Wenn Gelddrucker Angst vor eigener Arbeit haben

25. Februar 2014 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Die armen EZB-Mitarbeiter haben Angst. Was wird ihre Pension später wert sein? Deshalb klagten 169 auf einen Inflationsschutz. Man kann ja nie wissen, vor allem, wenn man an der Quelle sitzt…

Was sollen die Leute da draußen nur denken, die der EZB so blind vertrauen? Es war ja nur eine kleine Randnotiz vor fast einem Jahr, als von einer Klage von EZB-Mitarbeitern vor dem Europäischen Gerichtshof berichtet wurde, die EZB solle ihre Pensionen gegen Inflation absichern. Zehn Monate später sind sie vor Gericht gescheitert. Es gibt doch noch Gerechtigkeit. Oder nicht?

Die Produzenten von Inflation haben also Angst vor selbiger. Die EZB selbst kommentierte den Vorstoß der EZB-Gewerkschaft IPOS nicht. Bloß keine Schlagzeilen und aufgewirbelter Staub. Dabei sind die Mitarbeiter über ihr Pensionssystem direkt am Erfolg des Unternehmens beteiligt. Aber warum sorgen sie sich?

Gebetsmühlenhaft heißt es doch aus ihrem Haus, die EZB erfülle ihr Mandat. Das tut jede Zentralbank, bis sie es nicht mehr erfüllen kann. Doch das ist eine andere Sache. Erst jetzt am Wochenende hieß es wieder, es bestehe keine Sorge vor Deflation, aber auch nicht vor Inflation. Jedoch bei ihren Mitarbeitern scheint eine gewisse Unsicherheit in Bezug auf die Werthaltigkeit ihrer künftigen Pensionen zu herrschen.

Dabei ist das Pensionssystem komfortabel eingerichtet. Ein Drittel zahlt der Mitarbeiter, zwei Drittel der Arbeitgeber. Geschenktes Geld sozusagen. Das würden sich die meisten Angestellten auch wünschen.

Wie aber bei allen Kapitalsammelstellen gibt es strenge Regeln, worin die Einzahlugnen angelegt werden müssen. Mit Zinspapieren ist wahrscheinlich kein Staat mehr zu machen bzw. kennen die Geldexperten sicherlich auch die Folgen ihrer Notenbankpolitik.

Doch welcher Mitarbeiter kann schon bestimmen, was das Anlagegremium entscheidet. Das wäre ja auch noch schöner und ein fatales Signal, wenn EZB-Mitarbeiter atwas anderes fordern würden, statt ihre Pension in Euro anzulegen. Vielleicht in US-Dollar?

Doch die meisten Angestellten sind auch nur Schnecken im Weinberg ihrer Herren. Die Zinsen legen andere fest. Und sicherlich sind deren Pensionen großzügiger bemessen.

Inflation? Wo denn?

Die Botschaft der Sorge spricht Bände, wärhend Inflation in der Eurozone überhaupt kein Thema ist. Zumindest war sie es im Januar 2014 nicht.

Die neuen Inflationsdaten nach offizieller Lesart lagen im Januar 0,7 Prozent über dem Vorjahr und um 1,1 Prozent unter dem Dezember 2013, also deutlich unter der Zielvorgabe von zwei Prozent und weit jenseits dessen, was ich täglich spüre. In Deutschland wurde die Teuerungsrate mit 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr ausgewiesen. Übrigens die „Kernrate“, also alles ohne Nahrung und Energie sank auf Monatssicht um 1,7 Prozent und lässt die Börsen auf eine weitere Zinssenkung hoffen. Würde man in die Teuerungsrate auch die steigenden Preise der Anlagegüter mit einbeziehen, dann wäre Deflation wirklich kein Thema mehr. Aber man benötigt sie als Drohkulisse bzw. als Alibi für größere Kopfschmerzen der EZB-Mitarbeiter… (Seite 2)

 

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2 Kommentare auf "Wenn Gelddrucker Angst vor eigener Arbeit haben"

  1. Michael sagt:

    Wähungssymbole sind keine Maßeinheiten. Wären sie das, gäbe es keine Diskussion. Die Inflation, die Ausweitung der sog. ‚Geldmenge‘ ist bei so ca. 6%. Und klar sie kommt zurück oder die Blasen platzen. Man für Häuser nicht das 4fache verlangen, solange das Auto so ca. den Preis hält. Das geht nicht ewig.

    Inflation als Preissteigerung zu benennen hieße vereinfacht. Jede Preiserhöhung sei nachfragegetrieben und das fehlende Geld käme über eine rentable Investition hinzu. Davon kann man heute nurmehr sehr bedingt sprechen. Ansonsten wäre es ja nicht nötig auf relevante Vorteile zu verzichten und eigentlich schon lange über das Image zu Punkten.

    Das wäre hauch auch ein Vorteil von dezentralisierten Zahlungsmittel dem sog. Geld. Es sollte sich jemand etwas sehen respektive eine entsprechende Gewinnerwartung da sein und nicht Kreditvergabe und wenn sich die Gewinne nicht einstellen Enteignung. Das sich die Menschen das überhaupt gefallen lassen erstaunt einem immer wieder. Redlich ist Preiserhöhung nicht, wenn auch unausweichlich und in sozialistischen Staaten alternativlos.

  2. Avantgarde sagt:

    Der Bundestag in Deutschland hat ja vor ein paar Tagen eine Diätenerhöhung von fast 10% genehmigt.
    Und gleichzeiteig ab 2016 die Steigerung der Einkommensentwicklung automatisiert.
    Die Steigen ab dann mit den Bruttolöhnen – ganz ohne öffentliche Presse.

    Jeder Feuerwehrmann, Polizist, Krankenschwester, Verkäuferin wären wohl überglücklich über so einen Tarifabschluss…..

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