Deutschland: Wie eine Made im Speck

24. Mai 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Ronald Gehrt) Warum ist eigentlich ausgerechnet die Bundesregierung so vehement gegen Eurobonds? Und warum erscheint ausgerechnet den deutschen Politikern und Wirtschaftsführern die Rückkehr zur Drachme als Tor zur Hölle?

Ihre Begründungen sind da klar und unmissverständlich. Aber nebenbei auch mit Masse unwahr. Um es höflich auszudrücken. Deutschland mimt in der EU den Hort von Vernunft und Stabilität, den „Sparfels“ in der Brandung derer, die sich leichtfertig mit billigem Geld aus der Affäre ziehen wollen. Und da unsereins über Generationen darauf getrimmt wurde, dass Sparen gut ist und Schulden machen stehenden Fußes in eine Hyperinflation wie in der Weimarer Republik führt, ist den Politikern wenigstens in dieser Hinsicht der Applaus der Landsleute sicher. Und das sicherlich auch dann, wenn man hinter den Vorhang blickt … nur in diesem Fall applaudiert der „Deutsche Michel“, weil schierer Eigennutz zu seinem Wohle dominiert.

Denn eines haben die hiesigen Entscheidungsträger ganz sicher nicht als vorrangiges Ziel: Das beste für die EU, das beste für die Eurozone zu tun. Wenn sie so vehement gegen Eurobonds sind und die Rückkehr zu den alten Währungen oder zu einem faulen Kompromiss in Form eines „G-Euro“ wutentbrannt ablehnen, dann weil dies ihrem eigenen Fortkommen, ihren eigenen Interessen, ihrer eigenen Lobby in der Wirtschaft schaden würde. Kurz: Die Argumente, mit denen hier hantiert wird, klingen deswegen bisweilen seltsam dünn, weil sie nur ein Vorwand sind für die Maxime: Wir und unsere Interessen kommen zuerst … und alle anderen haben gefälligst mitzuziehen.

Das ist das blanke Gegenteil des europäischen Gedankens. Und das führt zu zunehmendem Unfrieden in der EU. Logisch. Dass das in unseren Medien nur wenig transportiert wird, ist klar. Aber wenn Sie mal die französische oder gar die britische Presse ein wenig verfolgen … autsch. Und die wütenden Kritiker des deutschen Kurses haben schließlich nicht Unrecht. Was soll das für eine Solidargemeinschaft sein, in der derjenige mit der größten Klappe die anderen dazu bringt, die eigenen Interessen zu unterstützen, obwohl diese nur dem Wortführer nutzen, den anderen aber tendenziell schaden?

Als Nicholas Sarkozy noch im Elysée-Palast logierte, klappte das einigermaßen. Jetzt, mit Francois Hollande am französischen Steuerruder, nicht mehr. Die Differenzen mit Frankreich nehmen zu, denn Frankreich ist in den vergangenen zwei Jahren in eine zunehmend kritische Lage geraten. Anfang 2010, zu Beginn der Krise, hatte Frankreich lösbare Probleme. Heute aber ist die Refinanzierung teurer, die Arbeitslosigkeit höher, das Wachstum bei Null. Kein Wunder, dass sich ursprünglich gleiche Interessen heute nicht mehr mit denen Deutschlands decken. Aber warum sind Eurobonds aus deutscher Sicht schlecht?

Ganz einfach: Weil wir uns dann nicht mehr so spottbillig refinanzieren können. Der Kreislauf, in den die schwächeren Länder der Eurozone geraten sind, gilt auch für uns … nur umgekehrt. Je billiger die Refinanzierung, desto geringer die Neuverschuldung. Und desto mehr lässt sich das komfortable Polster vergrößern, auf dem die deutsche Politik und Wirtschaft zu Lasten der anderen Staaten ruht.

Woran liegt es denn, dass überall die Arbeitslosigkeit steigt, nur hier nimmt sie ab (wenngleich natürlich a) Arbeit und Wohlstand heute zweierlei sind und die Statistiken eine sehr „eigene“ Realität wiedergeben)? Wieso wächst die deutsche Wirtschaft, während um sie herum Rezession herrscht? Vor allem aus zwei Gründen:

Zum einen wegen der billigen Refinanzierung, die wiederum unmittelbar an den weltweiten Ruf Deutschlands als vorsichtig kalkulierender, vernunftbetont agierender Wirtschaftsraum gekoppelt ist. „Wenn Europa, dann lieber Deutschland“. Das sagen sich Importeure wie Anleger gleichermaßen. Und je schlimmer es in Italien, Spanien, Griechenland oder Portugal aussieht, desto mehr denken und handeln so und lassen das Geld, das dort nicht mehr hinfließt, nach Deutschland fließen. Und wenn man sich dazu noch zu unter 1,5% Zins auf zehn Jahre beim Anleger Geld leihen kann, wo andere fünf, sieben und mehr Prozent berappen müssen, wird dieser Prozess auch noch verstetigt…

Und der andere Grund? Na, der Euro! Auch hier profitiert Deutschland zusätzlich, wird immer stärker, gerade weil die anderen immer schwächer werden. Der gegenüber dem US-Dollar absackende Euro, der im Schlepptau auch gegenüber den Währungen der BRIC-Staaten fällt, macht europäische Waren im Ausland konkurrenzfähiger.

Die Unternehmer können sich aussuchen, ob sie die Preise zugunsten steigender Umsätze senken oder bei gleichbleibenden Preisen mehr Gewinn einfahren. Aber da die meisten anderen Euro-Länder momentan im Schwitzkasten der weltweiten Anlegerschaft einerseits und des übermächtigen Deutschland andererseits stecken, haben die Deutschen als „Exportweltmeister“ den größten Vorteil davon. Und somit liegt die Antwort der anfangs gestellten Fragen auf der Hand:

Deutschland will keine Eurobonds, weil dann die schwachen EU-Länder zwar entlastet werden, man selbst aber deutlich mehr für neues Geld zu zahlen hätte. Geben, damit es den anderen besser geht? Na, also so weit geht die Solidarität dann wohl doch nicht, wie? Über Argumente der Politik, Eurobonds würden die „anderen“ dazu verleiten, nicht mehr brav zu sparen, kann man nur lachen. Es sei denn, man würde den Satz vollenden mit: „…und sich somit nicht weiter zu Gunsten der starken Eurozone-Länder selbst erdrosseln“. Dann wird wieder ein Schuh draus.

Deutschland fürchtet die Rückkehr alter Währungen wie der Teufel das Weihwasser, weil dann der vom „Ballast der Schwäche“ befreite Euro senkrecht nach oben sausen würde. Und das wäre höchst unerfreulich für die deutsche Exportindustrie! Das ist der absolute Witz!

Gäbe es die EU nicht, würde eine wegen der deutschen Sonderlage haussierende D-Mark die aktuellen Vorteile zunichte machen. So aber haben wir eine billige Währung und eine spottbillige Refinanzierung – ein ansonsten unmögliches Umfeld … möglich gemacht zu Lasten der anderen Eurozone-Mitglieder. Deutschland räkelt sich im Bett der Eurozone wie eine Made im Speck. Und genau das will man unbedingt so beibehalten. Klar.

Fazit: Man sollte vielleicht aufhören, so zu tun, als wolle man nur das Beste für die anderen Mitglieder der Eurozone, die scheinbar selber zu dumm sind, zu erkennen, was gut für sie ist. Spätestens mit dem Auftauchen des streitbaren Francois Hollande sehen auch die kleineren Mitglieder wieder Licht am Ende des Tunnels. Deutschland, das bislang von der Euro-Krise fast nur profitieren konnte, wird in meinen Augen in den kommenden Monaten gezwungen werden, sich in die Notwendigkeiten, wie sie die objektive Lage erfordert, zu fügen. Das bedeutet, dass wir hierzulande auf einmal zumindest einen Hauch des eisigen Windes spüren werden, der den Menschen im Süden Europas um die Nase weht … und der durch die von Deutschland entscheidend vorangetriebenen, irrwitzigen Auflagen aus der Rubrik „Sparen statt Wachstum“ noch intensiviert wurde. Aber zu einer „Union“ gehört nicht nur nehmen, sondern auch geben.

Bisher war es gelungen, als „Netto-Gewinner“ dazustehen … nicht zuletzt, weil man aktiv dafür sorgte, dass eigene Pfründe zu Lasten der anderen erhalten blieben. Das wird sich ändern … und dann wollen wir mal sehen, wie die deutsche Exportindustrie, der Arbeits-markt, die Auftragseingänge und vor allem die internationalen Anleger reagieren werden!

Mit besten Grüßen
Ronald Gehrt
(www.system22.de)


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30 Kommentare auf "Deutschland: Wie eine Made im Speck"

  1. cubus53 sagt:

    Europa kommt mir vor wie eine Studenten-Wohngemeinschaft. Nach dem ersten Rausch des „Wir sind wir !“ stellt man nun fest, dass nicht alle den Kühlschrank füllen. Zum Abwaschen haben sonderbarerweise nicht alle Zeit. Und der Kumpel, dem Du gestern 100 Euro geliehen hast, zuckt mit den Schultern. Nun besteht die Idee einer Gemeinschaftskasse, aus der jeder nach Gutdünken entnehmen kann. Dein Kumpel rechnet Dir vor, dass er Dir auf diese Weise leicht die 100 Euro zurückgeben kann.

    Irgendwie beschleicht mich ein komisches Gefühl …

    Die Wohngemeinschaft hat sich übrigens trotz Uschi Obermaier und Rainer Langhans nicht als Keimzelle des Staates durchgesetzt. Alle WG’s werden irgendwann durch altmodische Zweierbeziehungen ersetzt.

    Schönen Gruss an Herrn Schäuble und die Währungsunion.

    • Edwin Glaser sagt:

      Hallo Cubus, dein Beispiel trifft es nicht so ganz. Vielleicht eher so:

      In der WG füllt ein Bewohner den Kühlschrank immer wieder sofort bis zum Rand auf. Die anderen können gar nichts mehr rein stellen – ist ja schon überfüllt. Will eine anderer etwas dazugeben, ruft er sofort: „Nein, ich mach es billiger!“

      Nun hinterlegt jeder, der etwas aus dem Kühlschrank nimmt einen Schuldschein. Anfangs freute sich der eine über die vielen Schuldscheine.

      So langsam stellt sich jetzt heraus, der eine Bewohner ist vollkommen schizophren. Einerseits verlangt er, die anderen Bewohner sollen jetzt für ihre Schuldscheine reale Waren liefern. Andererseits lässt er ihnen gar keinen Platz im Kühlschrank – verhindert die Lieferung realer Waren.

  2. stephan sagt:

    Hallo Herr Gehrt,

    irgendwie entdecke ich einen gehässigigen, hämigen Unterton gegen Deutschland in Ihrem Artikel. Ich frage mich warum.

    Die PIGS hatten jahrelang Zeit, sich mit der durch den Euro geschaffenen günstigen Finanzierung, wettbewerbsfähig zu machen. Das Geld floss jedenfalls in großen Mengen feuchtfröhlich in die Südschiene inkl. Irland. Sie lebten wie die Made im Speck.

    In Deutschland verkam dagegen die Infrastruktur zunehmend. Oder fahren Sie nicht Auto und schicken Ihre Kinder in die Schule?

    Während in den PIGS-Staaten mit dem billigen Geld verantwortungslos (!) eine Blase nach der anderen erzeugt wurde (Gehälter, Versorgung, Staatsquote, Immobilien), passierte in Deutschland außer real sinkenende Löhnen gar nichts.

    Nun, wo das Pendel zurück schlägt, weil die Märkte erkannt haben, dass es in den PIGS nichts zu holen gibt, profitiert Deuschland wieder mehr vom Euro. Allerdings nur scheinbar, wie der beängstigend wachsende TARGET2-Saldo und die inzwischen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit schlagend werdenden Haftungen aus den Rettungspaketen zeigen (geschätzt ca. 80 Mrd. allein beim Griechenaustritt aus dem Euro). Lebt D. also wirklich wie die Made im Speck? Das ist ja wohl eine eher oberflächliche Betrachtung! Genauso wie wenn ein kreditfinanzierter Häuslebauer meint, er sei Eigentümer des Hauses.

    Zu Ihrem Vergleich, wenn D. schon jetzt die D-Mark oder einen stärkeren Euro hätte: Diese Situation tritt ohnehin noch ein. Der Euro – oder wie auch immer die Währung heißt, die nach dem Austritt von GR, SP, PT, IT etc. kommt – wird nicht so schwach bleiben. Dann trifft es auch D. wieder mit einer härteren Währung. Diese hat allerdings nicht nur Nachteile (z.B. wegen der teureren Exporte), sondern auch Vorteile (z.B. wegen der billigeren Importe).

    Fazit: Diesen Artikel kann ich leider weder in der Sache, noch im „Ton“, nachvollziehen.

    Viele Grüße aus Berlin
    Stephan

    • Frank Meyer sagt:

      Das ist nicht mal bedauerlich, da ja nichts muss.
      Eine Kolumne ist eine Kolumne – bleibe eine Kolumne.
      Stephan, schreib Du doch mal ein Stück. Wir bringen es sogar gerne. Aber nur wenn es eine Kolumne ist.
      Viele Grüße von
      Frank

      • stephan sagt:

        Hallo Frank,

        wenn ich so unterhaltsam schreiben könnte, wie Du oder das Bankhaus Rott, würde ich mich gerne an dem diesem Blog beteiligen. Leider ist das nicht der Fall. Zum Üben fehlt mir irgendwie die Zeit. Im Grunde ist es aber auch gar nicht nötig, da die einschlägigen Themen ja unter allen wesentlichen Aspekten behandelt werden. Und zu einer bestimmten Kolumne nun wegen gegenteiliger Ansicht eine Gegenkolumne zu schreiben, ist vielleicht auch zu viel des Guten. Dafür ist die Kommentarfunktion ausreichend.

        In diesem Zusammenhang zwischendurch einfach einmal herzlichen Dank an die rottmeyer.de-Autoren für die Arbeit an den immer wieder unterhaltsamen und mit interessanten Fakten angereicherten Kolumnen!

        Viele Grüße
        Stephan

    • John Doe sagt:

      Häme, diesen Vorwurf habe ich schon mal gehört und anderswo gelesen (von ftd bis zum spon). Warum ich D denn so schlecht mache, war der Vorwurf. Abgestuft von Schweigen bis zum verklausulierten Vorwurf der genetischen Unterlegenheit, man wisse ja, wie die sind! Demonstriert wird dieses Überlegenheitsgefühl durch das Kürzel PIIGS, lautmalerisch ähnelt es einem englischen Wort.

      Was ist der Unterschied zwischen den USA und China? China liefert reale Waren in die USA und erhält dafür den Schuldschein Dollar. Die Handelsbilanz China – USA sieht katastrophal aus.

      Das Export-, Importverhältnis in Europa geht immer zu Lasten der Rest-EU aus. D erhält Schuldscheine in Form des Euro.

      In D gibt es den Länderfinanzausgleich. Diesmal hat Bayern den Streit angezettelt, dass es nicht mehr bereit sei die Nordlichter zu alimentieren.Sie hat von anderen Ländern regierungsamtlich Applaus erhalten. Die Nordlichter sollten aber gefälligst nicht auf die Idee kommen keine BMW´s, Benzes mehr zu kaufen! Bayern hat in D den staats- und völkerrechtlichen Vorteil, dass verfassungsrechtlich es ohne grossen Aufwand aus D aus treten kann. Bayern erhält Schuldscheine genannt Euro.

      Sehen Sie Ähnlichkeiten mit der heutigen Situation in Europa, was wären die Unterschiede?

    • Skyjumper sagt:

      Ich denke dass diejenigen welche die Richtigkeit in der Kolumne nicht akzeptieren und/oder nachvollziehen wollen/können schlicht noch nicht darauf gekommen sind ihre eigenen Argumente UND die von Gehrts zusammenzufassen.

      Sicher hätten die anderen EU-Länder nicht so rumzuprassen brauchen. Sicher hätten sie die Zinsvorteile des Euro nutzen können um eigene nachhaltige Industrien aufzubauen. Aber was wäre die Folge gewesen? Deutschland hätte entsprechend weniger exportieren können. Jeder gesparte € in einem anderen Euroland wären 40 ct. weniger Export für Deutschland gewesen. Das hätte DE nicht umgebracht, natürlich nicht. Es wäre „uns“ nur ein wenig schlechter gegangen.

      Ein stärkerer € würde dem deutschen Export bestimmt auch nicht den Hals umdrehen, er würde den Export nur ein wenig schwächen und „uns“ würde es ein wenig schlechter gegangen sein.

      Wer jetzt mit den Exporterfolgen Deutschlands zur DM-Zeit argumentieren möchte schaue sich bitte mal an wie sich die Exportüberschüsse Deutschlands in absoluten zahlen gesehen seitdem entwickelt haben. Das ist ein gewaltiger Anstieg!

      Letztlich sagt Gehrt meiner Meinung nach folgendes: Die EU insgesamt und von aussen betrachtet hat sich kaum verändert. Aber innerhalb der EU klaffen erhebliche Differenzen auf. Deutschland, und ja, auch dem normalen Deutschen, geht es besser als es uns nach einer mathematisch ermittelten Durchschnittsgrösse zustände. Anderen gehts schlechter als es der Durchschnittswert in Europa hergeben würde.

      Am Ende ist das Problem immer das gleiche. Das Wirtschaftswachstum ist endlich. Würden alle in Europa soviel und so preiswert arbeiten wie die Deutschen würde Europa gar nicht mehr wissen wohin mit all dem produziertem Mist. Würde gar die ganze Weltbevölkerung so gut aufgestellt sein wie Deutschland……wir müssten dringend auf anderen Planeten Abnehmer für unsere Waren finden (und Rohstoffe).

      In einer Welt endlicher Ressourcen kann es dem einen nun einmal nur besser gehen wenn es einem anderen schlechter geht. Ansonsten müssten sich beide auf einen fairen Mittelwert einigen. Dann muss man sich aber auch bewußt machen, dass so ein Mittelwert deutlich niedriger liegen würde als unser heutiger Lebensstandart.

    • barschel sagt:

      Danke Stephan.

      Ich achte Herrn Gehrt wirklich sehr und finde diesen Artikel auch interessant, doch die unglaublichen Vorteile für den deutschen Steuerzahler gemessen an dem gesamten Eurozeitraum kann ich nicht erkennen.
      Ob es ein Vorteil ist, dass ein Land einen Handelspartner weniger haben wird ist äußerst fragwürdig. Kommen wir nicht erst durch Handel zu Wohlstand?
      Ob es ein Vorteil ist, wenn ein Land sich (also seine Bürger) bei privatwirtschaftlichen Banken leichter verschulden kann ist wenigstens mittel- und langfristig zu verneinen.
      Wenn ich über die Target II Salden nachdenke wird mir jetzt schon schlecht.
      Außerdem würde ich die Kausalität weiche Währung-starker Export nicht ohne weiteres unterstreichen wollen. Sciherlich ist das eine hüsche Subvention (bezahlt von allen außerhalb des Exports durch steigende Preise) die gerne mitgenommen wird. Wenn ich mir aber den Kurs Dollar-DM von 1960 (1:4) bis zum Ende (1:1,3-1,6) anschaue, sowie im gleichen Zeitraum die Entwicklung des Exports beider Länder, muss der Kausalzusammenhang „weiche Währung-starker Export“ micht überall stimmen.

      Nochmal: danke Stephan.

  3. wolfswurt sagt:

    Wir – Deutschland – Uns – sind Verallgemeinerungen die an der Realität völlig vorbeigehen.

    Die Großkonzerne – die Finanzindustrie – die Politvasallen – diese Bezeichnung trifft den Kern!

    Natürlich nicht zu vergessen – die dämliche Bevölkerung -, welche sich den Schweinen gleich von den Genannten mästen läßt.

  4. braindead sagt:

    hmm Export … da war doch noch was

    http://www.wissensmanufaktur.net/die-export-narren

    Ware gegen Luft

    und bei allem Respekt unseren Politvasallen traue ich nicht im Ansatz zu die im Artikel genannten „Vorteile“ auch nur ansatzweise zu erkennen oder gar aktiv zu verteidigen.

    Plan B dort auf der wissensmanufaktur ist schon eher mein Ding und wie Herr Boehringer hier schreibt:

    „=> Ergänzung PB: Die wirksamste Gegenwehr gegen ein Machtsystem, das auf papierenem Machtfalschgeld aufgebaut ist, ist (neben dem o.g. Konsumverzicht) der passive Widerstand in Form der Papiergeldverweigerung: wer seine Ersparnisse so weit wie irgendwie möglich den ungedeckten Geldwerten inklusive Bankguthaben, Lebensversicherungen, „Sparkonten“, Bausparverträgen entzieht, ist aus Sicht der Machteliten der „schlimmste“ weil wirkungsvollste Revolutionär.“
    http://www.goldseitenblog.com/peter_boehringer/index.php/2012/05/11/ueberfaellige-target2-konsequenz-strafan#c10654

    da bin ich dabei

  5. […] Rott & Meyer: Deutschland: Wie eine Made im Speck […]

  6. Reiner Vogels sagt:

    Sehr geehrter Herr Gehrt,

    diesmal und ausnahmsweise von meiner Seite ein ehrerbietiger Widerspruch:

    Deutschland profitiert vom schwachen Euro nicht. Deutschland würde unter einer stärkeren Währung – etwa der DM – auch am Ende des Tages nicht leiden.

    Vor dem Euro ist die DM ständig aufgewertet worden. Im Ergebnis hat das die deutsche Exportwirtschaft gezwungen, immer effektiver und wettbewerbsfähiger zu werden.

    Ich kann mich noch erinnern, als Ludwig Erhard zum ersten Mal seit dem Krieg die DM gegenüber dem Dollar um 5% aufgewertet hat – danach kostete ein Dollar nicht mehr 4, 20 DM, sondern 4,- DM – hat die Industrie geheult und gejammert. Nach ganz kurzer Zeit war die Sache gegessen, und die deutschen Exportüberschüsse stiegen von Jahr zu Jahr. Ich sehe keinen Grund, warum es heute, wenn wir wieder eine eigene bzw. im Verbund mit anderen wie z.B. den Niederlanden einen Nordeuro hätten mit Aufwertungsdruck, nach ein paar Wochen des Jammerns anders sein sollte.

  7. John Doe sagt:

    „Im Ergebnis hat das die deutsche Exportwirtschaft gezwungen, immer effektiver und wettbewerbsfähiger zu werden.“

    Diesen Satz lese ich immer wieder, die Forderung danach ebenfalls. Ich will, wohl ein Affront, immer wissen, was denn damit gemeint ist. Ich will dann auch noch wissen, wie sich diese Formel der supply-siders in der Wirklichkeit und bei wem, wie aus wirkt.

    Jedes Mal habe ich nur donnerndes Schweigen gehört. Ich hoffe, dass es diesmal zu einer Antwort kommt.

    Hinweis: http://www.ba-auslandsvermittlung.de/lang_de/nn_2856/DE/LaenderEU/Griechenland/Arbeiten/arbeiten-knoten.html__nnn=true

    „Das Lohnniveau ist in Griechenland sowohl im Vergleich mit anderen westeuropäischen Staaten als auch im Verhältnis zu den Lebenshaltungskosten recht niedrig.“ „Der gesetzliche Mindestlohn beträgt rund 658 €, ab Mai 2009 740 €.“ „Die höchsten tariflichen Mindestlöhne werden mit 1.080 € brutto pro Monat in der Branche Finanzdienstleistungen gezahlt; am wenigsten – rund 683 € – verdient man in den Branchen Maschinenbau sowie Elektro- und Elektronikindustrie (Stand: 2007). Branchenübergreifend und mit bis zu drei Jahren Berufserfahrung erhält ein Ingenieur im Durchschnitt mindestens 1.034 € brutto pro Monat, ein Programmierer 702 €, ein Sekretär mit Fremdsprachenkenntnissen 717 €, ein Buchhalter 771 € und ein Fahrer 716 €.“ Die tatsächlich gezahlten Verdienste liegen im Schnitt rund 35 % über den Mindestlöhnen. Das Rettungspaket verlangt dieses Plus zu kürzen, dann wäre GR wettbewerbsfähig!
    Hätte GR, was nicht der Fall ist, eine industrielle Basis wie D, FR, Nordlichter, dann sähe doch D heute ganz schön alt aus! Schön, GR gegenüber wem, in welchen Bereichen, mit welchen Produkten, aber, wie umrissen, nur im Exportbereich?

    Was hat eigentlich China so stark gemacht? Was bedeutet das für D, wenn die Handelsbilanz mit China zu Rate gezogen wird? Muss jetzt eine etwas anders akzentuierte Agenda 2020 her? Wie könnte diese Agenda wohl aus sehen? Löhne runter?

    • Skyjumper sagt:

      „Donnerndes Schweigen“ ist doch auch eine Antwort, oder?! Und ausserdem: Sie geben doch schon selbst die Antwort.

      Niedrigere Löhne und niedrigere Kapitalkosten (Zinsen) um zu relativ immer niedrigeren Preisen bessere Waren als der Rest der Welt anbieten zu können. Dank insgesamt immer niedrigerer Margen müssen wir ausserdem immer mehr (absolut)Produkte verkaufen um den erreichten
      Standart auf dem Papier zu erhalten.

      Da das Ganze Dank China, Indien & Co. trotzdem nicht ganz funktioniert erreichen wir damit nur, dass wir von unserem Ast nicht herunterfallen, sondern lediglich gedämpft am Stamm runterrutschen. Die Kosten dafür zahlt der Beschäftigte im Niedriglohnbereich (kein auskömmliches Einkommen) genauso, wie der normal Beschäftige(immer stärkere Steuer- u. Abgabenlast).

      Immer mehr Menschen auf der Welt bemühen sich (vergeblich) von einem letztlich gleich bleibenden Kuchen einen größeren Anteil zu bekommen oder ihren Anteil zu erhalten. Und immer mehr Menschen bleiben dabei auf der Strecke.

    • Chris sagt:

      Hm, ich kann die Zahlen für die Lohn- und Gehaltseinkünfte nicht nachvollziehen. Mir liegen da ganz andere Zahlen vor.

      Interessant ist auch der Vergleich zu China dort erhält ein Programmierer mit drei Jahren Berufserfahrung EUR 17.000 pro Jahr, ein Grieche käme laut den angegebenen Zahlen nur auf EUR 8.424.
      Wir kennen die chinesischen Zahlen aus erster Hand. Dann sollten die Griechen nach China auswandern.

      Grüße

      Chris

      • John Doe sagt:

        Zitat Chris: „Hm, ich kann die Zahlen für die Lohn- und Gehaltseinkünfte nicht nachvollziehen. Mir liegen da ganz andere Zahlen vor.“

        Lieber Chris, komisch nur, dass Ihnen Zahlen zwar vorlägen, hier aber nicht erscheinen …, hm!

        Lehrer mit 15 Dienstjahren erhalten etwa 40 Prozent weniger als ihre deutschen Kollegen („Gehälter von Lehrern und Lehrerinnen“ , ifo-Schnelldienst, 5/2007, Blatt 51).Der Gesetzentwurf, den die griechische Regierung am 6.10.2011 dem Parlament vorlegte, kürzt ihr erstes Monatsgehalt auf 660 Euro netto, während das Gehalt ohne vorherige Dienstzeit neu eingestellter Lehrkräfte auf nur noch 575 Euro im Monat sinkt! Die Kürzung ist um so tragischer, wenn berücksichtigt wird, dass sich das Anfangsgehalt eines Lehrers im Juni 2011 noch auf 1.020 Euro belief.

        Für das übrigen Lohnniveau findet man Anhaltspunkte unter „Löhne und Lebenshaltungskosten“ in Griechenland und Deutschland, bei Fischer-Weltalmanach 2005, bzw. in dessen neueren Ausgaben.

        Kosten der Griechenlandrettung für Deutschland, wenn Griechenland irgendwann zwei Drittel seiner Schulden nicht zurückzahlen kann (nach Berechnungen des DIW): 38 Milliarden Euro. Rein rechnerische Kosten der Griechenlandrettung für jeden Deutschen nach diesem sehr pessimistischem Szenario: 465 Euro.

        http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2011/04/PD11__143__624,templateId=renderPrint.ps: Arbeitskosten pro Stunde im deutschen verarbeitenden Gewerbe: 33,10 Euro; Arbeitskosten pro Stunde im griechischen verarbeitenden Gewerbe: 16,60 Euro.

        Gesetzlicher Mindestlohn in Griechenland pro Stunde: 3,80 Euro (http://www.eu-info.de/deutsche-europapolitik/Umfragen-Statistiken-Deutschland/mindestlohn).

        Wer so argumentiert, der übersieht, dass ganz Europa verschuldet ist. Der übersieht, dass Nord- und Südamerika, Asien überschuldet sind. Der übersieht, dass China einen insolventen Schuldner USA hat. Ohne die Schulden der USA gäbe es in China kein Wachstum! Der übersieht, dass das Wirtschaftswachstum überall auf der Welt nur durch Verschuldung zu Stande gekommen ist. Der übersieht, dass die privaten Haushalte, die Unternehmen, die Banken und der Staat überschuldet sind. Nur zur Illustration: 60 % der Kfz-Zulassungen werden von Unternehmen abgedeckt, 40 % von Privaten. Davon sind 70 % auf Kredit gekauft.

        Die Kernfrage ist doch, wie kam die neoliberale Theorie nach einem Jahrhundert auf das Geld. Es wurde Kredit – es wurde Geld, das Handelsblatt 2009. 1975ff, Stagflation als Stichwort, die Abschaffung des Goldstandards. Was sagt die Tatsache aus, dass es ein wachsendes Auseinanderklaffen zwischen einem hyperaktiven Finanzsektor, der andauernd „beruhigt“ werden muss, sonst kracht er zusammen, mit Folgen für die Realwirtschaft (Verschuldung,) und einer stagnierenden Realwirtschaft gibt.

        Es ist einfach nicht zielführend sich auf die Ebene „Die Griechen können nur Olivenöl, pampern ihre Rentner und machen uns arm!“ zu begeben. Der Ticker der US-Staatsverschuldung von $15 Trillion deckt, propagandistisch gewollt, nur einen Teil der US-Veschuldung ab. Sie sagt nichts über die Verschuldung der Privaten, der Banken, der Unternehmen aus. Sie könnte auch locker bei $50 Trillion auf summiert liegen. Offensichtlich ist doch, dass gerade weltweit Etwas mächtig schiefläuft, das kann doch niemand ernsthaft mit „pampern ihrer Rentner“ in Frage stellen wollen.

        Welche Denkmuster, nach dem der Neoliberale die Welt begreift, welche seiner Paradigmen stimmen nicht mehr. Die heilige methodische Dreifaltigkeit des 1 Pars pro toto 2 – Markt als Mechanismus 3 – Mathematik als Beweis, stimmen sie noch. rottmeyer thematisiert nicht umsonst immer wieder die Kernfrage, wie kam die neoliberale Theorie bloß auf das Geld!

  8. FDominicus sagt:

    Gewinne kann ich nicht erkennen. Für das was das Ausland von uns kaufen kann, haben wir gearbeitet und wie schreibt hier JohnDoe, wir bekommen durch nichts gedeckte Geldscheine. Nein wir sind nicht die Made, wir sind der Speck.

  9. braindead sagt:

    hmm worüber reden wir eigentlich?

    beruhigt mich mal wer bitte

    .querschuesse.de/buba-bilanz-des-wahnsinns/

  10. Reiner Vogels sagt:

    @ John Doe,

    ich glaube nicht, dass in der heutigen Industriegesellschaft die Höhe der Gehälter allein über die Wettbewerbsfähigkeit entscheidet. Ein viel wichtigerer Faktor scheint mir die technische Kompetenz zu sein. Wenn also eine Maschine z.B. einfach besser ist als die des Wettbewerbers, wird sie sich auch bei einem höheren Preis verkaufen lassen. Natürlich hat die Preisunempfindlichkeit Grenzen, aber innerhalb gewisser Grenzen ist sie durchaus vorhanden.

    Deshalb hat sich ja die deutsche Wirtschaft auch jahrzehntelang trotz der ständigen DM-Aufwertungen auf dem Weltmarkt behaupten können. Warum sollte das in Zukunft anders sein? Es sei denn, die Politik schreitet in der Energiepolitik weiter auf ihrem Wahnsinnskurs zurück ins Mittelalter (Windmühlen) voran und zerstört so langfristig weite Teile der Grundstoff-, Chemie-, Edelstahl-, Buntmetall-, Papier-, Zement-, Reifen- und sonstiger stromintensiver Industrien.

    • John Doe sagt:

      Ich habe mir lange überlegt, ob ich darauf antworten werde, denn das Thema Strom steht gar nicht in der Diskussion. Interessant ist es trotzdem!

      Windmühlen. Die Windmühlen wurden in Holland zum Trockenlegen der Polder benutzt. Wie wir Heute sehen können, eine tolle Idee. Die Windmühlen wurden weltweit zum Mahlen von Getreide benutzt. Den Bäckern, den Brötchen, dem Brot hat das so richtig den Push gegeben. Statt Getreidebrei lecker Brötchen! Wieso sollen die Windmühlen nicht auch Strom erzeugen?

      Stromintensive Industrie geht zu Grunde, wandert ab. Die BASF hat eigene Kraftwerke, im Rhein-Main Gebiet nutzen die Firmen selbst erzeugten Strom, ebenso im Ruhrgebiet. Es wird sogar ab und an Strom an den Rest der Republik verkauft. Der Vorwurf passt irgendwie nicht.

      Fakt ist: der Anteil Atomstrom an der erzeugten Menge kwH liegt bei 8 %. Sie können, technisch bedingt, nur Grundlast fahren. Von 34 AKW sind nur 16 in Betrieb, weil under maintenance, 2 sind gar nicht mal angefahren worden. Wenn im Sommer das richtig temperierte Kühlwasser fehlt, laufen die AKW nur auf Teillast. Die „Windmühlen“ liegen z. Zt. bei 10 %. 80 % der erzeugten Grundlast kwH kommen aus konventionellen Kraftwerken.

      Kosten Atomstrom. Kosten (incl. Gewinn) ca. 5,4 Cent/kwH, Verkaufspreis ist aber der an der Strombörse gehandelte Strompreis von 13,5 Cent/kwH. Billig hergestellt, teuer verkauft.

      Zum Thema. Wenn der Schlüssel die technische Überlegenheit, statt der Löhne, Abschaffung des Kündigungsschutzes, späteres Renteneintrittalter, Absenkung der Renten, etc. sei, warum macht die EU, Merkel, Troika den offensichtlichen Fehler ein untaugliches Mittel zu fordern, den Griechen sogar die Pistole an die Schläfe zu setzen? Das Blöde an der Sache ist überdies noch, den Griechen fehlt zu dem die industrielle Basis um im Wettbewerb mit hoch industrialiserten Ländern, wie D, an stinken zu können. Von Nix kommt halt mal Nix!

      Was wäre plausibler für die Griechen?

  11. purity sagt:

    Ich kann Teile des Artikels auch nicht nachvollziehen.
    1. Eurobonds führen doch dazu, dass Problem-Staaten keine ordentlichen Anstrengungen unternehmen. Es ist immer einfacher Geld aus anderen Ländern abzurufen, als mal selber Steuern einzutreiben. Immer das Argument, Eurobond werden von Regeln begleitet. 😀 Es gab auch die Maastricht-Kriterien, hat das wen interessiert? Letztlich darf der deutsche Michel die Zeche zahlen.
    Wenn wir die D-Mark hätten, wäre unsere Handelsbilanz vielleicht nicht ganz so unausgeglichen, aber die Bürger könnten dafür mehr für ihr Geld kaufen, die Importe, die Rohstoffe, die Energiekosten, alles wäre für uns billiger. Das was die Unternehmen an schönen Exporterlösen haben, steht auf der anderen Seite als Ausfallrisiko in den Bilanzen der Bundesbank und dem deutschen Anteil an der EZB und im ESM. Die Exportwirtschaft kann sich freuen, aber der deutsche Steuerzahler bekommt wohl bald die Rechnung!

  12. mandreas sagt:

    Liebe Ratingagenturen, stuft Deutschland endlich 2-3 Stufen herunter, auch in Anbetracht der explodierenden Target2 Salden wäre das sicherlich gerechtfertigt, und das leidige Thema Eurobonds ist endlich vom Tisch, bzw. Deutschland wird nicht mehr zur Solidarität mit seinen notleidenden Nachbarn gezwungen……..

    Jetzt mal ensthaft:
    Den notleidenden Schuldenkönigen mal wieder billigeres Geld geben, um für kurzfristige Beschäftigungseffekte mal wieder teure konjunkturelle Strohfeuer zu entfachen?
    Das hat bekanntlich schon in den vergangenen Jahrzehnten nie funktioniert.
    Gutgläubige hoffen schon seit jeher, ein großer Wirtschaftsaufschwung wird in naher Zukunft den Schuldenberg schmelzen lassen!
    Ein solches Wachstum hatte es noch nie gegeben und wird es auch in Zukunft nicht(mehr)geben.

  13. mfabian sagt:

    Das mit dem „Exportweltmeister“ und warum Deutschland darauf so stolz ist, ist mir irgendwie nicht klar:
    „Exportweltmeister“ bedeutet ja mal in erster Linie, dass netto mehr Güter aus Deutschland fliessen als Güter ins Land fliessen.
    Entsprechend fliessen netto bedruckte Zettel nach Deutschland.

    Deutschland liefert also Güter gegen bedruckte Zettel (deren zukünftiger Wert mehr als fraglich ist).

    Frage: Was genau ist daran so toll?

    • braindead sagt:

      guggst Du Link in meinem Kommentar oben

      „hmm Export … da war doch noch was

      .wissensmanufaktur.net/die-export-narren

      Ware gegen Luft“

    • Avantgarde sagt:

      Eben!
      Gar nix daran ist toll.

      Das Ziel der Aussenwirtschaft sollte sein eine ausgeglichene Handelsbilanz zu haben.

      Klar kann man das nicht verordnen – aber Exportlastigkeit zu fördern ist längerfristig ziemlich dumm.
      Erwarten wir doch von unseren Nachbarn, daß sie sich weiter verschulden und wir weitere Überschüsse in digitalen Nullen aufbauen.

      Weiterhin erwarten wir, daß sie einerseits die Schulden zurückzahlen aber gleichzeitig keine Überschüsse gegen uns erwirtschaften dürfen.
      Und das auch noch im selben Binnenmarkt mit einer identischen Währung.

      Adam Riese würde im Grab rotieren – das kann gar nicht funktionieren 🙂
      Es sei denn wir liefern weiter Waren und kaufen gleichzeitig von „den anderen“ die Schuldtitiel.
      Wei lange das noch gutgehen wird? Man darf darüber spekulieren.
      Ich fürchte jedenfalls Schlimmes.

      @Ronald Gehrt

      Falls Sie hier mitlesen:
      Wie fast immer: Chapeau!

      Manchmal hätte gerne mal einen Artikel von Ihnen an dem ich was zu mäkeln hätte. 🙂

    • MARKT sagt:

      Alles daran ist toll daran, allerdings nur für einige wenige.

      Die größte Leistung ist es aber,dem Volk (uns) dann auch noch „zu verkaufen “ dass es über seinen Verhältnissen gelebt hat (Frau Merkel Neujahrsrede 31.12.2008) . Wenn dann dieses Volk auch noch brav und schuldbewußt mit dem Kopf nickt , müßte man dafür einen Preis verleihen.
      MAn kann sich einmal überlegen, wir exportieren viel mehr als wir verbrauchen können und auch selber importieren. Uns dann aber auch noch glaubhaft klar zu machen , dass „wir (das Volk) “ über seinen Verhältnissen gelebt haben, ist schon ganz großes Kino.

      Immer wieder und wieder werden die WEge diskutiert wie man aus der vertrackten Situation herauskommen kann. Konjunkturpakete, Eurobonds, Rettungsschirme um nur einige Wege zu einem immer gleichen Ziel: Mehr Wachstum.
      Eines übrigens haben alle diese WEge gemeinsam : Neue Schulden!
      Nur dieses Ziel wird von (nahezu) niemandem in Frage gestellt, ZUFALL?

      Unsere Parteien sind in ihren Programmen kaum noch zu unterscheiden.
      Sie Positionieren sich alle in der Mitte oder leicht links von der Mitte und fischen mehr oder weniger weit , am ach so schlimmen konservativen oder gar rechten Rand. Sarrazin macht das bei der SPD, Bosbach bei der CDU , Kubicki /Lindner bei der FDP und schließlich Kretschmann bei den Grünen. Jede Partei hat für jeden Wähler ihren Kandidaten.
      Ohnsorg-Theater oder Komödienstadel.
      Was dürften sich Steinbrück und Sarrazin nach der Jauch-Theater auf die Schenkel geklatscht haben. Jeder wurde bedient. Der Konservative mit teilweise richtigen Fakten. Der Steinbrück-Fan mit viel Beifall eines „objektiven“ Publikums.
      Aber so uneinig Sie sich waren eines hatten Sie gemeinsam: Wir (die Deutschen, die Franzosen, die Spanier, die Griechen,….. brauchen Wachstum, Wachstum, Wachstum. Und zwar durch Wettbewerbsfähigkeit, Wettbewerbsfähigkeit WEttbewerbsfähigkeit.
      WEttbewerbsfähigkeit gegen wenn oder auf wessen Kosten.

      Es soll eines Tages der König zum Papst gesagt haben: Halt du sie dumm, ich halt sie arm.
      Ein schönes Pfingswochenende mit dem Hinweis auf eine Gemeinsamkeit zwischen Islam und Christentum, dem Zinsverbot.

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