Weil nicht sein kann, was nicht sein darf!

(von Bankhaus Rott) Rohe Eier ohne Schale werden aus gutem Grund selten angeboten. Beim Außenhandel nimmt man es nicht so genau. Wohin die Wirtschaft der Ausfuhrstaaten auch gondelt, die Exportschätzungen werden munter aufrechterhalten. Ein Blick auf die wichtigsten Abnehmer der Republik gibt für derlei Optimismus wenig Anlass…
Einmal angenommen, jemand verkauft Autos in einer kleinen Stadt. In diesem Ort haben bisher die meisten Beschäftigten bei einem großen Industrieunternehmen gearbeitet, das nun Pforten für immer schließt. Neue Jobs auf dem gleichen Gehaltsniveau sind für die Entlassenen nicht in Sicht, es hat ein struktureller Bruch stattgefunden. Jeder Kaufmann hat die wahrscheinlichen Auswirkungen einer solchen Entwicklung auf die zukünftigen Umsätze deutlich vor Augen. In der politisch geprägten Theorie der Illusions-Ökonomie herrscht jedoch ein anderer Glaube. Dies gilt vor offensichtlich vor allem dann, wenn Ländergrenzen ins Spiel kommen. Die Zusammenhänge zwischen Rezessionen in Ausfuhrstaaten und möglichen Auswirkungen auf das exportierende Land scheinen viele Repräsentanten zu überfordern.
Die folgende Grafik zeigt die 20 wichtigsten Ausfuhrländer der Bundesrepublik. Wir haben diejenigen markiert, die sich bereits jetzt in wirtschaftlich schwerem Fahrwasser befinden und teils einen fiskalpolitischen Seiltanz aufführen.
Insgesamt machen allein die markierten Länder fast die Hälfte der deutschen Exporte aus. Jeder mag für sich manches Land aus der Liste entfernen oder hinzufügen, die generelle Problematik bleibt die gleiche. Wie etwa die fallenden Autopreise in China zeigen, muss mehr Menge nicht gleichbedeutend mit mehr Gewinn sein.
Exporte und entsprechende Importe lassen sich ebenso wenig voneinander trennen wie Einkommensverhältnisse und Arbeitslosigkeit. Diesbezüglich gibt es aus der EU wenig Positives zu berichten. Allein das Thema Jugendarbeitslosigkeit ist ein Drama, die Zahlen einiger Mitgliedsstaaten unterscheiden sich in nichts von den Werten früher vom Westen belächelter afrikanischer Länder.
(Eurostat) Die Jugendarbeitslosenquote lag im November 2011 in der EU27 bei 22,3% und im Euroraum bei 21,7%. Im November 2010 hatte sie 21,0% bzw. 20,6% betragen. Die niedrigsten Quoten verzeichneten Deutschland (8,1%), Österreich (8,3%) und die Niederlande (8,6%) und die höchsten Quoten Spanien (49,6%), Griechenland (46,6% im September 2011) und die Slowakei (35,1%).
Der Mangel an konkurrenzfähigen Arbeitsplätzen ist jedoch nicht auf eine Altersklasse beschränkt. Die Gesamtwerte und die Tendenzen seit 2007 sind ebenfalls ernüchternd. Von der vielbeschworenen Erholung der letzten Jahre ist in vielen Ländern so gut wie nichts auf dem Arbeitsmarkt angekommen.
Die Arbeitslosenquote in Spanien liegt übrigens mehr als doppelt so hoch wie die der vier oben dargestellten Länder. Sie erreichte unlängst knapp 23% und hat sich seit 2007 annähernd verdreifacht. Ein Feuerwerk der Nachfrage sollte man bei derartigen Zahlen nicht erwarten. (Seite 2)
Pages: 1 2
7 Responses to Weil nicht sein kann, was nicht sein darf!
Hinterlasse eine Antwort
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.




Tags: 









“Weil nicht sein kann was nicht sein darf” ist eine Entwicklung am Ende eines Systems die sich proportional zum Verfall steigert.
Die nahe Zukunft wird mediale Erscheinungen hervorbringen die in absolutem Gegensatz zur Realität stehen.
Hier gilt wirlich: The Sky is the Limit.
PS
In den letzten 100 Jahren durften wir Deutsche 4 Systemuntergänge erleben.
Also Erfahrungsmangel kann uns da keiner nachsagen.
“In den letzten 100 Jahren durften wir Deutsche 4 Systemuntergänge erleben.
Also Erfahrungsmangel kann uns da keiner nachsagen.”
Und wie viel Erfahrung hast Du persönlich aus den letztem Untergang??
Siehste – wir haben keine – und selbst wenn wäre es wenig tröstlich.
Nicht von Dir auf Andere schließen!
Meine Erfahrungen mit dem letzten Systemuntergang sind so reichlich, daß ich dem Folgendem ganz gelassen entgegensehen kann.
Versuch mal zu begreifen, daß Obrigkeiten zu jeder Zeit von der Arbeit der Untertanen zu leben wünschten!
Und jetzt ziehe Deine Schlüsse.
Auf den Begriff “Demokratie” ist in dem Zusammenhang geschissen.
Der Roman wurde wohl 1928 bereits veröffentlicht, aber ich glaube der ein oder andere könnte ihn heute neu schreiben (“Im Westen nichts Neues”).
Oder interpretiere ich da was falsch ?
LG
Pingback: Kleine Presseschau vom 2. Februar 2012 | Die Börsenblogger
Sehr geehrtes Bankhaus Rott
Sie hatten mal vor wenigen Monaten einen Artikel veröffentlicht, indem Sie die EK-Quoten europäischer und amerikanischer Bankinstitute gegenüberstellten.
Leider kann ich diesen nicht mehr finden. Könnten Sie mir bitte helfen?
Ich muss gerade in den USA ein Konto eröffnen und würde vorab gerne das Diagramm, das Sie damals angefertigt haben, analysieren.
Vielen Dank,
Kevin
Hallo Kevinst,
das Diagramm findet sich in folgendem Artikel:
http://www.rottmeyer.de/elite-im-peinlichkeitsrausch/2/
Falls Sie noch ein wenig warten können können Sie bald eine aktualisierte Version in einem neuen Artikel anschauen.
Sollte es nur um die Eröffnung eines Auslandskontos gehen, ist ein Blick auf die asiatischen Gesellschaften großer Geschäftsbanken sicher keine schlechtere Idee.
Beste Grüße, viel Erfolg
Bankhaus Rott