Wie der Steuerplan der Republikaner die Mittelschicht abzockt

14. Dezember 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Die Republikaner im Senat haben ihre Vorschläge zur Steuerreform verkündet. Anstatt die Erbschaftssteuer komplett abzuschaffen, schlagen sie vor, den Steuerfreibetrag auf 5 Millionen Dollar pro Person zu erhöhen. Und anstatt die Unternehmenssteuer sofort zu kürzen, sollen die Kürzungen erst 2019 in Kraft treten…

Es gibt keine Steuersenkung, die uns nicht gefällt. Aber wir haben noch nie etwas Vergleichbares wie den jüngsten Vorschlag der Republikaner gehört…

Reiche Leichen

Die Erbschaftssteuer (oder Todessteuer) ist für den Inhaber eines kleinen Unternehmens besonders bedrohlich. Sie zahlen 40% Steuern auf alles, was sie ihren Kindern hinterlassen – über einen Freibetrag von 5 Millionen Dollar hinaus. Die Steuer betrifft eigentlich nur reiche Leichen. Aber was ist, wenn die Leiche mehr wert ist als 5 Millionen?

Dann kann man sich das Sterben möglicherweise nicht leisten!

Stellen Sie sich ein Familienunternehmen im Wert von 10 Millionen Dollar vor. Es macht Sie theoretisch „reich“. Aber es bedeutet nicht, dass Sie 2 Millionen Dollar zur Verfügung haben, um sie dem Finanzamt zu zahlen.

Ihre Kinder müssen sich vielleicht verschulden… oder einen Teil des Geschäfts verkaufen… nur um die Steuern zu zahlen. Obwohl die Mittelschicht seit einer Generation abgezockt wird, entschuldigt man sich nicht bei ihr und leistet Wiedergutmachung. Nein, sie wird noch mehr abgezockt!

Denn obwohl es gut und schön ist, unsere Steuern zu senken (danke!), wird sich die Regierung keines falls eine Gehaltskürzung verpassen. Stattdessen geben sie sich selbst eine Erhöhung.

Hier ist eine Kurzfassung, um zu verstehen, warum die Mittelschicht wieder abgezockt werden wird:

Die Armen haben kein Geld.

Und die Mittelschicht hat keine Lobbyisten.

Der neue Steuer-Plan fordert 2 Billionen Dollar an Steuersenkungen für Unternehmen.

Das Geld muss irgendwo herkommen.

Aber wo?

Wir wissen es nicht. Aber wir sind zuversichtlich, dass die Lobbyisten in Washington ihr Geld verdienen werden. Sie sorgen dafür, dass ihre Kunden – die Reichen, die Insider, das Establishment, die „Deep State“-Sumpf-Kreaturen – nicht zahlen müssen.

Die Regierung hat keine andere Wahl: Sie muss die allgemeine Bevölkerung ausquetschen.

Wer zahlt?

Nicht die Reichen. Nicht die Armen.

Quelle: Kapitalschutz-Akte
Weitere Informationen: Investor Verlag

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Ein Kommentar auf "Wie der Steuerplan der Republikaner die Mittelschicht abzockt"

  1. markus45 sagt:

    Hmm… ich verstehe die Problematik. Aber jemand, der einen 10 Millionen Familienbetrieb erbt ist _nicht_ mehr Mittelschicht. MittelSTAND vielleicht, beim Begriff Mittelstand gibt es ja verschiedene Definitionen: in den Medien sind oft mittelkleine bis mittelgroße Unternehmen gemeint (wobei ja Schäffler auch „Mittelstand“ ist). Das kommt natürlich gelegen, weil Otto Normalbürger beim Begriff „Mittelstand“ auch oft an sich denkt, obwohl von ganz anderen Vermögenssphären geredet wird…

    Bei der Erbschaftssteuer sehe ich das so wie bei Immobilien: wer es sich bei Immobilien nicht leisten kann, ab und an zu renovieren… der sollte die Immobilie (oder zumindest einen Teil) verkaufen, bis er wieder flüssig ist. Die Vermieter, die meinen, sie könnten zu fast 100% von den Mieteinnahmen leben, die Immobilien nach und nach verkommen lassen und dann auch noch Wohnungen leer stehen lassen, weil sie aufgrund von Mängeln nicht mehr bewohnbar sind, und sie aber kein Geld für die Renovierung haben, die, naja, kann ich nicht so wirklich gut leiden.

    Ebenso muss die Erbschaftssteuer eingeplant sein. Ererbte Familienbetriebe haben ja so und so schon Vorteile gegenüber Neugründungen: es muss (zumindest wenn Erbschaftssteuer gezahlt werden muss) kein Kredit mehr abgetragen werden und die Kundschaft ist meist auch schon akquiriert. Anders wäre es vielleicht, wenn überraschend plötzlich die Erbschaftssteuer massiv angehoben worden wäre… aber das ist ja nicht der Fall!

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