Washingtons Schulden-Express ist nicht aufzuhalten

19. September 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Eine disziplinierte und sehr motivierte Partei könnte eine große Steuer-Reform auf den Weg bringen. Zuletzt passierte das unter Präsident Reagan, vor 36 Jahren. Aber eine zersplitterte Mehrheitspartei und ein unabhängiger Präsident machen den Kongress irrelevant… unfähig, irgendetwas zu tun. Also wird es keine echte Steuer-Reform geben. Kein Ende von Obama Care. Und jetzt, wo die Schuldendecke aus dem Weg ist, wird es auch kein Halten mehr für den Schulden-Express geben… Endstation: Hölle!

Und das bedeutet, dass der nächste Schritt das Bargeldverbot sein wird. Sobald die Regierung das Geld aus dem Weg geschafft hat, hat sie uns alle unter Kontrolle. Sie kann uns so viele Steuern aufdrücken, wie sie will. Sie kann Negativzinsen verhängen, um uns fürs Sparen zu bestrafen. Sie kann uns daran hindern, Waffen oder Zigaretten zu kaufen, oder einfach alles, was sie ablehnt.

Folgendes Thema kam gestern im Gespräch mit einem klugen Freund auf …

„Weißt du, wer Marcel Dassault ist? Er baute Kampfflugzeuge für die Franzosen im Ersten Weltkrieg und gründete später eine Flugzeug-Gesellschaft. Er war Jude. Und während der Besetzung Frankreichs durch die Nazis während des Zweiten Weltkriegs weigerte er sich, mit den Deutschen zusammenarbeiten, und wurde nach Buchenwald geschickt. Er sagt, dass er überlebte habe, weil er eine Menge Geld mit sich trug.

Ohne Bargeld läuft nichts. Man kann nur etwas kaufen, indem man zur Bank geht. Und Banken gehören praktisch der Regierung. Sie tun, was die Regierung sagt.“

Gold, Waffen und Gott

„Sie können einfach unsere Konten einfrieren – unter irgendeinem Verdacht“, fuhr unser Freund fort. „Geldwäsche, Steuerhinterziehung, Unterstützung von Terrorismus. Und dann werde sie jegliches Streben nach Freiheit als „Terrorismus“ definieren.

Wie du sagst, werden Regierungen immer von Insidern geführt. Sie versuchen immer, den Rest von uns unter Kontrolle zu halten. Aber sie hatten nie zuvor ein Werkzeug wie das Internet. Der einzige Grund, warum die Amerikaner so lange Zeit so frei waren, ist ihr wildes Land. Die Distanzen waren riesig. Sie hatten echtes Geld – Gold. Und sie waren gut bewaffnet. Weißt du, es war wohl eine Kombination aus Gott, Gold und Waffen, die Amerika so besonders frei und wohlhabend gemacht hat.

Amerikaner waren meist Protestanten, die keinen Priester oder Papst brauchten, um mit Gott in Kontakt zu kommen. Sie konnten die Bibel selbst lesen. Das machte sie unabhängig. Gold war echtes Geld. Sie mussten niemandem um Erlaubnis fragen, um Handel miteinander zu treiben. Und Menschen mit Pistolen muss man Respekt zollen, oder zumindest etwas Raum geben. Aber jetzt verschwindet das alles. Ich habe die Nachrichten aus den USA gehört. Es scheint, als seien die Amerikaner ebenso unter der Fuchtel der Behörden wie der Rest der Welt.

Der Gott, den die meisten von ihnen heute verehren, ist die Regierung. Wenn sie heute durch das finstere Tal wandeln, suchen sie nach dem Stecken der Social-Security-Behörde, um ihren Ruhestand zu finanzieren, und dem Stab von Obama Care, um sie mit Gratis-Pillen zu versorgen.

Sie haben immer noch Waffen. Aber wenn die Regierung die Kontrolle über das Bargeld und das Banken-System übernimmt, werden die Waffen keinem mehr helfen. Ihre Kreditkarte funktioniert nicht? Wen soll man dafür erschießen?

Und das ist auch das Problem mit Gold. Es wurde 1971 aus dem Geldsystem entfernt. Seitdem hatten die Amerikaner keine reale Währung mehr. Alles, was die meisten von ihnen haben, sind Schulden. Sie kaufen Häuser auf Pump. Sie kaufen Autos auf Pump. Streicht man ihnen den Kredit, haben sie nichts mehr.

Reich der Schulden

46 Jahren lang haben die meisten Amerikaner Schulden dazu verwendet, um ihren Lebensstandard zu steigern, während ihr Einkommen stagnierte. In jüngerer Zeit verwenden sie sie allerdings nicht mehr, um weiterzukommen, sondern um nicht abzusteigen.

Am Freitag ging die Staatsverschuldung durch die Decke – In 24 Stunden stieg die Staatsverschuldung um 317 Milliarden Dollar an. Das sind 1.000 Dollar für jeden Mann, jede Frau und jedes Kind in Amerika. Die USA sind ein Imperium, das über Schulden läuft. Niemand will zwischen dem „Deep State“ und dem Geld stehen, das er braucht. Und jetzt, wo die Flut begonnen hat, kann auch die nächste Stufe des großen armseligen Tohuwabohus losgehen.

Beim verzweifelten Versuch, das Geld weiter fließen zu lassen, wird die Regierung Ausgaben und Schulden ankurbeln, die Staatsverschuldung mit Billionen von Dollar weiter aufblasen, Zinsen unter null sinken lassen… und gegen die Verwendung von Bargeld hart durchgreifen, um Fluchtwege abzuriegeln. Dann wird es Zeit, ein Gebet zu sprechen…

Quelle: Kapitalschutz-Akte
Weitere Informationen: Investor Verlag

Wo die Alten Götter hin sind

von Bill Bonner

Lassen Sie uns zunächst mit einem Echo aus letzter Woche beginnen… „Hey, Papa, Bitcoin lag gestern bei über 4.000 Dollar. Ein Allzeithoch. Ich habe nochmal 20.000 gemacht. Nicht schlecht.“ Hochmut kommt vor dem Fall, wie wir wissen. Gewinne vor Verlusten. Und Ehe vor Eheberatung. Wir haben Vertrauen in uns selbst, unsere Institutionen und unsere Götter. Bis wir die Scheidung einreichen.

Wie wir letzte Woche festgestellt haben, sind Kryptowährungen wie Bitcoin noch im experimentellen Stadium. Wir verehren sie vielleicht eines Tages, wie wir heute andere Formen des Mammons verehren. Oder vielleicht auch nicht. Wir werden es herausfinden. Zusammen mit allen anderen auch. Wenn Bitcoin oder einer seiner Konkurrenten sich als Wampum des 21. Jahrhunderts entpuppt, wie seine Befürworter vermuten, könnten die frühen Vögel sehr reich werden. Wenn nicht, könnten die Nachzügler andererseits Geld verlieren.

Mythen und Geheimnisse

In der Zwischenzeit verbrachten wir das Wochenende im Dreck. Wir verlegten Ton-Fliesen in unserer „Kapelle“. Und wir hoben den Sockel eines Kamins an. Diese Wochenend-Projekte sind eine Quelle der Freude. Der Grund ist einfach: Man kann danach etwas vorzeigen. Etwas Reales. Etwas Festes.

Montag bis Freitag verbringe ich mit Mythen, Mysterien und Missverständnissen. Notenbank-Politik. Demokratie. Markttrends. Steuern. BIP. Nachrichten. Meinungen. Trump. Prognosen und falschen Göttern. Lügen und Verwirrung… Eitelkeit und Wahn…

Wenn wir einen Schlaganfall hätten, würde es alles verschwinden. Aber unser neuer Kamin wäre noch da.

Im alten Ägypten glaubten die Menschen, dass der Pharao ein Gott sei. Als aber Kleopatra am 12. August im Jahr 30 v. Chr. eine Giftschlange an ihre Brust hielt, war alles vorbei.

Alte Götter

Götter leisten gute Dienste. Oft über Jahrhunderte… oder sogar Jahrtausende. Dynastien kamen und gingen in Ägypten. Aber Anubis, ägyptischer Gott der Toten, gab es 3.000 Jahre. Und was geschah mit Athene, Artemis, Demeter und Dionysos? Sie gingen und schlossen sich ihren ägyptischen Geschwistern an.

Im ersten Jahrhundert waren die Himmel bereits voller toter Götter. In den Ecken flirteten die Göttinnen der Liebe schamlos mit den Göttern der Fruchtbarkeit, während die anderen ihre Augen abwendeten. Irgendwo in den düsteren, leeren Räumen des Himmels müssen auch die Götter des Krieges ihre Kämpfe austragen.

Auf der Webseite Thought Catalog zählten wir auf einer Liste 104 Götter der Schlachten­ und Strategie. Jeder einzelne von ihnen wurde vergessen oder getötet. Der Parkplatz im Himmel muss sich wirklich schnell gefüllt haben. Wir verneigen uns vor unseren Göttern. Aber wir bücken uns für unsere Ziegel.
Quelle: Kapitalschutz-Akte
Weitere Informationen: Investor Verlag

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