Wenn Zeitungen irgendwann weg sind. Die Dummheit bleibt.

7. Dezember 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Frank Meyer) Zeitungen waren schon immer eine recht nützliche Sache. Nachdem man sie ausgelesen hatte, konnte man damit nasse Schuhe ausstopfen, Mülleimer auslegen, mit ihnen Fenster putzen oder auch den Küchenherd damit anheizen. Die Auswahl dafür wird künftig kleiner…

Sollte ein Journalist überhaupt über Journalismus schreiben? Normalerweise erwarten doch die Kollegen dann, dass man dann nichts Schlechtes über den Berufszweig schreibt. Doch ich schreibe heute, an einem denkwürdigen Tag, an dem die Financial Times Deutschland nach zwölf Jahren das letzte Mal erscheint, als ein Konsument von Zeitungen.

Und dabei stellt sich mir die Frage: Haben Zeitungen die Leute klüger gemacht? Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich nicht. Vielleicht stecken hinter den vielen Zeilen noch mehr Weltverbesserer. Besser gemacht haben sie die Welt aber nicht – nur übersichtlicher. Zu wenige Leute wollten das lesen – oder dafür bezahlen.

Sind die Blogs besser? Keine Ahnung. Aber oft ehrlicher und oft auch durch Interessen getrieben, wenn sie über das schreiben, das in der Zeitung nicht steht – die Wahrheit. Wahrheit? Darum geht es nicht. Fakten? Witzig! Ein kluger Chefredakteur hätte längst schon Steffen Bogs von www.querschuesse.de angeheuert, um Fakten zu liefern und kein Wunschdenken. Vermutlich werden aber die freien Blogs die Gewinner der Bereinigung im Zeitungssektor sein, und dabei spreche ich nicht von unserem eigenen Blog hier.

Manche Blogs schreiben über Politik, andere über Wirtschaft, einige offenbar komische Leute über Edelmetalle oder Kriege im Finanzsektor. Aber machen wir uns nichts vor: Auch freie Blogs haben sich dem „Markt“ zu stellen. Ihre Währung ist der Klick auf das Werbebanner. Von wegen Freiheit und eitel Sonnenschein. Noch lässt sich damit kein Geld verdienen. Auch hier bestimmen die wirtschaftlichen Aspekte den Output und/oder der Zeit – bzw. der Kostenfaktor. Und etliche der auf „kostenlos“ getrimmten Leser haben es in den letzten Jahren zu gut verstanden, sich für die Arbeit der Autoren anonym mit übel riechenden Kommentaren zu bedanken und gleichzeitig mehr kostenlose Arbeit einzufordern.

Braucht die Welt diesen Blog hier? Nein. Braucht die Welt die FTD? Nein. Es wird auch ohne sie gehen. Gemeinschaftlich betrauert man in diesen Tagen den Untergang der FTD, hört davon noch mal etwas im Jahresrückblick und in vier Wochen kräht kein Hahn mehr danach. Der Markt war für die FTD zu klein – wie er sich demnächst für noch mehr Zeitungen als nicht tragfähig erweisen wird. Zu viele Zeitungen, zu wenige Leser, zu wenige Einnahmen und zu hohe Kosten.

Als Journalist hoffe ich, dass die FTD-Kollegen, die heute ihre Redaktion räumen oder das schon getan haben, einen neuen Job finden, vor allem aber die Besten von ihnen – wie mein Lieblingsautor Christian Kirchner – und auch die anderen, die ich zwar nie kennengelernt, aber ihr „Das Kapital“ immer zuerst gelesen habe. Auch werde ich manchen Autor vermissen, weil er mir mit seiner Schönwettermalerei keine Impulse mehr für meine eigenen Kolumnen liefert.

(Christian, Du hast mich mal als Schwarzmaler in Deinen Zeilen verwurstet. Schwamm drüber!)

Zeitungen sind für viele wie teuer produzierte Fernsehsendungen oder das Geschrei aus dem Radio zum Ärgernis geworden. Zudem, um beim Thema zu bleiben, verstehe ich immer noch nicht, warum man Zeitungen so groß druckt. Kleine handliche Ausgaben wären doch praktischer, vor allem in Bus und Bahn. Auch am Frühstücktisch hat das eine oder andere Blatt die Kaffeetassen umgeworfen, sich in der Butterdose gewälzt und den Schinken mit Druckerschwärze bedroht – oder aber – an Kerzen Selbstmord geübt. Klein-Formate haben sich nicht durchgesetzt, was auch in der Zukunft keine Rolle spielen dürfte. Das Kostenlose hat sich in den letzten Jahren längst durchgesetzt wie billiges Essen.

Ärgerlich ist es doch, wenn einem frühmorgens das deutsche Jobwunder erklärt wird, die Rallys an den Börsen ausgerufen werden, wenn die Kurse am höchsten stehen, vom stabilen Euro berichtet wird neben der „Eurorettung“ – und dass Staatshaushalte mit 25 Milliarden Euro Neuverschuldung als ausgeglichen dargestellt werden – wie neulich im Handelsblatt. Wie oft hatte ich Schaum vor dem Mund, wenn wie 2007/08 Durchhalteparolen das Papier tränkten, während jeder, der bis drei zu zählen vermochte, das schon das Gegenteil erlebte. Und auch heute: Oft stimmt die Realität stimmt mit dem, was man täglich in voller Breite erlebt, immer weniger überein. Ach ja… Was ich immer schon mal wissen wollte: Ob die Redakteure die Kommentare ihrer Konsumenten lesen? Oft wird diese Kommentarfunktion ja vielleicht deshalb abgeschaltet. Vielleicht auch Selbstschutz?

Ich weiß heute oft nicht mehr zwischen Nachricht und Propaganda zu unterscheiden. Dabei habe ich das komisches Gefühl, dass zu viele Nachrichten mit zu viel Propaganda vermischt werden, ob aus Absicht oder Unwissenheit. Verziehen sei ganz nebenbei auch der eine oder andere Hexenschuss, wenn sich die zwischen Todesanzeigen und Jobgesuchen versteckten bunten Faltblätter auf dem Boden verteilt hatten.

Für viele ist eine tägliche Zeitung trotz allen Verbrauchervertrauens ein reiner Kostenfaktor. Die Auflagen der großen Blätter sind in den letzten Jahren drastisch eingebrochen, was auch daran liegt, dass man User auf „online“ umerzogen hat. Warum sollte man Geld für bedrucktes Papier ausgeben, außer man hat zu viele zu nasse Schuhe?

Auch wenn eine papierlose Zeitung „ökologisch korrekt“ sein mag, um mal einen Begriff aus dem Bildungsfernsehen von ARTE aufzugreifen, so konnte das die Missstände der Branche nicht mildern. Im Gegenteil: Sie scheitert zunehmend im Markt.

Kostenfaktor: Journalist

Nachrichten kosten Geld. Die Artikel kommen heute für den Verlag (leider) noch nicht automatisch aus den Maschinen. Der Journalist ist heute kaum noch ein klug schreibender oder denkender Angestellter, sondern wirtschaftlich gesehen ein Kostenfaktor. Aus diesem Grund wurden die Redaktionen „ausgedünnt“ und Redakteure durch leicht kopierbare Agenturmeldungen ausgetauscht – ein Trend, der inzwischen dazu geführt hat, dass in verschiedenen Zeitungen die gleichen bzw. leicht umgeschriebenen Meldungen der Nachrichtenagenturen bzw. deren teils würgreizende Propaganda leichten Zugang zur Öffentlichkeit hat. In den Reaktionen sitzen immer mehr billige Arbeitskräfte, deren Aufgabe aus dem Sichten von Agenturmeldungen besteht, dem Kopieren dieser – und einem leichten Umarbeiten. Trotzdem drückt die Kostenseite weiter. Der nächste Schritt wird sein, wenn junge Redakteure, die von einer großen Karriere träumen, aus ihrem Traum erwachen.

Warum heißen Nachrichten eigentlich Nachrichten? Dass man sich nach ihnen richten soll? Das vermag Propaganda auch. Vielleicht heißen deshalb heute Nachrichten oft auch „News“. Doch was ist wirklich „neu“?

Fakt ist: Niemand will für Neues etwas bezahlen. Neues gibt es gar nicht so viel, außer Unfälle, Naturkatastrophen und das Wetter. Das Meiste ist ständig aufgewühlter alter Kram. Kost nix. Und was nix kostet ist eben auch nix wert. Ich bin gespannt, wenn 2013 eine nach der anderen Zeitung online die „Paywall“ hoch zieht. Ich höre schon das Geschrei, wenn Bild-Online, Stern und Spiegel irgendwann später mal etwas kosten sollten. Geht man eben woanders hin…. Und ab dem Moment wird es spannend.

Vor einem Jahr gab es auf dem Börsenvorplatz in Frankfurt eine Werbekampagne der FTD. Aus einer lachsfarbenen Wand blubberten muntere Seifenblasen mit der Aufschrift „Wissen, wo die Nächste platzt“. Gemeint war die nächste Blase. Dass es die FTD so schnell treffen würde, hätte ich nicht vermutet. Heute aber werde ich eine Kerze anzünden und mir die letzte Ausgabe kaufen – als Erinnerung. Und in meiner Sammlung wird Platz sein für die anderen Blätter, die den Markt nicht überleben werden.

2016

Mit der FTD und der Frankfurter Rundschau sind nicht etwa zwei Käseblätter gestorben, sondern „Qualitätsmedien“. Den Begriff habe ich neulich irgendwo gelesen, weiß aber nicht mehr so genau, wie ich „Qualität“ in dieser Hinsicht definieren soll. Wenn es den Großen und dennoch zu kleinen Zeitungen nicht gelingt, sich über Wasser zu halten, wie sieht es dann bei den vielen kleinen Regionalblättern aus? Vielleicht bleibt am Schluss nur Schrott übrig, die kostenlosen, werbegeschwängerten Blättchen, die Zeitungsausträger am Wochenende in die Briefkästen stopfen und sie danach die Papiertonnen füllen?

Doch eines ist absehbar – der Trend zur Zentralisierung und damit auch zur Zentralisierung des Meinungsmonopols. Dann wird es die vielen Zeitungen gar nicht mehr brauchen, wenn es eines Tages ein Zentralblatt mit einer Meinung für alle gibt – staatlich finanziert oder subventioniert. Oder beides?

Ich erinnere mich an die dpa, die Deutsche Presseagentur, die, so haben wir bei der Eröffnung ihrer neuen Niederlassung in Berlin erfahren, sich dem Kunden verpflichtet fühlt – weniger aber den Lesern der Zeitungen oder der Wahrheit. Vielleicht habe ich das auch missverstanden. Schön wäre es ja. Aber wir sind speziell im Zeitungssektor nicht bei „Wünsch Dir was!“ sondern bei „So isses!“


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10 Kommentare auf "Wenn Zeitungen irgendwann weg sind. Die Dummheit bleibt."

  1. wolfswurt sagt:

    Die Welt benötigt nichts, denn sie ist einfach nur da.

    Und für uns Menschlein ist es manchmal schön, daß Eine oder das Andere zu Lebzeiten erlebt zu haben.

    Dazu gehört für m.W. auch dieser Blog.

  2. linsensuppe sagt:

    Ich hatte bis vor ein paar Jahren zwei Tageszeitungen. Morgens kam das Regionalblatt, nachmittags die Überregionale.

    Irgendwann hatte ich keinen Bock mehr auf das regionale „Schmierblatt“. Artikel, die sich lasen wie vom Praktikanten geschrieben, auf jeder Seite der werte Herr Bürgermeister mit Foto bei seinem sozialem Engagement und Todesanzeigen, die mich nicht interessierten. ALso: weg damit.

    Die Überregionale, tja, was soll ich sagen. Nach einem 9 Stunden Arbeitstag sich mit dem Elend der Welt und dem Politikgeklüngel auseinandersetzen, dazu fehlte mir Abends einfach die Zeit und die Muße.
    Also: schweren Herzens wurde das Abo gekündigt.

    Heute lese ich drei, vier Blogs regelmäßig und manchmal auch noch Verlinkungen dazu. Und ich fühle mich informierter als mit zwei Tageszeitungen.
    Gut ich hab nicht mehr den Durchblick, wer wo wann welchen Spielplatz einweiht oder wo wieder einmal ein Auto in einen Straßengraben fuhr, dafür kenne ich mich mit Dingen aus, von denen meine Mitmenschen (regelmäßige Zeitungsleser und Tagesschaugucker!) noch nie was gehört haben.

    Und was die Kostenlosmentalität angeht, ich spende regelmäßig für „meine“ Blogs und würde auch die Spenden in regelmäßige Zahlungen umwandeln, wenn es denn erforderlich wird.

    Gute Arbeit verdient gutes Geld. Ich arbeite ja auch nicht für lau.

    Irgendwann war die Postkutsche am Ende, die Schreibmaschine und der Kassettenrekorder.

    Jetzt heißt es also bye bye Tageszeitung. Es wird nicht die letzte Veränderung in dieser unserer Welt sein.

    Amen und ein schönes verschneites Wochenende

    • FDominicus sagt:

      Ich handhabe es wie Sie. Meine Frau hat noch die lokale Zeitung, wenn man die Kommentare liest hat man „genug“ um auf seinem eigenen Blog zu schreiben.

      Andere Zeitungen werden auf andern Blogs ziemlich regelmäßig „auseinander“ genommen.

      Tatsache für mich ist, Zeit die ich in den diversen Blogs verbringe, hilft tatsächlich dem PC Spreche oder Gutsprech zu entkommen. Die meisten Blogs bei denen ich so vorbeilese.., können bitterbös‘ ironisch sein. So auch das Bankhaus. Es ist immer wieder etwas angenehmer mal nicht wieder von völlig durchgeknallten Aktionen als das Gelbe vom Ei zu lesen.

      Tatsache ist ohne Blogs wird man heute nicht mehr informiert sondern höchstens „verschaukelt“. Ich bin sehr sehr froh, daß sich viele die Zeit nehmen Ihre Blogs zu schreiben und zu pflegen.

      Dafür ein dickes Danke von mir.

      • Gandalf sagt:

        Zitat FDominicus:
        „Andere Zeitungen werden auf andern Blogs ziemlich regelmäßig “auseinander” genommen. “

        Tatsächlich, – Man kann sich des Eindruckes nicht erwehren, dass die besagten „Mainstreamer“ sich absichtlich gern „beleidigen“ lassen (wie sie manchmal über diesen „shitstorm“ jammern), – um noch einigermaßen von den Werbeeinnahmen per „Klickraten“, die bei der Kommentarfunktion immer mit eingeblendet werden, zu profitieren.

        Denn die „Lügenmärchen“ im Hauptteil werden immer dreister und provokanter – und die (Raubzug-)Kampagne gegen google dürfte ja wohl in’s Leere laufen. Wenn google nicht mehr zu den Lügen (ähm ich meine natürlich „Nach-richten“) verlinkt, ist eh der Ofen aus.

        Ich denke hier bei Frank gibt es Fundierteres zu erfahren. Ich für meinen Teil würde sogar eine „geringe Gebühr“ dafür in Kauf nehmen

  3. Lickneeson sagt:

    In einem alten englischen Film heisst es so treffend:

    „Wenn Du nichts zu sagen hast, beschränke dich auf Bemerkungen über das Wetter“

    Würden 90 % der Zeitungsmacher das beherzigen hätten wir tonnenweise gedruckte Wetterberichte.Eine gedruckte Zeitung hat den Hauch von Romantik, wie Eisenbahnfahren in Waggons bei denen man bei Einfahrt in den Bahnhof eigenhändig die Fenster öffnen konnte.Oder in einer Kneipe auf dem Sofa liegend Bluesmusik hören und zum Rotwein eine Zigarette nach der anderen zu quarzen.

    Erstaunlich eigentlich, wie lange die Zeitungen den Kampf mit TV;Radio und Internet schon aushalten.Man darf auch ncht vergessen, das scheinbar immer weniger Menschen lesen(können).Das tägliche Privat-Ramsch-TV erzieht viele zu hirnlosen Konsumenten.Denke, der Prozess wird nicht zu stoppen sein.

    Aber Spiegelleser oder Abonnement der Süddeutschen zu sein macht uns ja auch nicht zu besseren Menschen.Was nützt eine fundierte Meinung wenn man auf der Strasse oder bei der Arbeit keinen Mut hat, diese auch zu vertreten.Könnte ja der Karriere schaden.Uiuiui!
    Das ist in anonymen Blogs natürlich einfacher.Wohl auch ein Grund, weshalb einige dort zu echten „verbalen Gülleschleudern“ mutieren.

    So zünden wir also heute mit der Kerze die letzte FTD an – möge ihre Wärme uns allen Trost spenden.Am Ende aller DInge wird es dann nur noch die BLÖDzeitung geben.

    Am Ende aller Dinge gibt es dann nur noch die BLÖDzeitung(und natürlich diesen Blog als Gegenpol).

  4. markku sagt:

    Ein, gerade für einen Journalisten, sicherlich ambivalentes Thema: Einerseits ist es immer ein Verlust, wenn Auswahl und damit auch eine gewisse Vielfalt und Qualität verschwindet.

    Andererseits stehen auch Zeitungen im Wettbewerb und müssen letztlich rentabel arbeiten. Vielleicht ist auch der ganze Medienzirkus in Deutschland viel zu aufgeblasen und wir sehen derzeit nur eine gesunde Marktbereinigung!? Die mediale Versorgung und der mediale Konsum in D war noch nie so üppig wie heute; insofern ist es nur konsequent, dass die alten Medien entsprechend Einfluss und Budget (!) an die Neuen abgeben.

    Ein etwas polemischer Schlußgedanke: Die FTD und die FR huldigen exakt dem medialen links-grünen keynesianischen Mainstream, wie es auch 80% des Staatsrundfunks und 80% der Presse tun. Insofern relativiert sich die Trauer ob des Verlusts der Vielfalt, denn wenn 800 Journalisten ohnehin dasselbe berichten, ist die Reduktion auf 700 nur quantitativ messbar.

    Offtopic: warum ist der Artikel „Euro als Goldstandard“ nicht kommentierbar?

  5. Skyjumper sagt:

    Was war zuerst? Henne oder Ei?

    Früher kaufte ich mir (selbst als Schüler schon) eine linke und eine rechte Zeitung, ein linkes und ein rechtes Magazin. Und ich wußte beim Lesen immer genau was ich gerade in der Hand hielt.

    Irgendwann kam der Kostendruck, der Journalist verschwand und die Agenturmeldung hielt Einzug. Wenn ich aber in der Welt und der Taz die gleiche Meldung mit den gleichen inhaltlichen, ja manchmal sogar den gleichen Rechtschreibfehlern, Artikel lese ……… dann weigere ich mich dafür noch zu bezahlen.

    Am Ende des jetzt vielleicht massiver einsetzenden Zeitungssterbens wird vielleicht eine neue Paywall im I-Net stehen. Zu vermuten ist das jedenfalls. Aber dann lese ich es eben nicht mehr. Denn ob Printausgabe oder Onlineausgabe, es ist in seiner Beliebigkeit (mir) einfach nichts wert.

    Erst wenn es ganz am Ende keinen mehr gibt der Nachrichten ermittelt und verbreitet, dann würden auch so Ignoranten wie ich plötzlich wieder feststellen, wie unglaublich wertvoll Nachrichten im Grunde sind. Aber davor steht sicher noch für einige Zeit die Werbung und der Glaube der Inserenten an die mathematische Gleichung dass eine qualitativ schlechte Nachricht in Kombination mit einem qualitativ schlechten Werbeprodukt mich dazu animiert mein qualitativ gutes Geld dafür auszugeben.

  6. Franz Honegger sagt:

    Was noch überhaupt keiner so richtig bemerkt hat:

    Die Seite http://www.ftd.de ist seit gestern vom Netz genommen. Ein Ping auf den Server funktioniert noch, aber die Inhalte sind weg.

    Damit sind unzählige wichtige Links in unzähligen Blogeinträgen zu toten Links geworden.

    In der Zukunft wird die Beweisführung für bestimmte Dinge dadurch erheblich erschwert, beispielsweise wenn man nach belastenden Äußerungen von Systemteilnehmern sucht.

    Einige wenige alte Online-Artikel der FTD sind hier abrufbar:
    http://wayback.archive.org/web/*/http://www.ftd.de

    Möglicherweise gibt es noch weitere Crawler, die die FTD archiviert haben, mir ist aber nur der obenstehende Crawler bekannt.

  7. samy sagt:

    Einmal vorweg, die FTD habe ich einmal abonniert gehabt und bin froh, das ich die wieder los bin. Systempresse halt. Ich traure denen nicht hinterher.

    Übrigens habe ich auch einmal Cashkurs und das Trendjournal von Celente im Abbo, beides wieder weg, obwohl ich die Autoren durchaus schätze, vor allem den Müller. Aber was da steht, kann ich selbst in ausreichender Qualität recherchieren.

    Mehr interessiert mich die grundsätzliche Frage, ob Bloggs wie diese kostenpflichtig sein sollten, vergleichbar mit einem Zeitungs-Abbo. Ich verweigere mich so einer Lösung und kann vor so einer Entwicklung nur warnen. Lasst uns rechnen und nachdenken.

    Ein Beispiel, der Bloggbetreiber @Frank Meyer liest mindestens in 15 Bloggs mit, sonst würde er uns diese nicht empfehlen, ich meine die Favorienliste rechts. Frank, du dürftest ebenfalls noch im Gelben rein schauen und in ein oder zwei Börsenseiten wie Finanzen.de, DAF. Fm oder zerohedge. Ich denke, ich untertreibe noch, wenn du im Ernstfall Weihnachten potentiell 20 Seiten für ein Abbo auf der Wunschliste hättest. Welche Kosten würde diese Liste verursachen?

    Das Abbo des Handelsblatt kostet 47€ im Monat. Die Bild kostet 70 cent, also ca. 18€ im Monat, ohne Sonntagsausgabe. Im Mittel kosten die 32€, runden wir ab und sagen wir mal ein Abbo für eine Zeitung kostet im Monat 30 Euro und setzen das für einen Blog als Kalkulationsgrundlage an.

    Einwände?

    Bei diesen Preisen würden 20 Blogge also 600€ im Monat kosten. Jeder zahlt noch was für den Internetzugang und GEZ, dann sind das im Monat ca. 630€, um so informiert und kommunikationsfähig zu bleiben, wie es heute üblich ist. Das sind 7560 € im Jahr.

    So, jetzt ist klar worauf ich hinaus will, das kann sich kaum einer Leisten.

    Was wird geschehen, fragt euch selbst? Nehmen wir mal an euch ist das im Schnitt 100 Euro im Monat wert, auf dem Laufenden zu bleiben. 30 Euro gehen pauschal für GEZ+Internet weg. Bleiben 70 Euro oder 2,5 Blogge, die ich abbonieren könnte.

    Das ist der Tod der alternativen Medien, denn dann ist dieser rasante Informationsausstausch, diese aberwitzige Schwarmintelligenz gekillt, denn es nehmen nur noch ein Bruchteil an Kommentatoren am Gedankenaustausch teil und/oder die Gedankenvielfalt ist dahin, weil die Gedankenvernetzung in der Blogosphäre verkümmert.
    Durch solche Gebühren würde die Blogosphäre faktisch genau das machen, was sie in so mancher VT den Geheimdiensten unterstellt, die kritische Meinungsbildung und Meinugsfreiheit im Internet zerstören.

    Es könnte andere Kompromisse als Lösungen geben, aber jetzt mal bis hierher die Frage in die Runde, unterliege ich einem Denkfehler?

    VG

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