Wen interessieren schon Schulden…

24. Februar 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Laut des neuesten Berichts des McKinsey Global Institute liegt das absolute Schuldenlevel bei dem Doppeltem von dem, was bisher angenommen wurde – bei 200 Billionen Dollar, oder anders ausgedrückt, das Dreifache der gesamten globalen Wirtschaftsleistung. So war es eine große Erleichterung als ich, nur wenige Stunden später, erkannte, dass da nichts ist, worüber man sich Sorgen machen müsste. Meine Besorgnis war absolut deplatziert.

Es war nichts als ein kolossales Missverständnis, oder wie es der mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Ökonom Paul Krugman in der New York Times ausdrückte: „Schlechte Analogie“. So kann ich mich also wieder in aller Ruhe meinem Portugiesisch-Unterricht widmen.

Sind Sie neugierig auf meine Fortschritte in Portugiesisch? Ich denke nicht, aber ich werde es Ihnen sowieso erzählen. Ich rühme mich mit der Fähigkeit, fremde Sprachen schnell zu erlernen. Setzen Sie mich in irgendeiner beliebigen Stadt dieser Welt aus und ich werde nach drei Tagen intensiven Sprachkurs in jede beliebige Bar spazieren und mir ein Bier bestellen können. Selbstsicher. So ist es auch in São Paulo. Ich kann das Wort „conhecer“ bis jetzt weder konjugieren, noch richtig aussprechen. Aber die Grundlagen, das Essentielle, habe ich gemeistert – „Bitte“, „Danke“ und „Schulden-Bombe“.

Und jetzt gibt es keine weitere Notwendigkeit über Schulden nachzudenken. Vor allem hier in Brasilien. Selbst nach 13 Jahren sozialistischer Regierung liegen die öffentlichen Schulden bei nur 60% des BIPs. Laut den Daten der Weltbank lagen die öffentlichen Schulden Ende 2013 bei 70% des BIPs – was unter dem Niveau der USA liegt. Selbstverständlich war Brasilien einmal ein hoffnungsloser Fall epischen Ausmaßes…

Am Anfang des Jahres 1980 beispielsweise kostete ein Hamburger vier Cruzeiros (Brasiliens Währung von 1942-1986). Der gleiche Hamburger kostete Weihnachten 1997 etwas 5 Billionen Cruzeiros. Brasilien musste eine neue Währung, eine echte, sowie eine neue Regierung einführen, um die Dinge wieder in Ordnung zu bringen. Das ist nicht die Art von Dingen, die man über Nacht vergisst. Vor allem wenn ein Hauch von Inflation in der Luft liegt.

Die Preise in Brasilien steigen bereits jährlich um 7,1% – jenseits des Ziels der Regierung von 4,5% plus oder minus zwei Prozentpunkte… und der Höchstrate von 2013. Wieso die Mühe aufbringen darüber nachzudenken?

„Geld, das wir uns selber schulden“

Es ist eine Schande. All die ganzen Jahre habe ich unter der Annahme gearbeitet, dass diese Dinge eine Bedeutung haben. Gottseidank hat Krugman die Dinge endlich richtig gestellt. Aus seinem Artikel in der New York Times, mit dem bescheidenen Titel: „Niemand versteht Schulden“:

Man kann einem das Missverständnis förmlich sehen, jedes Mal wenn jemand gegen Defizite mit Slogans wettert, wie „Stoppt das Stehlen von unseren Kindern!“. Es klingt richtig, wenn man nicht weiter darüber nachdenkt: Familien, die Schulden aufbauen, machen sich selbst ärmer. Stimmt das demnach nicht auch, wenn wir die nationalen Schulden im Großen und Ganzen betrachten? Nein, tut es nicht.

Eine verschuldete Familie ist jemand anderem Geld schuldig. Die Weltwirtschaft als Ganzes schuldet nur sich selber Geld. […]Da Schulden das Geld ist, das wir uns selber schuldig sind, machen sie die Wirtschaft nicht direkt ärmer (und sie abzuzahlen macht uns nicht reicher).

Nun mal sehen, Schulden machen uns nicht ärmer. Dann brauchen wir uns ja darum keine Sorgen zu machen.

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Heute werfen wir noch mal einen weiteren Blick darauf, wie die globale Kreditblase die Investmentmärkte, verzerrt, die Wirtschaft pervertiert und unsere Regierung bestochen hat.

Jetzt sind sie alle von etwas abhängig, das nie hätte passieren sollen… und nicht viel länger so weiter gehen kann. Kaum ein Tag vergeht, an dem ich nicht durch mein geheimnisvolles Glas spähe, in dem Versuch, was das Ende der Kreditexpansion für Aktien, Anleihen und anderen Vermögensarten bedeuten wird. Betrachten wir einmal, was es für das amerikanische Schuldenimperium bedeuten wird.

Im Regelfall erreichen Imperien ihr Ziel durch Eroberung. Sie nehmen in Besitz… Frauen….Sklaven. Die Beute wird dann aufgeteilt, wie ein föderales Budget, mit großen Anteilen für die Bosse und ihre Spießgesellen und kleineren Portionen für die Fußsoldaten. Da die Vereinigten Staaten eine Demokratie sind (eine Art davon), müssen eingenommene Beträge auch an die Wähler gezahlt werden.

Jede Partei wirbt um Wähler mit dem Geld, das sie sich zurück zu ergaunern gedenken, sobald sie die Wahl gewonnen haben. Die Vereinigten Staaten sind Meister des Betruges der modernen Demokratie-Strategien. Doch sie hatten nie den Dreh eines Imperiums raus. Sie nehmen fremde Gebiete ein, doch sie stehlen von ihren eigenen Leuten. Die Lakaien-Staaten werden zu Kostenstellen, statt zu Profitzentren. Sie verlieren Geld bei jedem „Mission erfüllt!“. Wie bleibt dieses Imperium im Geschäft? Kredite! (Seite 2)



 

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