Wie unser verrücktes Finanzsystem funktioniert

10. April 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

War ich auch zwischenzeitlich in London, um mich um die Geschäfte zu kümmern, so bin ich jetzt wieder zurück in Buenos Aires. Ich habe es mit Medikation versucht. Ich habe es mit Gebeten versucht. Ich habe es auch mit viel Alkohol versucht – alles für das Bestreben zu verstehen, wie unser verrücktes Finanzsystem funktioniert. Und wohin es führt.

Man sollte meinen, dass das einfach ist. Es ist doch nur Zentral-Banking 101, oder nicht? Nun, nein. Es ist verrückt….und teuflisch raffiniert. Ich bezweifle, dass irgendjemand es versteht – vor allem nicht die, die genau das behaupten und vorgeben den Überblick zu haben. Die Grundeinheit dieses Systems, ist eine Art von Geld, die völlig neu für diese Welt ist:

…der Post-1971 Fiat-Dollar.

Es ist Papiergeld – so viel wert, wie die Menschen meinen, dass es wert ist… und gemanagt von Leuten, die meinen, es müsse seinen Wert im Laufe der Zeit verlieren. Was für ein Geschäft! Wer sind diese Leute? Und für wen arbeiten sie?

Man könnte sagen, dass sie Angestellte im öffentlichen Dienst sind. Aber das würde implizieren, dass sie zum Wohle der Öffentlichkeit arbeiten. Ganz bestimmt nicht. Sie sind Angestellte eines Zentralbank-Kartells, das im Besitz von privaten Banken ist. Diese haben das Recht, fortlaufend Geld zu verleihen, während sie an den Zinsen für ihre Darlehen verdienen.

Es ist wenig überraschend, dass ihr Anteil an amerikanischen Unternehmensgewinnen um das Vierfache gestiegen ist, seitdem der damalige Präsident das Bretton Woods System beendet hat.

Was für ein Geschäft!

Die Kosten, die sie für den Verkauf von Waren haben, gehen gegen Null. Ein paar Anschläge auf der Tastatur und Millionen… Milliarden… verdammte Billionen von Dollar sind erschaffen. Mein Freund und Volkswirt Richard Duncan wiest bereits in seinem Buch „The New Depression“ darauf hin, dass die Menge an liquiden Reserven, die Banken ihren Krediten entgegenzuhalten haben, nun so klein ist, dass sie „nahezu uneingeschränkt“ die Menge an Krediten anbieten kann, die das System produzieren kann.

Die Banken brauchen lediglich einen bestimmtes „angemessenes Kapitalverhältnis“ beizubehalten. Das sorgt dafür, dass die Aktivgeschäfte der Banken bei einem Vielfachen von ihrem Eigenkapital beschränkt sind (Geld, das von den Anteilseignern zur Verfügung gestellt ist).

Natürlich ist Geld nur so lange von Wert, so lange nicht zu viel davon vorhanden ist. Der Markt kann eine kleine Menge von nachgemachtem Geld absorbieren. Doch da gibt es ein Limit. Und dieses Limit ist drastisch erhöht worden. Zu verdanken ist dies neben Überkapazitäten einem riesigen Überangebot an billiger Arbeit, ebenfalls enorm weiter angetrieben durch die Kredit-Expansion, die sich über die letzten 30 Jahre erstreckt.

Ohne diese einzigartigen Umstände hätten die verantwortungslosen Strategien der Zentralbanken – ZIRP oder auch QE – vermutlich eine Inflation ausgelöst, die zu diesem Zeitpunkt bereits im zweistelligen Bereich liegen würde… vielleicht sogar höher.

Quelle: Kapitalschutz Akte
Wie unser verrücktes Finanzsystem funktioniert (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

 

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