Werden Roboter unseren Lebensstil zerstören?

8. März 2014 | Kategorie: Gäste

von Bill Bonner

Es kann so Spaß machen, auf die Fehler anderer hinzuweisen… und denen Ratschläge zu erteilen. Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem Restaurant. Sie sehen einen dicken Mann, der einen mächtigen Nachtisch bestellt. Gehen Sie hin und bieten Sie ihm an, das für ihn zu essen…

Oder stellen Sie sich vor, Sie sind in der Kirche. Sie haben gehört, dass Mr. Montaigne mit Mrs. Mordant anbändelt. Es ist praktisch ihre zivile Pflicht, den beiden dazu etwas zu sagen. Oder stellen Sie sich vor, dass Ihre Frau abgelenkt war, und der Brokkoli brennt an. Sicher wird es ihr gut tun, wenn Sie sie daran erinnern, dass sie aufpassen soll, wenn sie Ihnen das Abendessen zubereitet.

Auf persönlicher Ebene sind solche hilfreichen Kommentare nicht immer geschätzt. Auf öffentlicher Ebene ist es viel einfacher.

So machte sich David Brooks Sorgen, weil die Menschen in den USA nicht oft genug umziehen. Er hatte auch eine Lösung: Man solle den Menschen Umzugs-Voucher geben. Brooks Kollege bei der New York Times, Tom Friedman, ist auch eine große Quelle für diese Art von hilfreichem Denken.

In einem seiner Editorials stellte er fest, dass die Menschen nicht genug Elektroautos fahren. Die Lösung? Diese frei parken lassen!

Roboter in Ketten

Und jetzt sagt Martin Wolf in der Financial Times, dass Menschen nicht mit Robotern konkurrieren können. Er schlägt vor: „Versklavt die Roboter und befreit die Armen“.

Was hat Wolf gegen Roboter?

Er muss die als mechanische Kätzen sehen. Sie streiken nicht. Sie geben keine Widerworte. Sie machen weniger Fehler. Sie kommen nicht betrunken zur Arbeit. Sie arbeiten auch in den Ferien. Und sie können so programmiert werden, dass sie höflich und kompetent sind.

Hey, jeder Roboter, welcher unsere Jobs haben will, kann die haben. Man muss die armen Dinge nicht versklaven. Lasst sie nur fair in Wettstreit treten. Ich werde gerne meine Arbeit an eine Maschine abgeben, die das besser kann. Es wäre schön, wenn das auch für den Job von Wolf gelten würde.
Aber ich sehe da auch Möglichkeiten, Wolf sieht ein Problem. 47% der Jobs sind durch Automatisierung bedroht, sagt er. Was wird mit dem Löhnen passieren?

Man muss nicht weiter als Sklaverei suchen, um das herauszufinden. Sklaven – Menschen oder Roboter – sind eine Form von Kapital. Nach den Instandhaltungskosten gehen die Gewinne durch deren Arbeit an ihre Besitzer.

Wolf erwähnt es nicht, aber Roboter sollten den Zentralbankern danken. Indem diese die Zinsen gesenkt haben, haben sie auch die Kapitalkosten gesenkt.

Zum Beispiel liegen die realen Kosten für einen Roboter bei Zinsen von null bei null. Und wenn dieser Roboter einen durchschnittlich wettbewerbsfähigen Arbeiter mit schlechter Einstellung ersetzt, dann macht der Arbeitgeber einen Gewinn von 42.000 Dollar (oder wieviel auch immer er dem Menschen gezahlt hat)….Krankenversicherung und Parkplatz nicht berücksichtigt.

Je niedriger die Kapitalkosten, desto mehr Roboter… und desto stärker sinken die Arbeitskosten.

Anpassungs-Schock

Und jetzt könnten die ehemaligen Fließband-Arbeiter statt den ganzen Tag in einer lauten Fabrik zu schuften in der Bibliothek sein, und antikes Aramäisch lernen oder einen emissionsfreien Luftverbrennungsmotor entwickeln.

Aber Moment. Wolf sieht…

„….einen großen Anpassungs-Schock, wenn die Arbeiter entlassen werden; die Marktlöhne für ungelernte Arbeit könnten unter ein sozial akzeptables Minium fallen; und kombiniert mit anderen neuen Technologien könnten die Roboter die Verteilung der Einkommen noch ungleicher werden lassen, als sie es schon ist.“

Die Aussicht auf ungleiche Einkommen ist für Wolf so alarmierend, dass er nicht auf eine Invasion der Roboter warten möchte. Er möchte, dass wir bereit sind. Er nennt fünf Dinge, die wir tun sollten, oder über die wir nachdenken sollten.

Es sollten „gute neue Roboter“ geformt werden, und die schlechten gemanagt werden, was immer das bedeutet.

Und dann sei Bildung „keine magische Wand“. Ich dachte nie, dass sie das sei.

Drittens müssen wir „die Leute sich amüsieren lassen“. Wovon redet er. Die Leute brauchen keine Erlaubnis von Wolf, um sich zu amüsieren.

Viertens „werden wir unsere Einkommen und Vermögen umverteilen müssen“. Jetzt kommt er zu einem Punkt: Er will kontrollieren, wohin das Geld geht. Vielleicht „sollte der Staat einen automatischen Anteil der Gewinne erhalten, von dem intellektuellen Besitz, den er schützt“, sagt er.

Fünftens sollten wir nicht vergessen, dass wir „sicherstellen, dass die Nachfrage im Einklang mit dem Anstieg des potenziellen Outputs steigt.“

Erinnern Sie sich daran, was wir gelernt haben, wie eine Volkswirtschaft funktioniert? Und wie sich Angebot und Nachfrage selber regulieren? Wenn das Angebot knapp ist…. steigen die Preise… und die Produzenten werden geschäftig. Wenn die Preise fallen, produzieren die Produzenten weniger.

Vergessen Sie es. Wolf denkt, Angebot und Nachfrage sollten kontrolliert werden. Deshalb sollten beide im gleichen Tempo steigen. Vielleicht wird eine zukünftige Kolumne erklären, wie das funktionieren wird.


Quelle: Kapitalschutz Akte
Werden Roboter unseren Lebensstil zerstören? (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

 

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