Wer nicht kauft wird erschossen

10. Mai 2013 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Bankhaus Rott

Von dem was manche Gazette Konsumrausch nennt, werden sich viele Konsumenten und Firmen so bald nicht erholen. Die Auswirkungen auf die Produktion sind bereits spürbar, und die Krater in den Erträgen der Unternehmen werden spürbar größer….

In vielen europäischen Staaten schrumpft der Einzelhandel seit Jahren, teils mit erschreckenden Raten. So schafften es die Spanier im März erneut, im Vergleich zum Vorjahresmonat in den zweistelligen negativen Bereich zu rutschen. Von welcher Erholung man in Brüssel und Madrid auch immer sprechen mag, sie ist nicht auffindbar.

Der Sündenbock, die vielzitierte und gescholtene europäische „Sparpolitik“, entpuppt sich bei einem Blick auf die Einnahmen- und Ausgaben der europäischen Staaten als Mythos. Vielmehr ist es die Unfähigkeit vieler Regierungen, weniger auszugeben als im Vorjahr, was zu teils grotesken Steuerplänen führt, die man unter dem Deckmäntelchen der Solidarität volksnah bewirbt. Vor dem Hintergrund der geradezu zwanghaften Steigerung staatlicher Einnahmen kann die desolate Lage des europäischen Einzelhandels nicht verwundern. Eine Erhöhung der staatlichen Einnahmen führt bekanntlich nicht zu einer Vermehrung der verfügbaren Mittel.

Auch der Blick auf die europäische Industrieproduktion erinnert nicht an eine wirtschaftliche Erholung oder gar einen Aufschwung. Da Nachfrage der Teil der Bedürfnisse ist, die jemand auch bezahlen kann, ist die Entwicklung nicht erstaunlich. Nicht nur die Autoindustrie und die Hersteller hochpreisiger Konsumgüter leiden unter Absatzrückgängen. Mittlerweile sickern die Probleme in logischer Folge durch weite Teile der Industrie und betreffen Maschinenbau, Chemiefirmen, Zulieferer und Logistikfirmen.

Als Beispiel sei hier der Lanxess-Konzern genannt, dessen Gewinn sich nach einem Umsatzrückgang von 12% fast vollständig in Luft aufgelöst hat. Auch der Ausblick ist mau und passt damit ins realwirtschaftliche Puzzle.

(Leverkusener Anzeiger) Diesmal würden aber nicht nur Anlagen heruntergefahren, kündigte Vorstandschef Axel Heitmann am Mittwoch an: Im Bereich Chemie-Spezialitäten soll nachhaltig gespart werden. Man prüfe die Stilllegung von Produktionsstraßen oder auch von ganzen Betrieben, so Heitmann, nachdem er die trüben Quartalszahlen verkündet und die Prognose für das gesamte Jahr erheblich nach unten korrigiert hatte.

Der Konzern ist mit seinen Sorgen nicht allein, wie die laufende Quartalssaison zeigt. Sobald diese sich dem Ende nähert, werden wir uns dem Thema Unternehmensgewinne gesondert widmen… (Seite 2)

 

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Ein Kommentar auf "Wer nicht kauft wird erschossen"

  1. wolfswurt sagt:

    Ein Maschinist auf einem Schiff, der vom Aufbau und der Funktionsweise des Schiffsmotors keinerlei Kenntnisse besitzt und sich trotzdem berufen fühlt selbigen Motor zu warten; welches Schicksal wird wohl dem Schiff beschieden sein?

    Menschen, die einen unerschütterlichen Glauben an ihre Fähigkeiten besitzen bei gleichzeitiger größtmöglicher Unfähigkeit, sind der Garant für katastrophale Entwicklungen und Zustände.

    Wenn diese dann noch von der Mehrheit des Volkes an die Schaltstellen der Macht gewählt werden, stellt sich zwangsläufig die Frage nach der geistigen Gesundheit des Volkes.

    Die geschilderten Zustände im obigen Artikel sind exakt jenes Spiegelbild eines sich selbst überhöhenden und sich selbst lobenden Geistes.

    Die Ursache ist die Verwirrung zwischen den Ohren…

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