Wie man ein Unternehmen zerstört…

20. Dezember 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Wir schauen immer voraus. Wir wollen ein klareres Bild davon bekommen, wie die geplante Reflation von Mr. Trump ausfallen könnte. Und selbstverständlich wollen wir auch ein besseres Verständnis dessen haben, was mit der ganzen Wirtschaft schief gegangen ist…

Hier im Tagebuch schauen wir uns deshalb die neuen „Trump-Geld-Männer“ etwas genauer an. Diese kleine Serie werden wir dann mit einer Vermutung darüber, was passieren wird, wenn diese Burschen nach Washington kommen, beenden.

Zeit und Geld werden knapp

Als wir aufwuchsen, kauften wir fast alles in Sears-Läden ein. Wenn die Ware nicht im Ladengeschäft vorrätig war, bestellten wir sie aus dem großen Katalog von Sears. Der Katalog war für uns immer wie ein Wunder. Wir konnten sehen, was die amerikanische Main Street zu bieten hatte. Da haben wir unsere Weihnachtseinkäufe gemacht. Mit Freude.

Schauen wir uns aber heute den Aktienchart von Sears an, kommen uns die Tränen. Das ist ähnlich, wie wenn man ein Foto von Aleppo betrachtet. Da muss man weinen.

Zurück zum traurigen Blick auf die Aktie: die Aktie notierte um die 200 Dollar und kostet jetzt nur noch um die 10 Dollar.

Was ist passiert?

Wie konnte solch ein großartiges Unternehmen – Eigentümer von Kmart sowie der eigenen Sears- Läden – verankert in Malls im ganzen Land und Eigentümer von Marken, mit denen wir aufgewachsen sind – einschließlich Kenmore und Craftsman …

Wie konnte ein solches Unternehmen plötzlich in eine derartige Todesspirale geraten?

Der Business Insider berichtet wie folgt:

„Laut einem kürzlich veröffentlichten Bericht von The Wall Street Journal suspendiert der Spielzeughersteller Jakks Pacific Inc. den Verkauf seiner Produkte an Kmart wegen Sorgen über die finanzielle Gesundheit des Unternehmens (Kmart gehört ja zu Sears)…

Fitch Ratings identifizierte Sears als einen von sieben großen Einzelhändler, der in den nächsten 12 bis 24 Monaten bankrott gehen und schließlich liquidiert werden könnte.

Im September haben die Analysten von Moody’s die Liquiditätsbewertung von Sears herabgestuft: Sears und Kmart haben nicht genug Geld – oder Zugang zu Geld -, um im Geschäft zu bleiben.

Die Analysten von Moody’s sagten, dass Sears ständig Geld verbrennt und dass das Unternehmen weiterhin auf externe Finanzierungen oder den Verkauf von Vermögenswerten, wie Immobilien, angewiesen ist, um den Geschäftsbetrieb weiter fortsetzen zu können. Kmart ist besonders gefährdet, die Pforten schließen zu müssen, so die Analysten.“

Dem Unternehmen geht sowohl Zeit als auch das Geld aus. Es hatte liquide Mittel in Höhe von $ 1,8 Milliarden vor einem Jahr. Jetzt hat es nur noch magere 238 Millionen Dollar. Und jetzt kommt es, das Unternehmen ist mit drei Milliarden Dollar verschuldet.

Wie konnte es dazu kommen?

Wie zerstörte es sich?

Wie konnte Reichtum und Wissen, das über 130 Jahre akkumuliert wurde, ausgelöscht werden?

Die Antwort kann man – wie fast immer – beim gefälschten Geld finden und natürlich auch bei den Finanz-Insidern. Die nehmen nämlich das Geld der Main Street her und verschieben Sie es in Richtung Wall Street.

Falsches Spiel mit den Schulden

Erstens ist es eben so – das haben wir hier oft beschrieben, dass das gefälschte Geld die Mittelschicht, die bei Sears einkaufte, enorm schwächte. Die Reichen gingen zu gehobeneren Einzelhändlern wie Neiman Marcus und Nordstrom. Die Armen gingen in die Billigläden und Walmart. Sears blieb in der Mitte.

Aber die interessantere Geschichte betrifft einen Herrn Steven Mnuchin …

Herr Mnuchin war im Vorstand von Sears. Und zwar in den letzten elf Jahren des verheerenden Niedergangs. Er ist zurückgetreten und ließ das Schiff ohne ihn untergehen.Abgesehen davon, das verbliebene Tafelsilber hat er auch schon „gestohlen“.

Wie zerstört man ein Geschäft? Es ist nicht so schwer. Anstatt in neue Menschen und neue Methoden zu investieren, ziehen Sie das Geld für sich aus dem Unternehmen heraus.

Es ist noch attraktiver, wenn Sie eine Menge gefälschten Geldes mit ultra-niedrigen Zinsen leihen können und das Unternehmen so in die Schulden treiben. Sie nehmen dann das geliehene Geld her, zahlen es an Sie selbst und andere Finanziers aus. Und dann verlassen Sie das Schiff, so dass das Unternehmen, seine Mitarbeiter und seine Gläubiger in den Schulden ertrinkt.

Das hat Mnuchin getan.

Hier ist David Stockman:

„… während der letzten 11 Jahre hat Sears 7 Milliarden US-Dollar für Aktienrückkäufe ausgegeben oder fast den doppelten Betrag dessen, was zur Aufrechterhaltung und Erneuerung der Filialbasisis (insgesamt 4.000 Filialen!!) verwendet wurde.“

In Relation zum Umsatz gab Sears weniger als ein Drittel so viel wie der Rivale Walmart für Verbesserungen aus.

Stattdessen pumpten Insider das Geld in die eigenen Taschen, vor allem mit Rückkäufen.

Zum Glück kann Herr Mnuchin bei Sears keinen Schaden mehr anrichten.

Donald Trump hat ihn zum desginierten Finanzminister der USA ernannt.

Quelle: Kapitalschutz-Akte
Eine andere Welt...(von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

 

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