Welche Katastrophe wird es werden?

14. Dezember 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Die US-Aktienmärkte erreichen immer absurdere Höhen. Kein Wunder, dass vom Goldman Sachs Tower in der West Street in New York mittlerweile schon ein geflügeltes Wort zirkuliert: „Trump wird gut für die Wall Street sein…“

Der designierte Finanzminister und Ex-Goldman-Mann Mnuchin fügt hinzu, dass die Trump-Steuersenkungen die US-Wachstumsraten verdoppeln werden.

Wir fragen uns ernsthaft, ob er das durchdacht hat. Ein doppelt so hohes Wachstum würde Druck auf die Löhne ausüben. Und zwar nach oben. Unternehmen, die plötzlich Geld und Leute brauchen, um zu expandieren, würden sich gegeneinander überbieten. Verbraucher – mit mehr Geld in den Tasche – würden auf Shopping-Tour gehen. Die Preise würden steigen. Und auch die Anleihenrenditen (da die Anleihenkurse im Vorfeld einer höheren Inflation sinken) würden nach oben schnellen.

Die Zinsen steigen im Allgemeinen, wenn sich eine Expansion verstärkt. Und jetzt, da wir auf einem 6.000-Jahres-Zinstief stehen, stellt sich nur die Frage, bis auf welches Niveau die Zinsen steigen können. Die Zinsen können also in einem solchen Umfeld nur steigen.

Aber wenn die Zinsen zurück auf ein „normaleres“ Niveau steigen, wird das DAS Todesurteil für die Wirtschaft sein, die bis zum Himmel hinauf überschuldet ist. Diese Wirtschaft kann nur die Absurdität überleben, aber nicht Normalität.

Wieder wird jemand enttäuscht sein. Nach unserer Berechnung hat die USA rund 35 Billionen Dollar mehr Schulden, als sie haben sollte. Es kann die Schuld tragen … aber nur solange die Zinsen auf ultra-niedrigem Niveau bleiben. Ansonsten fliegt das Ganze höllisch in die Luft!!

Damit die Zinsen so niedrig bleiben, kann es Mr. Trump nicht gelingen, einen anhaltenden und substanziellen Boom zu starten. Es funktioniert einfach nicht so. Ein Boom würde einen Einbruch am Rentenmarkt nach sich ziehen … höhere Zinsen wären die Folge. Und diese höheren Zinsen würden den Boom stoppen. Und zwar lange bevor er überhaupt starten konnte.

Das ist exakt das, welche Botschaft uns die steigenden Anleihenrenditen seit dem Wahltag uns überbringen: selbst nur die Hoffnung auf höhere Wachstumsraten lässt den Anleihenmarkt abstürzen.

Sie können nicht einen Boom haben, wenn Sie so viel Schulden haben; sie können nicht einmal eine normale Wirtschaft haben.

Sie können es sich nicht leisten. Wieder wird jemand enttäuscht sein…

Die Aktien steigen schon im Vorfeld dessen, was nicht passieren wird: Ein großes Konjunkturpaket der neuen Regierung.

Wenn der Kongress die tatsächlichen Defizit-Zahlen sieht … und die Bond-Wächter da drauf kommen, werden die Politiker das Konjunkturprogramm stoppen. Dann werden die Spieler, die jetzt auf große fiskalische Konjunkturmaßnahmen setzen, genauso lange Gesichter bekommen wie sie jetzt „LONG“ positioniert sind.

Sie werden verkaufen und einen schweren Kurssturz auslösen!

Letztendlich geht es nicht darum, ob es während der Zeit von Mr. Trump im Weißen Haus eine Katastrophe geben wird. Es geht nur noch um die Frage, was für eine Katastrophe es sein wird.

Ein Winseln? Oder ein Knall?

Eine japanisch deflationärer Niedergang?

Oder ein Inflationsboom im argentinischen Stil?

Oder vielleicht beides?

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Keine Kapitulation der Feds im Krieg gegen die Märkte
von Bill Bonner

Sobald Krieg herrscht, hören die Krieger auf, an Frieden zu denken. Stattdessen konzentrieren sie sich nur auf eines:
den Krieg zu gewinnen! Sie können dann damit nicht aufhören…

Die kommende Katastrophe ist finanzieller und wirtschaftlicher Natur. Die Feds sind wild entschlossen, den Krieg zu gewinnen: Den Krieg gegen die Märkte. Bei einer Überschuldung von 35 Billionen Dollar allein in den USA können es sich die Feds nicht leisten, diesen Krieg zu verlieren. Da liegen sie richtig. Aber leider können sie den Krieg auch nicht gewinnen.

Die großen monetären Waffen wirken nicht mehr. Janet Yellen droht, mit den Kreditmärkten Frieden zu schließen. Aber es ist nur ein müßiges Kriegsgerücht. Sie kann nicht Frieden schließen; sie kann nur kapitulieren. Bedingungslos.

Und wenn die Feds ihre künstlich niedrigen Zinssätze aufgeben, wird es unmöglich sein, einen derartigen Schuldenberg zu finanzieren.

Der Krieg geht verloren.

Und nun wenden die Menschen ihre einsamen Augen auf Feldmarschall Trump. Anders formuliert, all ihre Hoffnungen richten sich auf fiskalische Anreize. Auf massives klassisches „deficit spending.“

Monetäre Stimulierung funktioniert durch Senkung der Kosten des manipulierten.Geldes. In einer freien Marktwirtschaft konkurrieren die Kreditnehmer um knappe Ersparnisse und entdecken ehrliche Zinssätze. In einer Wirtschaft, die von den Feds verwaltet wird, und im Krieg mit freien Märkten steht, legt ein Zentralbank-Ausschuss mit Doktortiteln den Zinssatz fest. Der Ausschuss offeriert Ersatzersparnisse zu künstlich niedrigen Preisen.

Die Leute wissen nicht, dass das neue Geld falsch ist. Sie interessieren sich nicht dafür, dass niemand es verdiente und niemand es vorher sparte … und das dahinter nur Sumpfgas steht. Es sieht aus wie eine reale Sache. Es wirkt wie eine reale Sache.

Aber wenn die Geldpolitik eine Art von Präzisionsbombardement ist, handelt es sich beim fiskalischen Stimulus eher um einen Frontalangriff.

Geld geht in die Wirtschaft wie Shermans Kavallerie in die Stadt Atlanta eindringt. Fiskalische Impulse gehen direkt in die Hände der Menschen. Tendenziell steigen dadurch die Verbraucherpreise mehr als durch monetäre Anreize. Bei den monetären Anreizen bleibt das Geld eher an der Wall Street und erhöht nur die Preise der diversen Vermögenswerte wie zum Beispiel der Aktien.

Aber das zugrunde liegende Ziel ist bei beiden Anreizen gleich: noch mehr gefälschtes Geld in das System pumpen, um folgenden Zweck zu erreichen: es verhindern, dass der Markt die Injektion des gefälschten Geldes, das die Feds beim letzten Mal in das System gebracht haben, korrigiert.

Mehr Geld, mehr Schulden. So funktioniert eben das Dollar-Kredit-System: Mehr Geld bedeutet mehr Schulden. Je mehr die Schulden wachsen, desto mehr Geld, sprich Schulden, braucht das System, nur um es zu verhindern, den Krieg zu verlieren. Aber um mehr Geld hinzuzufügen, muss jemand in der Lage sein, noch mehr Schulden aufzunehmen.

Private Haushalte und Unternehmen können das nicht mehr. Sie sind bereits massiv überschuldet; mit wenig Sicherheiten und wenig Fähigkeit, noch mehr zu leihen oder die geliehenen Gelder effektiv zu verwenden.

Da bleiben also nur noch die Feds übrig; sie sind also die einzigen, die sich noch erhebliche Summen an Geld leihen können. Niemand muss sich Sorgen machen, dass er von der Regierung sein Geld nicht zurück bekommt; schließlich haben die Feds ja die Macht über die Druckerpresse.

Also, die Feds bereiten eine große Offensive vor. Und Investoren schreiben ihre Bücher. Alle mit einem Happy End. Im Januar wird ihr Held Donald J. Trump ein Programm voller Steuersenkungen und Ausgabenerhöhungen vorstellen. Kommentatoren werden uns sagen, wie die Steuersenkungen „sich letztlich selbst tragen“ können. Damit würden ja zusätzliche wirtschaftliche Aktivitäten angeregt.

Sie werden sagen, dass verstärkte Infrastrukturinvestitionen die Wirtschaft produktiver machen. Sie werden erwähnen, dass wir mehr Inflation brauchen. Und zwar als eine Möglichkeit, unsere wachsende Schuldenlast in den Griff zu bekommen! Höhere Bundesausgaben werden die Menschen in den Werften und Einkaufszentren in Arbeit bringen. Es wird dazu führen, dass die Preise steigen, wodurch sich das Gewicht der Schulden reduziert. Die Menschen werden mehr ausgeben und weniger schulden!

Aber warten Sie…irgendwas passt dann bei der Gleichung doch nicht.
Quelle: Kapitalschutz-Akte
Welche Katastrophe wird es werden?...(von Bill Bonner)
Keine Kapitulation der Feds im Krieg gegen die Märkte (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

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3 Kommentare auf "Welche Katastrophe wird es werden?"

  1. Insasse sagt:

    Der Mensch sieht nur, was er sehen will und erzeugt dementsprechende Ergebnisse. Das Gleiche gilt infolge auch für „die Märkte“. Ursache hierfür ist das mangelnde Interesse am Gesamtbild. Beispiele dafür gibt es zuhauf. Ein besonders deutliches Beispiel war die New Economy-Blase um das Jahr 2000 herum. Die wenigen, die über diesen subjektiven eingeschränkten Tellerrand hinaus schauen, sind vor dem Hintergrund der menschlichen Psyche nur einsame Rufer in der Wüste. Entsprechend fällt das Ergebnis immer wieder gleich aus: Erst der (unbegründete) Börsen-Hype, dann irgendwann der Crash, der zumeist ebenfalls in einer Übertreibung endet. Warum sollte es dieses Mal anders sein?

  2. lowabras sagt:

    Seit 1973, dem Jahr der Einführung des limitlosen Fiat Money Systems gibt es für dieses, so genannte Geld das ausschließlich auf Illusion beruht, in der Staatsfinanzierung, speziell auch in den USA, keinerlei Limits mehr! Das Spiel wird also unaufhaltsam so weiter gehen, obwohl die wahren Ökonomen und die Realisten seit Jahren etwas anderes prophezeien! Sie jedoch konzentrieren sich auf die Theorie. Nur diese Theorie spielt zwischenzeitlich nur eine marginale Rolle, wenn überhaupt!
    Die geistig völlig unterbelichteten Kreaturen in der Politik können Theorien nicht verstehen, sondern folgen der Realität und die beweist bis heute, dass es damit funktioniert! Also wird sich nichts ändern, was den Kapitalbedarf der Staaten betrifft! Darüber hinaus ist es sowieso, auch theoretisch so, dass dieses bestehende System nur dann nicht kollabiert, wenn ständiges Wachstum auf allen Ebenen erzeugt wird! Dies gilt insbesondere auch für die Geldmenge! Dieses Wachstum ist nur zu halten, wenn bei Ausfall der Wirtschaft und des privaten Bereiches als Kreditnehmer, die Staaten mit vermehrter Kreditaufnahme einspringen!

    Die USA spielen dabei eine führende Rolle, weil es der einzige Staat ist, der seine selbst erzeugte Inflation weitestgehend exportieren kann und das gelingt so lange, so lange der Dollar in anderen Ländern gebraucht wird um am Weltmarkt teilnehmen zu können! Dies abzubauen läuft seit einiger Zeit an, wird jedoch noch Jahrzehnte dauern bis die Inflation dahin zurück kehrt, wo sie gestartet wurde durch unbegrenzte Geldvermehrung! Erst wenn das signifikant geschehen ist, wird das System zusammen brechen!

    Bis dahin wird der Rest der Welt die Lasten tragen und beginnend mit den Schwächsten drastisch betroffen sein! Inwieweit sich da China zum Regulator aufschwingen und die Regie übernehmen kann, bleibt Geheimnis der Sterne. Wenn überhaupt, dann nur gemeinsam mit anderen Staaten gemeinsam!

    Also cool-down, es wird sich im System nichts ändern in den nächsten Jahrzehnten!

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