Weitere provokante Prognosen für 2013

17. Januar 2013 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Addison Wiggin) Es geht weiter mit meinen Prognosen für 2013. Die provokativste Prognose ist vielleicht die, welche ich „Leben nach dem Dollar“ nenne. Das ist der Name, den ich gewählt habe, aber der Verdienst für diese Idee geht an einen Briten namens Dominic Frisby – einer der provokantesten jungen Denker, bei dem ich das Privileg hatte, ihn zu treffen.

„Das Monopol, welches Regierungen und Banken in Bezug auf Geld halten, gibt ihnen zu viel Macht“, schrieb er letzten Herbst. „Ob durch Inkompetenz oder Schlimmeres, diese Macht wird unweigerlich missbraucht werden. Die beste Art, diesen Missbrauch von Macht zu stoppen, ist, diese so weit und dünn wie möglich zu verstreuen…“

„In meiner idealen Welt gibt es kein Monopol auf Geld. Wir stellen die Wahlmöglichkeiten wieder her. Wir stellen die Transparenz wieder her. Wir nutzen das Geld, welches wir mögen. Wir haben unabhängiges Geld.“

„Was wollen Sie nutzen, Sir? Gold, Silber, Bitcoins, Schuldscheine eines Farmers, abgesichert mit den Waren in seinem Lager, die Währung von Dominic Frisby (ich denke, ich werde die `Dominus nennen), Pfund, Dollar? Sie benennen es, und sie können es nutzen.“

„Das Bezahlen mit diesen alternativen Währungen ist so leicht wie das klicken von auf der App Ihres Smartphones oder auf einer Internetseite.“

Ein Traum? Kaum. Denn der Gedanke der „alternativen Währungen“ ist nicht neu. Der Nobelpreisgewinner Friedrich Hayek untersuchte dies in seinem langen und produktiven Leben. Was neu ist, so Mr. Frisby, ist, dass wir kurz davor stehen, dass solche Alternativen alltägliche Realität werden. Egal, was die Federal Reserve, Goldman Sachs und JPMorgan Chase auch wünschen mögen.

„Viele Währungen können auf praktischer Tag-für-Tag-Basis funktionieren“, sagt er. „Ich komme gerade aus Istanbul zurück. Händler im großen Basar akzeptieren da Dollar, Euro, türkische Lira, Pfund, russische Rubel – alles, solange es Umsätze für sie bedeutet.“

Wie Sie sich vorstellen können, wird so eine Umstellung ein manchmal hässlicher Prozess sein – einer, der Hand in Hand mit meinen anderen Prognosen gehen kann. Aber am Ende dieses Prozesses liegt eine Zukunft des Reichtums, von welchem nur wenige Menschen zu träumen wagen.

Nicht nur, dass es ein „Leben nach dem Dollar“ geben wird, sondern es gibt ach ein „Leben nach dem Staat“. Das ist der Arbeitstitel eines Buches, an dem Mr. Frisby arbeitet, und von dem ich hoffe, dass es 2013 veröffentlicht werden wird.

Eines Tages wird jemand eine akademische Studie finanzieren, welche den Spalt im menschlichen Gehirn identifiziert, welcher nach Prognosen für die kommenden 12 Monate giert. Wo auch immer dieser Spalt ist, er übt starke Kraft auf die Bevölkerung aus, mehr als deren Streben nach Nachrichten über, sagen wir einmal, das „fiscal cliff“ oder über Football-Neuigkeiten.

Im Finanzsektor werden solche Prognosen sichtbar. „Macro surprises“ von Morgan Stanley, 13 Favoriten für 2013 von der Deutschen Bank, und dann noch die beliebten Prognosen von der dänischen Saxo Bank. Und wissen Sie was? Diese Prognosen sind überhaupt nicht bindend.

So beschreibt Saxo die eigenen Prognosen als „jährliche Übung darin, einen relativ extremen Markt zu schlagen, und politische Ereignisse, deren Eintrittswahrscheinlichkeit vielleicht niedrig ist, wenn sie immer noch allgemein unterschätzt werden.“ Mit anderen Worten, es sind „gedankliche Experimente“. Die sind aber natürlich nützlich, wenn es darum geht, den Hintern irgendwo hinzusetzen.

Und dann wollen die Kunden und Aktionäre auch solche Prognosen. Wenn auf Saxos Liste stehen würde, dass der deutsche Aktienmarkt im laufenden Jahr um 33% fallen wird – was der wichtigste Punkt auf der Liste wäre -, und das könnte einige oder mehrere der Adressaten unbehaglich machen. Deshalb geben die ihre Prognosen eher abstrakt.

Ich hingegen habe keine solchen Interessenskonflikte. Ich steige und falle mit dem Vertrauen, welches Sie in meine Analysen stecken. Ein befreiender Zustand, besonders da ich sehe, wieviel Freiraum sie mir bereitwillig geben.

Meine Prognosen sind keine Gedankenexperimente, welche Ende Dezember per Pressemiteilung rausgehen und dann schnell vergessen werden. Das sind Themen, von denen ich erwarte, dass sie sich in den kommenden 12 Monaten voll entwickeln werden. Jetzt werde ich Ihnen noch einige weitere Prognosen geben… (Seite 2)

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