Weichwährung voraus! Und wie man davon profitiert….

21. Juni 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

Oder: Warum die Menschen Fußball lieben und Ihnen (EU-)Politik mittlerweile gleichgültig ist…

vom Smart Investor

Man könnte denken, dass sich die Menschen für das interessieren, was ihr Leben nachhaltig beeinflusst. Politik etwa. Doch wenn man nach der Vorrunde der EM einmal nüchtern Bilanz zieht, dann muss man feststellen, dass selbst das „Public Viewing“ in einer mittelgroßen Stadt mehr Leute auf die Beine bringt, als die Anti-ESM-Demonstrationen in den deutschen Metropolen…

Die Komplexität des Themas kann es nicht sein, denn von der Energieerzeugung durch Kernspaltung haben auch die wenigsten Menschen ein tieferes Verständnis, was aber vom Kleinkind bis zum Greis kaum jemanden abhält, „gegen Atom“ auf die Straße zu gehen. Eine wichtige Rolle dürften die Massenmedien spielen.

Wenn es um die großen EU-Projekte geht, verstehen sich diese offenbar weniger als Faktenvermittler, denn als Meinungsbildner pro EU. Wie wenig diese Meinung vom Volk inzwischen noch ernstgenommen wird, kann man zumindest im Internet an den Kommentarspalten zu den betreffenden Artikeln sehen – sofern Leserkommentare überhaupt noch zugelassen werden. Auch das quotenwirksam als lebendiger demokratischer Prozess inszenierte Kopf-an-Kopf-Rennen der griechischen „Schicksalswahl“ war ein Täuschungsmanöver.

Tatsächlich war diese Wahl unbedeutend: Zum einen haben besonders die kleinen EU-Länder der bewährten Brüsseler Mischung – „Zuckerbrote“ für ausgewählte Funktionsträger, die „Peitsche“ für den Rest – grundsätzlich wenig entgegenzusetzen, ganz egal, wer dort in der Regierung landet. Zum anderen herrscht in fast allen Euro-Ländern hinsichtlich grundsätzlicher EU- und Euro-Fragen in Regierung und(!) Opposition eine ebenso gespenstische wie beschämende Einheitsmeinung vor, die mit lebendiger Demokratie so rein gar nichts zu tun hat. Es ist also fast schon verständlich, dass sich die Menschen trotz der enormen Bedeutung des bewusst intransparenten ESM-Verfahrens lieber der Volksbelustigung à la EM zuwenden. Zuschauer sind sie hier wie dort, aber bei der EM weiß man wenigstens vorher noch nicht, wie sie ausgeht.

Lesen Sie in diesem Zusammenhang auch das Interview mit Beatrix von Storch von der Zivilen Koalition e.V. (LINK) welches Bestandteil unserer Titelgeschichte zum ESM im aktuellen Smart Investor 6/2012 ist.

Griechenland als Blaupause

Die weitere Entwicklung in Griechenland verdeutlicht einmal mehr, was für den aufmerksamen Beobachter keiner weiteren Verdeutlichung bedarf: Die Eurozone wird gegen jede ökonomische Vernunft auf Biegen und Brechen zusammengehalten und mit einem geradezu bösartigem Eifer zur Haftungs-, Schulden- und Transfergemeinschaft verunstaltet. Im Vergleich zu den „Spitzen-Eurokraten“ dürfen Kinder in der Trotzphase als flexibel, tolerant und abgeklärt gelten. Europa wird unter dem Joch von EU und Euro unbeirrbar auf der schiefen Ebene gehalten.

Ein solcher Kurs hat mehrere, nahezu zwingende Konsequenzen, die das Spielfeld für den Anleger abstecken. Wir wissen hinlänglich, dass derartige Planwirtschaften ineffizient sind, zumal wenn sie von Politikern gelenkt werden, die so marktfern sind, dass sie mit ihren Eingriffen regelmäßig wesentlich mehr Schaden anrichten als Nutzen stiften – man betrachte nur den „Rettungs“-Dilettantismus der vereinigten EU-Nomenklatura während der letzten Jahre. Die Währung eines solchen Wirtschaftsraums dürfte ohne einschneidende Änderungen im Politikverständnis der Handelnden auf Sicht deutlich unter Druck kommen. Auch hier gibt es ausreichenden geschichtlichen Anschauungsunterricht für die angeblich völkerverbindende und friedenssichernde „Klammerfunktion“ solcher Kunstwährungen (Jugoslawien, Sowjetunion, etc.), so dass letztlich auch das Auseinanderbrechen des Euro als sicher gelten darf. Dies ist aber nur der Endpunkt der Entwicklung. Auf dem Weg dorthin werden wir einen beschleunigten Verfall Richtung Weichwährung sehen, was politisch sogar gewollt ist, u.a. um eine schleichende Entwertung der Staatsschulden zu erreichen. (Seite 2)

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2 Kommentare auf "Weichwährung voraus! Und wie man davon profitiert…."

  1. Wollen sagt:

    Wenn den geistigen politischen wirtschaftlichen Eliten das Geld am wichtigsten ist, weiß man, wie es um den Verstand bestellt ist.Die Gier wird zum Fetisch die Sucht nach mehr fast, wie eine Leidenschaft die einem fesselt die Emotionen einem Bestimmen aber nicht der klare Verstand.
    Ich habe aufgehöht der scheinheiligen Politik, zu zuhören.

  2. MARKT sagt:

    Aktien Short, Gold long das wird zumindest kurzfristig nicht funktionieren.
    Erst mit Einführung Eurobonds. Frühestens in 1-1,5 Jahren. Bis dahin hohe positive Korrelation Aktien/Gold. Gold läuft immer leicht voran (1-3 Tage)

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