Wie man von 500 Dollar im Monat leben kann

9. Oktober 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Ich bekomme weiterhin Mails von Menschen, die auf dem finanziellen Highway des Lebens Bagatellunfälle – oder auch ernsthafte Unfälle – zu erleiden haben. Mehr als jeder andere Faktor scheinen es Scheidungen zu sein, welche die Straßen glatt und heimtückisch werden lassen…

Nun berichten die Leser, dass sie im oder nah am Rentenalter sind und nur wenige Ressourcen zur Verfügung haben.

Was sollen sie nun tun?

Nun, die Ironie wird ihnen nicht entgehen: Ihr Autor ist kein armer Mann, weit gefehlt! Woher sollte ich eine Expertise in diesem Bereich haben? Doch ich erinnere mich liebevoll an die Armut meiner Jugend. Und ich benutze meine Vorstellungskraft, um darüber nachzudenken, wie ich diese Armut, nicht die Jugend, wieder hervorholen kann.

Ich habe diese Frage an ein Team von Rechercheuren weiter gegeben: Was wäre, wenn du von 500 Dollar im Monat gut leben wolltest? Was würdest du tun?

Hier ist die schnelle Antwort von Nick Rokke:

„Das ist, was ich dazu gefunden habe, von 500 Dollar im Monat leben zu wollen. Das ist absolut nicht gebräuchlich, aber es ist zu schaffen…

Es ist unmöglich in den Vereinigten Staaten von 500 Dollar im Monat zu leben, wenn man so lebt, wie man es hier gewohnt ist. Ein Haus oder ein Apartment zu mieten, kann man vergessen. Selbst wenn man mit einem Mitbewohner in einem Ein-Zimmer-Apartment leben wollte, müsste jeder von ihnen im Durchschnitt 385 Dollar zahlen. Das, zusammen mit den durchschnittlichen Handykosten von 71 Dollar, macht dann nur noch 44 Dollar für Nahrungsmittel.

Eine wesentlich billigere Alternative wäre das Leben in einem Motor-Home. Ich habe eines für 14.500 Dollar gefunden. Man kann es über 12 Jahre mit 5% finanzieren und zahlt monatlich 135 Dollar. Eine Versicherung bekommt man für 65 Dollar im Monat. Unterkunftskosten also: 200 Dollar.

Ein Trailerpark kann allerdings bis zu 200 Dollar im Monat kosten. Walmart hingegen bietet kostenlose Parkplätze. Sie werden denken, dass Sie ihr bester Kunde sind, wenn Sie dort sind, ob geöffnet ist oder nicht. Und als ihr bester Kunde sollten Sie nun auch in der Lage sein, die Lebensmittel zu kaufen, die am oder kurz vor dem Verfallsdatum stehen. So kann man sich von 150 Dollar im Monat ernähren und ein Vitaminpräparat ist da auch noch drin.

Gesamtkosten von Wohnen und Essen: 350 Dollar im Monat.

Ach, und man braucht ein Fahrrad um rum zu kommen. Ich habe im Netz ein gebrauchtes für einen Dollar gefunden.“



Philosophie, Zeit und Geld
von Bill Bonner

Ich möchte damit fortfahren, einen philosophischen Blick darauf zu werfen, was man machen sollte, wenn einem die Zeit und das Geld ausgehen. Doch womit fängt man da an? Wie man Vermögen vermehrt? Oder wie man es verliert?

Wie man es verliert, ist ziemlich simpel. Man kauft etwas, was das Geld nicht wert ist, das man dafür ausgegeben hat. Dann sind Sie unverzüglich ärmer, ob sie es nun wissen, oder nicht.

Das ist genau das, was dieser Tage den Investoren an den Aktienmärkten wiederfährt. Die Aktien, die sie gekauft haben, waren ihr Geld nicht wert; und das lässt Mr. Market sie nun wissen. Der Dow befindet sich weiter auf dem Weg abwärts, nächster Halt: 15.000 Punkte.

„Es ist ein Bärenmarkt“, sagt Jim Cramer. Es wird zu einem „Blutbad“ werden, sagt der Milliardenschwere Investor, Carl Icahn. Ich weiß es nicht. Aber meine Schätzung ist, dass Ihre Aktien in 10 Jahren auch nicht mehr wert sein werden, als heute.

Ein Lehman Moment für Rohstoffe?

Die größten Verlierer kamen zuletzt jedoch aus dem Rohstoff- und Bio-Tech-Sektor. Nun, Glencore – eines der weltweit größten Rohstoffhandelunternehmen – ist eins der Unternehmen, die das nicht akzeptieren. Die Aktien von Glencore haben in diesem Jahr bereits 75% ihres Wertes verloren.

Wenn die Rohstoffkurse auf diesem niedrigen Level bleiben, werden sie am Ende des Jahres gar nichts mehr wert sein. Glencore könnte sich hinter den Lehman Brüdern, auf deren Weg, einreihen.

Im Übrigen scheint Icahn bei Donald Trump als Berater unterschrieben zu haben. Das ist doch mal eine gute Sache. Der Präsidentschaftskandidat benötigt Ratschläge. Gerade erst hat Trump seinen Steuerplan öffentlich bekannt gegeben. Für mich sieht der sehr gut aus, mit einem Spitzensteuersatz von 25%. Das muss man ihm zu Gute halten. Wenige Berufspolitiker, die das Oval Office anstreben, würden sich trauen, die Abgabenordnung grundlegend zu überarbeiten.

Über die Jahre hat sich wohl jeder daran gewöhnt. Ein konventionellerer Kandidat würde sich dem nicht annehmen. Doch Mr. Trump ist in vielen Hinsichten erfrischend naiv. Oftmals weiß er nicht, wovon er redet; so gründlich ist er nicht von den Cronies unterrichtet worden.

Eine notwendige Philosophie

Doch kommen wir vom Geld verlieren dazu, wie man Geld macht. Heute Morgen habe ich Paris verlassen. Es war noch dunkel. So, wie es zu dieser Jahreszeit immer ist. Die Tage werden kürzer… und nasskalt … und sinken wieder herab. Der Gehweg lag voller abgefallener Blätter. Der Hinweis auf den nahenden Tod macht diese ausklingenden Herbsttage besonders reichhaltig, wie die letzten Bissen eines Lieblingsdesserts.

An diesem Morgen schien ein „Supermond“ über Paris, der in einigen Herzen Gelüsten für etwas hervorgerufen haben muss… Aber nach was? Liebe? Romantik?

Schade um das blecherne Herz – wie ein leerer Mülleimer – das an diesem Morgen zum Vollmond hinauf schaut, der die Schieferdächer von Paris beleuchtet, und sich mehr Geld wünscht. Aber Geld ist nun mal der Grundtakt in diesem Format. Daran werde ich festhalten. Aber Geld bedeutet gar nichts ohne Philosophie. Darüber hinaus, was wir zum Überleben brauchen, hat Geld keine Wichtigkeit. Ist das gut? Ist das schlecht? Nun, das kommt darauf an.

Wie ich es bereits öfter gesagt habe: Familienangelegenheiten sind üblicherweise erheblich wichtiger für das eigene Wohlbefinden und das eigene Glück – und sogar für die finanzielle Sicherheit – als Geld.

Aber es gibt Ähnlichkeiten. In beiden Fällen hängt der Erfolg von Gewohnheiten, Persönlichkeiten und Glück ab. Leistung zahlt sich aus – nicht immer, aber oft. Bescheidenheit. Großzügigkeit. Standhaftigkeit. Harte Arbeit. Auch das tendiert dazu, sich am Ende auszuzahlen.

Selbst wenn es sich nicht auszahlt, lebt man wahrscheinlich besser im Glauben, dass es sich auszahlen wird. Zumindest ist es dann, wenn es doch nicht funktioniert, nicht der eigene Fehler.

Wenn ich lese, dass ein Leser Probleme mit Geld hat, möchte ich helfen. Ich erhielt letztens so eine Nachricht von einer Leserin:

„Ich lebe von staatlichen Leistungen (…) Als wir heirateten, begann ich in eine private Rentenversicherung einzuzahlen, jeden Monat. Dann, 21 Jahre später, kam die Scheidung, und er erhielt die eingezahlten Gelder. Und er hat auch eine schöne Rente von seiner Karriere.“

„Ich hatte nach dem Schulabschuss mitgeholfen, dass er seinen Abschluss schafft. Ich arbeitete in diversen Bürojobs, bis die Kinder kamen und ich meinen Job aufgab, um Vollzeit-Mutter zu sein.“

„Ich habe keine Ersparnisse. Ich bin 70 Jahre alt und möchte Sie fragen, wie ich mit der laut Ihnen anstehenden Krise umgehen soll.“

Ich kann keine Investmentratschläge geben. Aber ich habe einige allgemeine Gedanken für die Menschen in vergleichbarer Situation. Für jeden, der mit dem Aufbau von Vermögen beginnen will, habe ich einen sehr teuren Ratschlag, den ich Ihnen umsonst gebe: Halten Sie es einfach. Halten Sie es günstig. Und halten Sie daran fest.

Wenn Sie kein Geld zum Investieren haben, dann wird Ihnen ein teurer Börsendienst wahrscheinlich nicht helfen. Und nein, ich sage nicht, dass diese „Alpha-Systeme“ nicht funktionieren. In den richtigen Händen, zur richtigen Zeit, können die spektakulär gut abschneiden.

Aber die Richtigen zu finden, erfordert Zeit und Wissen. Einem Amateur wird fast sicher das Geld ausgehen, bevor er wirklich ein teures Handelsprogramm findet, das ihn reich macht.

Die grundlegenden Erfordernisse für den Aufbau eines Vermögens sind so einfach, dass sie kaum erwähnt werden müssen. Und wie der Aufbau einer Familie benötigen sie Zeit…oft ein ganzes Leben lang.

Geben Sie weniger aus, als Sie einnehmen.

Investieren Sie vorsichtig in die sichersten Dinge, die Sie finden können. (Es ist nichts verkehrt mit einem diversifizierten Index-Fonds zu niedrigen Gebühren.) Und wenn Sie mehr Geld verdienen, dann…und nur dann… können Sie es sich leisten, Geld für Lifestyle Dinge auszugeben – und auch für anspruchsvollere Investments.

Wenn Sie dies 20, 30 und 40 Jahre durchhalten – dann können Sie mir mitteilen, wie es funktioniert hat.

Sie haben keine weiteren 40 Jahre? Nicht einmal 20 Jahre? Hmmm… mehr dazu vielleicht demnächst!

Quelle: Kapitalschutz Akte
Wie man von 500 Dollar im Monat leben kann (von Bill Bonner)
Eine notwendige Philosophie (von Bill Bonner)
Die Angewohnheiten von Reichtum  (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

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Ein Kommentar auf "Wie man von 500 Dollar im Monat leben kann"

  1. Mariele sagt:

    Es ist eine Schande sowas lesen zu müssen.
    Man müsste alle Staaten der Welt, die so etwas zulassen verklagen,
    da sie die Menschenrechte und das Naturrecht beugen.
    Auf der einen Seite das Großkapital,
    wo Familienclans jedes Jahr um Milliarden reicher und reicher werden
    ohne auch nur einen Finger krümmen zu müssen,
    auf der anderen Seite
    Menschen die sich zusammen eine Wohnung mieten müssen,
    um dann bei Butter und Toastbrot zu überleben.

    Es ist zum …………….

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