Wie Ökonomen die Krise verpassten

1. August 2012 | Kategorie: Gäste, Kommentare

(von Bill Bonner) Erst jüngst sprach ich über die einzige Frage, die seit 2008 eine Diskussion wert war – wer trägt den Verlust? Es gibt es verschiedene Varianten dieser Frage… aber sie kommen alle zu demselben Punkt – Fehler wurden gemacht; jemand muss dafür bezahlen. Wer?

Ökonomen sind nicht dumm. Vor allem nicht diejenigen, dieNobelpreise gewinnen. Sie prüfen gut.  Sie besuchen gute Schulen. Normalerweise haben sie höhere Mathematik drauf.

Mathematik ist wichtig für moderne Ökonomen. Es lässt alles wie eine Wissenschaft aussehen. Also, wenn man nahezu alle wirtschaftswissenschaftliche Dissertationen der letzten 20 Jahre überprüft, ist man gezwungen Zahlen zu finden. Viele Zahlen. Sie finden vielleicht ein Dutzend Neuner…. Oder Hunderte Fünfen… oder vielleicht tausende Nullen.

Man findet vielleicht auch Symbole. Griechische Symbole. Und Symbole aus der Mathematik. Diese Symbole haben eine Bedeutung. Genauso wie die Zahlen.

Und man kann diese Symbole nutzen um noch mehr Eingemachtes herauszuarbeiten. Komplex. Anspruchsvoll. Präzise. Beeindruckend. Und in der Regel keinen Pfifferling wert.

Ich sage das nach einer langen Zeit der Beobachtung. Es ist das Resultat sorgfältiger Überlegung und rücksichtsloser Intuition. Diese Feststellung kam über die letzten, nun ja dutzende Jahre oder so. Trotz all ihrer Zahlen, Formeln und Preisen haben es Amerikas führende Ökonomen, inklusive ihres Leitwolfes Ben Bernake, scheinbar nicht zustande gebracht zu sehen, was sogar ich entdeckt habe: nämlich den Zusammenbruch des Immobilienmarktes und den Blow Up des Kredit Marktes.

Nicht, dass sie dämlich wären. Sie verfolgen einfach nur einen anderen Karriereweg. Ein richtiger Ökonom hält seine Augen offen. Der liest die Zeitung. Er liest Bücher. Er studiert die Geschichte. Er spricht mit Taxifahrern und Geschäftsleuten. Er versucht zu verstehen, was in der Vergangenheit passiert ist… und was vielleicht heute los ist.

Er macht sich keine Illusionen darüber. Die Zukunft wird niemals so sein wie die Vergangenheit. Aber es wird Gemeinsamkeiten geben. Und diese Gemeinsamkeiten können untersucht werden…

Er hat wenig Verständnis für Zahlen. Er weiß, dass man ihnen nicht trauen kann. Sie sind wie Huren und Lobbyisten – sie machen ihre Arbeit für denjenigen, der sie bezahlt.

Sie wollen eine 2? Ich gebe Ihnen eine 2. Und ich werde noch eine 7 reinwerfen. Wie viel können Sie zahlen?“

Er ist besonders vorsichtig bei präzisen Zahlen. Das BIP stieg um 2,4%, sagt der Ökonom. Oh… nicht 2,5%? oder 2,6%? dann wird der Ökonom einen Vertrauens-Faktor“ dazugeben, um die Zahlen noch glaubwürdiger zu machen. Er wird sich 72% sicher sein, dass seine 2,4% richtig sind. Und Sie können sich 91% sicher sein, dass die richtige Zahl irgendwo zwischen 2,3% und 2,5 liegt.

Je größer die Genauigkeit, desto größer die Lüge.

Mit dem, von all diesen präzisen Zahlen und verbesserten Berechnungen verdunkelten Blick, konnten die meisten Ökonomen die Krise nicht kommen sehen. Nun, nachweislich sind also ihre Zahlen nicht wirklich sehr nützlich.

Aber jetzt bringen sie sie wieder raus… dieses Mal um ein Problem zu lösen, dass sie nie kommen sahen… (Seite 2)

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