Wer nicht sparen will – muss fühlen

13. Dezember 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

vom Smart Investor

Typisch Politiker! Kaum hat Knecht Ruprecht seine Birkenrute in den dafür gesetzlich vorgesehenen abschließbaren Wandschrank gelegt, schon geloben Europas Regierungschefs beim jüngsten Krisengipfel Haushaltsdisziplin zu üben…

Dabei ist in Deutschland mit Art. 115 GG (Regelung der Neuverschuldung im Bundeshaushalt) sowie in Europa mit Art. 126 der Verträge von Maastricht (Festsetzung der Verschuldungsobergrenzen) doch eigentlich alles geregelt. Warum also sollte es in den Olivenrepubliken am Mittelmeer und Atlantik klappen, wenn es in Deutschland schon nicht funktioniert?

Bestrafen, aber pädagogisch richtig

In Deutschland sieht der Gesetzgeber im Wesentlichen zwei Arten der Bestrafung vor. Kleinere Delikte werden mit einer Geldzahlung abgetan, für größere Sachen muss man ins Gefängnis. Das Problem bei Geldstrafen ist, dass man jemanden nur etwas wegnehmen kann, der auch etwas hat.

Griechenland hat nichts und müsste sich die Summe zusammenbetteln. Im Prinzip machen sie ja jetzt schon nichts anderes, somit macht diese Form der Bestrafung nicht viel Sinn. Wegnehmen könnte man in Europa eigentlich nur Norwegen etwas, das allerdings nicht in der EU ist. Hoffentlich müssen die Glücklichen am Nordkap eines Tages nicht als Sündenbock herhalten. Bleibt somit nur der Knast.

In Deutschland gibt es aktuell 11.290 Gemeinden. Die Bürgermeister kämen wie so oft wahrscheinlich ungeschoren davon, sodass als Bauernopfer nur die Kämmerer hinter Gitter müssten. Doch selbst für sie bräuchten wir schon neue Gefängnisse, zumal ja auch die Sünden der Vergangenheit bestraft werden sollten. Die Baubranche würde jedenfalls jubeln und die strukturschwachen Gebiete bekämen neue Arbeitsplätze. Die Kämmerer könnten wiederum durch Langzeitarbeitslose einsetzt werden. Bessere Schatzmeister als diese gibt es ja gar nicht, da diese seit Jahrzehnten ausschließlich mit dem auskommen müssen, was der Staat ihnen gibt. Zumindest dann, wenn sie keinen Offenbarungseid geleistet haben oder nebenher schwarzarbeiten.

Und als Aufpasser im Gefängnis wären sie auch motiviert, sofern die Gefangenen in Nadelstreifen ihre Strafe absäßen. Schade nur, dass John Maynard Keynes das alles nicht mehr erleben darf. So einfach geht das aber alles nicht. Alternativ könnte man vielleicht ein paar Schuldige herauspicken und Helmut Kohl beispielsweise bis an sein Lebensende Tofu statt Saumägen servieren oder Helmut Schmidt die Zigaretten wegnehmen. Heutzutage ist das aber nicht ungefährlich.

Die Metzger im Lande könnten in den Generalstreik treten und das Land aushungern lassen oder die Tabakindustrie zur Mobilmachung aufrufen. Ähnlich dem Protest gegen das Alkoholverbot in den Münchner S-Bahnen vom Wochenende könnten die Raucher aus Solidarität das halbe Land lahmlegen… (Seite 2)

Print Friendly, PDF & Email

 

Seiten: 1 2

Schlagworte: , ,

2 Kommentare auf "Wer nicht sparen will – muss fühlen"

  1. holger sagt:

    In Deutschland sieht der Gesetzgeber im Wesentlichen zwei Arten der Bestrafung vor. Kleinere Delikte werden mit einer Geldzahlung abgetan, für größere Sachen muss man ins Gefängnis. Das Problem bei Geldstrafen ist, dass man jemanden nur etwas wegnehmen kann, der auch etwas hat.

    Griechenland hat nichts und müsste sich die Summe zusammenbetteln. Im Prinzip machen sie ja jetzt schon nichts anderes, somit macht diese Form der Bestrafung nicht viel Sinn. Wegnehmen könnte man in Europa eigentlich nur Norwegen etwas, das allerdings nicht in der EU ist. Hoffentlich müssen die Glücklichen am Nordkap eines Tages nicht als Sündenbock herhalten. Bleibt somit nur der Knast.

    Lol… so einfach so klar… natürlich alle in Beugehaft. 😀 Hihihi… Die Griechen können ja noch mit Panflöte und Lamas auftreten zu FFM am Römer und Aufstocker bei H4 beantragen… Auf dieser Welt ist echt was geboten… Wer soll das noch toppen?

    Ha.. ich weiß einen der Kaiser Franzl

    http://www.youtube.com/watch?v=kQUJfpcSRQ0

  2. vegaman sagt:

    Wenn mir auch das mit den Sack und dem Knüppel ganz gut gefällt, der Vergleich hinkt! Das Spiel EU-GB in der letzten Woche wurde nicht 1:5 verloren;-)

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.