Welche Kräfte auf Ihre Geldanlage einwirken werden

10. März 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Manfred Gburek) Griechenland wird uns noch über Jahre hinaus mehr beschäftigen, als uns allen lieb sein kann. Auch wenn Sie dieses Themas überdrüssig sind, sollten Sie hier trotzdem weiter lesen. Denn es wird sich auf Ihre Geldanlage auswirken. Aber nicht allein, sondern in Verbindung mit anderen Einflussfaktoren, und das macht die Sache so gefährlich…

Beginnen wir kurz mit Griechenland. Das Handelsblatt, das sich früher aus unerfindlichen Gründen für griechische Staatsanleihen stark gemacht hat, trifft jetzt den Nagel auf den Kopf, wenn es titelt: „Griechenland erkämpft Enteignung der Gläubiger.“ Das heißt, diese – in erster Linie institutionelle Anleger wie Banken, Versicherer und Fonds – verzichten auf den Großteil ihrer Forderungen gegen den griechischen Staat.

Daraus folgt: Kunden und Eigentümer der institutionellen Anleger, also Millionen von Bundesbürgern, erleiden durch die kalte Enteignung Verluste, deren Höhe erst in den kommenden Jahren zu ermitteln sein wird, wenn zum Beispiel Ihre Bank sich mit immer höheren Gebühren bei Ihnen schadlos zu halten versucht oder wenn die Ablaufleistung Ihrer Kapitallebensversicherung zusammenschrumpft.

Damit nicht genug, auch als Steuerzahler werden Sie früher oder später auf Umwegen zur Kasse gebeten. Einer dieser Umwege hat den wohl klingenden Namen FMS Wertmanagement, der mich irgendwie an einen Wertstoffhof erinnert, weil auch dort viel Müll landet. Es handelt sich um eine in der Finanzsprache Bad Bank genannte Anstalt des öffentlichen Rechts, Nachfolgerin der verstaatlichten Skandalbank Hypo Real Estate in Bezug auf deren „Risikopositionen und nicht strategienotwendige Geschäftsbereiche“ (Details unter fms-wm.de). Sie besitzt gut 9 Milliarden Euro an Griechenland-Anleihen und -Krediten. Für deren Abwertung werden Steuerzahler im Endeffekt genauso aufkommen müssen wie für den ebenfalls schwergewichtigen griechischen Anleihen- und Kreditmüll der deutschen Landesbanken.

Nun zu den eingangs erwähnten weiteren Einflussfaktoren, die sich auf Ihre Geldanlage auswirken werden. Da ist zunächst die Konjunktur. In Deutschland überschreitet sie gerade den Zenit, im restlichen Europa hat sie den größtenteils schon hinter sich. Spannender verspricht es in den USA zu werden, wo Anfang November bekanntlich die Präsidentschaftswahl ansteht. Denn bis dahin wird die Konjunktur dort schöngeredet und -geschrieben, sodass erhebliche Abstriche an den öffentlichen Statistiken und Verlautbarungen zu machen sind. Zuletzt hat der Konsum die US-Konjunktur begünstigt, doch inzwischen sind die Ersparnisse der Amerikaner derart geschrumpft, dass in absehbarer Zeit wieder mehr gespart und damit weniger konsumiert wird.

Das chinesische Wirtschaftswachstum ist zwar immer noch viel höher als das in Europa und in den USA, aber der gleitende Übergang von der Export- zur Binnenwirtschaft kostet bereits den einen oder anderen Wachstumspunkt. Aus Anlegersicht relevant ist die allmähliche Abkehr der chinesischen Zentralbank vom Dollar, und zwar weniger in absoluten Zahlen als in der Relation zum Euro und zum Gold. Das heißt, die Zusammensetzung der chinesischen Währungsreserven ändert sich zu Lasten des Dollars und zu Gunsten von Euro und Gold. (Seite 2)

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Ein Kommentar auf "Welche Kräfte auf Ihre Geldanlage einwirken werden"

  1. crunchy sagt:

    Na, ja: Langfristig ist das die Strategie. Mittelfristig werden Gold- und Silberinvestments von der Fed vergällt werden: Sie versucht alles, die Bilanz nicht weiter anschwellen zu lassen. Aktuell wird gute, alte BuBa-Politik diskutiert: Repos, nicht länger als 3 Monate!
    http://www.chicagotribune.com/business/sns-rt-us-usa-fed-bondstre8261e8-20120307,0,855340.story
    Ewig wird sie das nicht durchhalten können. Aber: Vorher gehen Gold- und Silberpreise mal kräftig in die Knie! Der Zwang für das Verhalten kommt aus China.
    http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/geld/Der-Dollar-bekommt-Konkurrenz-aus-China/story/22493946
    Meine Entscheidung bezüglich der EKsteuerfreien 50%
    Silber ist damit gefallen: Wird´s heiss, raus mit dem Sch…. . Die restlichen 50% warte ich ab. Gold ist sowieso für die Erben.

    Ähem, ich mag´s ja physisch: Hat jemand Platz in seinem Öltank?

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