Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf

12. Mai 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

Kommentar von Michael, dem „Düsseldorfer“

Zurzeit passieren Dinge, wo ich mich z.B. in puncto Griechenland-Debatte frage: Liebe professionelle Analysten und Experten mit Banknähe, verwechselt ihr in euren derzeitigen Kommentaren zur „EU-Krise“ nicht Ursache und Wirkung?

Die für den Mainstream sehr „logisch“ klingende Befürwortung von Folker Hellmeyer und Prof. Norbert Walter zu Eurobonds, von letzterem sogar mit lächelnder Billigung des bereits stattgefundenen Rechtsbruchs und zukünftiger, weiterer Rechtsbrüche, ist für mich einfach unfassbar! Der Zweck heiligt die Mittel!?

Natürlich liegen etliche EU-Kinder im Brunnen, aber das jetzt ausgerechnet auch noch diejenigen diskreditiert werden (Prof. Max Otte, Prof. Hankel, Prof. Schachtschneider u.a.), die diese Charade bereits vor dem ganzen Schlamassel offengelegt haben – ist wirklich unglaublich. Jetzt wird ausgerechnet auch noch dem Chef der Eurogruppe Jean Claude Juncker die „Stange“ gehalten. Da alle Herren geschichtlich bewandert sind, möchte ich ihnen zurufen: „Wer in der Demokratie schläft – wacht in der Diktatur auf!“

Bei allem Respekt und unter Berücksichtigung der selbstverständlich von Hellmeyer und Walter richtig formulierten üblen und katastrophalen Nebenwirkungen, die ein Austritt Griechenlands aus dem Euro zur Folge hätte – Wir sind hier nicht bei Pippi Langstrumpf: „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt!“ Oder um im guten, alten Adenauer Deutsch zu bleiben: „Was schert mich mein Geschwätz von gestern!“

Ich kann mir beim besten Willen wirklich nicht vorstellen, dass zumindest für Einen der oben angeführten Herren, die Brüsseler „Sirenen“ jetzt auch unwiderstehlich geworden sind. Im Klartext: Wie im richtigen Leben, sollte man sich auch auf Bankerebene seine Freunde sehr bedacht auswählen, damit man sich plötzlich nicht nur noch als Mittel zum Zweck wiederfindet. Die etwaige Ausrede, zwischen Pest und Cholera wählen zu müssen, zählt hier nicht. Auch nicht der Verweis auf die bewusste und „gekonnte“ Stimmungsmache aus dem angelsächsischen Lager, die selbstverständlich nur von den eigenen (UK und USA) höchstgefährlichen Problemen in ihren Ländern ablenken wollen. Das ist richtig, aber mitdenkenden Menschen mittlerweile hinlänglich bekannt.

Scheitern ist keine Option!

Im Klartext: Ertränken wir die Märkte weiter mit Liquidität und verschieben die Probleme damit einfach weiter in die Zukunft! Heiner Geißler prangerte am Dienstag Abend bei Markus Lanz die ungeheuren Zockereien der Banken an. „Nichts hat sich geändert – gar nichts“, sagt er unter dem Beifall des Publikums, das es nicht besser wissen kann. Darf an dieser Stelle vielleicht kurz daran erinnert werden, wer diese „böse Spekulation“ in den letzten Jahren erst möglich gemacht hat? Politik und Notenbanken – überall auf diesem Planeten! Schulden, Schulden, Schulden werden „bekämpft“ mit Liquidität, Liquidität und nochmals Liquidität. Die Folge ist Hyperinflation? Blödsinn! Ach, ja?

Vielleicht lohnt hier wirklich mal ein ernster, aufmerksamer Blick in ein Wirtschaftslexikon um endlich zu verstehen, dass Inflation und Hyperinflation sich grundlegend unterscheiden! Wir hatten doch schon mal 30.000 Milliarden an Luftbuchungen – da kommen wir auch locker wieder hin, oder? Wollen wir das mit dem „Peanuts“ Griechenlandproblem etwa riskieren? „Bedenken Sie die Folgen…“, heißt es. Fragt sich nur, wer rettet denn die Retter in diesem gigantischen Schneeballsystem? Ach ja, Scheitern ist keine Option, ich vergaß. Pfeifen im Walde, meine Herren? „Food for thought“!

Warum zum Teufel, erinnert mich diese Debatte im Kern an die Aussagen der Befürworter der Atomkraft vor Fukushima? Weil die Utopie und Verantwortungslosigkeit der Befürworter „scheinbarer Sicherheit“ im März bereits explodiert ist und die andere erst noch explodieren wird? Ach nein, dass kann ja nicht passieren.

 

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44 Kommentare auf "Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf"

  1. retracement sagt:

    Lieber Düsseldorfer, zum Niederknien! Ja, ja und nochmals ja!
    Die beiden von Dir genannten Verbalakrobaten möchte ich allerdings nicht in einen Sack stecken. Das wäre „asymmetrisch“.

  2. Aussteiger sagt:

    Lieber Düsseldorfer,
    glauben Sie wirklich, dass dieses Geldsystem, in welchem private Institutionen Geld aus dem Nichts schöpfen und es den Staaten gegen Zinsen leihen einen dauerhaften Fortbestand haben wird? Es ist den Verantwortlichen klar, dass die Schulden auch der Retterstaaten (von den PIIGS redet doch keiner mehr) nicht zurückbezahlt werden können. Angesichts eines intern. Währungszusammenbruches ist es egal, wie viel Liquidität noch in die Welt geblasen wird. Sowohl USA als auch EU sind über den Point of no Return hinweg. Den Zug hält keiner mehr auf, wozu auch? Das bestehende System bringt den Planeten an den Abgrund. Wer über Geldvermögen verfügt, kann nur versuchen es über die Zeit zu retten. EM ist vielleicht eine Möglichkeit, wissen tun wir das nicht, aber es wäre fahrlässig ohne da zu stehen. Ich glaube nicht, dass wir in Zukunft alle Baumrinde fressen werden, aber lustig wird das nicht.
    Auch wenn ich mich wiederhole, Danke, ihr macht eine guten Job, und manchmal hätte ich gerne was von der „inneren Ruhe“ des D`dorfers;-)

    • retracement sagt:

      Mit der inneren Ruhe ist es schon lange vorbei. Wir alle hier wissen was passiert wenn der normale RTL2-Konsument die Schuldfrage stellt.
      Die ganze Chose ist immer noch so nen Inner-Circle-Ding und bleibt es auch bis zum Schluß. Diese Sequenz ist allerdings die kürzeste im ganzen Drama. Ich kann nur jeden warnen, der glaubt aufgrund seiner jahrelangen Erfahrung den richtigen Zeitpunkt für letzte wichtige Aktionen zu kennen. Spätestens wennst anfängst die ganzen Extend-and-Pretend Aktionen als gegeben hinzunehmen solltest Dir selbst in bester Fight-Club-Manier eine zünden.

    • VickyColle sagt:

      Hallo Aussteiger,

      es ist schon richtig von Dir beschrieben, das es wohl gar nicht geplant ist den Zug aufzuhalten, da das System ja von vornherein so angelegt wurde – aber die Schöpfer des Systems können es nur durchhalten und bis zu Ende bringen, wenn die politische Klasse mitmacht.

      Die politische Klasse könnte also sehr wohl, auf Grund ihrer Befugnisse, diesem Spiel ein Ende setzen.
      Ein schmerzhaftes zwar, aber ein Ende mit besserem Anfang.

      Zumal dies sogar offiziell ihre hoheitliche Aufgabe ist, gegen die sie, volksverräterisch verstößt.

      Wer dies aus der polit. Klasse nicht erkennt, wird am Ende als Bauernopfer der Schöpfer dem Volke zum Fraß vorgeworfen.

      Gruss
      Vicky

  3. conan sagt:

    Also zum Thema Hellmeyer kann ich nur sagen — der gute Mann mag zwar teilweise interessante Ansichten haben und auch eine gewisse Nähe zu den „Austrians“ (Macht Ihn beides sehr sympathisch) — ABER beim Thema Griechenland kann ich seinen Optimismus nun wirklich nicht teilen (vgl. die Analysen zum Thema Griechenland und Bailout auf http://www.querschuesse.de)

    ***edit vom Blogwart: Diskussion um die Sache ja. Beleidigungen nein. Rest gelöscht + Gelbe Karte

  4. Silberdax sagt:

    @ Aussteiger – ich bin auch der Ansicht, dass Edelmetalle unter Umständen eine gewisse Gefahr darstellen – könnten – am ehesten bei Gold – dem „politischen Metall“. Aus welchem Grund auch sonst halten die Nationalbanken „angebliche“ Tausende von Tonnen an „Währungsreserven“? – Wenn sich Frau Merkel`s Angie mit Osa… jetzt hätt` ich sie schon fast wieder verwechselt…meinte doch Obama Barak zusammensetzt und dem Gold, von dem sie nicht wenig besitzen, einen neuen „Wert“ einhauchen…alternativlos, sozusagen… na dann wirds vielleicht etwas kritisch, beim Wiederverkauf,beim Eintausch in was auch immer…
    Darum bleibt der spekulative und verrückte Investor bei Rohstoffen, die man doch hoffentlich nicht verstaatlichen kann,oder? Deshalb Silber – ich liebe Rollercoaster !

    • Aussteiger sagt:

      Schon richtig, die Verbotsproblematik gabs zumindest in USA beim Gold ja bereits.
      Beim Silber scheint es eher unwahrscheinlich. Aber was sind die Alternativen wenn es um Wertspeicherung geht? Alles in cash auf der Bank birgt auch Gefahren! Wahrscheinlich macht`s die Mischung: Bisschen cash, bisschen Gold, bisschen Silber…und dabei ein kleines autarkes Landgut, reicht vielleicht schon, wer weis.
      Oder es kommt alles ganz anders.
      Systemumbrüche sind schwer zu kalkulieren.

  5. retracement sagt:

    Bin immer wieder fasziniert von dem Gedanken den hier einige vor sich herschieben, den Schlussakkord persönlich in Moll zu erleben. Leute, von uns liegt keiner vor der Kurve. Wenn eine „Staatsordnung“ und ihre vier Organe (zähle die Monetative dazu) fällt, dann werden neue Verrechnungseinheiten aufgestellt. Und diese kennen wir nicht. Wild geraten sind es erst einmal Dinge die helfen, den untersten Teil der Maslowschen Pyramide zu bedienen. Nach heutigen Bewertungsmassstäben wäre ja genug da, wenn man von oben nach unten verteilen würde. Aber oben sind ja nur die Guthaben der Schulden von unten. Und die Guthaben sind ja grossteils nicht mal im eigenen Land.

  6. karlie sagt:

    Wir leben schon in einer Diktatur. Ich kann nur jedem empfehlen seinen Bundestagsabgeordneten (über abgeordnetenwatch.de) anzuschreiben und ihn zu fragen, warum ihr ihn noch mal wählen solltet.
    Denn seine Daseinsberechtigung hat er, seit Merkel Bailouts und Rettungsschirme ohne Abstimmungen durchdrückt, schon lange verloren.

  7. Johannes sagt:

    Hoffentlich gehe ich mit meinen „anderen“ Ansichten dem Blogwart nicht schon auf die Nerven.
    Halte mich in nächster Zeit dafür etwas zurück, versprochen. 🙂

    Natürlich kann man den Politikern viel vorwerfen, von Lügen bis hin zu Rechtsbrüchen.
    Sie machen aber letztendlich nichts anderes, als das Rad am Laufen zu halten, welches der Wähler selbst beschädigt hat.
    Ich als Österreicher staune immer wieder, wie ein Kreisky nach wie vor verehrt wird, der in seiner Amtszeit mit der horrenden Schuldenmacherei begonnen hat. Die Wähler wollten es so, sie wollten lieber 1 Mrd. mehr Schulden als 1000 Arbeitslose, sie wollten gratis Schulbücher, Ehe- und Kindergeld und noch vieles mehr.

    Auch ein Kärntner Landeshauptmann Haider wird noch als jemand verehrt, der was weitergebracht hat. Kunststück in einer Hochkonjunkturphase bei gleichzeitiger Verdoppelung der Landesschulden. Aber das war ein „Macher“!

    Kurz, die Wähler wollen Politiker die geben und hassen Politiker, die nehmen.

    Was unterscheidet einen Gold/Silberbug im Wesentlichen von einem Politiker, oder der „Elite“? Beide glauben, mit ihrem Handeln ihre Zukunft abzusichern.

    • Frank Meyer sagt:

      @Johannes

      Hoffentlich gehe ich mit meinen “anderen” Ansichten dem Blogwart nicht schon auf die Nerven. Halte mich in nächster Zeit dafür etwas zurück, versprochen. 🙂

      Nein, Johannes, Du bist gerne gesehen hier. Grüße von Frank

    • bvrulez sagt:

      genau meine meinung!

      egal, mit wem ich diskutiere, kaum einer interessiert sich für diese themen. weder selbständige handelsvertreter, noch geschäftsführerinnen von mittelständischen unternehmen, noch steuerberaterinnen oder befreundete mitarbeiterinnen auf dem arbeitsamt.

      die menschen haben

      1. keine ahnung, wie unglaublich viel geld täglich auf den finanzmärkten umgesetzt wird,
      2. weiterhin einen festen glauben daran, dass sich leistung lohnt und
      3. sind sie der meinung, dass „der staat“ das schon richten wird.

      keiner denk zB darüber nach, ob es sinnvoll ist, dass der spitzensteuersatz mittlerweile nur noch beim 2fachen des durchschnittseinkommens liegt.

      ich bekomme immer wieder den satz zu hören „dann musst du in die politik gehen, um was zu ändern“.

      der staat sind aber wir. und die atomlobby war auch erst zu bezwingen, als und weil das ganze volk geschockt war.

      ein gutes buch zu diesem thema: http://www.amazon.de/Hurra-wir-d%C3%BCrfen-zahlen-Mittelschicht/dp/393806045X

      @bvrulez — Bitte keine durchgehende Kleinschreibung. Danke!

  8. wolfswurt sagt:

    Die „Märkte“, oder besser die vorgegaukelten nominalen Vermögenswerte, müssen mit Papier geflutete werden, denn die Reawirtschaft ist mit dem Banken/Börsensystem so verzahnt, daß ein zurückfahren dieser Papierexszesse ohne einen Einbruch der gesamten Versorgungslage für die Massen an Menschen nicht mehr möglich ist.

    Das Resultat würde die Ereignisse der französischen Revolution in der Bedeutungslosigkeit verschwinden lassen.

    In dieser Situation gibt es kein Zurück auf eine Basis die man als gesund bezeichnen könnte.

    Eine Umkehr ist ausgeschlossen die Versorgung der Massen hat oberste Priorität und das mit Geld aus Quantität welches Güter ohne Qualität erzeugt.

  9. stonefights sagt:

    Ich gehe mal auf den Titel ein und versuche mal dt. Geschichte hier mit reinzunehmen.
    Die ganz groben Schachzüge begannen doch schon mit der deutschen Einheit. „Einfach genial“, muss ich neidlos anerkennen.

    Ganz grob (1.Akt): 2+4 Verträge liessen die Dt.Einheit nur zu, wenn sich Deutschland als Ganzes dazu verpflichtet, der EU beizutreten und die gemeinsame Währung (EURO) einzuführen. („…puh, 1.Akt geschafft, bring den Klassenbesten in eine problematische (Währungs-)Klasse…“).
    Also wer davon träumt, dass protestierendes Hänschen damals auf der Mauer Gorbis Soldaten „gestoppt“ hat, der möge ein wenig nachforschen in SEINER (Volks-)Geschichte !

    Ganz grob (2.Akt): Nun schleuse man noch ein paar südländische „Abschreiber“ und „Störenfriede“ in die eh schon „heterogene“ Klasse ein, hier mit „gefälschten Bewerbungszeugnissen“, früher oder später ist die „Vorrückung“ der gesamten Klasse gefährdet durch die „Störenfriede“. („…puh, 2.Akt geschafft, beschäftige den ehemals gefährlichen Klassen-Konkurrenten mit seiner eigenen Klasse und „Kameraden“…)

    Der 3.Akt wird gerade gespielt. Zurücklehnen und staunen…
    lg, stonefights

  10. Hal 9000 sagt:

    Hallo Michael,

    ich höre einigen (Bankern) bei DAF, n-tv etc. zu. Ich denke, ich habe zumindest ein Gefühl dafür entwickelt, wer nur Phrasen drischt und wer wirklich was zu sagen hat. Negativ-Beispiele spare ich mir hier, ich denke das hätte keinen Sinn – uups welch Sprachwitz 😉

    Hellmeyer gehört definitiv zu den smarten! Zwei Beispiele:
    12.05.11
    http://www.daf.fm/video/hellmeyer-rohstoffboom-intakt—dax-zum-jahresende-bei-8150-punkten-50144197-DE0008469008.html

    09/2009 – Man beachte das Datum!
    http://www.tfb-ag.de/mediathek_neu/mediathek.html

    Hankel ist anständig. Er ist, wie Axel Weber, ein „Vertreter der reinen Lehre“ – so stand es treffend in der wiwo. Mit Anstand kann Europa aber nicht gegen die USA und China bestehen.

    Die „Festung Europa“ darf nicht aufweichen unter den Attacken aus N.Y und London. Wobei ich hier ganz klar sage/schreibe:
    Sportsfreund Spiro Latsis hätte ich definitiv mit ins Boot geholt!!
    http://www.tagesschau.de/inland/spirolatsis100.html

    Die EU(dSSR) muß demokratischer und transparenter werden. Wie es derzeit läuft, wird jedweder Kredit verspielt. Über die Motive kann man streiten, aber N. Farage legt mit recht den Finger in die Wunde.

    Grüße an Michael und Frank – ich freue mich schon auf die nächste Metallwoche!

  11. Dornfelder sagt:

    Lieber Michael,

    Ich benutze eben auch, was mir als „Grauem Panther“ nicht immer leicht fällt, das www-Du.

    Du scheinst ebenfalls ein Saurier zu sein, der, nachdem all die Werte, die ehemals das menschliche Miteinander positiv prägten, über Bord gingen (gegangen wurden), diese noch als Maßstab für das Handeln anno 2011 anlegt.

    Gleichgültig, ob akademische Titel erschwindelt, Abermillionen ergaunert und in die eigene Tasche gesteckt bzw. im Ausland in Luxusanwesen investiert werden etc. – Die Justiz ist bei Prozessen, so sie stattfinden, griechisches Schmieren-Theater (Haffa-Brüder, Esser, Zumwinkel – – -).

    Politiker, die erkennen, wohin der Horror-Trip unaufhaltsam geht, ohne daß sie Einfluß darauf nehmen können, verlassen das sinkende Schiff. Politiker, die ein gerüttelt Maß an Mitverantwortung tragen, sind weiter im Amt oder steigen in der Karriereleiter auf. Ich denke da besonders an Herrn Asmussen, der diesen vermaledeiten Finanzprodukten Tür und Tor in Deutschland weit öffnete, um Deutschland „fit für die Wallstreet“ zu machen, und der als SPD-Mann jetzt in der schwarz-gelben Koalition als oberster Regulierer unser Finanzwesen wieder in Ordnung bringen soll (Perverser geht nimmer, oder ist das Plan??).

    C.F. von Weitsäcker hat in seinem Buch „Der bedrohte Friede“ die meisten Szenarien der letzten Jahre in Politik und Wirtschaft vorhergesagt. Ich hoffe, daß seine Vorausschau bezgl. Deutschland nicht bis zum bitteren Ende eintritt. Antiquarisch ist das Buch noch erhältlich!

    Nach einschlägigen Erfahrungen mit eigenen politischen Aktivitäten stellt sich mir, in fortgeschrittenem Alter, nicht mehr die Frage, wie kann ich öffentlich aktiv versuchen, in das Lenkrad einzugreifen. Nein, mir bleibt nur, dafür zu sorgen, daß meine Lieben nicht in Bälde wieder bei NULL anfangen dürfen. Und da, so meine ich, seid Ihr Beide, Frank und Du, auf dem einzig richtigen Weg.

    Herzl. Gruß und Dank für Euro Online-Mühe

    der Odenwälder

  12. Stuelpner sagt:

    Danke Michael prima Artikel.

    „Fragt sich nur, wer rettet denn die Retter in diesem gigantischen Schneeballsystem?“
    Es sieht eher so aus als wäre eine Rettung des Retters gar nicht beabsichtigt, sonder eher das Ausbluten.
    Siehe stonefights „bring den Klassenbesten in eine problematische (Währungs-)Klasse…”)“ um ihn dann leerlaufen zulassen.
    Mit der wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Stärke hatten unseren lieben Nachbarn in EU schon immer Probleme und man hat alles getan, um diese zubrechen. Wieso ist mir allerdings ein Rätsel, da ja grob geschätzt nach dem Marshallplan ohnehin 80% der Industrie den Typen hinter dem Teich gehört. Die Sache mit den Denkern hat ja die Ursel von den Laien gerade erst richtig gestellt.
    „“… Die Menschen, die sich aufmachen aus den neuen EU-Ländern, insgesamt gebildeter sind, mobiler sind, fleißiger sind, als das im Schnitt die Bevölkerung ist, in die sie hineingezogen sind.”

    @stonefights
    „Also wer davon träumt, dass protestierendes Hänschen damals auf der Mauer Gorbis Soldaten “gestoppt” hat, der möge ein wenig nachforschen in SEINER (Volks-)Geschichte !“
    Wirklich sehr dezent und unaufgeregt ausgedrückt, das krieg ich auch hoffentlich noch hin.
    Früher mal hat man Verräter einfach … jetzt werden sie belohnt und befördert. Selbst Judas ist mit seinen Silberlingen nicht glücklich geworden, heute ist eben manches anders.

    Zit. conan
    „Also zum Thema Hellmeyer kann ich nur sagen —“
    Nee da sag ich nichts mehr 😉

  13. Jochen sagt:

    Hallo zusammen,

    spontan zum Thema folgende Anmerkung:

    Hellmeyer ist top, bestechende Analyse

    Inflation/Hyperinflation:

    Es ist erstaunlich, wie die Meinungen hier auseinandergehen, wenn
    man Zeitungen/Internetseiten verfolgt.

    In diesem Zusammenhang fällt mir eine oft wiederholte Kernaussage der PSM Vermögensverwaltung,München ein (Anlagestil erzkonservativ): Zitat: inflationieren oder bankrottgehen.

    Ich kann es nicht konkret beurteilen, aber speziell PSM, übrigens sehr erfolgreich, dürfte nicht daneben liegen.

  14. my-tag » Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf » Rott … sagt:

    […] den Originalbeitrag weiterlesen: Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf » Rott … Teile und hab Spaß Mit Klick auf diese Icons kann man diese Webseite mit anderen Social […]

  15. samy sagt:

    Hallo Düsseldorfer,

    ein schöner, bissiger und richtiger Kommentar. Schockierend, nur noch Gesetztesbrüche können die Wirtschaft retten. Alternative Gesetzesänderungen werden dem Parlament nicht mehr zur Wahl vorgelegt. Wir steuern auf eine Plutokratie zu.

    Aber eine Sache sollten wir Herrn Walter dann doch zu Gute halten, nämlich das er sagt was er denkt. Egal welcher undemokratischer Teufel ihm reitet, dass die Entscheidungsträger endlich sagen was sie denken und wissen (!) ist doch die Grundlage aller demokratischen Diskussionen und Entscheidungen. (Walter wurde meines Wissens nach schon damals attackiert, als er wegen Lehman den Wirtschaftseinbruch richtig vorhersagte. Er sei unpatriotisch, so kam von so Manchem. Walter dürfte ebenfalls schon lange geschockt darüber sein, das die USA die Zinsen nicht erhöht. Er ist nicht der dümmste und schlechtesete, er ist nur auf einem Irrweg.)

    Die Offeneheit ist wohl ein Zeichen für den Ernst der Situation.
    Selbst Bernanke gibt derzeit offen zu, das den USA „extrem düstere Konsequenzen für die US-Wirtschaft“ drohen, so sie denn den Schuldendeckel nicht abheben. Immerhin, sie geben nun zu, „wir haben die Wahl zwischen Pest oder Cholera“, dass war noch vor 2-3 Jahren nicht so. Klingt vielleicht lächerlich, aber denkt mal über diese Entwicklung nach

    Viele Grüße und bitte noch mehr von Ihren/deinen Kommentaren.

    VG

  16. Kleine Presseschau vom 13. Mai 2011 | Die Börsenblogger sagt:

    […] Rott & Meyer: Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf […]

  17. Hans im Glueck sagt:

    ja guter Artikel!
    Die Propagandermaschine läuft, wenn ihr heute noch nicht gelacht habt dann schaut mal „Nachrichten“.
    Für wie blöd halten die uns??

  18. hannesb sagt:

    Gott sei Dank gibt’s das Internet – und darin Seiten wie diese. Wie dumm würden wir durch die Gegend laufen ohne diese Informationsquelle. An dieser Stelle ein ganz persönliches, großes Danke an die Macher dieser und anderer Seiten. Die vielen Kommentare runden das Bild vollends ab.
    Mein Bild wird dadurch immer klarer: Ein Zug fährt mit hoher Geschwindigkeit hangabwärts durchs grüne Tal. Lockführerin Angie, mit Motorradlederkappe aus den Fünfzigern und wehendem Haar, ruft permanent nach hinten: mehr Kohle(n) mehr Kohle(n). Der deutsche Michel auf dem Tender schaufelt was das Zeug hält sein Erspartes, seine Lebens- und Rentenversicherung in den Brennraum – und merkt es nicht, wiel Mutti es vorher so schön schwarz angemalt hat. Ja, die Mutti hat es im Griff, hat sie doch unter Erich eine exellente Ausbildung in Sachen Agitation genossen, sowas hilft ungemein.
    Im ersten Wagon, direkt hinter der Lok, sitzen eine Horde realitätsentfremdeter Parlamentarier und spielen zur Belustigung des Volkes „Reise nach Jerusalem“.
    Kritische Realisten sind nicht mehr unter ihnen, von Köhler bis Koch, sie sind längst abgesprungen (worden). An den Wänden des Abteils steht Muttis oberste Parole: „Niemand hat die Absicht, gegen eine Mauer zu fahren“. Die Parlamentsbande ruft begeistert: „Die Partei, die Partei, die Partei hat immer recht!
    In den Wagons der II. Klasse drängt sich das Volk und fragt sich, wo die Reise wohl hingehen soll.
    Durch die Medien erfahren sie nur Oberflächliches, die Mainstraemer haben längst die Rollos vor den Wagonfenstern runtergelassen und projezieren DSDS, Lena und Co. zur allgemeinen Belustigung drauf damit man nicht wirklich sieht was draussen vor sich geht.
    Das ganze Volk? Nein, ein kleiner Teil, vieleicht so jeder hunderste, hat durch das Internet hinter die Kulissen geschaut, ist entsetzt von dem Zug abgesprungen, sitzt auf einem kleinen goldenen oder silbernen Hügel, schaut sich das Schaupiel in Ruhe an und fragt sich „steht die Mauer wohl schon hinter der nächsten Kurve?“

    Ein goldenens Wochenende, herzliche Grüße vom Niederrhein und vor allem Danke für Eure Arbeit!

  19. stonefights sagt:

    @hannesb
    Dein Bild beschreibt sehr poethisch diesen letzten Akt der alten Welt.
    Alle Achtung ! Übrigens, das „Internet“ als „zerrissener“ Vorhang in deinem 2.Klassen-Abteil ist den Lokführern wohl bewusst ! Warum sonst bezeichnete Rockefeller es bereits vor langer Zeit als „… repräsentiert die ernsthafteste Gefahr für die nationale Sicherheit…“
    Aber ich frage mich immer wieder erneut, was mir der Ausblick auf die herannahende Mauer aus diesem Abteil hilft, letztendlich sitze ich trotzdem in diesem, wohl vielleicht mit einem Helm und gut gepolsterten Kleidung…
    Aber werde ich mich „gut“ fühlen, die vielen „Leichen“ im völlig zerstörten Waggon zu sehen ?
    Werde ich mein Helm, die Schutzkleidung behalten „können“, wenn immer mehr die immer näher kommende Mauer sichten ?
    Was wird während dessen alles in diesem Abteil passieren ?
    Wie werden sich die anderen mir gegenüber verhalten, die keine Schutzkleidung haben ?
    Wäre es nicht besser, nichts darüber zu wissen, um die Fahrt „glücklich“ gegen die Wand zu vollenden und „cut“.
    Um es mit ein wenig Sarkasmus zu beantworten, es wird nicht lustig !
    lg, stonefights

  20. sachse sagt:

    drei Tage später erst und nur weil ich den Comment hier am besten anhängen kann:

    Vergewaltigungsvorwürfe als Instrument amerikanischer Machtpolitik?

    Bei Assange haben wir das erst kürzlich gesehen. Wir finden Wilileaks ja sinnvoll und wirksam zur Begrenzung übergroßer und illegitimer Macht. Ihr solltet aber mal die Amerikaner hören: die veröffentlichte Meinung möchte ihn wegen Beeinträchtigung amerikanischer Interessen am liebsten hängen sehen. Asange ist 39 Jahre alt, vielleicht ist was Wahres dran?

    Nun Strauss-Kahn: Er ist letzten Monat 62 geworden, glaubt jemand diese Vorwürfe im ernst? Der Mann hat Altersflecken im Gesicht, hat er vielleicht eine Kalaschnikov benutzt, damit ihn eine Puppe bläst? Das glaubt doch keiner. Aber gefährlich ist er, als Chef des IWF weiß er mehr als Amerikaner einem Barbaren zugestehen.

    Ich erinnere mich spontan an eine Episode, die mir ein hochrangiger Banker über Köhler (vormals IWF) und seinen unglaubwürdig begründeten Abgang als BP erzählt hat: in der Woche vor dem Abgang war Köhler in China, normlerweise wird jeder Schritt des BP vom BPAmt aufgezeichnet und im Internet veröffenticht. Kindergartenbesuch hier und dort, Firma und Gesprächspartner hier und dort – über seine Chinareise: fast nichts! Er soll seinem deutschen Arbeitgeber zugunsten der Weltwährungsordnung gekündigt haben. Er soll China beraten!! Er ist wohl der einzige neutrale Fachmann von höchster Reputation, der für diese Aufgabe zur Verfügung steht, das ist richtig. WAS MACHT KÖHLER? WAS BRINGEN 3 MONATE STILLSCHWEIGEN VON STRAUSS-KAHN? WAS IST TATSÄCHLICH LOS?

  21. ben sagt:

    Hallo Sachse,

    Deine Gedanken waren heute auch meine.
    Jedoch fürchte ich, dass am Ende (wie auch immer) die Amerikaner die Nase wieder vorne haben werden.
    Ich kann mich mit diesem System nicht mehr identifizieren und versuche irgendwie mitzuschwimmen…

    Gruß Ben

    P.S. Übrigens, in meinem Freundes- und Bekanntenkreis halten mich viele für neurotisch und sehen mich als „Schwarzmaler“. Geht Euch das auch so???

  22. matt06 sagt:

    Hallo Ben,…ja du bist absolut nicht allein,habe meine Freunde versucht über Geld und Zinsen aufzuklären,über Silber und all das was uns noch „Denkenden“ in dieser Zeit wichtig erscheint.Damit stehe ich nun in der Ecke und es fällt mir schwer im Freundeskreis ein normales Gespräch zu führen da ich das, was ich wirklich Denke nur noch 2 verbliebenen sehr guten Freunden mitteile.Der erweiterte Freundeskreis macht sich ernsthaft gedanken um mich! Beste Grüsse Matt06

    • Frank Meyer sagt:

      Was haltet Ihr davon?
      Man könnte doch sagen, man wolle keinesfalls darüber reden. Ungefragt sollte man sowieso überlegen, was man sagt.

      Außerdem würde es sowieso niemand verstehen. Es ist etwas, was „Du“ sowieso nicht verstehst. Aber bitte mach Dir keine Sorgen. 🙂

      Psychologen sagen, man hört eh nur das, was man hören will – ebenso beim Lesen.

      • samy sagt:

        Hi, ich denke hier spielt (Massen)Psychologie durchaus eine Rolle.

        Menschen fürchten nicht vieles mehr als, von der Gesellschaft verstossen zu werden, sie vermeiden extreme Standpunkte.
        Menschen bauen auf Erfahrungen auf, um zügig und effizient zu handeln. Ein solches Szenario, wie es sich da vielleicht entwickelt triit aber wohl nur alle 60-100 Jahre oder so auf. Erfahrungen, auf die man aufbauen könnte, die fehlen einfach.
        Auch das Phänomen Verdrängung spielt eine Rolle. Die Zahlen liegen auf dem Tisch, alle ignorieren sie oder gucken DSDS.

        Hoffe als Empfänger deine Signale im Sinne von Schulz von Thun richtig gedeutet zu haben.

        VG

    • Mbhdeluxe sagt:

      Hallo,

      ungefragt mit solchen Themen anzufangen ist im Moment sehr schwierig. 2008/2009, wo man zum Frühstück bei n-TV schon Berichte gucken konnte, wie viele Häuser denn heute schon wieder zwangsversteigert werden mussten, hatten die Leute für sowas ein offenes Ohr. Heutzutage können die Medien solche Themen ganz gut zu umgehen. Dies und der CuB ( Crack-up Boom, von dem ich auch ein Anhänger bin ) spielen den Menschen eine heile Welt vor, daher ist es jetzt wenig sinnvoll Aufklärungsarbeit zu leisten. Zudem steht jedem das Internet offen, keiner wird gehindert. Und auch bei seinen eigenen Überlegungen muss man sich bewusst sein, dass man vielleicht falsch liegt und seine Strategie/Positon immer wieder überdenken. Hinzu kommt, dass der zeitliche Ablauf einer, auch meiner Meinung nach, immer wahrscheinlich werdender Hyperinflation nicht genau bestimmbar ist.
      Wenn man nun vorher viel Werbung für das Thema gemacht hat und die Obersten schaffen es doch noch ein/zwei Jahre hinauszuzögern, dann steht man wie der Prophet mit missglückter Prophezeihung da.
      Desweiteren macht man sich ja auch Gedanken um die Lagerung von Metallen, Nahrungsmittelvoräten usw. und wenn viele wissen, dass du dich vorbereitet hast, klopfen sie in der Not bei dir und wollen was abhaben, das erste mal freundlich, was dannach passiert weiß keiner.

      In diesem Sinne, nur mit Leuten reden, wo man sich sicher ist und ansonsten sind wir ja auch noch da 🙂

      Ich hab das auch schonmal durch, die Leute beruhigen sich wieder und vergessen es vielleicht, nur ne Frage der Zeit…

      MfG und frohes Schaffen 🙂

      • hannesb sagt:

        Zitat: „…Desweiteren macht man sich ja auch Gedanken um die Lagerung von Metallen, Nahrungsmittelvoräten usw. und wenn viele wissen, dass du dich vorbereitet hast, klopfen sie in der Not bei dir und wollen was abhaben, das erste mal freundlich, was dannach passiert weiß keiner…“

        Genau aus diesem Grunde antworte ich Leuten, denen ich damals von meiner Vorsorge erzählt habe und die mich heute fragen ob ich dass immer noch betreiben würde „Nö, hat sich wohl erledigt, alles wieder aufgelöst und verkauft, es geht doch Gott sei Dank wieder aufwärts.“ Haben die also recht behalten – und wenn es so weit ist wissen die, das bei mir als Letzter was zu holen ist.

  23. elaide sagt:

    Lieber Michael aus Düsseldorf,

    Du siehst an den Zuschriften, wie sehr das Thema „Demokratie“ Deine Leserschar bewegt.
    Deinen Abschlussworten in der letzten Metallwoche hatte ich entnommen, dass Du auch Kommentare zu anderen Artikeln liest.
    Deshalb habe ich heute gegen Mittag in meinem Kommentar zu „Von Finnen und Wahrheiten“ an Dich die implizite Frage gerichtet, ob Du tatsächlich – so wie der Titel dieses Artikels es aussagt – glaubst, dass wir in einer Demokratie leben, und zwar in Anbetracht der Gesetzesbrüche, der verfassungsrechtlichen Verstöße unserer Regierenden und deren Arroganz, mit der sie sich über Amtseide und Mandatsverpflichtungen hinwegsetzen (s .z .B. das „Verantwortung übernehmen“ durch Rücktritt und das etwas nicht „gewollt“ haben).

    An dieser Stelle formuliere ich nun die Frage direkt an Dich gerichtet: Bist Du der Ansicht, dass wir in einer Demokratie leben?“

    Sehr freuen würde ich mich, Deine Sicht zu erfahren.

    Viele Grüße
    Elaide

  24. Adeke sagt:

    Bonjour, cher Monsieur de Düsseldorf,

    merci vielmals auch für diesen aufrüttelnden Artikel!
    Allerdings, finde ich auch, dass – wie von Elaide kommentiert – der Zuruf „Wer in der Demokratie schläft…“, der zudem noch mal im Text des Artikels wiederholt wird (!), schon ein wenig irritiert.
    Deshalb schließe ich mich dem Wunsch nach Aufklärung des vorausgegangenen Kommentars an.

    VG und bonne journée
    Adeke

  25. Der Duesseldorfer sagt:

    @Elaide

    @Adeke

    Schönen guten Tag die Damen,

    trügt mich mein Gefühl oder habt „ihr beide“ euch rein zufällig beim abendlichen Lauf an der Außen – Alster getroffen und beschlossen, mich etwas in Bedrängnis zu bringen? 🙂

    Ihr wisst doch ganz genau, dass ich allein bei dem Versuch eure Frage zu beantworten, ob wir in einer Demokratie leben, nur verlieren kann. Dazu ist der Begriff der Demokratie leider zu beliebig dehnbar und weder ein Ja, noch ein Nein würde der Sache im Geringsten gerecht.

    Jedoch, will ich nicht versuchen mich aus der Affäre zu stehlen, denn schließlich war ich es, der „die Geister“ mit dem Titel und der Wiederholung im Inhalt erst rief.

    Die von Elaide in ihrem Kommentar unterstellte Formulierung eines „Weckrufes“ durch den Gebrauch dieses Titels kommt dem Ganzen deshalb wahrscheinlich am nächsten. Es würde sonst einen eigenständigen Beitrag zum Thema erfordern und brächte uns am Ende wahrscheinlich auch nicht viel weiter. Ich möchte deshalb schlicht beim „Weckruf“ bleiben. Vielleicht reicht ja die durch meinen Titel ausgelöste Irritation bereits aus, dass sich der/die Ein oder Andere näher mit der Thematik befasst, ob wir in einer Demokratie leben. Bildung und ein hohes Informationsniveau sind entscheidende Vorraussetzungen, um nicht länger menschlichen Illusionen zu erliegen. Dies setzt aber bekanntlich erst einmal die Bereitschaft jedes Einzelnen voraus sich auch wirklich bilden zu wollen, an qualifizierte Informationen zu gelangen und sich mit denen auch noch kritisch auseinander zu setzen. Die hiesige Diskussion zeigt, dass sich ein paar „Willige“ bereits versammelt haben. Vielleicht werden es ja langsam aber sicher auch noch mehr?

    Da der Blog hier aber auch vom Spaß und politischem Witz lebt, hier noch zwei „mögliche“ Erklärungen zur Demokratie:

    Die ganz einfache wenn auch platte Erklärung:
    Fragt der Sohn den Vater: „Vati, was ist eigentlich Demokratie?“
    Da sagt der Vater:
    „Also… Ich verdiene unser Geld, ich bin der Kapitalismus… Deine Mutter verwaltet das Geld, sie ist die Regierung… Da sich alles um dich dreht, bist du das Volk… Das Dienstmädchen ist die Arbeiterklasse und dein kleiner Bruder ist die Zukunft!“

    In der Nacht wacht der Sohn auf, weil der Bruder in die Windeln gemacht hat und schreit… Da geht er ins Schlafzimmer der Eltern und versucht die Mutter zu wecken, doch die schläft zu fest… Also geht er den Vater suchen, er sieht ihn dabei wie er sich mit dem Dienstmädchen „vergnügt“ (wird aber nicht bemerkt)

    Am Morgen sagt der Sohn zum Vater:
    „Vati, jetzt weiß ich was Demokratie ist… Die Regierung pennt, während der Kapitalismus die Arbeiterklasse missbraucht… Das Volk wird ignoriert und die Zukunft liegt total in der Scheiße!!!“

    Und hier die interlektuelle Erklärung:

    http://www.ndr.de/unterhaltung/comedy_satire/intensiv-station/audios/intensivstation577.html

    In diesem Sinne,
    grüßt Michael, der Düsseldorfer

    • stonefights sagt:

      Lachen ist gesund, und das will ich bleiben ! DANKE.

    • retracement sagt:

      Will ja keine Spassbremse sein, jedoch (wollte ein ABER vermeiden) läufts in Italien ja seit den 80ern ja auch ohne jede Regierung. Man möge mir bitte das Gegenteil beweisen. Wer etwas über partielle Selbstverwaltung lernen möchte, sollte sich das Sozio-Gefüge der Italiener etwas näher anschauen. Möglicherweise eine Gesellschaft, die in ihrer Härte ein paar Jahre mehr Erfahrung hat.

  26. Krisu sagt:

    Abend zusammen. Das Silber übergibt sich mal wieder und es ist heiß in der Küche.. Ich bekomme langsam den Silber-Blues und fühle mich wie ein Seekranker. Ich überlege, alle Gold-, Silber- und Finanz-Webseiten aus dem Favoriten-Ordner zu löschen bis November… Gute Nacht..

    • retracement sagt:

      Alles nur Pre-Kuh-Eh-Drei-Geschugge! Mitte Juni hättest Du dann gerne die Favoriten wieder. Und ja, ich hatte mich schon schlafen gelegt, jedoch ist es sehr schwer zur Ruhe zu kommen. Die Grenzen zur Real-Satire der Headlines in den letzten drei Wochen lassen mich manchmal aufschrecken. Es wird immer noch alles so ins Lächerliche gezogen und versucht die antrainierten Muster zu reanimieren. Das reisst mich dermassen!

    • Frank Meyer sagt:

      Seltsam.. Was hat Silber in diesem Diskussionsfaden zu suchen?

  27. Krisu sagt:

    Ja, mich haben Morpheus und Sandmännchen auch noch nicht rumgekriegt, das wird morgen wieder ein Tag mit übler Müdigkeit. Ich esse jetzt vor Frust noch ein paar Hühnerschenkel auf Lauchgemüse, frisch aus dem Ofen. Ich bin noch im Idealgewicht, kann also noch einigen Silberfrust wegfuttern bis Mitte Juni.. 🙂

    • retracement sagt:

      Warum Frust? Silber ist letztlich wie eine sonntägliche Andacht in der Kirche. Allein der Pfarrer macht sie gut oder besser. Aber deshalb am Glauben zweifeln? Neue Götter? Leider alternativlos in einer Religion.
      Hoffentlich liest das der Holger nicht. Der mischt ja nur noch bei weissgarnix mit.

  28. Krisu sagt:

    So religiös habe ich das Silber noch gar nicht betrachtet; vielleicht sollte ich mal einen silbernen Meßbecher kaufen.. Übrigens: dank dir für den Zuspruch!!

  29. elaide sagt:

    @ Michael den „Düsseldorfer“:

    Lieber Michael aus Düsseldorf,

    aber Holla! – You’ve made my day!
    Das war wirklich eine vielfältig freudige Überraschung. Und dann habe ich auch noch so herzhaft lachen können. Adeke hat – so wie ich sie kenne – wahrscheinlich wieder ‘mal förmlich gegluckert und gequietscht, als sie Deine Antwort las.

    Bingo! I confess: Zwar habe ich Adeke nicht beim Laufen getroffen, aber wir pflegen eine inniges verwandtschaftliches Verhältnis, sind gewissermaßen Schwestern im Geiste und hatten wegen unserer Kommentare tatsächlich am Wochenende gemeinsam überlegt, ob wir wegen des Titels nicht ‘mal nachhacken.

    Nein, wir haben nicht eine Sekunde geglaubt, dass wir Dich, den wir durch seine Beiträge ganz außerordentlich schätzen, in Bedrängnis bringen könnten.
    Es ist nur so, dass wir immer wieder bass erstaunt sind, wie sich der Gebrauch von Begrifflichkeiten verselbstständigt und nur wenigen bewusst ist, worüber eigentlich gesprochen wird.
    Erstaunlich und befremdlich zugleich fanden wir beide auch, dass selbst in diesem Blog, in dem so viele gehaltvolle Kommentare geschrieben werden, es durchaus passiert, dass Leser sich in erster Linie von den Titeln leiten lassen. Richtig schlimm fanden wir das bei einem Bericht des Bankhauses Rott mit dem Titel „Ab wann ist man reich?“ Adeke, die sich ja gerne auf das Verteilen von netten Komplimenten beschränkt, hat doch glatt einen empörten Drei- oder Vierzeiler geschrieben.

    Um aber auf das Thema „Demokratie“ zurückzukommen:
    Du hast völlig recht, wenn Du schreibst, dass die gedankliche Auseinandersetzung mit dem Wesen der Demokratie zunächst einmal anspruchsvolle Grundlagenforschung erfordert. Sie reicht in die Bereiche des Verfassungsrechts und der Rechtsphilosophie hinein, von denen auch ich keinesfalls ausreichende Kenntnis habe, um kompetent darüber diskutieren zu können.

    Auch deshalb finde ich Deine „einfache Erklärung“ vraiment génial!
    Kein magenbelastender rechtsphilosophischer Exkurs, sondern konkret, selbst für mich nachvollziehbar und obendrein „zum Kugeln“.

    Zu der „intellektuellen“ Erklärung, die auf der verlinkten Seite zu finden ist, könnte nur Adeke – falls überhaupt – , nicht jedoch ich, etwas sagen. Das ist wirklich schwerer Stoff, der dort präsentiert wird:

    Kant: Demokratie ist der Weg um Despotismus.
    Perikles: Demokratie und Freiheit sind Gegensätze.
    Rousseau in seinem „Gesellschaftsvertrag“: Der Wille der Allgemeinheit lässt sich nicht vertreten. (s. Du Contract Social ou Principes du Droit Politique).

    Dass Adeke sich noch ’mal meldet, halte ich für die absehbare Zukunft für ausgeschlossen.
    Die wird derzeit auf verschiedenen Fronten derart in Anspruch genommen, dass sie kaum ihre allerdringlichsten Arbeiten erledigen kann. Deshalb, so sagte sie mir, muss sie sich auf unabsehbare Zeit von der Internetseite Rott & Meyer und allem was damit zusammenhängt komplett lösen.

    Ich denke aber, dass ich für uns beide sprechen darf, wenn ich mich mit einem herzlichen Dankeschön verabschiede, weiterhin bon courage wie auch bonne chance wünsche und sage:
    jusqu’ à un de ces jours … .

    Elaide

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