Welthandel in der Notaufnahme

27. Februar 2016 | Kategorie: Aufgelesen, Kommentare

Während die Börsenunterhaltung sich mit der rückwirkenden Suche nach der Begründung für Kursbewegung beschäftigt, lohnt sich stets der Blick aus der Vogelperspektive. Eine der weniger beruhigenden Entwicklungen ist der anhaltende Einbruch des Welthandels.

Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung des Welthandels in den letzten Jahren.

Welthandel

 

Der Einbruch wird natürlich maßgeblich durch die tieferen Rohstoffpreise getrieben. Das war auch 2008 der Fall. Die Dynamik ist erneut erschreckend. Abgesehen von den Finanzmärkten darf man die Experimente der Zentralbanken wohl als verschossenes Pulver werten. Aber Wohlstand kann man eben nicht drucken. Die Aktienmärkte hat das im Vergleich zu 2008 bisher noch nicht sonderlich interessiert. (Quelle: FT.com)

 

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3 Kommentare auf "Welthandel in der Notaufnahme"

  1. Argonautiker sagt:

    „Abgesehen von den Finanzmärkten darf man die Experimente der Zentralbanken wohl als verschossenes Pulver werten.“

    Das stimmt. Nutznießer sind NUR die reinen Finanzmärkte. Verschossen ist das Pulver für diese also nicht, denn das Sozialisieren des Untergangs der Währungen mittels des QE’s, führt eindeutig dazu, daß die Hochfinanz eben nicht selbst Pleite geht, sondern dadurch unweigerlich eine Geldwertverdünnung stattfindet, und damit eine Verknappung bei den Ärmsten hervorruft, was unweigerlich in Not führt.

    Aus der Not heraus entstehen Übergriffe. Aus vermehrter Übergriffigkeit, geht es in die Rechtlosigkeit, und aus der Rechtlosigkeit in den Krieg. Der Krieg ermöglicht dann ein Vertuschen und Neustart dieses verbrecherischen Systems, bei dem sich die Urheber der Pleite an der Finanzierung des Waffen- und Munitionshandels sanieren können.

    Zu verdanken ist dies einer Politik, die mit der Sozialisierung der Lehman Pleite auf die Steuerzahler, der Illegalität vollends Tür und Tor geöffnet hat, und nun zum Büttel dieser verbrecherischen Hochfinanzpolitik geworden ist.

    Interessant ist es doch auch, daß es von 1929 bis zum ersten Weltkrieg nicht lange gedauert hat. Und dieser auch über die Verteufelung einer aufstrebenden Nation statt fand. Die Russen sind heute die Deutschen von damals. Die wirklichen Urheber des Desasters waren und sind jedoch die Gleichen grauen Männlein im Hintergrund. Die Hochfinanzler.

    Ich würde also sagen, die Finanziers haben erkannt, daß das Geldverdienen am Aufbauen an seine Grenzen gestoßen ist. Still stehen kann ein exponentiales Zinssystem jedoch nur kurzweilig. Um also keine Verluste in Kauf nehmen zu müssen, investiert man nun nicht mehr in den Aufbau sondern investiert ins Gegenseitige Zerstören.

    Später wird man sagen, obwohl die Zeiten schlecht waren, hatten wir nur geringe Einbußen und konnten unsere Gewinne fortsetzen, was aber nur mangelhaft der Wahrheit entspricht, denn eigentlich müßte es heißen, um die Gewinne der Hochfinanz weiter fortzusetzen, mußten sie die Welt zerstören.

    • Skyjumper sagt:

      Im Grundsatz sehe ich das ja ähnlich wie Sie, aber:

      „………denn das Sozialisieren des Untergangs der Währungen mittels des QE’s, führt eindeutig dazu, daß die Hochfinanz eben nicht selbst Pleite geht, sondern dadurch unweigerlich eine Geldwertverdünnung stattfindet, und damit eine Verknappung bei den Ärmsten hervorruft, was unweigerlich in Not führt. “

      in begrenzten Umfang ist das durchaus steuerbar. Wenn man erkennt wohin die Reise gehen soll, sollte man rechtzeitig anfangen seine Geldmittel in Werte umzuwandeln. Viel Geld nützt im übrigen auch der Hochfinanz nichts wenn es zur Geldwertverdünnung kommt. Auch die müssen ihre Geldmittel in Sachwerte umtauschen bevor es zum Untergang der Währungen kommt. Oft, wenn auch nicht zuverlässig, kommt es vor einer Inflation zu einer Phase der Deflation.

      Hier haben Sie was durcheinandergebracht:
      „Interessant ist es doch auch, daß es von 1929 bis zum ersten Weltkrieg nicht lange gedauert hat. Und dieser auch über die Verteufelung einer aufstrebenden Nation statt fand. Die Russen sind heute die Deutschen von damals.“

      Zwar ist es (zumindest m.M.n.) richtig, dass es vorm 1. Weltkrieg darum ging das international aufstrebende Deutsche Kaiserreich zu disziplinieren, aber was der Weltwirtschaftskrise seinerzeit (1929) folgte, war der 2. Weltkrieg und nicht der Erste.

      • Argonautiker sagt:

        Merci für die aufmerksame Korrektur vom 1. zum 2. Weltkrieg, das stimmt natürlich und war auch so gemeint.

        Meine schlimmste Verwechselung die ich je in einem öffentlichen Kommentar gemacht habe, war, als ich aus einem gemeinten Assad einen geschriebenen Sadat gemacht habe. Peinlich.

        Und es ist natürlich auch richtig, daß auch „Die“ umschichten müssen.

        Wenn man nah genug am Ursprung des Geldes ist, ist das natürlich gerade dann, wenn man weiß, daß die Währung drauf gehen wird, natürlich nicht so schwer. Grob gesagt überreizt man das Gelddrucken und Kaufen eben so lange, bis es kollabiert, wobei man es natürlich trotzdem weiter so aussehen lassen muß, als wenn man es mit dem Retten der Währung ernst meint, sodaß man mit dem QE Geld auch ständig stabilisieren muß, denn das Umschichten braucht schon eine Weile. Jahre wie man sieht.

        Daß das Geldverdünnen auch „Denen“ schadet, glaube ich weniger, weil dieses Geld ja kaum wo anders ankommt, als bei Denen. Sodaß derzeit nicht Viele im Geld schwimmen, selbst wenn es nur Schuldgeld ist.

        Und weil das so ist, können Die auch, mit dünnem Geld, verhältnismäßig viel aufkaufen, und Andere nicht, weil, je weiter man weg von der Geldschöpfung ist, trotz QE ein um so größerer Geldmangel herrscht, sodaß der Mangel der Einen zur günstigen Einkaufsmöglichkeit der Anderen wird.

        Denn wenn man da kein Geld hinfließen läßt, wo man zu kaufen gedenkt, wird man aufgrund der drückenden Tilgungslast der bestehenden Schulden, über kurz oder Lang verkaufen müssen. Prinzip Griechenland. Wobei man Griechenland sicherlich nicht nur darauf reduzieren kann, es aber eine große Kraft ist, die auf es wirkt.

        Mit einer sterbenden Währung die jungen ungehobenen Energievorräte der Ägäis zu kaufen, wäre doch ein Deal.

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