Wenn später alles schief geht. Und das wird es.

11. Oktober 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Frank Meyer) Was für historische Tage! Erst wird am Montag der ESM in die Spur geschickt, dann stellt der Euro in Griechenland seine Frieden stiftende Kraft zur Schau. Am Samstag zuvor schauten 13,5 Millionen Leute „Wetten dass…! Hallelujah! Man stelle sich vor, niemand hätte „Wetten dass…!“ geschaut, dafür aber 13,5 Millionen Leute gegen den ESM protestiert… Doch Lanz, Bohlen, Gottschalk & Co. erregen weit mehr öffentliches Interesse als die wirklich wichtigen Dinge. Das ist gut! Oder?

Seltsam. Je mehr Informationen es gibt, desto weniger bleibt in den Köpfen hängen – zumindest ist das mein Eindruck und ich täusche mich gerne. Ich muss jedesmal schmunzeln, wenn „B5 aktuell“ seine Stationskennung spielt, in der es heißt: Radio für die Infogesellschaft. Davon bekomme ich höchstens Seitenstechen.

Die Eurokrise scheint derzeit Pause zu machen – zumindest offiziell. Es ist ja gar keine Krise des Euro, sondern eine Krise in den Bilanzen: Schulden hier, Gutgaben dort. Demzufolge ist es eine Überschuldungskrise, Geldkrise oder nennen Sie das Ding wie Sie möchten. Es wird sowieso jeden treffen wie ein plötzlicher Platzregen oder die nächste Erkältung. Mit dem ESM wurde das tausendjährige Europäische Reich zementiert, obwohl das auch nur solange funktioniert, bis es nicht mehr funktioniert. Der alte Murphy… Niemand kann etwas gegen sein Gesetz tun.

Euroretter, Eurorettung, Wachstumspakt, Fiskalbremse, Schuldenbremse, Aufschwung.

Was für ein Blödsinn! Man nennt die Dinge längst nicht mehr beim Namen. Die Märkte könnten ja beunruhigt werden oder die Leute vor Wahlen – also immer. Es ist irritierend, dass die Leute jedesmal wieder auf die verrückten Slogans und die noch verrückteren Vorhaben im Wahlkampf hereinfallen. Nun ja, bei Klementine und dem Weißen Riesen hat es ja auch funktioniert. Und das war ehrlicher.


Ich mal mir meine Welt, wie sie mir gefällt, singt Pippi Langstrumpf. Und so springt sie inkognito im Fernsehen herum gesprungen und tanzt durch durch die Ätherwellen. Und das erfolgreich. Dass viele den unaussprechlichen EFSF oder den never ending ESM mit Waschmittel, Brotaufstrich oder einer technischen Revolution im Auto verwechseln, hat doch wirklich seine heiteren bzw. auch nützlichen Seite: Es bleibt gemütlich ruhig da draußen – zumindest offiziell – und Pippi Langstrumpf wird niemals arbeitslos. Vielleicht ist sie inzwischen zur Propagandachefin ernennt worden, ohne dass die jemand eine Pressekonferenz geben muss. Das tun andere.

Um gegen etwas zu protestieren, muss man es erst einmal verstanden haben, unterscheiden zu können zwischen gut und schlecht bzw. es selbst spüren oder direkt davon betroffen sein – wie von der GEZ-Steuer für alle ab dem 1. Januar 2013. Das wird ein Geschrei. Dann wird man fragen, was so eine Sendung kostet oder wieviel der Moderator verdient. Es werden Schadensummen zusammen addiert und laut gekreischt, während an anderer Stelle Schäden entstanden sind, die im Vergleich zu einem Fernsehprogramm viel gravierender ausfallen, es aber niemand versteht.

Ganz nebenbei: Wieso schafft man die GEZ nicht einfach ab und überlässt das Eintreiben der TV-Steuer nicht dem Finanzamt? Weil Behörden die unangenehme Eigenschaft aufweisen, beharrlich wachsen zu wollen, während sie nichts produzieren als Kosten, Ärger und Datenmengen. Folgerichtig ist also, dass die GEZ bald mit zusätzlichen 400 Leuten zur Schnüffelorganisation ausgebaut wird und sich selbst hinter dickem Stacheldraht in Köln verschanzt.

Oder sehen Sie das Geplärre um den SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück. Wieviel hat er nebenbei verdient? Darum geht es doch nicht – es geht eher darum, wer ihn berät, wer hinter ihm Fäden zieht, wessen Dienste er in Sachen Gesetzgebung und Aufspaltung von Banken in Anspruch nimmt. Zu kompliziert? Oh ja! Die Diskussionen bleiben an der Oberfläche. Hintergründe zu erforschen kosten Zeit und danach oft Nerven. Aber diese Diskussionen geben gute Anhaltspunkte, wo sich eine Gesellschaft befindet.

Unterdessen kämpft Steinbrück um Glaubwürdigkeit. Und er ist damit nicht allein. Vielleicht wäre es wissenschaftlich leicht nachweisbar, dass sich Anstand nicht mehr in die oberen Etagen der Politik durchkämpfen kann, weil Anstand zuerst weg gebissen wird. Nach neuesten Emnid-Umfragen unter den verbliebenen Wählern, würden 28 von 100 Leuten die SPD wählen. Das spricht Bände. 37 Prozent würden die CDU wählen, was ebenfalls Bände spricht. Dass 40 von 100 möglichen Wählern ihre Stimme für sich behalten – auch.

Ja klar, die Leute brauchen Informationen und Unterhaltung. Was soll sie sonst durch den Tag oder besonders durch den Abend begleiten? Natürlich möchte auch ich Nachrichten sehen, Dokumentationen, Filme, Hintergründe. Doch was Nachrichten betrifft, ist der Anteil an Propaganda auf gefühlte und scheußliche 20 Prozent gestiegen. Ab einer Quote von vielleicht 60 bis 80 Prozent gibt es dann eine Revolution. Vermutlich verläuft die Propagandakurve ähnlich der Schuldenquoten im Geldsystem synchron, was aufregende Zeiten für die Zukunft verspricht.

Es ist erstaunlich, wieviele Leute von alle dem, was in den Zeitungen steht, nichts wissen…wollen. Vielleicht ahnen sie etwas, aber wahrscheinlich wollen sie in Ruhe gelassen werden, wo es doch in ihrem eigenen Gebälk mehr als genug kracht. Allein durch die Beschleunigung der Arbeitsprozesse und dem zunehmenden Druck zwischen Löhnen und den Kosten des Alltags will man sich verständlicherweise nicht auch noch am Abend mit dem Plunder aus den Nachrichten abgeben. Aber mitreden wollen…

Wissen zu sammeln, Hintergründe zu verstehen und sich entsprechend zu positionieren und Vorsorge zu treffen ist mit Zeit und Kraft verbunden bzw. anstrengend. Deshalb lassen sich die meisten treiben – und wundern sich, wenn sie dort landen, wo sie eigentlich nicht hin wollten. Ganze Strategien sind darauf aufgebaut.

Im Mediengeschäft hört man immer wieder, die Dinge wären zu kompliziert – man müsse sie den Leute besser und verständlicher erklären. Offenbar verlaufen Kompliziertheit der Dinge und Dummheit in der Bevölkerung gegenläufig. Und was die Schulden den jungen Leuten heute mit an die Hand geben, ergänzt durch das, was die Eltern zu leisten in der Lage sind, reicht offenbar nicht aus, um einigermaßen gewappnet durchs Leben zu kommen.

Das Durchlesen eines Buches zum Thema Geld dauert viele Stunden. Was man in dieser Zeit alles tun könnte. Zum Beispiel dreimal nacheinander „Wetten, dass…! schauen, die letzten fünf Folgen der „Geissens“, um danach noch die Wohnung aufzuräumen. Was bringt wohl mehr?

 

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30 Kommentare auf "Wenn später alles schief geht. Und das wird es."

  1. FDominicus sagt:

    Lese ich da „leichten“ Sarkasmus?

  2. stonefights sagt:

    Ja lieber Frank,

    nach einem langen Hamster-Tag lief ich gestern spät abends nochmal zum Abspannen durch die kleine „Geisseln“-Siedlung, während das Sonar meiner Antennen bereits die ersten Fukushima=Glücksgefühl erhellten Vorgärten zu einem Äquinoktium abspeicherten.

    Pippi hätte uns empfohlen: „Lass Dich nicht unterkriegen; sei frech und wild und wunderbar.“

    Also, nicht aufgeben in dieser irrsinnigen Menschenzeit.

    LG; stonefights

  3. Reiner Vogels sagt:

    Die Misere besteht nicht darin, dass die Menschen zu uninformiert oder uninteressiert wären. Die Misere besteht in dem allgemein verbreiteten Gefühl, das sich in den Worten ausdrückt: „Man kann ja doch nichts machen.“

    Und dieses Gefühl ist keineswegs unbegründet. Wir leben leider in einer politischen Situation, in der sich die „Eliten“, also die Spitzenpolitiker, Meinungspäpste in den Medien und die Unternehmensvorstände, Verbandsvorstände bis hin zu Bischofskonferenzen und zum Rat der EKD gegen die Interessen der Bevölkerung verschworen haben. Sie alle wollen ein integriertes Europa, koste es, was es wolle. Sie alle kämpfen, um Farage zu zitieren, für den Euro bis zum letzen deutschen Steuerzahler.

    Gegen diese Phalanx von Verschworenen hat Mehrheit der Deutschen, die anders denkt, kaum eine Chance, etwas auszurichten. Diesen Menschen werden nicht nur Aufstiegschancen zu Einflusspositionen in den Parteien verschlossen, wenn sie nicht europapolitisch gleichgeschaltet sind, ihnen wird sogar in den Medien eine angemessene Darstellung ihrer Argumente und Meinungen verwehrt. Man schaue sich nur die personelle Zusammensetzung der großen politischen Talkshows im Fernsehen an: Gegen einen, der Durchblick hat und den Euro kritisiert, werden regelmäßig mindestens vier gleichgeschaltete Diskussionsteilnehmer ins Rennen geführt. Zusätzlich machen es sich die Moderatoren zum Sport, den Kritiker immer dann zu unterbrechen, wenn die „Gefahr“ besteht, dass er seine Argumente im Zusammenhang vortragen könnte.

    Die einzige Chance für die Vernunft besteht im Internet und in der Wahl neuer Parteien. Mit den bisher im Bundestag vertretenden Parteien wird der Zug mit immer größerer Geschwindigkeit vor die Wand rasen. Dabei ist es vollkommen egal, ob im Führerhäuschen Frau Merkel oder Herr Steinbrück sitzen wird. Beide steuern Deutschland konsequent in den Ruin und machen uns alle arm. Was mich jedoch besonders erbost, ist die Tatsache, dass sie unseren Enkelkindern, die noch gar nicht wählen dürfen, im Rahmen der „Eurorettung“ immer größere Schuldenberge aufbürden.

    • irisbuecker sagt:

      Reiner Vogels: Die einzige Chance für die Vernunft besteht im Internet und in der Wahl neuer Parteien. … WELCHE neuen Parteien? Piraten? Momentan haben wir doch gar keine Wahl bei der Wahl und im übrigen auch sonst nicht

      • FDominicus sagt:

        Es gibt keine Wahl bei den etablierten Parteien. Das hat uns speziell auch die FDP nach der letzten Wahl überdeutlich gemacht. Es bleiben nur die „freien Wähler“ oder die PdV. Ich für meinen Teil hoffe, daß die PdV zu Bundestagswahl nächstes Jahr antritt, ansonsten ist meine Stimme für die Mülltonne und nicht die Wahlurne.

        • Reiner Vogels sagt:

          @ FDominius

          Stimme Ihnen sowohl hinsicht der Freien Wähler als auch der PdV zu. Ich meine, man sollte solche Parteien auf die Gefahr hin wählen, dass sie an der 5%-Hürde scheitern. Die Stimmen sind nicht verloren. Sie werden als Proteststimmen registriert. Im Gegensatz dazu sind Stimmen an die Einheitspartei CDU/CSU/SPD/FDP/Grüne verloren, weil dies Parteien Deutschland in den Ruin führen. Die Linken lasse ich als Kommunisten außen vor. Die kommen für mich ohnehin nicht in Betracht.

        • markku sagt:

          @ FDominicus

          Warum nicht die Freien Wähler (FW) wählen, falls die PdV nicht antritt?

          Die FW sind inhaltlich ähnlich zur CSU, jedoch ohne die Parteisoldaten und mit einer sehr gesunden EU / Euro Skepsis (welche in der CSU zwar auch zu finden ist, aber in der Praxis nicht umgesetzt wird).

          Als spürbaren Protest gegen die etablierten „Bügerlichen“ taugen sie allemal – zudem haben Sie eine bessere Chance als die PdV die 5% zu schaffen.

          • FDominicus sagt:

            Das will ich Ihnen gar nicht widersprechen. Zwar kann ich mich mit deren Programm „allemal“ besser wiederfinden. Sie wollen aber das grundlegende Problem, zu viele Eingriffe, zu viele Vorschriften nicht wirklich ändern und das (für mich) schlimmste. Sie wollen weiterhin Fiat-Währungen behalten (und meinen die DM sei ja „so super“ gewesen).
            Auch Zentralbanken „müssen“ da wohl sein. Ich persönlich kann nicht sehen wie Papiergeldmonopole hier wirklich etwas „bringen“ könnten.

            Es ist aber für mich schon klar. Wenn die PdV nicht antritt werde ich wohl FW wählen (ohne darüber wirklich „glücklich“ zu sein).

          • Stefan Brueggemann sagt:

            Hallo an alle,

            ja wichtig ist halt, dass der Bürger sich eine Wahlalternative schafft.

            In den parlamenten gibt es m.M.n. z.Zt. weder eine Opposition noch eine liberale Kraft.

            Daher wünschte ich mir auch, nicht nur das wir (ich bin PdV-Mitglied) einziehen, sondern, dass wir überhaupt erstmal teilnehmen dürfen.

            In dem Zusammenhang sammel ich Unterstützungsunterschriften, nicht nur an Infoständen, und ich habe feststellen müssen, dass es schwer genug ist, hier nicht nur fremde Leute sondern sogar Verwandte und Freunde zu überzeugen.

            Nun ja, schaun mer mal….Im übrigen.. wir freuen uns über jeden der mithilft (wegen den Unterstützungsunterschriften) und vielleicht sein Autogramm noch abgibt.

            Gebt alles 🙂

            Libertäre Grüße
            Stevie

  4. GoldeneRegel sagt:

    Zitat:“Oder sehen Sie das Geplärre um den SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück. Wieviel hat er nebenbei verdient? Darum geht es doch nicht – es geht eher darum, wer ihn berät, wer hinter ihm Fäden zieht, wessen Dienste er in Sachen Gesetzgebung und Aufspaltung von Banken in Anspruch nimmt.“

    Na dann hier ein paar Infos:
    http://recentr.com/2012/10/peer-steinbrucks-erleuchtete-dynastie-und-die-organisierte-erodierung-deutschlands/

    Viele Grüße, GoldeneRegel

  5. markku sagt:

    „Durchlesen eines Buches“ – schön und gut. Aber selbst wenn man sich dazu überwindet, ist noch gar nichts erreicht, denn gerade zum Thema Finanzen gibt es allerhand Material zum Blenden, Verwirren und Indoktrinieren der Leser.
    Entscheidend ist also dass man vernünftige Bücher liest, um weder Systemlemmingen (Krugman, Soros, Bofinger, …) noch machtgeilen/weltverbesserischen Sozialutopisten auf den Leim zu gehen.
    Es müssen Autoren gelesen werden, deren Grundsätze tatsächlich Recht, Demokratie und Freiheit sind.

  6. JayJay sagt:

    Wieder ein schöner Kommentar & genauso sieht es aus draußen.
    Man kann es jeden Tag beobachten.

    Gold & Silber Ahoi 🙂

  7. cubus53 sagt:

    Das Lesen des Artikels lässt folgende Frage offen :

    Da gibt es die „Wissenden“, die sich informieren und sich an den Fingern abzählen können, wie die Sache mit EUR, USD und sonstigem Papier sein Ende findet.

    Da gibt es die „Ahnungslosen“, die statt ESM-Demo lieber Dieter Bohlen schauen.

    Ich bin mal so vermessen und zähle mich zur ersten Gruppe. Nur, was hilft mir das ? Ich sitze am Ende in der gleichen Sch… wie die Bohlen-Gucker und kann nichts dagegen machen.

    Soll jetzt keiner sagen, ich solle Gold kaufen. Erstens habe ich das schon lange, und was nützt das in der Zeit der Krise ? Ich glaube nicht, dass man in einer Krisenzeit beim Bäcker mit Goldbarren bezahlen kann.

    Also bis dahin dann lieber Dieter Bohlen schauen … macht mehr Spass.

    • markku sagt:

      Zunächst: das Gold ist ja nicht dazu gedacht, es dann während der Hyperinflation zu verfrühstücken (höchstens kleine Mengen in Notfällen), sondern das Gold hast Du natürlich für die Zeit nach (!) dem monetären Neustart.

      Das Wissen um den potenziell (d.h. Wahrscheinlichkeit ca. 50%) bevorstehenden Crach nützt Dir in vielerlei Hinsicht:
      – Jobwechsel: hin zu Branchen, die krisensicherer sind (Versorgung aller Art, Gesundheitswesen, einfaches Handwerk, …) — ok, ist nicht für alle realistisch, aber zumindest mal darüber nachdenken, was man noch so kann/möchte.
      – Vorsorge: haltbare Lebensmittel, Schnaps, Werkzeuge (!!), Eigenanbau, Absichern der Wohnung, haltbare Kleidung, Wohnortwechsel, …
      – mentale Vorbereitung, Pflege von Beziehungen, Netzwerke

      Du siehst, man kann so allerhand tun, was auch dann, wenn der Crash nicht kommt (*), sinnvoller ist als Bohlen anzuschauen.

      (*) Drei Aspekte zum Crash und dessen Erscheinung:
      1. Wann kommt der Crash? 10 Monate vs. 10 Jahre? => weiß man nicht!
      2. Deflationärer vs. Inflationärer Kollaps? Chancen stehen 20 : 80, das impliziert, dass mann nicht alles auf Inflation setzen darf, sondern auch ein paar Anlagen braucht, die bei Deflation ihren Wert behalten (zB Bargeld).
      3. U.U. bleibt der Crash auch einfach aus und es bleibt die nächsten 10-20 Jahre eher ruhig (d.h. Teuerung = -1% bis +5% p.a.). Dieses Szenario ist m.E. auch gut möglich (d.h. Wahrscheinlichkeit ebenfalls ca. 50%) sodass es keinen Sinn macht, alles auf Crash zu setzen.

    • FDominicus sagt:

      „Ich bin mal so vermessen und zähle mich zur ersten Gruppe. Nur, was hilft mir das ? Ich sitze am Ende in der gleichen Sch… wie die Bohlen-Gucker und kann nichts dagegen machen.“

      Ich behaupte mal „frech“ Vielen die hier mitlesen/schreiben geht es wie Ihnen. Es gilt auch für die „Mitgehangen/mitgefangen“.

      Es ist m.E. trotzdem korrekt was Sie gemacht haben. Es gilt sicher: „Besser Gold haben als Nichthaben“. Im Augenblick können Sie m.E. das Gold als einziges Mittel einsetzen Ihre Vermögen zu erhalten.

      Sie werden zwar nicht mit Goldbarren bezahlen können. mit Goldmünzen und Silbermünzen dürfte es anders aussehen.

      Bohlen anschauen oder nicht hat nichts mit Spass zu tun, sondern ist wohl eher Ausdruck von Verzweiflung 😉

      Es wäre sicherlich auch nützlich etwas Essbares zum Handeln zu haben. Noch wird deswegen über uns gelacht. Aber wenn der Hunger kommt wird einem das Lachen ziemlich schnell vergehen.

      Was ich allerdings befürchte am Ende steht „nur“ wieder ein neues Papiergeld. Frei nach dem Spruch: „This time is different“….

  8. stonefights sagt:

    @Reiner Vogels „Die einzige Chance für die Vernunft besteht … in der Wahl neuer Parteien.“

    Sorry, wenn meine Resignation dies anders sieht.
    Wenn ich mir (nur als ein Beispiel !) die „Friedens- und Umweltbewegungs-Partei“ (erstmalig 1983 im Bundestag) heute ansehe (Kosovo, Afghanistan, Laufzeitverlängerung, etc. nur so als kleine Erinnerungsstütze), dann ist es egal, welche Neigungen man(n) oder frau wählt oder hat.
    Der bekannte Ausspruch „…gebt mir die Macht über das Geld und es ist mir egal, wer die Gesetze macht…“ wurde per Bullseye vom Verfassungsgericht (schon der Name ist hier falsch 😉 ) erst wieder ganz aktuell an die Ereignisscheibe gespickt.

    Meyer-Sarkasmus-button on…
    Da ich mich nicht entscheiden kann, wer sich näher an der Wahl verspricht oder hält, was die Erfahrung spricht, wähle ich einfach alle gleichzeitig.
    Zugegeben, wenn nicht wie bei der Landtagswahl im Saarland 1952 (24,5 % der Stimmen ungültig) genug falsches Vieh ihre Stimmen richtig versauen, dann hat es wenig Auswirkung, aber zumindest muss ich mir nach 20 Jahren nicht schon wieder einen Kopf um Parteien der Vernunft durch freie Wähler machen, die unvernünfig die Freiheit abwählten, um der Macht einen Markt zu geben….
    Meyer-Sarkasmus-button off…

    lg, stonefights

  9. Stefan Brueggemann sagt:

    @stonefights

    es bleibt nicht mehr viel Zeit. Die Parlamente sind jetzt noch teilweise funktionsfähig. Es fehlen oppositionelle Kräfte.
    Es wird von der Bundesregierung weder gefordert, das der Abstimmungsmodus im EZB-Rat verändert werden soll, noch wird nach meiner Erwartung von den etablierten Parteien gegen weitere Erhöhungen und weitere Zahlungen aus dem ESM-Vertrag votiert werden.
    Laut Bundesverfassungsgericht hätte das Parlament aber noch die Möglichkeit dazu.
    Das geht m.M.n. nur noch mit neuen Parteien , z.b. mit der PdV.

    Übrigens…schon mal unser Grundsatzprogramm gelesen?

    Also…ich nenn das Widerstand, dass was wir wollen, weil das genau das Gegenteil von dem ist, was die „etablierten“ wollen.

    Später dann, werden wir hoffentlich nicht sagen müssen, dass Leute, die so dachten wie du, und deswegen so handelten, unüberlegterweise die Freiheit abgewählt haben.

    • Avantgarde sagt:

      Ich kann nur hoffen, daß die Menschen nicht auf politische Agitatoren wie Sie hereinfallen.

      Grundsatzprogramme jeder Couleur lesen sich immer gut.

      Was wir brauchen sind keine neuen Parteien sondern mehr Basisdemokratische Elemente wie Regionale Abstimmungen bzw. Volksabstimmungen im Bund.
      Nicht zu allem und jedem – aber bei Grundsätzlichen Dingen.
      Das Problem mit den Atomkraftwerken hätten wir so z.B. schon seit Jahrzehnten nicht mehr.

      • markku sagt:

        Mitforisten, die völlig ur-demokratische Ideen vortragen, als Agitatoren zu bezeichnen… was soll das?

        Zur Basisdemokratie: Idee ist gut & m.E. richtig. Aber wie wollen Sie diese mit den bestehenden Pareien durchsetzen? Womit wir wieder beim „Agitator“ wären, der anscheinend inhaltlich doch nicht so falsch liegt.

      • Stefan Brueggemann sagt:

        Ich bin in Ihren Augen also ein „politischer Agitator“

        Das ist ja schon fast ne Auszeichnung. Danke.

        Fehlt jetzt nur noch der Friedensnobelpreis 🙂

        Mir persönlich ist eine Sache immer wichtiger als die Person/eine Person oder ein Amt. Schon deswegen kann auf mich niemand hereinfallen. Denn dass was ich politisch tue, mach ich nicht zu meinem Vorteil, sondern weil ich Kinder hab und weil ich halt einfach sehe, dass die Sache ausser Kontrolle gerät, ich aber weiterhin in einem Rechtsstaat leben will.

        Wenn eine der etablierten Parteien, eine marktwirtschaftliche und/oder liberale Partei noch wäre, oder aber honorige Ziele für die Bürger hätten, welche sie m.M.n. aufgrund ihrer „Bundesstaatenpolitik“ aber nicht haben, dann bräuchte ich gar nicht erst politisch aktiv werden.

        Das ich überhaupt politisch aktiv geworden bin, hat also mit der Notsituation zu tun, in der wir uns befinden. Bundesstaatenpolitik, das heißt das Schaffen von Gleichen Lebensverhältnissen in der Eurozone (gleichviel Armut) ist selbst laut Bundesverfassungsgericht ohne Referendum der Völker verfassungswidrig. Unser Bundespräsident meint nun, diese Volksabstimmung käme jetzt zur Unzeit. Prof. Schachtschneider als Beispiel ist da anderer Meinung. Je schneller desto besser. Denn, wer will schon vollendete Tatsachen und dann erst abstimmen, Wär ja witzlos.

        Das was wir hier erleben, von den etablierten Parteien und den Notenbanken, ist doch das wiederholte Brechen von Verträgen, von Gesetzen, das Aushebeln demokratischer Strukturen, nur damit diese ihr eigentliches Ziel, den europäischen Bundesstaat durchsetzen können.

        Darüber muss man doch die Bürger aufklären und sich dem widersetzen, es sei denn man möchte diese Art von Sozialismus.

        Jeder Bürger soll sich laut unserer Meinung daher frei entscheiden. Möchte er lieber Zentralismus, das ist das was alle etablierten Parteien wollen, oder lieber Dezentralisierung und über sein Leben vor Ort selbst bestimmen, das ist das was wir wollen. Grundsätzlich auf jeden Fall: Möchte der Bürger mehr Staat, mehr Gängelung, mehr Kosten und Abgaben, dafür hat er es vielleicht dann bequem, oder möchte er weniger Staat, weniger Kosten und Abgaben und etwas mehr für sich selbst und seine Familie tun.

        Möchte der Bürger weiterhin gezwungen werden, eine bestimmtes Geld annehmen zu müssen? In Europa ist das der Euro. Oder ist er für alternative Geldformen (das ist unser Vorschlag) damit sich wertstabiles Geld durchsetzt.

        Eine neue Partei und da geb ich Ihnen Recht, ist durchaus kritisch zu betrachten, da man ja unter Umständen sein Denken verändern muß, wenn man feststellt, dass im Programm honorige Ziele für die Menschen dahinterstecken.

        • Avantgarde sagt:

          Ihre Partei ist in etwa so seriös wie Die Partei und so wichtig wie die Yogischen Flieger.

          Ich kam schon mal in die Verlegenheit irgend so ein oder zwei Videos von ihren Agitatoren anschauen zu müssen – es ging da unter anderem an den Anschluß Baden-Württembergs an die Schweiz…
          🙂
          Ganz ehrlich: ich wusste erst nicht, ob das nicht doch vielleicht eine karnevalistische Büttenrede war.
          🙂

          Ihr großer Vorsitzender ist bekannt – vom Klima über Baustatik bis zum Geldsystem überall Experte und in jedem Bereich die passende Verschwörungstheorie zur Hand.

          Nehmen Sie es mir übel oder nicht.
          Ich kann ihre Partei in keiner Hinsicht Ernst nehmen.

          • Stefan Brueggemann sagt:

            Klar hat Herr Janich hin und wieder mal eine Verschwörungstheorie, is ja auch kein Wunder, er ist von Beruf Journalist, da versucht man halt auch mal was aufzudecken, was einem komisch vorkommt. gelle?

            Um noch kurz auf Ihre Eingabe mit der Schweiz einzugehen:
            Ja es wäre gut, wenn wir hier in Deutschland ein wenig schweizerischer würden, statt diese Verbrüsselung, die zur Zeit stattfindet.
            Am 03.11.2012 ist übrigens ein Event zu diesem Thema….wenns Sie interessiert? Schauen Sie doch mal auf unsere Internetseite.

            Reduzieren Sie unsere Partei nicht auf eine Person.

            Nein ich nehme Ihnen nichts übel. Da Sie uns nicht ernst nehmen, macht es Ihnen bestimmt nichts aus, eine Unterstützungsunterschrift für uns abzugeben oder? Sie verpflichten sich ja zu nichts und müssen uns auch nicht wählen.

            Avantgarde – der Charakter bestimmt das Schicksal 🙂

  10. ACHIM sagt:

    Vergiss Pippi, Frank, sie hat mir nie geantwortet:

  11. ALT-F2 sagt:

    ***gelöscht vom Hausmeister*** schlechte Kinderstube?

  12. Gabelzinken sagt:

    Es ist eigentlich zum verrückt werden. Sobald man zum Beispiel am Stammtisch beim Frühschoppen nur leise von den wirklichen Problemen in unserem Land anfängt, geht das Gezetere von wegen: „Was hast Du bloß?? Uns geht es doch gut im Verhältnis zu anderen Ländern!!“ los. Ich meine, viele Leute sind durch die Medien so verblödet, das denen jede Rede gegen ihr „schönes“ Weltbild so dermaßen gegen den Strich geht,daß sie garnicht anders reagieren können! Wie gesagt, wer jeden Tag fuffzig mal gesagt kriegt, die Erde sei eine Scheibe, der glaubts ganz einfach.
    Noch etwas zu Herrn Meyer: Ihre Kommentare sind köstlich und vor allem immer sehr treffend! MfG Michael

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