Wetten und Schulden: Die ultimativen Blasen

5. Mai 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer, Slideshow

Marktkommentar von Mack & Weise

Im April hat sich die Schuldenkrise in einigen europäischen Peripheriestaaten trotz aller Rettungsbemühungen dramatisch verschärft, was die Aktienmärkte allerdings nicht im Geringsten beeindrucken konnte…

Und das, obwohl doch „im schlimmsten Fall“, so EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark, „die Umschuldung schon eines Mitgliedslands die Auswirkungen der Lehman-Pleite in den Schatten stellen könnte.“ Die Akteure an den Kreditmärkten halten dieses Ereignis inzwischen offenbar für überaus wahrscheinlich, wie z. B. der Renditeanstieg der 2-jährigen griechischen Schuldtitel auf zeitweise über 26% (!) belegt.

Allein bei einer überraschend alternativlosen Pleite Griechenlands droht den Finanzmärkten schon eine jüngst noch von der griechischen Notenbank auf bis zu 410 Mrd. Euro bezifferte teure Abschreibungswelle, die insbesondere das noch immer eigenkapitalschwache europäische Bankensystem erneut in seinen Grundfesten erschüttern dürfte.

Sollten von den insgesamt bis Ende 2010 angehäuften 3,119 Billionen Euro Staatsschulden der PIIGS (Irland 148,1 Mrd. Euro, Portugal 160,5 Mrd. Euro, Griechenland 328,6 Mrd. Euro, Spanien 638,8 Mrd. Euro, Italien 1.843,0 Mrd. Euro) auch nur kleinere Teile ausfallen, dürfte selbst Bundeskanzlerin Merkel – die nach Berechnungen des Ifo-Chefs Prof. Sinn zur „Bewahrung des Friedens in Europa“ mittlerweile 391 Mrd. Euro (!) an deutschen Zahlungsgarantien in Richtung EU abgab – mit Blick auf die für 2011 geplanten Steuereinnahmen von „lediglich“ 229,2 Mrd. Euro schwanen, dass aus dem alles zahlen sollenden deutschen Michel dann sehr schnell auch ein Grieche werden könnte.


Auch angesichts noch größerer Haushaltsprobleme und vor allem einer noch viel größeren Sparunwilligkeit in den USA, die jetzt sogar der amerikanischen Ratingagentur Standard&Poor´s auffielen, konnte Gold (in US-Dollar) neue – nominal betrachtet – historische Höchststände erklimmen. Da im April auch noch der Silberpreis regelrecht „durch die Decke“ ging, diagnostizierten viele Experten sofort eine Spekulationsblase an den Edelmetallmärkten.

Berücksichtigt man aber die inflationsbereinigte Entwicklung der beiden Edelmetalle seit dem Erreichen ihrer letzten Höchststände vor 31 Jahren (!), relativiert sich deren Anstieg mehr als deutlich. Bereinigt man den 850 USD-Höchststand des Goldes vom 21.01.1980 mit den offiziellen Inflationszahlen, entspricht dieser heute rund 2.400 USD. Gleiches auf Silber angewendet hieße, dass das weiße Metall erst auf rund 138 USD steigen müsste, um sein Preishoch vom Januar 1980 mit damals 49,45 pro Feinunze real zu egalisieren. Rechnete man statt mit den zurechtgebogenen US-Teuerungsraten der staatlichen Statistikbehörde sogar noch mit den Methoden der Inflationsmessung der 1980er Jahre, so wie es John Williams (Shadowstats) zur Ermittlung der tatsächlichen Teuerung noch heute vornimmt, müssten Gold und Silber sogar auf rund 7.800 USD bzw. 450 USD steigen, nur um die vor 31 Jahren markierten Hochs in realen Geld zu egalisieren!… —–>

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25 Kommentare auf "Wetten und Schulden: Die ultimativen Blasen"

  1. samy sagt:

    Exzellenter Artikel. Rückt die Dinge noch einmal in das rechte Licht.

    VG

  2. Johannes sagt:

    Tja, da stellt sich die Frage, warum sind die Groß- Investoren nicht schon längst im „sicheren Hafen“?

    Einstieg versäumt? Im Gegensatz zu diversen Blog- Schreibern das System nicht gecheckt? Warum sind die nicht schon längst drinnen, bzw. warum konnten die sich noch immer nicht dafür begeistern?

    Sollte der amerikanische „Pöbel“, der die US- Mint quasi „leer gekauft“ hat, schlauer sein, als der große Investor?

    Hmmmmm, ich zweifle daran.

    Hier und in anderen Blogs wird oftmals davon gesprochen, es wird verkauft, wenn der Taxifahrer zu Edelmetallen rät.

    Da stellt sich mir die Frage, ob es in Amerika nicht schon so weit war, wenn Silber quasi ausverkauft war. Kann das wer beantworten, wie der Hype übern großen Teich genau ausgesehen hat?

    Ich für meinen Teil habe wieder einen Teil meines Silbers verkauft, weil 50% Gewinn / Jahr hatte ich noch nie. 🙂

  3. zonenwachtel sagt:

    Hi Johannes,

    ich glaube, ich kann dir den Silber-Hype und Crash erklären:

    es gab Lieferprobleme angesichts der shorts von JPM. Für die Kontrahenten ein einfaches Spiel, wer von ihnen kein Silber physisch verlangte, bekam beim cash-settlement +30%.

    Doch dann kam im März der geniale Schachzug: JPM hatte plötzlich ein eigenes Edelmetallager. Da habe auch ich einen Teil meines Silbers verkauft. Der Zusammenhang war so klar wie simpel: If you can´t beat them, join them, haben sich JPM, HSBC etc. gesagt. Sie liessen die Preise für Papiersilber nach oben laufen, bis es zu Gewinnmitnahmen kam, und wenn jemand physisches Silber verlangte, wurde es dem SLV, dessen Treuhänder JPM ist (!), entnommen. Die diversen Margin-Erhöhungen haben den Rest erledigt. Was die Bullion-Banken in den letzten Wochen verloren haben beim Glattstellen ihrer Positionen, holen sie jetzt locker wieder rein. So läuft das, wenn man Dollars sch…… kann und darf.

    Ich habe da in Foren darauf hingewiesen, aber alle sahen Silber eher bei 100-150$ als wieder bei 20-25$.

    Jetzt im Moment sind es intraday keine -9% mehr, sondern „nur“ noch -7,7%, und da werden viele wieder glauben, es gehe aufwärts; dabei decken sich die Gewinner nur zu günstigeren Kursen ein.

    Ob sie am Ende gewinnen, wage ich zu bezweifeln: irgendwann zählt DER Preis, den der Händler für Silberunzen verlangt. Wenn sie denn mal knapp geworden sind.

    • samy sagt:

      Hi,

      gute Analyse und Tip, aber wie ist deine Meinung zu den Rohstoffen und Dollar heute? Wir schielen zu sehr auf das Silber.

      Nur die schlechten US-Arbeitlosenzahlen (Erstanträge)?
      Greift das alsbald auf Aktien über?
      Baut die Wall-Street Druck auf, damit QEIII kommt?
      Hat das was mit dem US-Schuldendeckel zu tun?
      Oder alles nur ein schlechter Tag?

      Also, was wissen die, was wir nicht wissen?

      VG

  4. Aussteiger sagt:

    Fundamentaldaten sind in manipulierten Märkten belanglos. Wenn die Marionetten im Theater glauben, sie hätten Einfluss auf den Marionettenspieler, ist das lächerlich.

    • samy sagt:

      Falls dein Kommentar für mich war…

      Mag sein, dass man einen kleinen Markt eine Zeit lang „manipulieren“ kann, aber nicht alle und gleichzeitig. Wenn der Tag heute ein Ausreisser ist, dann okay. Wenn das Geld nun aber gleichzeitig alle Rohstoffe verlässt, der Dollar steigt und US-Anleihezinsen sinken, dann ist ne Erklärung cool. Alle fossile Energiewerte mit mehr als -5%…

      Marionettenspieler? Vielleicht, also ist die Frage „Baut die Wall-Street Druck auf, damit QEIII kommt?“

      VG

  5. zonenwachtel sagt:

    Hi samy,

    das sind aber viele Fragen auf einmal!

    Also, was ich glaube beantworten zu können:

    die WallStreet schreit wieder nach neuem Geld, daher wird es QE3 wohl doch geben müssen.

    Arbeitslosenzahlen? Ich sage nur BA in Nuremberg! Wer glaubt denen noch? In den USA ist es ähnlich mit Statistiken.

    Was wissen die, was wir nicht wissen? Was wissen die denn? Wie sie heissen und wie man an der Macht bleibt, mehr nicht. Wir wissen, dass wir uns in einem schuldenfinanzierten Crack-Up-Boom befinden.

    Wetten und Schulden und Blasen; da kommt´s ja gut, dass man jetzt eine in Silber gefunden hat. Verstehst du? Es geht um Politik, um Ablenkung, Machterhalt und viel Geld.

    Mein persönlicher Tipp ist Gold, auch wenn sie es wieder unter 1500$ gebracht haben. Es ändert nichts am Konkurs der United Aids.

  6. samy sagt:

    Hi,

    „die WallStreet schreit wieder nach neuem Geld, daher wird es QE3 wohl doch geben müssen…“

    Ja, aber mit oder ohne Unterbrechung im Juni?

    „Arbeitslosenzahlen? Ich sage nur BA in Nuremberg! Wer glaubt denen noch? In den USA ist es ähnlich mit Statistiken….“

    Ja, also kann man die Situation zunehmend schlecht „überspielen“.
    Morgen kommen noch mal wichtige Daten. Neuanträge bei 470k glaube ich, dass ist peinlich für Ben.

    „Wir wissen, dass wir uns in einem schuldenfinanzierten Crack-Up-Boom befinden“

    Wir vermuten es, ich ja auch, aber was geschieht wenn die Zinsen doch erhöht werden und QEIII nicht kommt? Stell dir mal vor, Ben entwickelt Selbstkritik und Courage. Dann gibt es einen Crash, und ein „war for Liquidity“.

    VG

  7. zonenwachtel sagt:

    Hi Samy,

    wenn die Zinsen erhöht würden, würde das den baldigen Ruin der USA bedeuten. Das wissen die Leute um Helikopter-Ben. Es gibt keinen Ausweg aus dem Laufrad: die Geldmenge muss weiter erhöht werden.

    Nach meinen Informationen hat man heute etliche Bio. (!) eingesetzt, um den Goldpreis zu drücken. Das zeigt, wie wichtig den Börsianern ein niedriger Goldpreis ist. Nur solange kann man den Glauben in Aktien aufrecht erhalten. Aber die meisten Aktien sind nicht überbewertet, sondern das Auffangbecken einer Liquidität, die man mangels Rentabilität in Anleihen nicht plazieren will.

    Ich tendiere zu folgendem Szenario: Alle Asset-Klassen werden wegbrechen, zunächst trifft es auch Edelmetalle, aber die haben dann mit den Preisen an einer Comex nichts mehr am Hut. Wie ich schon öfters sagte: vermutlich 2012 kommt das Ende des papierinflationiertem Wachstumsgefaselgesülze, und was dann passiert, kann ich dir bei bestem Willen nicht sagen.

    • samy sagt:

      „vermutlich 2012 kommt das Ende des papierinflationiertem Wachstumsgefaselgesülze,…“

      Meine Schätzung seit 2009 ist 2015 +/-3Jahre. Soweit sind wir nicht auseinander.

      Hoffentlich irre ich (wir), aber das Thema hatten wir beide schon.

    • bigpuster sagt:

      „Nach meinen Informationen hat man heute etliche Bio. (!) eingesetzt, um den Goldpreis zu drücken.“
      Sei mir mal nicht böse, aber sitzt Du tatsächlich dem Glauben auf, dass die Informationen, die Du hast, mit einer hohen Wahrscheinlichkeit wahr, richtig und wichtig sind.
      Nimm es nicht persönlich, aber ich glaube, dass wir nie erfahren ( dürfen ) was, warum und wie irgend etwas passiert.

      Ich möchte noch einmal auf meine letzten unbeantworteten Postings kommen. Es ist im übrigen bezeichnend, dass in einem Gold-/ Silberbug Blog diese Fragen unbeantwortet bleiben und es zu keiner Diskussion darüber kommt. Ich weiß, dass es nervt, aber es hilft für das Verständnis. Was lässt Euch glauben, dass Gold/ Silber ein sicherer Hafen für Krisen und zu derzeitigen Preisen ein sinnvolles Wertaufbewahrungsmittel ist. Natürlich bewahren alle Rohstoffe einen gewissen Wert auf. Die Frage ist doch welchen und ist der jetzt zu zahlende Wert realistisch.
      Gold ist von seinem reinem Nutzwert als Rohstoff völlig überwertet, denke ich. Silber, keine Ahnung aber ich vermute auch. Ist es nicht eher die Spekulation oder Hoffnung, dass Gold/ Silber wieder zu Geld oder zu dessen Deckung benutzt werden, der die Preise treibt?
      Wenn ja, wäre es eine gute Idee Gold als Geld zu benutzen und warum wurde es unzweifelhaft in früheren Dekaden dazu genutzt? Ist es der dem Gold scheinbar innewohnende Wert und welcher ist das? Beruht er nur auf der Tatsache, dass man viel Arbeit aufwenden muss, um es aus der Erde zu holen? Warum tut man das überhaupt und nimmt nicht irgend etwas einfaches….Oh ja, es darf natürlich nicht so ohne weiteres für jeden produzierbar sein, denn dann würden ja Hinz und Kunz ihr Geld selbst herstellen, die Geldmenge wäre nicht mehr leicht steuerbar und dieses Privileg wäre nicht den wenigen Reichen und Mächtigen vorbehalten. War das nicht vielleicht ein Grund dafür, warum Gold und Silber Geld waren. Weil es so in den Händen einiger weniger lag das Geld herzustellen(zu lassen ) und die Menge nach Belieben zu manipulieren. Für einige wenige war und ist Gold/ Silber ein gutes Geld….ist es das für uns?
      Ist es nicht vielleicht das worum es geht? Wer kann die Geldmenge steuern und somit Boom-/ Bustphasen nach Belieben steuern?
      Ich vergebe Kredite selbst gegen zweifelhafte Sicherheiten uuuuund die Leute geben es aus, die Wirtschaft wächst und da ich mich in dem Wissen, dass das so passiert in der davor liegenden Rezession billig eingedeckt habe, verkaufe zu Höchstpreisen. Jetzt habe ich genügend Geld, aber …oh….alles so teuer…Naja, da drehen wir mal kurz am Geldrad bzw. stoppen es uuuuuuund schwupps, die Preise fallen, Arbeitslose, Gewinne schrumpfen…noch schnell ne Meldung über meinen Börsendienst, dass es gerade gar nicht gut aussieht und schon kann ich wieder billig einkaufen gehen. Ganz ehrlich. Ich vermute, die Mächtigen dieser Welt scheißen darauf, was gerade als Geld genutzt wird. Entscheidend ist, dass sie es kontrollieren. Um mal einen anderen Herrn zu zitieren „Es geht nicht um das Geld. MIT dem Geld geschieht es!“
      Und zu Gold und Silber als Krisenmetall….schaut euch die Charts an, was waren Gold-/ Silber nach den jeweiligen Finanz-/Wirtschaftskrisen noch wert? Irgendwas schon und wäre es nach jeder Krise zu einer Währungsreform gekommen, hätte ich je nach Einstiegskurs einen Teil meines Vermögens in eine neue Zukunft gerettet. Aber seid ehrlich zu Euch selbst. Was erwartet Ihr als Gegenleistung für einen goldenen Maple Leaf nach dem Zusammenbruch unserer Staaten/ Währung? 1000 Brote was in etwa dem jetzigen Gegenwert entspricht?! Für eine Silbermünze 30 Brote. Was soll der Bäcker oder Besitzer der Thunfischdose mit Eurem Metall anfangen? Wer will es haben, würde er sich fragen? Würdet Ihr mit dem Blick in eine ungewisse Zukunft Eure 100 Dosen Mais gegen eine Unze Gold tauschen? Ich nicht! Also könntet ihr nur bei dem Großgrundbesitzer und Fabrikinhaber tauschen, der aber im Angesicht Eurer Not nicht viel für Euer Gold geben wird.
      Wenn man alles hat, was einen über die nächsten Jahre nach so einem Ereignis rettet, kann man in Ermangelung des Platzes für Tonnen von Kupfer oder anderen nützlicheren Rohstoffen sicher ein wenig in die Metalle Gold Silber gehen. Aber ich würde keinen Schutz in einer Krise davon erwarten. Zumindest nicht annähernd mit der Kaufkraft, mit der es jetzt bezahlt wurde. Während ich das schreibe fällt der Silberpreis unter die 35$. Zeit ein wenig zu sparen um zur rechten Zeit wieder physisch nachzukaufen….man kann ja nie wissen 🙂
      Im übrigen weiß ich nicht, ob ich mich über einen derart gestiegenen Silberpreis freuen soll. Zumindest der Investmentteil kommt zum Teil aus der Angst, auch bei mir und ich lebe eigentlich lieber ohne Angst in einer stabilen und friedlichen Welt.
      Meine Meinung

      • carsten_kai sagt:

        „Was lässt Euch glauben, dass Gold/ Silber ein sicherer Hafen für Krisen und zu derzeitigen Preisen ein sinnvolles Wertaufbewahrungsmittel ist.“?

        1. Der 5.000-jährige Wert durch alle Krisen, Kulturen und Systeme.
        2. Die völlige Unterbewertung (inflationsbereinigt).
        3. Die Papiergeldausweitung ohne wirtschaftliche „Gegenleistung“.
        4. Der ehemals funktionierende Edelmetallstandard.
        etc. etc.

        Ich persönlich betrachte Dein Posting als von Wunschdenken und Angststeuerung erzeugte „Provokation“. Du hast doch alles begriffen, also häng dich nicht länger an Papierversprechen. Wenn Du Angst vor einer Entscheidung hast, mach einfach gar nichts. Da sitzt Du zumindest im gleichen Boot wie der Rest der Systemschafe. Kein Edelmetallbesitzer wird seine „Schätze“ gegen Nahrung tauschen. Jeder soll mit seinem Papiergeld oder EM machen, was ihm Freude macht. Aber Dein Hauptanliegen „Was lässt -Euch- glauben…“ finde ich schon bizarr. Sind EM-Anleger eine Sekte? Glaubensgemeinschaft? Freaks? Doofköppe? Gold und Silber werden ins uferlose steigen. Das ist sicher. 2011? Keine Ahnung. Aber der Untergang des Papiergeldes ist programmiert. Got Gold?

    • samy sagt:

      Interessanter Link zum Thema, was den einen Assetcrash auslösen kann:

      http://www.reuters.com/article/2011/05/05/us-usa-budget-boehner-idUSTRE74453D20110505

      „The speaker reaffirmed his position that he and his fellow Republicans would not agree to an increase in the U.S. debt limit without budget reforms and „real spending cuts.“

      Asked to define „real spending cuts,“ Boehner said, „It is time to start talking about trillions“ of dollars, instead of the billions and tens of billions debated in earlier budget battles this year…“

      Na denn mal gucken …

      VG

  8. Johannes sagt:

    „4. Der ehemals funktionierende Edelmetallstandard.“

    Hmmm, wann? Wo?

    • carsten_kai sagt:

      Schon immer seit Gold und Silber zu Münzen gemacht wurden. Bis 1913 sogar in den USA. Und immer, wenn schlechtes Geld (Münzen mit weniger EM-Anteil, Papiergeld, beschnittene Münzen etc.) gutes (echtes) Geld verdrängt haben, ging das System kaputt. Ich habe langfristig aber keine Lust, Google zu ersetzen. Statt unqualifizierter Fragen bitte erst selbst informieren. Oder „Riestern“.

      • Johannes sagt:

        Habe schon versucht mich zu informieren, bin aber auf keine Goldstandard- Zeitspanne gestossen, in der alles so super gewesen wäre, wie von den Goldstandard- Befürworten behauptet wird.

        „Und immer, wenn schlechtes Geld (Münzen mit weniger EM-Anteil, Papiergeld, beschnittene Münzen etc.) gutes (echtes) Geld verdrängt haben, ging das System kaputt“

        Na geh, jetzt sagens aber nicht, auch im Goldstandard muss früher oder später die Druckerpresse angeworfen werden, um das System aufrecht zu erhalten. Weil EM- Anteil senken ist nicht anderes als das QE des Goldstandards. Liegen die Ursachen der Probleme doch wo anders?

        • carsten_kai sagt:

          Nun, die Gelverschlechterung geht/ging immer von den ReGIERungen aus. Wenn man mehr ausgeben will, als man hat, dann muss man das Geld eben „vermehren“… Oder die Bürger gleich zwingen, Papier als Währung zu betrachten (daher „gesetzliches“ Zahlungsmittel). Das lässt sich sehr einfach vermehren. Ohne ZBs und staatliche Einflüsse würde der Wert von Gold sich selbst festlegen als Währung, und wenn sich z.B. das BIP bei gleicher Goldmenge vergrößert passiert die Wertänderung und auch der „Wechselkurs“ gegen andere Nationen vollkommen automatisch. Der Staat bekäme ganz schnell ein Problem, gäbe er mehr aus als er einnimmt… Daher befürchte ich, das sich selbst nach einen Crash oder einer Währungsreform nicht viel ändern wird. Aber sein Vermögen „herüberretten“, das geht und ging schon immer mit EM 🙂

          • Johannes sagt:

            Dem System innewohnend ist einfach, dass sich letztendlich immer mehr an Vermögen bei einigen wenigen ansammelt und der Großteil arm und verschuldet ist.

            Ob das nun Geld oder Gold ist, ist einfach sekundär, weil es definitiv keinen Unterschied macht, ob ich kein Geld oder kein Gold habe.

            Gold, dass sich selbst als Wähung fesltlegt halte ich persönlich für einen schönen Wunschtraum und staatliche Einflüsse geschehen auf Wunsch des Wählers.

            „Der Staat bekäme ganz schnell ein Problem, gäbe er mehr aus als er einnimmt…“

            Würde er das nicht machen, dass mehr ausgeben als einnehmen, würde schon viel früher das Problem entstehen, mit Arbeitslosigkeit, Armut etc….

            „Aber sein Vermögen “herüberretten”, das geht und ging schon immer mit EM :-)“

            Möchte nur mal ganz kleinlaut aufs Goldverbot verweisen. 🙂

            Und nebenbei auch gleich erwähnen, dass ein solches wieder anstehen könnte, vor allem wenn man bedenkt, dass die „Groß- Investoren“ keinen Gefallen an EM`s zu finden scheinen.

            Die haben normalerweise einen Wissenvorsprung und mich wundert es einfach, warum die nach wie vor nicht darin investiert sind.

  9. carsten_kai sagt:

    @Johannes

    Ein Staat, der mit seinen Einnahmen haushaltet, statt immer mehr Geld für den Schuldendienst aus seinen Bürgern zu pressen, bzw. der, statt Steuern für Zinszahlungen den eh schon Wohlhabenden hinterherzuwerfen, Steuergelder dem Bürger in Form von Infrastruktur, Bildung, Sicherheit und allen anderen staatlichen Aufgaben in sinnvoller Form zurückgeben würde, ein solcher Staat hätte kaum Probleme mit Armut oder Arbeitslosigkeit. Höchstens mit Zuwanderung. Und auch weniger Probleme mit Steuerhinterziehung. Wachstum durch Kreditexpansion (egal ob im öffentlichen oder privaten Bereich) stirbt letzlich am Zinseszins. Wir befinden uns gerade an dem Punkt, wo alles und jeder so verschuldet ist, dass begonnen wird, sich selbst Kreditgeld zu geben (Anleihenkauf von FED und EZB etc.) und die Geldmenge wird immer grösser, ohne das dem Treiben ein realer Gegenwert entgegen Stünde. Großinvestoren und ihre Ahnungen…

    • Johannes sagt:

      @ carsten_kai

      Es stimmt schon, das wäre durchaus wünschenswert, so ein Staat der wirklich haushalten kann.

      Nur stehen dem in einer Demokratie die Wähler entgegen. Gewählt wird meist jener, der am meisten verspricht und „haushalten“ ist nicht sonderlich populär.

      Siehe England, das diesen Weg versucht hat über Einsparungen und dann sofort hundertausende wutentbrannt auf die Strasse gingen. Ebenso in Griechenland oder andere Länder, in denen gespart werden sollte.

      Es interessiert den größten Teil der Menschen gar nicht und da gehe ich von über 90% aus, woher der Staat das Geld besorgt. Hauptsache, er sorgt für diese, wie ist egal.

      Die paar, die RottMeyer und dergleichen lesen sind max. 10% der Bevölkerung und somit absolut in der Minderheit.

      Sorry, ich bin da eher der Realist und erwarte weder eine Umkehr oder gar Besinnung der Politik, noch eine Änderung des Systems und wenn, dann eher zum Schlechteren für den Großteil.

  10. bigpuster sagt:

    Endlich!
    Die Aussicht auf eine gewinnbringende Diskussion hat begonnen.

    http://www.zeit.de/zeit-geschichte/2011/01/Suedamerika-Gold-Silber?page=2

    “Was lässt Euch glauben, dass Gold/ Silber ein sicherer Hafen für Krisen und zu derzeitigen Preisen ein sinnvolles Wertaufbewahrungsmittel ist.”?

    1. Der 5.000-jährige Wert durch alle Krisen, Kulturen und Systeme.
    Gold hat zum einen in vielen Krisen massiv an Wert verloren. Es ist zumeist vor einer Krise stark gestiegen, um dann in der Krise ebenso stark wieder zu verlieren. Das ist nicht das, was ich mir von einem sicheren Hafen wünschen würde. Es gab Kulturen und Völker, denen war Gold unwichtig und kein großer Wert beigemssen. Aber es stimmt schon, dass es deutlich mehr Kulturen gibt und gab, die Gold einen hohen Wert beigemssen haben.
    Aber warum?

    Meine These: Gold-/ Silber wurde als Geld genommen, weil es für die Mächtigen gut zu beherrschen ist und seine Menge sich steuern läßt. Damit hat man die Menschen in der Hand. Denn darum geht es beim Geld immer, egal in welcher Form. Früher konnte nicht jeder Gold-/ Silbermünzenherstellen. Es sind relativ seltene und insbesondere beiGold schwer zu erschließende Metalle. Wenn ich jedoch dieses Geld beherrsche, kann ich seinen Wert in Waren steuern. Wenn ich selbst günstig einkaufen möchte, sorge ich für gut gefüllte Kammern und verknappe das umlaufende Geld. Wenn dann die Preise gefallen sind, gehe ich hübsch einkaufen. Da nur schwer an Gold heranzukommen ist, kann ich mir sicher sein, dass mir niemand in die Suppe spuckt.

    Nur ich als Herrscher über das Gold in meinem Land kann ohne eigene Arbeit im Schlaraffenland leben. Ich bezahle 100 Goldstücke, die sowieso über Steuern und Abgaben wieder zu mir kommen, für einen Eroberungszug, der tausende Menschenleben kostet, zur Eroberung von 10000 Goldstücken und kann wieder ein Jahr in Saus und Braus leben. Kaufe Ländereien und Häuser, Pferde und alles was mir beliebt, denn die Idioten müssen ja mein Gold nehmen und brauchen es auch spätestens für Ihre zu zahlenden Abgaben.

    Später vermehre im Anschluss das Geld wieder indem ich es zum einen ausgebe und
    1. durch Ausbeutung von Kolonien,
    2. finden von Ländern in denen Gold kein großer Wert beigemessen wird oder
    3. breche einen Krieg mit meinen Nachbarn vom Zaun und plündern deren Schatzkammern

    Dann verkaufe ich einen Teil meines am Anfang erworbenen Besitzes und verknappe das Gold wieder und es geht von vorne los.

    Goldwährungen waren immer gekennzeichnet durch deflationäre Tendenzen, die nur durch Kriege, Ausbeutung von anderen Ländern und Völkern, die über große Vorkommen verfügten und Raubbau an der Natur zur Förderung des Goldes gekennzeichnet. Dazu meine Frage. Welchen Vorteil bietet Gold gegenüber dem Papiergeld. Durch den Zufluss von Gold und Silber in Spanien wurde eine riesige Inflation verursacht. Ähnlich wie heute durch das Drucken von Geld. Es ist tatsächlich einfacher Geld zu drucken als Gold in großen Mengen zu erhalten. Aber die Herstellung beutet weder Natur noch Mensch aus. Wieviel Leid und Tod wurden durch Goldwährungen verursacht. Im Verhältnis dazu ist das Papiergeld ein Segen und wäre es ohne Zinssystem und einer staatlichen Institution ähnlich stark und unabhängig wie z.B. das Bundesverfasungsgericht, die über die Geldmenge wacht, auch dauerhaft.

    Papiergeld kombiniert die schlechten Eigenschaften des Goldes/ Silbers, nämlich die unbegrenzte Haltbarkeit ( Gefahr des Hortens zur Geldverknappung) des Geldes mit der noch einfacheren Manipulierbarkeit der Geldmenge. Während in einer Goldwährung Deflationen und Rezessionen relativ einfach auszulösen waren im Grunde dem Goldgeld inne wohnen, konnte man eine starke Inflation verhältnismäßig schwierig auslösen.

    2. Die völlige Unterbewertung (inflationsbereinigt).
    Dazu müßte man den fairen Wert eines relativ nutzlosen und im Verhältnis zu seinem realen Nutzen gar nicht so seltenen Metalls kennen.

    3. Die Papiergeldausweitung ohne wirtschaftliche “Gegenleistung”.

    War die Ausweitung der Gold-/ Silbermenge und damit Inflation z.B. durch Eroberung Südamerikas besser? Es ist gekämpft und gestorben worden für das Gold. Hat es dadurch einen Wert erhalten und welchen?
    ——————————————————————–
    4. Der ehemals funktionierende Edelmetallstandard.

    Auch war nie von Ewigkeit und wurd eimmer wieder untergraben und wieder neu aufgesetzt.
    Ich empfehle das Buch von Reinhardt Deutsch “ Das Silberkomplott“, auch wenn er zu einem anderen Ergebnis kommt, der die Edelmetallfans begeistern dürfte.

    Ich möchte nicht abstreiten, dass man mit einigen Metallen, wie eher Silber/ Platin/ Palldium, die alle einen verhältnismäßig hohen Wert im Verhältnis zum Gewicht haben ( man versuche mal eine Vermögenssicherung mit Kupfer :-O), versuchen sollte einen Teil seines Vermögens in eine neue Währung zu retten,denn das das Papiergeld, so wie es derzeit aufgebaut ist, immer wieder verfallen wird, sollte klar sein.
    Insbesondere beim Gold jedoch vermute ich, dass sein Wert eher vom Mythos und Glauben gespeist wird,als von einem wirklichen Wert im Sinne eines benötigten Gutes. Solange dieser Mythos hält, kann man auch mit Gold gut fahren. Aber auch hier denke ich, dass man in einer Krise nicht auf das Metall angewiesen sein sollte, denn dann muss man die Goldmünze für 10 Hühnereier hergeben. Der wirkliche Nutzen wird sich erst später, wenn sich ein neues Geldsystem etabliert hat zeigen können…wenn auch auf einem viel tieferen Niveau, auch als Kaufkraft, als heute. Für eine Unze Gold vermute ich, wird man keine 1000 Brote bei Aldi bekommen, wie derzeit zu zahlen wäre.

    Gute Nacht 🙂

  11. bigpuster sagt:

    Um mal einen anderenMenschen zu zitieren : Es geht nie um das Geld. MIT dem Geld geschieht es!“
    Die Mächtigen XXXXXX* auf Papiergeld, Gold oder Silber. Es dient lediglich der Beherrschung und Steuerung der Massen. Es geht um Macht und realen Besitz und den geben wir immer wieder aufs neue ab. Ob im Gold-/ Silbergeld oder Papiergeldsystem.
    Denn wer die Mengen des Geldes steuert, herrscht über die Menschen, die auf die Benutzung angewiesen sind.
    Schreibe mal einem Aussteiger in seiner Holzhütte im Wald vor, der von Beeren und Fischfang lebt, was er wann und wie zu tun hat und das er ab heute 10 Prozent mehr arbeiten soll für 30% weniger Lohn. Versuche das Gleiche mit dem Bankangestellten, der sein zu 80 % beliehenes Haus monatlich zu bezahlen hat… siehe und lerne.

    *editiert vom Blogwart. Wir mögen keine Fäkalsprache auf dem Blog.

  12. bigpuster sagt:

    noch eine vorläufig letzte Anmerkung. Ich weiß nicht, ob wir mit unseren 1-100 Unzen im Keller uns wirklich wünschen sollten, dass es wieder einen Goldstandard geben wird. Ich weiß nicht, ob wir die Profiteure eines solchen Systems wären und ich weiß nicht, ob wir dann überhaupt etwas von unseren versteckten Unzen haben werden.
    Ich habe eine kleine Unrichtigkeit eingebaut…sie lautet „Ich weiß nicht…“.
    🙂

  13. Gernot sagt:

    In der Tabelle „Wetten und Schulden – die „ultimativen“ Blasen“ ist ein Tippfehler: Die bisher auf der Welt insges. geförderte Goldmenge beträgt 168300 Tonnen, nicht 168,3 t. Da fehlen also 3 Nullen.
    Quelle: hier
    oder:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Goldreserve#Goldreserven_der_Welt

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