EZWeh! Braucht man die noch?

5. September 2014 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Geizhälse! Da sitzen die EZB`ler in ihrem Turm herum und spektakeln über Zinsen, die man nun mit der Lupe suchen muss. Ein großes Nichts von 0,05 Prozent dient jetzt als Leid-Zins. Wie wäre es mit -5 oder -15 Prozent? Und 1.000 Euro monatlich für jeden? Wenn unkonventionell, dann aber bitte richtig…

Ist das, was die EZB tut noch Geldpolitik? Oder kann das weg?

Mein Gott, warum ist das mit dem Geld und dem Kredit nur so kompliziert? Wahrscheinlich deshalb, weil es magisch aussehen muss. Da ich meine Zeilen mit „Gott“ begonnen habe, leite ich jetzt nahtlos zu Mario Draghi über.

Es läge doch in seiner Hand, die Leitzinsen nicht nur auf 0,05% zu senken, sondern auf -10%. Kaum jemand hätte etwas dagegen. Mal schnell rechnen: Jeder, der sich dann Geld leiht, bekommt etwas dazu geschenkt, was den Anreiz einer Leihe erhöhen würde. Was glauben Sie, wie es dem Konsum ginge? Aber Draghi ist stur, bzw. hat meinen Text noch nicht gelesen… Stattdessen ruinieren die EZB`ler den Euro. 1,29 USD statt 1,40 USD wie vor einigen Monaten. Es soll so toll sein. Das sage mal jemand den Importeuren und den Urlaubern im Ausland.

Sonst traut man dem Mario alles zu. Dabei ist er der geizigste Zentralbanker der Welt, neben den anderen Gottheiten. Hätte Draghi beim Wetter etwas zu bestimmen, dann säßen wir nicht jetzt bei sibirischen 27 Grad herum – 16 Grad am Tag und 11 Grad in der Nacht. Dann gäbe es Sommer bis Ende November. Der könnte das, der Mario. Psssst! Er kann sogar über’s Wasser gehen. Nur echtes Gelddrucken kann er nicht. Er gehört sofort abgelöst…

Ja, das ist eine gute Idee. Schließt die EZB! Wozu brauchen wir sie?

Man sollte das Geldmonopol und damit die Gelddruckerei dem Staat zurückgeben und dazu die neuesten Maschinen zum Produzieren von Geld. Jeder Finanzminister weiß damit umzugehen. So aber bleibt der Gelderschaffungsprozess außerhalb des Staates. Das ist so was von kompliziert, dass das nicht mal die Journalisten wissen, die sich wieder am Donnerstag vor dem Tisch des Ober-Zentralbankers im Staub gewälzt haben. Nun, ich hatte Börsendienst bei n-tv. Sonst wäre mein Vorschlag durchaus angesprochen worden. 

Wie hoch sollte der Leitzins sein?

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    Und was wird aus dem neuen gläsernen Turm der „Währungshüter“ in Frankfurt, gebaut für eine Milliarde Euro? Ich würde dort Tomaten züchten. Die sind jedenfalls gesünder als die Politik der EZB.

    (Ich sollte jetzt mal das Wort „Satire“ fallen lassen. Sonst glauben 99% der Leute das, was theoretisch machbar wäre. Es ist nötig, seit das neue Denken und Handeln bezüglich des Geldes die Hirne zerfrisst und als das neue „Normal“ gilt.)

    Mit der EZB an der Geldspitze bleibt der Geldproduktionsprozess äußerst kompliziert (vielleicht sogar gewollt) und der damit verbundene Leidensweg wird künstlich verlängert. Die EZB-Politik soll nach allem, was die Leute aus dem Radio quaken, den Leuten offiziell helfen. Dabei macht sie nur die Finanzindustrie reicher und erpresst gleichzeitig den Staat als Schuldner, wenn er sich bei den Banken Geld für Sinnloses oder teure „Rettungen“ borgt. Das geht doch einfacher…! Oder nicht?

    Objektiv betrachtet ist die EZB eine Institution für die Verschwendung von Worten, Strom und Klopapier. Sie leiht den Banken Geld, damit diese es um den Faktor 99 weiter verleihen können. Dadurch entsteht Kredit und damit Geld. Geld ist Kredit. Ist das nicht bekloppt? Ein „Marktgeld“ würde das auch tun, ist aber zu einfach, weil es früher einfach funktionierte.

    Wer am dichtesten an der Geldquelle sitzt, der bekommt das Meiste. Was nicht da ist, druckt der Staat. Die armen Griechen müssten nicht mehr kriechen und die Franzosen könnten mit ein paar Billionen sogar ihrer kranken Industrie helfen, sofern noch vorhanden. Eine Billion ist schnell erschaffen und überwiesen. SEPA-Überweisungen bieten genügend Platz. Wir würden eine Zeit lang Party feiern, sogar selbst über Wasser gehen, statt diese Eigenschaft Mario & Co. zuzuschreiben…



    Geld aus dem Nichts!

    Das wäre doch herrlich: Geld aus dem Nichts… Statt Schlaglöcher zu umfahren, würden wir über sanierte Brücken und tolle Autobahnen fahren. Weltverbesserer könnten die Welt endlich nach ihren Vorstellungen verbessern, ohne ständig den Leuten in Brüssel oder im Berliner Regierungsviertel mit ihren Ideen über teuer bezahlten Lobby-Gruppen auf die Nerven zu gehen. Und danach werden die Schulden einfach gestrichen. Herrlich! So aber dauert es bis zum Ausbuchen der Schulden viel länger. 

    Wahrscheinlich sind deshalb die meisten Journalisten große Draghi-Fans und haben zu Hause ein Bild des Meisters auf dem Schreibtisch stehen. Manche fordern, die EZB solle Inflation schaffen, damit ihre oft spärlichen Gehälter und Honorare schneller nichts mehr wert sind. Ich weiß nicht, was an Teuerung so toll sein sollte. Aber vielleicht bin ich altmodisch.

    Statt den EZB-Laden zu schließen, will sie erst noch gebrauchte Wertpapiere im Volumen von einer halben Billion Euro aufkaufen. Jede Müllsammelstelle, Pardon, jede Bank kann diese Papiere zum Höchstpreis dem Turm gegen frisch gedrucktes Geld anbieten. Was? Sie sind Inhaber eines verbrauchten Privatkredits? Mist! Sie sind aber keine Bank! Wie ungerecht! Zumindest kommt neues Geld ins System, heißt es, was woanders wieder verdampft.

    Und Teuerung gibt es ja nur bei den Anlagegütern. Wenn der DAX auf 100.000 Punkte steigen würde, der eine oder andere Experte würde das mit Wohlstand gleichsetzen. Das Kauf-Müll-Prinzip der EZB versorgt hingegen nur diejenigen mit frischem EZB, die dann Sachwerte, Anlagegüter und Produktionsmittel kaufen können. In Zeiten, in denen der Euro zur früheren Lira gewollt mutiert, nicht die schlechteste Variante…

    Was würde eigentlich passieren, wenn Berlin jedem Deutschen monatlich frisch gedruckte 1.000 Euro überweisen würde? Dann würden Konsum und Geldumlaufgeschwindigkeit endlich ins Laufen kommen und GfK und Einzelhandelsverband mit ihren Prognosen ausnahmsweise richtig liegen. Oh, man könnte ja auch Steuern komplett streichen, wenn der Geldbedarf mit der Druckerpresse gestillt werden könnte. Wieso anstrengen, wenn es so einfach sein kann? Moment!

    Ach, das würde die Inflation anheizen? Ist es nicht das, was die EZB will, aber offiziell nicht schafft? Na sehen Sie! Wir brauchen sie nicht! Schäuble bekäme das schon hin. Wir brauchen zudem auch nicht so viele Banken, wenn der Staat das machen würde. In der DDR ging es doch auch ohne Zentralbank und mit der Sparkasse. Auf dem Weg in den Sozialismus sind wir doch ohnehin. Warum nicht etwas schneller?

    Zudem könnten Millionen von Sendeminuten in den Anstalten eingespart werden. So wäre doch bestimmt mehr Platz für Rolf-Dieter Krause vom WDR übrig, sogar für eine tägliche Sondersendung, in denen er erklärt, warum Putin kein Partner ist sondern inzwischen Gegner… (Quelle: ARD) Und Herr Krause könnte der NATO rhetorische Schützenhilfe für eine erfolgreiche Osterweiterung en Detail liefern…  Vielleicht sogar mit Kommentarfunktion. Aber die wird bei der ARD immer schnell geschlossen. Scheint ein Trend der Zeit zu sein, die Hausmeinung im Internet zu schützen. Nein, ich schweife ab…

    Dieses Gewurstel der Geldgötter im Schein-Heiligenschein der immer mal wieder ausfallender Lampen im Eurosymbol vor der EZB ist mehr als ätzend. Die sollen nicht reden, die sollen endlich mal zu Potte kommen. Ben Bernanke hätte Hubschrauber losgeschickt und Geld abgeworfen. Aber es kam nicht soweit. Mist eigentlich! Leider wurde Bernanke durch eine alte Frau für jährlich 201.700 Dollar Lohn ersetzt. Jetzt erzählt und macht sie das Gleiche wie Bernanke. Dabei hätte er sein Werk doch vollenden können. Der arme Ben muss jetzt Vorträge halten für 750.000 US-Dollar Honorar. Er muss weiterhin auf seine alten Tage den Weltverbesserer geben. Bernanke könnte Tomaten züchten und müsste die Welt nicht noch schlechter machen. Aber er hat ja würdige Nachfolger…




     

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    Ein Kommentar auf "EZWeh! Braucht man die noch?"

    1. Michael sagt:

      Der Herr Nowotny hat gestern bei uns im Fernsehen in der ZIB wohl angemerkt die EZB machte das Mögliche und Notwendige aus ihrer Sicht. Zentralbänker könnten aber auch nicht Wunder wirken. Es ist auch die Small Business Initiative so zu sehen. Er hat auch durchklingen lassen, zumindest wenn man die Nöte der Gegenwart zumindest kennt, dass den Banken weiter wird unter die Arme gegriffen eben unter dem Thema SMB bspw…

      Der Rest ist scheinbar unwillig oder unfähig… Interessensgetriebenes Trieblosigkeit mit dem Versuch den Ball zu halten über 2 Halbzeiten …
      http://www.forbes.com/sites/francescoppola/2014/04/27/an-economics-lesson-for-professor-sinn/

      Verkürzt formuliert wenn der Stier nicht auf die Kuh will kommt kein Kalb und damit geht mit der Zeit der Futtertrog über. So einfach ist die Welt. So ist unser Geld organisiert.

      http://coppolacomment.blogspot.co.at/2014/09/dont-pin-all-your-hopes-on-sme-asset.html

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