Wie ich mich auf die Rezession vorbereite…

23. April 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Auf der ganzen Welt steigen die Aktien. Inzwischen scheint es zumindest für uns so zu sein, dass die US-Realwirtschaft sich rückläufig entwickelt. Stellen Sie sich das einmal vor.

Zum Beispiel fällt ein von Fed-Ökonomen erstellter Arbeitsmarktindex, der von Fed-Chefin Janet Yellen genau beobachtet wird, nun schon drei Monate in Folge. Es ist das erste Mal seit 2009, dass das passiert ist.

Und der Atlanta Fed zufolge habe das BIP-Wachstum im ersten Quartal 2016 nur +0,3 % betragen. Das ist zwar nicht wirklich eine Rezession, aber auch nicht mehr allzu weit weg.

Wenn die Rezession in diesem Jahr nicht eintritt, wäre es nicht das erste Mal, dass wir falsch liegen … oder zu früh dran sind. AAber trotz der Behauptung, dass die Feds den Konjunkturzyklus beherrschen, muss es eines Tages zu einer Rezession kommen.

Und wenn sie dann endlich kommt, werden wir vorbereitet sein … zumindest hier auf der Ranch. Wir haben immer noch 700 Stück Vieh – zäh, aber essbar. Wir haben ein paar hundert Flaschen Wein einelagert. Wir haben Mais und Tomaten im Garten.

Was brauchen wir noch? Wir wissen es nicht. Aber wir sollten dies lieber nicht herausfinden. Und ebenso wenig wie jeder andere. Aber schlechte Sachen passieren eben. Immer noch. Und es ist unwahrscheinlich, dass Rezessionen vollständig verbannt werden.

Rezessionen sind nicht wirklich schlecht – zumindest aus unserer Sicht.

Sie sind der natürliche Weg, Fehler zu entrümpeln. Rezessionen sind, wenn der destruktive Part der Schumpeterschen „kreativen Zerstörung“ ins Spiel kommt.

Die „kreative“ Teil folgt. Aber man kann das Eine nicht ohne das Andere haben. Grenzwertige Unternehmen … Fehlinvestitionen … schwache Konkurrenten – sie müssen alle aus dem Weg, damit das Kapital wieder bessere Verwendungsmöglichkeiten finden kann.

Warum?

Ob Sie es glauben oder nicht, das Kapital ist begrenzt. Wenn Sie es für schlechte Projekte verwenden, werden Sie ärmer, nicht reicher.

Welche Projekte sind gut? Welche sind schlecht? Typischerweise finden Sie es bei einem Anstieg der Realzinsen heraus. Höhere Zinsen tun dann den Unternehmensfinanzen empfindlichst weh. Die schwachen Firmen überleben es nicht.

Rezessionen sind nicht unbedingt angenehm. Aber sie sind ebenso notwendig wie Wachstumsschmerzen und Diskussionen ums Familienbudget.

Schuldenblase

Aber wir sind in der Minderheit. Die meisten Ökonomen fürchten Rezessionen; sie wollen diese auf die schlimmste Art und Weise verhindern.

Was ist der schlechteste Weg, eine Rezession zu vermeiden?

Werfen Sie einfach mit noch mehr Geld um sich!

Die meisten seriösen Ökonomen erkennen, dass wir ein sehr ernstes Problem haben. Schulden steigen und steigen … viel schneller als die Wirtschaft, die diese ja schultern muss.

Es ist eine „Schuldenblase“, die in einem Messerladen umherfliegt.

In den letzten acht Jahren, zum Beispiel, machte die US-Bundesregierung 9 Billionen Dollar neue Schulden – das ist mehr als in den vergangenen 246 Jahren!

Und die Gesamtverschuldung erhöhte sich in den USA im vergangenen Jahr um 1,9 Billionen Dollar. Das BIP legte nur um 599 Milliarden Dollar zu. Bei den Unternehmen sieht es noch schlimmer aus. Die Unternehmen haben 793 Milliarden Doller neue Schulden gemacht. Deren Umsätze legten aber nur knapp 161 Milliarden Dollar zu.

Einige Analysten, wie unser Freund Richard Duncan bei Makro-Watch, glauben, dass wir keine andere Wahl haben, als die Schuldenblase ständig zu inflationieren.

Er vergleicht unsere Situation mit einem Mann, der in einem Heißluftballon gestiegen ist. Plötzlich erkennt er, dass die heiße Luft ihn nicht dorthin bringt, wohin er fliegen will.

Aber was kann er tun?

Wenn er die heiße Luft raus lässt, wird der Ballon abstürzen und er wird sterben. Um zu überleben, muss er ständig mehr heiße Luft in den Ballon pumpen.

Andere Ökonomen wie Paul Krugman, glauben auch an heiße Luft.

Sie nennen es „Nachfrage“. Sie klammern sich an dem Ballon, in der Hoffnung, dass mehr Kredite das Wachstum erhöhen und die Schulden tragfähiger machen.

Mehr heiße Luft

Wir glauben, dass sowohl Duncan wie auch Krugman falsch liegen.

Ein wirtschaftlicher Boom, der nur auf heißer Luft basiert, ist betrügerisch. Das wird uns nie reales Wachstum bringen. Ganz im Gegenteil.

Das Beste, was zu tun ist, ist jetzt in die Blase zu stechen … und dann die Einzelstücke auflesen. Außerdem wird die Blase sowieso platzen, ob wir es wollen oder nicht.

Jüngst wurde bekannt, dass die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes auf Talfahrt geht.

Das ist ernst. Die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes misst, wie oft jeder Dollar verwendet wird, um etwas in der Wirtschaft zu kaufen. Eine fallende Geldumlaufgeschwindigkeit zeigt auf, dass die Verbraucher und Unternehmen zurückhaltender werden … und nur ungern Geld ausgeben und investieren … auf den Dollars sitzen bleiben und ja nicht verausgaben.

Dies hat eine ähnliche Wirkung wie eine Verknappung von Geld, welches für Waren und Dienstleistungen bietet. Die Preise fallen.

Anders formuliert, Deflation!

Die Blase hat ein Leck. Die heiße Luft entweicht…

Passen Sie auf sich auf!

Quelle: Kapitalschutz Akte
Wie ich mich auf die Rezession vorbereite  (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

 

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