Wie man die Eurokrise erklärt

26. August 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Frank Meyer) Es war einmal – und ist lange her, wahrscheinlich im 16. Jahrhundert. Damals schon wurde die heutige Eurokrise am Reißbrett von Schilda genau geplant wurde. Dort lebten Spezies, die Licht in Säcken nach Hause schleppten, um Räume zu erleuchten. Sie dressierten Zitronenfalter, bis sie Zitronen falteten…

Sie orientierten sich an gelben Sternen auf einer blauen Fahne und navigierten damit durch die Gegend. Man nennt sie heute noch Schildbürger.

Schilda war bekannt für seine Beschilda-rung von Verpackungen, allerlei Verordnungen und Warnhinweisen – auch auf den Säcken mit Licht, die heute verbotenen Glühbirnen.

Schildas Bürger machten damals schon aus Europa eine spanische Pizza mit Gyros und überschütteten alles mit Schokoladensoße. Da das alles nicht funktionierte, erfanden Schildabürger gigantische Schutzschildas, um die Schuldas zu stemmen. Irritierend: Schildbürger trugen keine Schilde, obwohl sie damals auch schon einer Art von EU-Kommission schutzlos ausgeliefert waren.

Schildas Maskottchen war die Schild(a)kröte, ein Vorfahre von Gunther Schild, den Sie sicher noch aus der Werbung kennen. Sie sammelten SchildaGeld für die SchuldaSchirme und teures Schildbürgertum.

Die Idee, 17 Leute unter eine Bettdecke zu stecken, ging schon damals schief. Was für ein Krach! Was für eine Unterhaltung! Alles wurde live im Fernsehen als „Schilda-Rettung XXL“ übertragen. Die Einschaltquoten waren ähnlich hoch wie die der Aktuellen Kamera. Niemand sah zu. Aber alle wussten Bescheid. Nur die Oberschildameister in Brüss-Schilda glaubten noch an ihre Sache und verteidigten eifrig ihr Werk. Das Experiment geht heute mit dem Euro unvermindert weiter. Man versenkt Gelder im Schuldenmeer, schlägt zur Markierung eine Delle in die Schiffswand und legt sich mit den Göttern an.

©Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten


Print Friendly, PDF & Email

 

Schlagworte: , , , , ,

Schreibe einen Kommentar