Wenn Gold für illegal erklärt wird…

7. Juli 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Seit etlichen Tagen ziehen sich die Schlangen in Griechenland die Straßen entlang. Um die Ecken. Um den ganzen Block. Schlangen, die anstehen, um Bargeld zu bekommen. Reihen von Menschen, die eifrig dabei sind, etwas in die Hände zu bekommen, das Wert hat. Nahrungsmittel. Treibstoff. Bargeld…

Der arme Trottel, der als Letzter in der Reihe steht… Der arme Taxifahrer, zum Beispiel, der hinter 300 anderen Menschen ansteht, nur um 60 lausige Euros aus dem Geldautomaten zu bekommen. Wie ein tragischer Besucher eines Nachtklubs, der einer der letzten ist, der den Rauch riecht. Zu der Zeit, als er zum Ausgang eilt, ist die Tür schon verstopft von verzweifelten Menschen, die alle darum kämpfen, zur gleichen Zeit durch die gleich enge Tür zu kommen.

Man erinnere sich daran: Bei einem Bärenangriff im Wald muss man nicht schneller sein als der Bär. Man muss nur schneller sein, als mindestens ein anderer Wanderer.

Der Anfang vom Ende

Und genauso muss man auch nicht der Erste sein, der sein Geld aus dem Automaten zieht. Man möchte nur sicher gehen, dass man noch welches bekommt, bevor nichts mehr im Geldautomaten drin ist. Wenn ein Bär die Wall Street angreift, muss man nicht der Erste sein, der verkauft. Aber man möchte auch definitiv nicht der Letzte sein. Es wurde erwartet, dass Griechenland bei einer 1,7 Milliarde Dollar Zahlung an den International Monetary Found (IMF) in Zahlungsverzug kommt. Und auf der anderen Seite des Planeten betrachten Analysten den „Anfang vom Ende für chinesische Aktien“. Ich bezweifle jedoch, dass es der Anfang vom Ende ist.

Es ist wahrscheinlicher, dass es das Ende vom Anfang ist. Letzte Woche hat die Volksbank China ihre Zinssätze auf ein Rekordtief gesenkt, nachdem die Aktien in Shanghai um 7% gefallen sind (was einem Dow-Einbruch von 1300 Punkten entspricht). Die Analysten hatten eine große Ansammlung von Reaktionen auf diese Senkung erwartet. Doch stattdessen stürzte der Shanghai Index weiter und verlor weitere 3%.

Wenn Gold für illegal erklärt wird

Regelmäßige Leser wissen, dass ich empfehle, im Falle von Finanznotfällen, immer etwas Cash in der Hand zu haben. Doch einer der Leser fragte: „In derselben Art, wie die Frage, wie gut Cash noch ist, wenn es für illegal erklärt wird, frage ich, wie gut Gold noch ist, wenn das als illegal deklariert wird?“

Erstens sind Edelmetalle bis jetzt nicht illegal.

Zweitens, wird etwas illegal wird es dadurch nicht notwendigerweise unpopulärer. Präsident Roosevelt verbot 1933 Gold. Die Regierung wollte die komplette Kontrolle über das Geld. Der Dollar war goldgedeckt. Also bedeutete die Kontrolle von Geld auch die Kontrolle von Gold. Sobald die Regierung das Gold hatte, konnten sie den Dollar abwerten, indem sie den Gold-Dollar Kurs von 20 Dollar auf 35 Dollar festsetzten. In einem Augenblick verloren die Menschen 40% ihres Wohlstandes (gemessen an Gold). Das Verbot hielt 42 Jahre an. 1975 endete es, nicht zuletzt wegen unseres guten alten Freundes, Jim Blanchard.

Jim gründete das Nationale Komitee zur Legalisierung von Gold und arbeitete hart daran, das Verbot abzuschaffen. Heutzutage muss die Regierung Gold nicht mehr verbieten. Es wird als „lediglich eine andere Form des Vermögens“ angesehen, wie Gemälde von Van Gogh oder 66er Corvettes. Wenige Menschen besitzen es. Und wenige Menschen scheren sich drum – nicht einmal die Regierung. Sie beachten es zumeist gar nicht großartig – zumindest bis jetzt.

Jedoch: Ja, wenn mehr und mehr Menschen sich Gold zuwenden, als Alternative zum Schlangestehen vor Geldautomaten, könnte die Regierung das Gold erneut verbieten. Doch wenn ich die Augen schließe und mir eine Welt vorstelle, in der Gold illegal ist, sehe ich eine Welt vor mir, in der ich genau das Gold mehr möchte, als je zuvor.

Quelle: Kapitalschutz Akte
Wenn Gold für illegal erklärt wird… (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

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Ein Kommentar auf "Wenn Gold für illegal erklärt wird…"

  1. waltomax sagt:

    M. E. testen „die“ in Griechenland, was bald in der ganzen EU passieren wird.

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