterproduktion für unvermeidlich. Und umgekehrt …

    • Bankhaus Rott sagt:

      @GrandCru

      Ein nicht unwichtiger Faktor bei den Rohstoffpreisen ist die Währung. Menschen, die sich schwache Währungen, die angeblich „den Export stärken“, wünschen, dürfen sich über steigende Kosten für Importgüter nicht beklagen.

      Man könnte auch das Zitat von Gates auf das Thema FX anwenden. Wer meint, man könne dauerhaft per saldo von einer schwachen Währung profitieren, muss sehr reich oder sehr töricht sein.

      Beste Grüße
      Bankhaus Rott

  13. EXE sagt:

    Herr Markt das beispiel Daimler war nur von mir Plakativ gewählt.
    Es sollte für ein System stehen das bei vielen Firmen angewandt wird.
    Klar ist die „groß“ Industrie nicht der Sektor mit den meisten Jobs.
    Das ist zum glück noch der klein und mittel große Firmen Sektor.
    Ansonsten muss ich ihnen zustimmen.

    Herr Bill Gates hat nicht ganz unrecht.
    Wenn ein Produkt wie z.B. Solarzellen aus China kommen kann diese nur günstiger sein weil weniger/keine Umweltstandards oder abgaben vom Staat anfallen.
    Die Rohstoffe müssen auch in China International zusammengetragen werden die Produktionsanlagen kommen meist aus Deutschen Firmen und kosten auch in China viel Geld.
    Mitarbeiter werden da wohl nicht in das Gewicht fallen.

    Ob der Sprit 1,50 oder 1,80 kostet ist der Industrie doch egal.
    1. Kosten können Abgeschrieben werden 2. Bei den anderen Kosten fallen die Sprit kosten nicht ins Gewicht (300€ monatliche Leasing Rate etc.)
    Da der Staat immer 19% zum Schluss drauf haut ist es auch Logisch das wen der Betreiber um 10cent aufschlägt der Preis um 11,9 steigert.

    • Avantgarde sagt:

      „Ob der Sprit 1,50 oder 1,80 kostet ist der Industrie doch egal.“

      Nicht ganz, nicht ganz…
      Je nach Preissteigerungsrate wird natürlich ne Menge Kaufkraft abgeschöpft welches der Konsument dann nicht mehr mit anderen Produkten verkonsumieren kann.
      Mineralölkonzeren können die gestiegenen Kosten meist weitergeben – andere Industriezweige aber nicht immer – das reduziert dann die Margen.

  14. samy sagt:

    Hi,
    es gab zum Thema Peak Oil einmal eine sehr pessimistische Studie (zu pessimistisch?), die aber das Problem ganz gut und verständlich beschreibt. Ich bin durch das lesen nicht dümmer geworden, also wer mag:
    http://www.feasta.org/documents/risk_resilience/Tipping_Point_Gesamt.pdf

    Und hier steht auch was zu eurer Diskussion, so ab Seite 13:
    „…Der entscheidende Wandel in den zurückliegenden hundert Jahren war der Ersatz der menschlichen Arbeit in der primären Energieproduktion durch fossile Brennstoffe.Diese fossilen Brennstoffe können als das energetische Äquivalent eines gigantischen Sklavenheeres ausgedrückt werden, das unsere Wirtschaft am Laufen hält. Der Energiegehalt von einem Fass Öl entspricht zwölf Jahren Arbeit eines Menschen bei einer 40 Stunden Woche. Selbst zu einem Preis von 100 Dollar pro Fass ist Öl, verglichen mit menschlicher Arbeit, bemerkenswert billig.
    …. Die aktuelle Wirtschaftskrise wurde durch das Platzen einer Kreditblase ausgelöst, die wiederum von billigem Geld, „innovativen“ Finanzprodukten und der immer währenden Gier der Menschen nach dem schnellen Gewinn aufgeblasen wurde. So lautet die Erklärung auf die man sich geeinigt hat, aber sie genügt nicht ganz. Seit
    2005 war die weltweite Ölproduktion auf einem Plateau. Selbst als die Ölpreise stiegen, stagnierte die Fördermenge. Jeff Rubin, ehemals Chefökonom des CIBC (Canadian Imperial Bank of Commerce) merkt an, dass vier der letzten fünf Rezessionen auf einen Anstieg des Ölpreises folgten. Als das Fass Öl 135 Dollar kostete, hat die USA den Gegenwert von 1 Billion (1 000 000 000) Dollar jährlich für Öl ausgegeben, das entspricht 15% der Netto-Lohnsumme aller amerikanischen Steuerzahler. In diesen 15% sind noch nicht die Erhöhungen der Lebensmittelpreise eingerechnet ( die Lebensmittelproduktion ist sehr stark von fossilen Brennstoffen abhängig und in Konkurrenz zu Biotreibstoffen) sowie die der Erdgaspreise (an Erdöl gekoppelt). Diese zusätzlichen Kosten haben das Konsumverhalten verändert und zu Schwierigkeiten in der Rückzahlung von Krediten geführt. Das zweite Element war die Geldmenge, die durch die höheren Ölpreise in Richtung der ölproduzierenden Staaten anstatt durch die westlichen Wirtschaften floss. Auch wenn diese Vermögen
    durch die Wall-Street hindurchflossen, fehlten sie doch für den heimischen Konsum….“

    Sorry für den etwas längeren Textausschnitt.

    VG

    Samy

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