Wer braucht schon Mathe, wenn es ums Weltklima geht

23. Juni 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Bankhaus Rott

Über viele Dinge spricht man nicht gerne. Bei einigen Menschen gehört die Mathematik dazu. Über andere Sachen redet man sehr viel. Über das Klima zum Beispiel. Gerne redet man auch ohne grundlegende mathematische Kenntnisse von komplexen Modellen. Außer durch stetige Wiederholung sind viele der geäußerten Meinungen jedoch oft durch nichts untermauert…

Erinnern Sie sich noch an das Mathe-Desaster an der Alster? Nein? Das ist bemerkenswert, denn die  Geschichte ist wesentlich interessanter als etwa die Meinung von Schauspielern zur gefühlten Bedrohung des Eisbärenbestandes auf der Nordhalbkugel.

Leider ist die Berichterstattung des Staatsrundfunks offenbar vor allem an Quoten und politisch opportuner Darstellung ausgerichtet.

In der Hansestadt geschah folgendes. Im Rahmen des bundesweiten Zentralabiturs wurde eine Probeklausur im Fach Mathematik geschrieben. Das Ergebnis war niederschmetternd.

(Hamburger Abendblatt) Im April 2017 werden die Abiturienten in zahlreichen Bundesländern erstmals gleiche oder sehr ähnliche Abituraufgaben in den Kernfächern lösen müssen. Als einziges Bundesland hat Hamburg deshalb Mitte Dezember 2016 alle Schülerinnen und Schüler erstmals in Mathematik eine Probeklausur unter den neuen Abiturbedingungen schreiben lassen, damit sich die Schülerinnen und Schüler auf die veränderten Aufgaben einstellen können. Dabei bestätigte sich die Einschätzung vieler Fachleute, dass die bundesweit vorgesehenen Mathematikaufgaben sehr schwer sind. Erste Rückmeldungen aus den Schulen weisen darauf hin, dass der Notendurchschnitt der Mathe-Klausuren auf einen Notendurchschnitt von 3,9 gesunken ist.

Hier geht es zu den Noten der einzelnen Schulen. Man achte auf die Werte der Stadtteilschulen im unteren Abschnitt. Man darf gespannt sein, wie die Abiturnoten in den anderen Bundesländern dieses Jahr ausfallen.

Die Aufgaben wurden ebenfalls veröffentlicht. Hier die vier ersten Aufgaben aus dem Aufgabenpool basierend auf dem „grundlegenden Anforderungsniveau“ in den Bereichen Analysis, analytische Geometrie, lineare Algebra und Stochastik.

  

Es geht jedoch nicht darum, ob jeder solche Aufgaben lösen können sollte, sondern ob diese für eine Abiturprüfung angemessen sind. Einen auffällig hohen Schwierigkeitsgrad kann man nicht erkennen, auch wenn natürlich das Fach dem einen mehr liegt als dem anderen und die Schüler für mehrere Fächer lernen müssen. Letzeres war allerdings schon immer so. Daher ist eine Durchschnittsnote von 3,9 durchaus ernüchternd.

Angesichts der Defizite auf eine niedrige Bedeutung des entsprechenden Fachs zu schließen ist ebenso wenig hilfreich wie die Bedeutung nennenswerter Grundkenntnisse klein zu reden. Studiengänge wie Mathematik- oder Chemie werden wohl auf absehbare Zeit nicht zu einer Massenbewegung. Die Bedeutung dieser Fächer in Abrede zu stellen, darauf würden aber wohl nur wenige kommen. Schlussendlich darf man sich hinsichtlich der Beurteilung der Bedeutung einzelner Fächer fragen, wie man ohne sehr gute Stochastikkenntnisse eine saubere empirische Forschung in den Sozialwissenschaften betreiben möchte. Zum Glück ist im Flugzeugbau noch niemand auf die Idee gekommen, davon auszugehen, dass eine Maschine fliegen müsste, nur weil es blöd wäre wenn sie es nicht täte.

Erschreckend ist die auch medial gesteuerte Asymmetrie der Schwerpunktsetzung. Schaut man sich an, wie dauerhaft und umfassend über „Gender-Mainstreaming“ diskutiert wird und wie bizarre Diskussionen darüber geführt werden, ob man durch 45 Minuten katholische Religionslehre pro Woche in der Schule kleine Kinder zu fiesen Kreuzrittern verzieht, kann man sich nur rasch zwicken und darauf hoffen, schnell aufzuwachen. Würde man nur halb so aktiv über fachliche Defizite in den wissenschaftlichen Fächern sprechen, wäre schon einiges gewonnen. Die Lösung bei katastrophalen Mängeln sieht aber in der Regel anders aus. Die wichtigste Frage für einige Großplaner sind bekanntlich nicht die Kenntnisse sondern wie viele Inklusionsfachkräfte den Mathematikunterricht der Oberstufe bereichern sollten oder ob es langfristig schädlich ist, wenn die Frauenquote unter den Mathematik-Lehrern unter 23,7% sinkt.

Die lückenhaften Kenntnisse bekommt man im Norden aber auf kreative Art und Weise rasch und ohne leidige Verkomplizierung in den Griff. Hier der bemerkenswerte Ansatz des Hamburger Bildungssenators:

(Hamburger Abendblatt) Schulsenator ordnet bessere Mathe-Noten an

Schulsenator Ties Rabe (SPD) hat bei der Probeklausur für das Abitur im Fach Mathematik die Notbremse gezogen. Der Notendurchschnitt in der Probeklausur beträgt nur 3,9.
 
Die Schulbehörde setzt die Zensuren um eine ganze Note herauf.

Dafür sollte man eigentlich fristlos gefeuert werden. Im Grunde ist das was droben mit den Schulnoten passiert aber auch nichts anderes als das, was die Europäische Zentralbank mit den Anleihekursen macht. Europäische Konsistenz bis in den letzten Winkel. 

Es gibt natürlich auch andernorts, etwa in Berlin, Oasen der mathematischen Trostlosigkeit. Ach Berlin, „Dickes B“ und viel Blabla, selbst beim Irrsinn bist Du führend. Nachsichtig aber dennoch mit Grausen denkt man an die geradezu debile Aufgabe, die an der Spree vor einiger Zeit den Schülern einer zehnten Klasse in Mathematik gestellt wurde. Ach, das haben Sie in der Tagesschau auch nicht mitbekommen? Stimmt, darüber wurde nicht berichtet. Vermutlich hatten Jogis Jungs an diesem Tag Trikot-Waschtag. Man muss Prioritäten setzen.

Hier die Geschichte.

(Tagesspiegel) Besonders verärgert waren die Lehrer über eine Aufgabe, die sich auf dem Niveau der dritten Klasse befand. Dort waren drei Ziffern (2,3,6) gegeben. Die Schüler sollten aufschreiben, welches die „größte dreistellige Zahl ist, die aus diesen Ziffern gebildet werden kann“

Wohlgemerkt, es geht hier nicht um Drittklässler sondern um die Prüfung von Menschen nach zehn Jahren Schulbesuch. Auch viele Lehrer empfanden dies offenbar als peinlich.

(Tagesspiegel) Bei dieser Aufgabe hätten sich ihr die „Zehennägel hochgekrümmt“, sagt eine Gymnasiallehrerin. In Berlin müssen auch die Gymnasiasten an den Prüfungen zum Mittleren Schulabschluss (MSA) teilnehmen.

Sicherlich wollte man aber einfach niemanden mit anspruchsvollen Aufgaben einschüchtern. Das echte Leben mag hart sein, aber es ist nie zu spät es zu ignorieren.

Man hat den Eindruck, viele Schüler werden zumindest in Teilen des Systems wie komplett Bescheuerte behandelt. Dieser Ausdruck mag politisch nicht korrekt sein, aber jeder sollte wissen was gemeint ist. Man versucht eine traurige Lage zu ignorieren möglicherweise gar zu verschleiern, indem man die Ansprüche auf Null herunterschraubt und im Zweifelsfall die Noten anpasst. Es ist ein bisschen wie die Veröffentlichung der Menge der transportierten Kartoffeln in der Sowjetunion. Man erntet eine Tonne, kutschiert diese zweimal von Moskau nach Perm und zurück, woraufhin man stolz eine über die Teilstrecken summierte Transportmenge von vier Tonnen verkündete. Nur mit dem Sattwerden hat es aus bis heute ungeklärten Gründen dennoch nicht immer geklappt.

Dummerweise pflanzen sich manche Dinge fort. Geringes Wissen ist eine der vielen Spielarten dieses Karies-Syndroms. So hört man aus der Hauptstadt folgendes:

(Berliner Zeitung) Viele angehende Grundschulpädagogen an der Freien Universität (FU) sind erbost. Denn fast 40 Prozent von ihnen sind durch eine Klausur im Pflichtbereich Mathematik gefallen, auf die sie sich mit großem Zeitaufwand vorbereitet haben. (…)

„Hätte die Dozentin nicht im Nachgang eine Aufgabe komplett gestrichen, wären sogar 80 von 108 Studierenden durchgefallen“, sagte Studentin Neele R., eine der Betroffenen, der Berliner Zeitung.

Eine bemerkenswerte Quote und eine bekannte Reaktion. Auf schlechte Leistungen folgt eine einfache Lösung. Wenn man sich von kleinen Stichproben verleiten lassen würde, könnte man ein Muster ausmachen, aber in diese Falle will ja niemand tappen.

Unbeeinflusst von vorhandenen Wissenslücken oder möglicherweise gar von selbigen gefördert, meint mancher dennoch komplexe Systeme durch eine Linie beschreiben zu können. Wer erinnert sich nicht noch an den „Hockey Stick Chart“ des gescheiterten Präsidentschaftskandidaten Al Gore, der seine neue Karriere als Polititpensionär mit eben dieser Grafik startete. Leider war der Verlauf falsch, aber wenn es um die gute Sache geht, dann sind Fehler natürlich verzeihlich, vor allem wenn es nur um so etwas lapidares und langweiliges wie Daten geht.

Warum gehen manche Menschen, die offenbar bereits bei Differentialgleichungen ersten Grades ins Schwimmen kommen, davon aus, komplexe Klimamodelle auch nur im Ansatz zu verstehen und sogar aktiv an einem politischen Klimakreuzzug teilzunehmen? Es muss an der guten alten Wissenschafts-Regel liegen. Je mehr man weiß, desto eher sieht man, wie viel man nicht weiß. Sollte der Umkehrschluss ebenfalls gelten, dann denkt derjenige, der nichts weiß, er wisse alles. Das klingt zwar nicht ermutigend aber leider schlüssig. Vermutlich sind es wohl auch nicht unbedingt diejenigen, die sich bis zu den Matheprüfungen durchgeschlagen haben, die am lautesten schreien.

Denn gestützt werden die teils schrillen Parolen der Bewegung nicht aus einer Überschätzung der Mathematik-Fähigkeiten heraus sondern aus zwei anderen Quellen. Zum einen hat man das angenehme Gefühl, sich für eine gute Sache ins Zeug zu legen. Umweltschutz mag schließlich jeder. Andererseits wird das gute Gefühl durch den Hang des Menschen verstärkt, gefühlte Plausibilität mit wissenschaftlicher Genauigkeit gleichzusetzen. Wer kennt nicht die Gartengespräche, in deren Verlauf man Sätze hört wie „es ist doch klar, dass die Wetterextreme zunehmen“. Zahlen haben wenige parat, aber es gab ja drei mal Starkregen in den letzten zwei Jahren, einmal davon sogar im Nachbarort.

Abseits der alltäglichen Berichterstattung gibt es viele wissenschaftliche Artikel zum Thema. Dabei wird durchaus kontrovers diskutiert, was in den Medien leider wie bei vielen anderen Themen nicht der Fall ist. Begriffe wie „Leugner“ oder „Skeptiker“ sind wohl kaum Teil einer ernsthaften wissenschaftlichen Diskussion sondern erinnern eher an das Europa vor der Aufklärung.

Ein interessanter Artikel, der hier nur als Beispiel dienen soll, ist die Kurzfassung von „50 Jahre kontinuierliche CO2- Messung auf Mauna Loa“ (Text von Beck) des Biologen Ernst-Georg Beck. Diese ist unabhängig davon, wie man zur Thematik steht, interessant.

(Ernst-Georg Beck) Keeling ignorierte völlig die umfangreichen CO2 Messungen der letzten 200 Jahre, die in über 390 wissenschaftlichen Arbeiten dokumentiert sind. Dabei haben die bekanntesten Wissenschaftler der Geschichte wie Robert Bunsen, Konrad Röntgen, oder die Nobelpreisträger A: Krogh und Otto Warburg den CO2-Gehalt der Luft
präzise gemessen.

Keeling war nachhaltig von den Arbeiten des englischen Ingenieurs Guy Callendar beinflusst. Callendar war der Erfinder des „menschengemachten Klimawandels“, was sich 2008 zum 70sten Mal jährt. 1958 veröffentlichte er nochmals eine ähnliche Zusammenstellung mit 30 historischen Messungen. Dabei verwarf er alle, die mehr als 10% vom langjährigen Mittelwert abwichen und nicht zu dem vermuteten Anstieg der CO2-Konzentration, genannt „fuel line“ durch zivilisatorisches CO2 passten.

(…) Trotzdem gibt es noch viele Unbekannte, wie zum Beispiel die vulkanischen und anderen geologischen Bodenausgasungen auch am Meeresboden, die erst zum kleinen Teil global bekannt sind. In den letzten Jahren sind sowohl in Grönland als auch in der Westantarktis mehrere unterirdische aktive Vulkane festgestellt worden, die beträchtlich zum dortigen Schmelzprozess beitragen. Unbeirrt davon behauptet das IPCC, man verstehe den Kohlenstoffzyklus umfassend, um Szenarien simulieren zu können, die eine Aussagekraft von ca. 90% Wahrscheinlichkeit hätten. 

Hat Herr Beck Recht? Wir wissen es nicht. Der letzte Absatz aber zeigt wie sehr das Selbstverständnis eines Wissenschaftlers – man weiß, dass man nicht alles weiß – vom Selbstverständnis des offenbar allwissenden IPCC und vieler anderer Darsteller abweicht. Es sollte aber eben nicht darum gehen, sich Dogmen um die Ohren zu hauen.

Ein interessanter Nebenaspekt:

Das Labor von Charles Keeling hat das weltweite Monopol der Kalibrierung aller CO2 Messungen (WMO 2001/2003). Das IPCC hat dieses Verfahren akzeptiert, C. Keeling war Mitautor der IPCC-Berichte

Mit dem Klima ist es scheinbar ein bisschen wie mit dem Krieg und dem Frieden. Vielleicht wird’s ja mal zwei Grad friedlicher. Das wäre doch mal ein greifbares Ziel, für dessen Erreichung die Grundrechenarten vollauf genügen. Ansonsten bleibt es leider dabei: „Eine schnelle Behauptung ist häufig wirksamer als ein langsamer Beweis“. Schade.

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7 Kommentare auf "Wer braucht schon Mathe, wenn es ums Weltklima geht"

  1. Aristide sagt:

    „Die Schulbehörde setzt die Zensuren um eine ganze Note herauf.“

    Als ich diese Nachricht zum ersten mal las – ich weiß nicht mehr auf welcher Website – musste ich herzhaft lachen, denn ich war natürlich davon überzeugt, dass es ein Beitrag der Satireseite http://www.der-postillon.com/ ist. Das Lachen blieb mir im Halse stecken, als ich feststellen musste, dass es Realität war. Unfassbar. Immerhin lässt sich der Wert der verantwortlichen Politiker mathematisch beschreiben: er konvergiert gegen Null. 😉

  2. Adam Smith sagt:

    Eine sehr unterhaltsame und informative Kolumne, dazu noch frei von General Gaga wie LehrerInnen und Schüler/Schülerinnen oder gleich Studierenden. Sehr gut, Herr Rott!

  3. Don_Juan_Matus sagt:

    Was sie, Herr Rott da trefflich beschreiben ist die Bankrotterklärung unseres Bildungs- und Wissenschaftssytems.
    Wenn man jemanden (Bertelsmann-Think Tank?) die Aufgabe stellen würde, wie man unser Bildungssystem am Besten kaputt macht, würde man auf genau die befürworteten / durchgeführten „Maßnahmen“ kommen! Und zusammen ergeben sich noch „Synergieeffekte“.
    – zig verunglückte Rechtschreibreformen
    – Verkürzung des Abiturs um ein Jahr
    – Keine wirkliche Entschlackung des Lehrplans
    – Abschaffung der Noten / Nichtversetzung
    – „Inklusion“
    – kaputt sparen

    Das Grundproblem jedoch liegt tiefer:
    Will man allseitig interessierte, intelligente, wache und kritische Jugendliche heranziehen?
    Nein!
    Man will dumme, manipulierbare Arbeitssklaven formen, die nur fleißig konsumieren!
    Genau deshalb passen die unsäglichen Reformen in’s (neoliberale) Konzept.
    Und Wissenschaft wird zur Markt-konformen Religion gemacht.
    Dass man bei kritischer Diskussion zum Klimawandel zum Herätiker wird, wird erst verständlich,
    wenn man weis wieviele Milliarden – mit der behaupteten Bekämpfung – damit verdient werden.
    Wieviele Wissenschaftler mit wievielen Forschungsgeldern angefüttert werden soll niemand wissen.
    Jedoch kein einziges Wort / Gedanken zu wirklich funktionierenden Maßnahmen (weniger Resourcenverbrauch, weniger Chemie, weniger Produktion, …)
    Dafür soll es mehr Technik, mehr Produktion, mehr Elektroautos, mehr Zertifikate, … richten.
    Für diese Logik braucht es dann unbedingt besagtes Bildungssystem.

  4. bluestar sagt:

    Klasse Artikel liebes Bankhaus Rott, immer wieder grandioser Stil.
    Irgendwie hat mich die Beschreibung des Prüfungsprocedere und der Notenvergabe an die „knallharten“ Stresstests der Banken erinnert. Wie im Großen so im Kleinen.

    Schönes WE.

    • Adam Smith sagt:

      Die unzähligen Bildungsreformen waren allesamt im Interesse der Lehrer und folgten der Logik ihrer Gewerkschaft.
      Wie wäre es denn, wenn wie in einem Nachbarland die Schulgemeinde zweimal in der Lehrerlaufbahn über den Verbleib an der Schule abstimmen würden? Einmal bald nach dem Eintritt in den Schuldienst und ein zweites mal vor der Erteilung einer Lebenszeitstelle?

      Wie wäre es denn, wenn Wie in einem anderen Nachbarland die Lehrer in den Sommerferien Nachholkurse für die Sitzenbleiber geben würden in einer Kleinstgruppenbetreuung. Die dann vom Sitzenbleiben bedrohten „bedingt Versetzten“ machen vor dem Schuljahresbeginn eine Ergänzungsprüfung, um in ihre alte Klasse zurückzukehren. Im Ergebnis gibt es sehr wenige Schulabbrecher und Durchfaller, aber nicht mit Tricks, sondern mit zusätzlichem Fleiss.
      Wird sich bei uns aber niemals durchsetzen lassen, denn die Leistungsverweigerer sitzen nicht vor dem Lehrerpult sondern dahinter.

    • Skyjumper sagt:

      @Adam Smith
      „Wird sich bei uns aber niemals durchsetzen lassen, denn die Leistungsverweigerer sitzen nicht vor dem Lehrerpult sondern dahinter.“

      Das es sich nicht flächendeckend durchsetzen wird, damit liegen Sie vermutlich richtig. Aber Ihre begründung ist m.E.n. nicht korrekt, da nicht tiefschürfend genug. Leistungsverweigerung liesse sich ja, so denn gewollt, disziplinieren. Egal ob vor oder hinter dem Lehrerpult.

      Das Problem ist jedoch ein anderes. „Leistung“ wurde im Laufe der letzten Jahre schlicht und ergreifend umdefiniert. Auch hier hat die Deutungshoheit des Staates, und der Medien, über das Wort gnadenlos zugeschlagen. Anerkannte Leistung ist heute in Politik und Gesellschaft eben nicht mehr das was Sie darunter verstehen. Anerkannte Leistung besteht heute darin sozial kompatibel zu sein. „Refugees welcome“ Schilder freiwillig zu schwenken, sich aktiv für den Genderwahnsinn einzusetzen, oder auch wissentlich Nachteile für unbewiesene Maßnahmen gegen eine ebenso unbewiesene menschgemachte Klimaänderung zu akzeptieren. DAS ist heute anerkannte Leistung. Mathematik und Naturwissenschaften sind antiquitiert.

      Und alleine schon aus diesem Gund kann sich nichts ändern. Denn wozu? Die gewollte „Leistung“ wird schließlich überzeugend erbracht. Vor und hinter dem Lehrerpult.

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