Was Sie immer schon über Geld und Gold wissen wollten (Teil 2)

26. August 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Thorsten Polleit) Der tägliche Umgang mit Geld ist für die meisten so selbstverständlich geworden, dass kaum jemand noch darüber nachdenkt, was Geld eigentlich ist, und wie es entstanden ist…

Und weil darüber kaum jemand mehr nachdenkt, stößt es meist auf Unverständnis, wenn Ökonomen darauf hinweisen, dass die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise im Kern eine Krise des Geldwesens ist; und dass das Gold das ultimative Zahlungsmittel ist. Was also ist Geld? 

Die Antwort ist einfach: Geld ist das allgemein akzeptierte Tauschmittel. Nichts ist so liquide, mit nichts lässt sich so einfach und überall bezahlen wie mit Geld.

Was sind die Funktionen des Geldes? Auf diese Frage werden meist drei Antworten gegeben: (1) Tauschmittelfunktion, (2) Wertaufbewahrungsfunktion und (3) Recheneinheitsfunktion. Doch bei genauer Betrachtung zeigt sich, dass Geld nur eine Funktion hat, die Tauschmittelfunktion. Alle anderen Funktionen sind lediglich Unterfunktionen der Tauschmittelfunktion.

Die Tauschmittelfunktion ist die unmittelbar ersichtliche Funktion des Geldes: Ware wird gegen Geld und Geld wird gegen Ware getauscht.

Die Recheneinheitsfunktion bedeutet, dass die Güterpreise in einem anderen Gut, nämlich Geld, ausgedrückt werden. Kostet beispielsweise ein Apfel ein Euro und eine Birne zwei Euro, so bedeutet das, dass man zwei Äpfel im Tausch gegen eine Birne hinzugeben hat; oder das man für eine halbe Birne einen Apfel erhält.

Mit der Wertaufbewahrungsfunktion ist gemeint, dass Geld über die Zeit hinweg „Kaufkraft speichern“ kann. Die Wertaufbewahrung erlaubt dem Geldhalter, seinen Wünschen entsprechend das Einkommen über die Zeit zu verteilen. Die Wertaufbewahrungsfunktion ist aber auch nichts anderes als eine Form der Tauschfunktion des Geldes: Sie steht gewissermaßen für eine zeitliche Verlagerung des Tausches.

Recheneinheits- und Wertaufbewahrungsfunktion sind also keine eigenständigen Funktionen des Geldes. Sie sind lediglich Ausdruck der Tauschmittelfunktion des Geldes.

Diese Erkenntnis ist von großer Bedeutung für die Beantwortung der Frage, die häufig gestellt wird: Wie viel Geld braucht eigentlich eine Volkswirtschaft?

Mainstream-Ökonomen – also die Vertreter der herrschenden Mehrheitslehrmeinung – sind sich darin einig, dass eine wachsende Wirtschaft eine wachsende Geldmenge benötigt.

So fordern beispielsweise die Monetaristen, deren bekanntester Vertreter Milton Friedman (1912 – 2006) ist, die Geldmenge solle – vereinfachend gesprochen – in Übereinstimmung mit der gesamtwirtschaftlichen Güterproduktion wachsen. Wächst die Volkswirtschaft zum Beispiel um drei Prozent pro Jahr, so wäre aus monetaristischer Sicht ein „angemessenes“ Geldmengenwachstum drei Prozent pro Jahr.

Ganz anders die Vertreter der Österreichischen Schule der Nationalökonomie: Ihnen zufolge ist jede gerade vorhandene Geldmenge ausreichend, ja „optimal“.

Die Österreicher sagen, dass das Ausweiten der Geldmenge lediglich zu einer Schmälerung der Kaufkraft des Geldes und zu einer Umverteilung von Einkommen und Vermögen zwischen den Marktakteuren führt.

Wie erklärt sich diese Aussage? Sie erklärt sich aus der Erkenntnis, dass Geld eine, und nur eine Funktion hat: die Tauschmittelfunktion.  (Seite 2)


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19 Kommentare auf "Was Sie immer schon über Geld und Gold wissen wollten (Teil 2)"

  1. 4fairconomy sagt:

    Der „Cantillon Effekt“ findet wohl nicht statt, wenn die Geldmenge entsprechend dem Wirtschaftswachstum erhöht wird um sinkende Preise zu verhindern.

    Sinkende Preise führen zu einem umgekehrten „Cantillon Effekt“: nach jedem Tausch wird für den neuen Geldempfänger das Geld wertvoller, weshalb die Tauschgeschäfte zunehmend zum Erliegen kommen, weil das an Wert zunehmende Geld immer mehr zurückbehalten wird. Ein sich selbst verstärkender Teufelskreis der Deflation kommt in Gang.

    Um eine Inflation zu verhindern, sollte die Notenbank die Geldmenge möglichst knapp halten und diese knappe Geldmenge der Wirtschaftsleistung anpassen. Um eine Deflation zu verhindern braucht es ein neues Instrument in Form einer Abgabe auf Tauschmittel bzw. in Form von Tauschmittel, welche mit der Zeit an Wert verlieren – im Sinne der Forderung Silvio Gesells. Mit solch einer Währung lassen sich Inflation und Deflation wirksam verhindern.

    Tauschmittel als Wertaufbewahrungsmittel einzusetzen ist volkswirtschaftlicher Unsinn: würden alle Tauschmittel für die Zukunft zurückbehalten, käme die Wirtschaft zum erliegen und es gebe nichts mehr zu kaufen. D.h. die Tauschmittel wären entwertet. Kaufkraft in die Zukunft sparen kann real nur geschehen, in dem die Tauschmittel Unternehmen zur Nutzung zur Verfügung gestellt werden, welche die Güter der Zukunft produzieren werden. Die Sparer erhalten dann mit der Rückzahlung der Tauschmittel ein Bezugsrecht an diese Güter. Andere Formen der Ersparnisbildung sind Illusionen, welche zur Abnahme der Kaufkraft der Tauschmittel führen. Und heute bestehen die meisten Ersparnisse aus solchen Illusionen. Am eindrücklichsten ist der Zusammenhang mit Geldanlagen in den Boden. Damit wird am zukünftigen BSP nichts beigetragen während die Inflation mit steigenden Boden- bzw. Wohnpreise angeheizt wird.

    • stephan sagt:

      @4fairconomy:

      Mir gefällt diese Idee der zentralistischen Geldverwaltung überhaupt nicht. Genau das haben wir doch jetzt schon und es funktioniert nicht.

      Zur Abgabe auf Tauschmittel: Mit graust bei dieser Vorstellung. Was mit Abgaben passiert, können wir heute hinreichend sehen: Ein ineffizientes Umverteilungssystem vergrößert sich permanent und mit immer unsinnigeren Auswüchsen aufgrund Fehlallokation der eingesetzten Mittel.

      Zur Idee Tauschmittel Unternehmen zur Nutzung zur Verfügung zu stellen, welche die Güter der Zukunft produzieren werden: Die Idee ist schlicht abstrus (ganz nebenbei: Unternehmen produzieren immer die Güter der Zukunft). Zur Sache: Sie wollen doch nicht ernsthaft Unternehmen zwangssubventionieren. Jeder Leistungsanreiz würde verloren gehen; der Wettbewerb würde zum Erliegen kommen. Welchem Unternehmen wollen Sie denn von Ihrer Zwangsabgabe wieviel zukommen lassen? Da Menschen darüber entscheiden müssten und würden, käme es – genau wie im derzeitigen Sysstem – über Lobbyarbeit zu Fehlallokationen und Konzentration der Mittel bei denen, welche die besten Connections zu den Umverteilern haben. Damit würden Sie die Ersparnisse mindestens genauso abwerten, wie im derzeitigen System.

      Zu Ihrem Argument „Und heute bestehen die meisten Ersparnisse aus solchen Illusionen.“: Das ist richtig. Ursache dafür ist aber, dass die Sparer die Verantwortung für ihr eigenes Erspartes anderen (Betrügern und Parasiten) überlassen, anstatt sich selbst darum zu kümmern. Ich darf Ihnen versichern, dass meine Ersparnisse – soweit ich sie selbst verwalte – keine Illusion sind. Dafür sorge ich, indem ich meine Tauschmittel nach meinem Dafürhalten in der jeweils richtigen Form anlege. Ich will darum auch niemanden darüber bestimmen lassen, was mit diesen, meinen Mitteln (= Ersparnissen) geschieht. Genau dann nämlich kommt es zu dem Effekt der Vermögensvernichtung.

      Beispiel: Die ZWANGsabgabe, die ich jeden Monat an das (öffentlich-rechtliche) Versorgungswerk abführen muss. Diesen Mist hat sich der Gesetzgeber ausgedacht, damit ich später eine „angemessene“ Altersversorgung habe. Damit erklärt der Gesetzgeber nicht nur, dass ich zu blöd bin, für mich selbst zu sorgen. Nein, er bestimmt zudem, WIE meine Ersparnisse angelegt werden müssen. Dreimal dürfen Sie raten: Zum Großteil in Staatsanleihen. Und nun dürfen Sie noch einmal raten, was aus diesen Ersparnissen wohl wird. Richtig: Ein großer Verlust! Und nun dürfen Sie sich noch fragen, WER davon etwas hat – ich jedenfalls nicht.

      Nein, auf ein solches System verzichte ich gerne. Die Leute sollen gefälligst wieder lernen, selbst für sich Verantwortung zu tragen und sich nicht von trügerischen Aussagen (Die Rente ist sicher etc. etc.) irgendwelcher sprücheklopfender Umverteilungs-Clowns in fremdverantworteter Peudosicherheit zu wiegen. Letztlich – und das sehen wir aktuell – nutzt dies nur den Umverteilern, die sich für diese ihre unsägliche Arbeit von den Zwangsabgaben gut bezahlen (lassen).

    • Gandalf sagt:

      Hallo 4fairconomy

      Zitat:
      „Der „Cantillon Effekt“ findet wohl nicht statt, wenn die Geldmenge entsprechend dem Wirtschaftswachstum erhöht wird um sinkende Preise zu verhindern.“

      Du hast hier leider etwas grundsätzliches mißverstanden. Der Cantillon Effekt findet IMMER ‚an der Stelle‘ statt, – an der die Geldmenge verändert wird. Egal ob ‚die Stelle‘ inflationär Geld geschöpft, oder jemand/eine Institution sagt, er will die umlaufende Geldmenge an die Warenmenge anpassen (woher er auch immer wissen kann, wie hoch diese ist, – von der jeweiligen Umlaufgeschwindigkeit ganz zuschweigen.)

      Und eine andere Form der Geldausgabe kennt man in der Praxis nicht: Ich habe noch nie gehört, das ein Staat oder eine Zentralbank zur Geldmengenerhöhung aufgefordert hätte, indem JEDER auf seine Geldscheine in der Börse und auf dem Konto eine „Null mehr anbringen darf“.

      Geldschöpfung geschieht nicht mit der Gieskanne, sondern indem man einen Stein in einen Teich wirft. Profitieren tun die die auf der „Welle reiten“ können – für den „(Teich-)Rand bleibt die Erosion“

      Zitat:
      „Sinkende Preise führen zu einem umgekehrten „Cantillon Effekt“: nach jedem Tausch wird für den neuen Geldempfänger das Geld wertvoller,..“

      Richtig, Nicht diejenigen die (Falsch-)Geld drucken profitieren davon, sondern diejenigen, dies preiswerter einkaufen können, können sich plötzlich mehr leisten.

      Durch die ständig sinkenden Preise für den Heim-PC, kann ich mir statt einen Ersatz-PC, den ein „gottspielender Geldmengensteuerer“ künstlich verteuert hätte, kann ich mir jetzt auch noch zusätzlich zu einem neuen, schnellern PC ein Smartphone leisten! Der Wohlstand wächst qualtitativ und es werden Ressourcen eingespart, sowie die Umwelt entlastet …und und und…

      Was ist daran schlecht? (Außer für monetaristische Ideologen, die behaupten, Preise müssten gleich bleiben)

      Zitat:
      „… weshalb die Tauschgeschäfte zunehmend zum Erliegen kommen, weil das an Wert zunehmende Geld immer mehr zurückbehalten wird. “

      Eine Behauptung von Ideologen, die noch nie fundiert begründet wurde.

      Gegenbeweise gibt es genügend: Nahrungsmittel müssen immer konsumiert werden – und darüber das billiger werdende PC’s, Handys etc. die Wirtschaft schädigen würden, darüber hat sich meines Wissens aus der Wirtschaft selbst noch nie jemand beklagt.

      Zitat:
      „Ein sich selbst verstärkender Teufelskreis der Deflation kommt in Gang.“

      Offenbar ein Zirkelschluss, der auf einer praxisfremden Ideologie beruht. (Das hat es schon öfters gegeben)

      Zitat:
      „Um eine Inflation zu verhindern, sollte die Notenbank die Geldmenge möglichst knapp halten und diese knappe Geldmenge der Wirtschaftsleistung anpassen. “

      WER sagt das – und warum? (siehe Cantillon-Effekt oben)

      Zitat:
      “ Um eine Deflation zu verhindern braucht es ein neues Instrument in Form einer Abgabe auf Tauschmittel bzw. in Form von Tauschmittel, welche mit der Zeit an Wert verlieren – im Sinne der Forderung Silvio Gesells.“

      Nun ist also die Katze aus dem Sack. Die Freigeldideologie des Silvio Gesell also (hatte ich bereits vermutet, auf Grund der links, die Du mir in einem anderen Beitrag gegeben hattest)

      Ich möchte hier nur soviel dazu sagen. Ich war ebenfalls jahrelang von den Videos eines Bernd Senf oder „Humanwirtschaftspartei“ begeistert. Aber spätestens dann, wenn man die ‚Gegenposition‘ dieser Ideologie in Form der Lehre österreichischen Schule mal genauer betrachtet (die Literatur von Roland Baader kann ein Augenöffner sein, bevor man sich an Mises, Hayek oder Rothbard wagt. …oder halt auch Thorsten Polleit ), kann man einiges davon über Bord getrost über Bord werfen. Es enspricht einfach nicht der „Praxeologie“ nach der sich die Marktteilnehmer auch dann richten, ohne das diese „Markt studiert“ haben.

      Zitat:
      “ Mit solch einer Währung lassen sich Inflation und Deflation wirksam verhindern.“

      Unabhängig davon, das ich stark bezweifle ob man Inflation und Deflation wirksam entgegensteuern kann, wenn man ’nicht mal wissen kann‘, wie hoch die Anzahl der Handelsgeschäfte und die Umlaufgeschwindigkeit ist, schafft ein solches Ansinnen ununterbrochen neue Probleme, indem marktferne, ideologisch begründete Fehlallokationen von am laufenden Band erzeugt werden, die nur „Spekulanten“ herausfordern.

      Zitat:
      „Tauschmittel als Wertaufbewahrungsmittel einzusetzen ist volkswirtschaftlicher Unsinn: würden alle Tauschmittel für die Zukunft zurückbehalten, käme die Wirtschaft zum erliegen und es gebe nichts mehr zu kaufen. D.h. die Tauschmittel wären entwertet. “

      Warum das denn?

      Eine Allegorie dazu:
      Du beobachtest Eichhörnchen während des Spätsommers und stellst fest, das sie „sinnloserweise“ Eicheln in der Erde vergraben, anstatt in ihrer Wirtschaft zu nutzen. Da Du der Meinung bist, dass das Eichelnvergraben eine Ressourcenverschwendung ist (vergrabene Eicheln wären den Eichhörnchen nichts mehrt wert), gräbst Du die Eicheln wieder aus und „schmeißt eine Party“, auf der es heisst „Eicheln satt“.

      Schön: Du bist der König dieser Party und hast allen gezeigt, das man Ressourcen die „offen-sichtlich“ nichts wert waren, „(re)aktivieren“ und „sinnvoll“ einsetzen kann!

      Toll gemacht – aber was erzählst Du den Eichhörnchen im Winter? Die Geschichte, wie man sich am Haarschopf aus dem Sumpf zieht?

      Zitat:
      „Kaufkraft in die Zukunft sparen kann real nur geschehen, in dem die Tauschmittel Unternehmen zur Nutzung zur Verfügung gestellt werden, welche die Güter der Zukunft produzieren werden.“

      Eicheln, – die erst in der Zukunft produziert werden – nutzen den Eichhörnchen in diesem Winter nichts..(mehr)!

      Zitat:
      “ Die Sparer erhalten dann mit der Rückzahlung der Tauschmittel ein Bezugsrecht an diese Güter. Andere Formen der Ersparnisbildung sind Illusionen, welche zur Abnahme der Kaufkraft der Tauschmittel führen. Und heute bestehen die meisten Ersparnisse aus solchen Illusionen. Am eindrücklichsten ist der Zusammenhang mit Geldanlagen in den Boden. Damit wird am zukünftigen BSP nichts beigetragen während die Inflation mit steigenden Boden- bzw. Wohnpreise angeheizt wird.“

      Bezugsrechte auf Ressourcen, die bereits verbraucht sind? Erzähl das mal den Leuten in Simbabwe. Dort gab es zu Zeiten des Simbabwe-Dollars jede Menge „Geld“ – aber eben kein „Kapital“.

      Du machst die Rechnung ohne die Menschen, die Geld erst zu Geld machen, wenn sie eine Bedeutung darin sehen. Geld das keine echten Ressourcen bedeutet, ist kein echtes Geld, sonder nur wertloses Papier.

      @4fairconomy

      Wir sind in den ‚Zielvorstellungen‘ sicherlich nicht weit auseinander. Und diese liese sich zur Erreichung ganz einfach auch auf einen gemeinsamen Nenner bringen, indem Du mit zustimmst, dass das Geld, mit dem die Menschen zahlen wollen gefälligst diesen selbst, d.h. der Marktwirtschaft überlassen sein sollte. Sei es nun „Freigeld, „Gold“ oder „sonstwas“.

      Stimmst Du mir hier zu oder kann Dein Freigeld nur unter Zwang existieren?

      • 4fairconomy sagt:

        @ Gandalf

        Deine Ausführungen zum „Cantillon Effekt“ sind einfach nicht logisch bzw. widersprechen der Begründung des Cantillon-Effektes, welche auf eine Geldentwertung durch Geldmengenausweitung beruht. Ohne Geldentwertung macht der Cantillon-Effekt einfach keinen Sinn. Und dieser beschreibt eigentlich eine Form der Verzerrungen welche stattfinden, wenn keine Preisstabilität besteht und die Nominalbeträge nicht konsequent und überall sofort der Inflation angepasst werden.

        Der Cantillon-Effekt beschreibt im Grunde genommen nichts anderes als die Umverteilung von Kaufkraft von den Geldbesitzern zu den Güterbesitzern. Wer zuerst Geld in Güter umtauscht profitiert während wer später auf das Geld sitzt, verliert.

        Das Problem des Cantillon-Effekt wäre in einem Vollgeldsystem entschärft: von der Geldschöpfung profitiert der Staat zuerst, also die Allgemeinheit.

        Die heutige Form der Geldversorgung von den Zentralbanken über die Geschäftsbanken welche dann die Realwirtschaft mit ihrem Geld (!), dem Giralgeld versorgen, ist unsinnig und nur im Interesse der Geschäftsbanken, welche so viel Macht erhalten. Es ist klar, dass diese Form der Geldversorgung der Wirtschaft beendet werden muss.

        Warum nicht: konkurrenzierende private und Zentralbanken- Währungs- bzw. Tauschsysteme zulassen. Wenn es allerdings eine gut und stabil funktionierende, von der Zentralbank in Umlauf gebrachte, umlaufgesicherte Währung gibt, werden kaum andere Parallelwährungen erfolg haben. Aber die Marktteilnehmer sollen durchaus frei wählen können zwischen verschiedenen Parallelwährungen. Insbesondere wenn die Zentralbank eben nicht verantwortungsvoll handelt mit ihrer Geldpolitik.

        Dein Beispiel mit sinkenden PC-Preisen entbehrt jeglicher volkswirtschaftlichen Logik.

        Erstens, wenn einem ohne eigene Leistung Kaufkraft zuteil wird , muss im Gegenzug irgend jemand um die Entlöhnung seiner Leistung betrogen werden. Ther’s no free lunch. In einer Deflation erhalten die Geldbesitzer den Vorteil, mehr Leistung für ihr Geld einfordern zu können, als sie leisten mussten, um an das Geld zu kommen. Eine Deflation führt zu einer Umverteilung von den Warenbesitzer zu den Geldbesitzer (bei einer Inflation ist es umgekehrt). Wobei die Reichen im Vorteil sind, weil sie viel mehr Möglichkeiten haben, sich rechtzeitig zu positionieren und in dieser Position zu verharren. Sie können entweder ihren Güter- oder Geldbesitz vergrössern und diesen während der ganzen Zeit halten. Die Erwerbstätigen sind meist die geprellten, weil sie immer irgend wann im Tauschprozess das Falsche in den Händen haben: entweder das sich entwertende Geld oder die immer wertloser werdenden Arbeitserzeugnisse.

        Zweitens kannst Du nicht von einem Gut, dessen Preis fällt, Schlüsse ziehen für die gesamte Volkswirtschaft während einer Deflation. Wenn die PC- und Handypreise fallen, bedeutet dies noch lange nicht, dass man mit derselben Geldmenge in Zukunft kaufkraftmässig allgemein besser dastehen wird. Dies gilt nur in Bezug auf die wenigen Märkten, in denen die Preise sinken. Und diese decken eben bei weitem nicht alle Bedürfnisse ab.

        Die Forderung nach einer stabilen Kaufkraft des Geldes (also nicht Preisstabilität im Sinne von verordneten, starren Güterpreisen!) hat nichts mit Ideologie zu tun. Eine sich verändernde Kaufkraft des Geldes führt zu leistungslosen Gewinner und unschuldigen Verlierer.

        Offenbar muss die Problematik einer Deflation geleugnet werden und demjenigen, welcher diese thematisiert, Ideologie vorgeworfen werden. Dies, wahrscheinlich weil das Problem einer Deflation das Totschlagargument ist für Edelmetallwährungen. Also muss das Problem der Deflation von den Anhänger einer Edelmetallwährung kleingeredet oder sogar geleugnet werden.

        In einer Deflation werden nominelle Verpflichtungen, sprich Schulden, für die Schuldner immer unbezahlbarer, die Schuldenlast immer erdrückender. Dies gilt z.B. für Unternehmer, welche ihre Güter immer günstiger abgeben müssen während ihre Schuldenlast nominell stehen bleibt ->Insolvenzen -> Massenerwerbslosigkeit.

        Die Ökonomen der österreichischen Schulen blenden wie die meisten anderen Ökonomen die Problematik völlig aus welche davon ausgeht, wenn Sparern einen Mindestzins von 0% garantiert wird wenn sie die Tauschmittel der Wirtschaft vorenthalten. Ökonomen, welche diese Problematik nicht sehen können oder wollen, sehen schlicht weg nicht, dass damit das Geldsystem wie ein Schneeballsystem funktioniert, in dem die Geldmenge, die Schulden- und Vermögensstände zinseszinsbedingt stets ausgeweitet werden müssen bis das System immer wieder wie ein Schneeballsystem zusammenkrachen muss. Anhänger einer Hartmetallwährung sehen auch nicht, dass der angebliche Vorteil dieser nur darin besteht, dass das Schneeballsystem immer wieder in kürzeren Abständen durch deflationäre Krisen unterbrochen wird, dass es also gar nicht so lange „abheben“ kann wie mit einem ungedeckten Papiergeld. Hartmetallwährungen lösen das Problem des garantierten Mindestzinses von 0% für Ersparnisse nicht, sondern verstärken es sogar, in dem sobald eine Deflation eintritt, dieser Mindestzins real noch zunimmt.

        Inflation im Sinne der Geldmengenausweitung über dem Mass der Wirtschaftsentwicklung und Deflation haben ihre Ursache letztlich im garantierten Mindestzins von 0% für Sparer, welche so die Tauschmittel verlustfrei horten können. Eine Währung mit einem Mindestzins von z.B. –6% auf Liquidität kann ohne Deflation und Inflation funktionieren wie sie auch keinen Wachstums- und Verschuldungszwang auf die Wirtschaft ausübt.

        Der Vergleich mit den Eichörnchen entbeehrt jeglicher Bezug zur Realität des Geldes als Tauschmittel einer arbeitsteiligen Gesellschaft. Eichörnchen sind nun mal keine Menschen in einer arbeitsteiligen Gesellschaft und Eicheln sind weder vergleichbar mit Geld noch Güter, welche von dieser arbeitsteiligen Gesellachft hervorgebracht werden.

        Auf Vergleiche, welche viele Pferdefüsse enthalten, sollte bei der Darstellung volkswirtschaftlicher Zusammenhänge so weit als möglich verzichtet oder dann die Parallelen sorfältigst bedacht werden.

        „Geld das keine echten Ressourcen bedeutet, ist kein echtes Geld, sonder nur wertloses Papier.“ Geld ist nur träger einer Information, nämlich wie viel man vom Sozialprodukt beziehen kann. Es ist ein Anrechtsschein auf einen Teil des Sozialproduktes, mehr nicht. In dem Sinne können Zentralbanken zwar Geld drucken, aber nicht Kaufkraft. Sie können durch Geldmengenausweitung über dem Wirtschaftswachstum hinaus nur die Kaufkraft pro Bezugsberechtigungseinheit (=Geldeinheit) verringern.

        Die Leute geben dem Geld erst seinen Wert, in dem sie die Kaufkraft des Geldes erarbeiten. Wenn die Ökonomie am Boden liegt und es z.B. keine neuen Autos zu kaufen mehr gibt, weil einfach keine mehr produziert werden, macht es keinen Unterschied, ob nun das Geld aus Papier oder Gold besteht. Den Luxus der Gütervielfalt, der Vielfalt an hochqualitativen Gütern, entsteht unabhängig davon, welchen Wert das Geld physisch hat. Der Wohlstand hängt definitiv nicht von der Beschaffenheit des Geldes und seinem Warenwert ab! Der Wohlstand hängt davon ab, was die Menschen produzieren und gegen die Einlösung der Tauschmittel an Gütern anbieten. Der Wohlstand hängt von der Arbeit der Menschen ab. Das Geld muss so beschaffen sein, dass es die Arbeit der Menschen nicht behindert sondern fördert, in dem es ihnen ein geregeltes Einkommen im Gegenzug zu ihrer Produktion ermöglicht. Ein Geld, welches sich jederzeit seiner Tauschfunktion entziehen kann und dabei den Erwerbstätigen Einkommensmöglichkeiten entzieht während Liquiditätsbesitzern keine Verluste entsteht, ist dazu nicht in der Lage, sondern verursacht immer wieder schwere Verwerfungen im Sinne von Massenerwerbslosigkeit. Es zwingt die Menschen immer wieder, unter ihren Verhältnissen zu leben in dem die Güterproduktion immer wieder ins stocken gerät bzw. nicht ihr Optimum erreichen und auch behalten kann. Letzteres entspricht einer gesättigten Marktwirtschaft, in der der nachhaltig finanzierbare durchschnittliche Zins für Investitionen bzw. Kredite null ist. Das ist aber nicht möglich, wenn Sparen in Form der Geldhortung ebenfalls 0% Zins ermöglicht-> Wachstumszwang: entweder wächst die Wirtschaft (Vollbeschäftigung) oder es kommt zur deflationären Schrumpfung mit Massenerwerbslosigkeit. Ökonomen, welche sich für ein solches Tauschmittelsystem einsetzen, sind Verbrecher an die Menschheit.

        Interessant ist zu beobachten, wie die Vertreter von Metallwährungen meist aus Sicht von Geldbesitzer bzw. Sparer argumentieren und sich kaum in der Situation der Erwerbstätigen versetzen, welche darauf angewiesen sind, dass sie ihre Güter zu einem existenzsichernden Preis verkaufen können müssen, um vom Erlös ihrer Arbeit leben zu können. Was weder bei einer (Hyper)Inflation noch bei einer Deflation gut möglich ist sondern am besten gelingt, wenn die Kaufkraft des Geldes stabil bleibt.

        Was Vertreter der österreichischen Schule den Anhängern Gesell vorwerfen, scheint ideologisch bedingtes Unvermögen, die Zusammenhänge bezüglich des Geldsystems logisch erfassen zu können. Denn das stimmt, Ausführungen im Sinne Gesells zur Problematik des Geldsystems setzt Vorurteil freies Denken voraus um erfasst werden zu können. Ist dies nicht der Fall, müssen solche Ausführungen als reine Ideologie erscheinen.

        Ob etwas eine Ideologie ist oder mit der Realität zu tun hat, kann letztlich nur jeder mit seinem Denken erfassen.

        Ich würde nie behaupten, die Aussagen der Ökonomen der österreichischen Schule sind rein ideologisch. Ein Teil sicher, aber vielen Aussagen kann ein Wahrheitsgehalt, meist unter gewissen Voraussetzungen bzw. Aspekten, attestiert werden. Trotzdem haben die Ökonomen der österreichischen Schule bezüglich der Geldproblematik bzw. dem garantierten Mindestzins von 0% für Liquiditätsbesitzer einen blinden Fleck. Bezüglich dieser Problematik kenne ich nur die Freiwirtschaft, welche hier anderen ökonomischen Lehren schlicht voraus ist.

        • Gandalf sagt:

          @4fairconomy

          Zitat:

          „Deine Ausführungen zum „Cantillon Effekt“ sind einfach nicht logisch bzw. widersprechen der Begründung des Cantillon-Effektes, welche auf eine Geldentwertung durch Geldmengenausweitung beruht. Ohne Geldentwertung macht der Cantillon-Effekt einfach keinen Sinn. “

          Das habe ich auch nicht behauptet!?
          „Inflation“ ist einschlägig anders beschrieben. Der Cantillon-Effekt beschreibt die ungleichen Auswirkungen einer Inflation(-swelle; bildhaft: Einen Stein, den man in’s Wasser wirft)

          Zitat:

          „Und dieser beschreibt eigentlich eine Form der Verzerrungen welche stattfinden, wenn keine Preisstabilität besteht und die Nominalbeträge nicht konsequent und überall sofort der Inflation angepasst werden“

          In einem freien Markt (also ohne gottspielende Geldschöpfer) sind unterschiedliche Preise ein untrüglicher Hinweis darauf, das ein Mangel (oder Überschuss) besteht. Unternehmen benötigen diese Hinweise um entsprechend reagieren zu können und damit den Mangel zu beheben, bzw. sich neu zu orientieren.

          Unterschiedliche Preise und Preisveränderungen sind also für eine Marktwirtschaft eminent wichtig: Sie treiben die privaten Unternehmen an, etwas zu unternehmen und zeigen Chancen auf in den Markt einzutreten / ihn zu verlassen.

          Was Du willst: das hatten wir bereits mehrfach in der Geschichte: Ein fixer Preis, der den Mangel kaschieren soll. Effekt: Unternehmen müssen sich nicht mehr anstrengen, am Markt zu bestehen oder Waren zu liefern. Ergebnis: Kurzfristige Erfolge bis die Marktkräfte erliegen, anschließend planwirtschaftlich verwalteter Mangel!

          Zitat:
          „Das Problem des Cantillon-Effekt wäre in einem Vollgeldsystem entschärft: von der Geldschöpfung profitiert der Staat zuerst, also die Allgemeinheit.“

          Sehr guter Witz. Seit wann ist der Staat die Allgemeinheit? Der (zentrale) Staat und sein Geltungsanspruch ist eine der Hauptursachen der gegenwärtigen Euro-Krise. (Übrigens ist Gold immer ‚Vollgeld‘)

          Der bekannteste Wissenschaftsphilolosoph (und Liberale) schlechthin, Karl Popper dazu: „Der Staat ist ein notwendiges Übel“

          Ich empfehle Dir mal das „Libertäre Mainfest“ von Blankertz um etwas mehr (begründete) „Staatsferne“ zu erlangen.

          http://docs.mises.de/Blankertz/Manifest.pdf

          Zitat:

          „Warum nicht: konkurrenzierende private und Zentralbanken- Währungs- bzw. Tauschsysteme zulassen. Wenn es allerdings eine gut und stabil funktionierende, von der Zentralbank in Umlauf gebrachte, umlaufgesicherte Währung gibt, werden kaum andere Parallelwährungen erfolg haben. Aber die Marktteilnehmer sollen durchaus frei wählen können zwischen verschiedenen Parallelwährungen. Insbesondere wenn die Zentralbank eben nicht verantwortungsvoll handelt mit ihrer Geldpolitik.“

          Schön, dann sind wir uns also einig, das eine Zentralbank nicht mehr Rechte haben darf, als jede beliebige andere Stelle, die Geld ausgibt. Jeder Makrtteilnehmer kann entscheiden, welches Geld er nimmt.

          Zitat:

          „Dein Beispiel mit sinkenden PC-Preisen entbehrt jeglicher volkswirtschaftlichen Logik. “

          Nein, es ist nach der Logik des Marktes einer marktwirtschafltichen Volkswirtschaft aufgebaut und unzählige male bestätigt: Produktivitätssteigerungen führen bei fixer Geldmenge zu höherer Kaufkraft der einzelnen Geldeinheit. Es entstehen Freiräume für Investitionen, weil ich z.B. nicht mehr soviel Geldeinheiten für Nahrungsmittel ausgeben muss.

          Es führt in der Tendenz zu ‚qualitativen‘ Wachstum (Innovationen) anstatt Quantität. Was da Infaltionsgeld (Schwundgeld) derzeit anrichtet ist ja evident.

          Zitat:

          „Erstens, wenn einem ohne eigene Leistung Kaufkraft zuteil wird , muss im Gegenzug irgend jemand um die Entlöhnung seiner Leistung betrogen werden.“

          Klar – nach Erfindung des Autos und des Fließbandes gingen Pferdefurhwerkbesitzer pleite – wenn sie nicht auf Autoproduktion umgestellt haben. Genauso wie PC-Hersteller pleite gehen werden, wenn immer mehr Smartphones deren Aufgaben übernehmen. Oder nach Kriegsende keine Waffennachfrage mehr da ist und Millionen Arbeitskräfte freigesetzt werden. (und diese anschließend so schnell auf neue Produktionslinien umstellen, so das diese Wirtschaftskrisen praktisch nirgends vermerkt sind)

          Wer wird her betrogen? Willst Du – wie Paul Krugman mal sinnierte – auf einen Krieg warten, der die Waffennachfrage ankurbelt, damit die Waffenhändler und Arbeiter nicht um ihren Lohn betrogen werden? Was diese Liquiditätsspielchen der planwirtschaftlichen Geldspieler angerichtet haben, hat man 1929 ff gesehen

          Du scheinst den Leuten einreden zu wollen, sie häten auf ewig Anspruch, auf das was einmal war? Und Du bist derjenige, der für sie sorgt?

          Zitat:

          „In einer Deflation erhalten die Geldbesitzer den Vorteil, mehr Leistung für ihr Geld einfordern zu können, als sie leisten mussten, um an das Geld zu kommen. Eine Deflation führt zu einer Umverteilung von den Warenbesitzer zu den Geldbesitzer (bei einer Inflation ist es umgekehrt). Wobei die Reichen im Vorteil sind, weil sie viel mehr Möglichkeiten haben, sich rechtzeitig zu positionieren und in dieser Position zu verharren. Sie können entweder ihren Güter- oder Geldbesitz vergrössern und diesen während der ganzen Zeit halten. Die Erwerbstätigen sind meist die geprellten, weil sie immer irgend wann im Tauschprozess das Falsche in den Händen haben: entweder das sich entwertende Geld oder die immer wertloser werdenden Arbeitserzeugnisse. “

          Gut also, das nach der östereichischen Schule Geld (nicht zu verwechseln mit dem gegenwärtigen „fiat money) auch nichts anderes als eine Ware ist und diese Art Umverteilung daher nicht vorkommen kann.

          Wieso sind Arbeitnehmer die Verlierer. Sie erhalten regelmäßig ihren Lohn schon dann, ‚bevor‘ der Unternehmer das fertige Produkt hat verkaufen können(und ob überhaupt)

          Du scheinst Reichtum mit Geldguthaben zu verwechseln. Glaubst Du etwas das die Mrd. die die Drogeriekette Roßmann wert ist, bei Herrn Roßmann auf dem Konto liegt?

          Zitat:
          „Zweitens kannst Du nicht von einem Gut, dessen Preis fällt, Schlüsse ziehen für die gesamte Volkswirtschaft während einer Deflation. Wenn die PC- und Handypreise fallen, bedeutet dies noch lange nicht, dass man mit derselben Geldmenge in Zukunft kaufkraftmässig allgemein besser dastehen wird. Dies gilt nur in Bezug auf die wenigen Märkten, in denen die Preise sinken. Und diese decken eben bei weitem nicht alle Bedürfnisse ab. “

          Warum denn nicht. Wenn bei fixer Geldmenge die Schinkenproduktion erhöht wird, wird Schinken billiger. Und mach einer, der sich bislang nur Äpfel leisten konnte, kann sich überhaupt welchen leisten.

          Bei Deiner Geldideologie nimmst Du den Schinkenherstellern die Motivation mehr Schinken herzustellen. Die Leute müssen in DEiner Welt auf Fleisch verzichten oder gar hungern.

          Bei knappen Ressourcen (z.B. Öl, seltene Erden, die man importieren muss) stellt sich die Lage etwas anders dar. Der Preis sinken evtl. nicht mit. Dafür strengen sich die Unternehmen um so mehr an mittels Innovationen Einsparungen möglich zu machen oder Substitute zu erfinden. Das ist ebenfalls kein Nachteil – es hat Deutschland als rohstoffarmes Land an die Weltspitze gebracht

          Mit „Freigeld“ würdest Du diesen Innovationswettlauf ad absurdum führen. Die Unternehmen und Verbraucher bekommen auch dann Geld „für lau“ von Dir, wenn sie unproduktiv sind. Der Abstieg ist vorprogrammiert.

          Zitat:

          „Die Forderung nach einer stabilen Kaufkraft des Geldes (also nicht Preisstabilität im Sinne von verordneten, starren Güterpreisen!) hat nichts mit Ideologie zu tun. Eine sich verändernde Kaufkraft des Geldes führt zu leistungslosen Gewinner und unschuldigen Verlierer.“

          Selbstverständlich ist es eine Ideologie. Du hast immer noch nicht gesagt, wie Du das fertig bringen willst, woran sämtliche planenden Zentralbanken gescheitert sind: Die exakte Geldmenge zu ermitteln, die für sämtliche Tauschgeschäfte nötig sind!

          Und so lange Du das nicht sagst, sind Deine Vorstellungen reine Ideologie, die in einer Volkswirtschaft stets mehr Schaden anrichtet, als das sie nutzt, da „Spekulanten“ diesen Unsinn sofort aufdecken werden.

          Du kannst allenfalls im Nebel herumstochern und meinen da „vorne sei ein Leuchtturm, an dem man sich orientieren kann“ – wenn es aber ein D-Zug ist, der Dir entgegen kommt?

          Die „Austrarians“ sind gleich damit fertig: Es gibt keine Möglichkeit die exakte Geldmenge durch eine Behörde zu ermitteln, daher sollte man dies dem Markt selbst überlassen.

          Zitat:

          „Offenbar muss die Problematik einer Deflation geleugnet werden und demjenigen, welcher diese thematisiert, Ideologie vorgeworfen werden. Dies, wahrscheinlich weil das Problem einer Deflation das Totschlagargument ist für Edelmetallwährungen. Also muss das Problem der Deflation von den Anhänger einer Edelmetallwährung kleingeredet oder sogar geleugnet werden. “

          Unsinn. Einen monetäre Deflation kann nur auftreten nach vorheriger Inflation, – die stets monetär verursacht ist. Eine reine Preisdeflation, gibt es nicht, da die Menschen immer etwas tauschen müssen, wollen sie leben, bzw. ihren Lebensstandard erhalten..

          Zitat

          „In einer Deflation werden nominelle Verpflichtungen, sprich Schulden, für die Schuldner immer unbezahlbarer, die Schuldenlast immer erdrückender. Dies gilt z.B. für Unternehmer, welche ihre Güter immer günstiger abgeben müssen während ihre Schuldenlast nominell stehen bleibt ->Insolvenzen -> Massenerwerbslosigkeit.“

          Wie gesagt: Kann (z.B. wie nach dem Krieg) kurzzeitig vorkommen. Der Aufschwung der danach folgt ist jedoch nachhaltiger, da Unproduktives nicht mehr mitgeschleppt werden muss. Es gibt neue Chancen, auch und gerade für kleine private Unternehmen.

          Hätte man die Banken und spekualtiven Umtriebe in den USA 1929 konsequent pleite gehen lassen, wäre es nie zur großen Depression gekommen. Keynes und Roosevelt haben das verhindert um dem Kommunismus keinen Stich zu gewähren (hat aber das Spiel insgesamt verloren: Die Krise endete nicht wegen seiner Theorie, sondern wegen des neuen Krieges)

          Zitat

          „Die Ökonomen der österreichischen Schulen blenden wie die meisten anderen Ökonomen die Problematik völlig aus welche davon ausgeht, wenn Sparern einen Mindestzins von 0% garantiert wird wenn sie die Tauschmittel der Wirtschaft vorenthalten.“

          Unsinn, wenn z.B. alles Gold er Welt wieder vergraben werden würde (also nach Dir: Der Wirtschaft vorenthalten werden würde) und der Goldstandard selbstverständlich ‚kein (staatlicher) Zwang‘ wäre, würden sich die Menschen Substitute suchen (egal ob Kupfer oder „Anrechte auf Muscheln“), mittels denen man praktikabel handeln kann. Die Ressourcen, die Gold vormals repräsentiert hat, sind doch noch alle da!?

          Zitat:

          „Ökonomen, welche diese Problematik nicht sehen können oder wollen, sehen schlicht weg nicht, dass damit das Geldsystem wie ein Schneeballsystem funktioniert, in dem die Geldmenge, die Schulden- und Vermögensstände zinseszinsbedingt stets ausgeweitet werden müssen bis das System immer wieder wie ein Schneeballsystem zusammenkrachen muss. “

          Das trifft auf das gegenwärtige Papiergeldsystem möglicherweise zu, auch wenn man leicht immer noch eine „Null“ mehr auf den Schein aufmalen kann (und die Debitisten in der ewigen Aufschuldung daher kein Problem sehen). Generell gilt, das auch aus einer fixen Geldmenge heraus Zins (= Dividende) gezahlt werden kann, wenn die Investition zu Produktivitätssteigerungen führt.

          Zitat:

          „Anhänger einer Hartmetallwährung sehen auch nicht, dass der angebliche Vorteil dieser nur darin besteht, dass das Schneeballsystem immer wieder in kürzeren Abständen durch deflationäre Krisen unterbrochen wird, dass es also gar nicht so lange „abheben“ kann wie mit einem ungedeckten Papiergeld. Hartmetallwährungen lösen das Problem des garantierten Mindestzinses von 0% für Ersparnisse nicht, sondern verstärken es sogar, in dem sobald eine Deflation eintritt, dieser Mindestzins real noch zunimmt. “

          Der „Zins“ ist ebenfalls etwas wovor sich Gottspieler gefälligst in Acht nehmen und nicht daran herumschrauben sollten. Stellt er doch die wichtigste Verbindung dar, zwischen den kostbarsten Dingen die wir haben: Die Lebenszeit und und die freie Entscheidung (Präferenzen).

          Wenn das Eichhörnchen Eicheln hortet, dann ist das nicht seine Dummheit, sondern sein gutes Recht.

          Zitat:
          „Inflation im Sinne der Geldmengenausweitung über dem Mass der Wirtschaftsentwicklung und Deflation haben ihre Ursache letztlich im garantierten Mindestzins von 0% für Sparer, welche so die Tauschmittel verlustfrei horten können. Eine Währung mit einem Mindestzins von z.B. –6% auf Liquidität kann ohne Deflation und Inflation funktionieren wie sie auch keinen Wachstums- und Verschuldungszwang auf die Wirtschaft ausübt. “

          Gut so dass das Eichhörnchen horten darf, – nur so kann es den Winter überleben. (im Gegensatz zu den Gottspielern)

          Zitat:
          „Der Vergleich mit den Eichörnchen entbeehrt jeglicher Bezug zur Realität des Geldes als Tauschmittel einer arbeitsteiligen Gesellschaft. Eichörnchen sind nun mal keine Menschen in einer arbeitsteiligen Gesellschaft und Eicheln sind weder vergleichbar mit Geld noch Güter, welche von dieser arbeitsteiligen Gesellachft hervorgebracht werden.

          Eichhörnchen unterliegen den gleichen Umständen im Universum wie wir Menschen: Lebenszeit und Präferenzen. Und Eicheln sind für sie genau so eine Ware wie für uns.

          Auch daran erkennt man das Deine Lehre eine Ideologie ist und keine ‚Praxeologie‘, wiue sie die Austrarians betreiben.

          http://de.wikipedia.org/wiki/Praxeologie

          Ziat:

          „Auf Vergleiche, welche viele Pferdefüsse enthalten, sollte bei der Darstellung volkswirtschaftlicher Zusammenhänge so weit als möglich verzichtet oder dann die Parallelen sorfältigst bedacht werden. “

          Das ist ja der Fehler den alle Gottspieler begehen: Sie mißachten die Natur und die Gesetze des Marktes, die nichts anderes als quantenphysikalische (henadische) Interaktionen sind , die das voranbringen, was wir Evolution nennen.

          ( Ich war einige Jahre Moderator bei quanten.de. Siehe auch: http://www.viele-welten.de/. )

          Zitat:

          „Die Leute geben dem Geld erst seinen Wert, in dem sie die Kaufkraft des Geldes erarbeiten. Wenn die Ökonomie am Boden liegt und es z.B. keine neuen Autos zu kaufen mehr gibt, weil einfach keine mehr produziert werden, macht es keinen Unterschied, ob nun das Geld aus Papier oder Gold besteht. Den Luxus der Gütervielfalt, der Vielfalt an hochqualitativen Gütern, entsteht unabhängig davon, welchen Wert das Geld physisch hat. Der Wohlstand hängt definitiv nicht von der Beschaffenheit des Geldes und seinem Warenwert ab! Der Wohlstand hängt davon ab, was die Menschen produzieren und gegen die Einlösung der Tauschmittel an Gütern anbieten. Der Wohlstand hängt von der Arbeit der Menschen ab. Das Geld muss so beschaffen sein, dass es die Arbeit der Menschen nicht behindert sondern fördert, in dem es ihnen ein geregeltes Einkommen im Gegenzug zu ihrer Produktion ermöglicht.“

          Hier wirst Du in keinem Punkt von mir Widerspruch ernten.

          Zitat:

          „Ein Geld, welches sich jederzeit seiner Tauschfunktion entziehen kann und dabei den Erwerbstätigen Einkommensmöglichkeiten entzieht während Liquiditätsbesitzern keine Verluste entsteht, ist dazu nicht in der Lage, sondern verursacht immer wieder schwere Verwerfungen im Sinne von Massenerwerbslosigkeit.“

          Nein, Arbeitlosigkeit kann in einem freien Markt nur durch externe Einflüsse (wie zB. staatliches Mindestlohngesetz) entstehen

          Zitat:

          „Es zwingt die Menschen immer wieder, unter ihren Verhältnissen zu leben in dem die Güterproduktion immer wieder ins stocken gerät bzw. nicht ihr Optimum erreichen und auch behalten kann. Letzteres entspricht einer gesättigten Marktwirtschaft, in der der nachhaltig finanzierbare durchschnittliche Zins für Investitionen bzw. Kredite null ist. Das ist aber nicht möglich, wenn Sparen in Form der Geldhortung ebenfalls 0% Zins ermöglicht-> Wachstumszwang: entweder wächst die Wirtschaft (Vollbeschäftigung) oder es kommt zur deflationären Schrumpfung mit Massenerwerbslosigkeit. Ökonomen, welche sich für ein solches Tauschmittelsystem einsetzen, sind Verbrecher an die Menschheit. “

          Sorry, jetzt kommt scheinba rnur noch Unsinn. Du verechselt Ursache mit Wirkung. Die ökonomischen Zusammenhänge im Freien Markt, Geld und Arbeitslosigkeit ist von der österreichischen Schule bestens erfasst, besser erfasst als in wie von jeder anderen Schule . „Freigeld“ ist im Prinzip nichts anderes als das inflationäre Schwundgeld, mit dem wir gegenwärtig konfrontiert sind. Gebe ich es nicht aus und horte es frißt mir die Inflation mehr weg, als ich Zinsertrag erhalte.

          Deine „Bedingungen“ sind also jetzt schon vollumfänglich erfüllt – mit niederschmetterndem Ergebnis: Das Hamsterrad dreht sich immer schneller und die Fehlallokationen nehmen zu. Der finale Knall ist nur ein Frage der Zeit.

          Nur um dieses Schwundgeld loszuwerden, werden unisinnige Projekte angefangen, die dann die Allgemeinheit wieder „retten“ mnuss.

          Zum ‚Wert der Arbeit‘ siehe auch das „Libertäre Manifest“

          Zitat:

          „Interessant ist zu beobachten, wie die Vertreter von Metallwährungen meist aus Sicht von Geldbesitzer bzw. Sparer argumentieren und sich kaum in der Situation der Erwerbstätigen versetzen, welche darauf angewiesen sind, dass sie ihre Güter zu einem existenzsichernden Preis verkaufen können müssen, um vom Erlös ihrer Arbeit leben zu können. Was weder bei einer (Hyper)Inflation noch bei einer Deflation gut möglich ist sondern am besten gelingt, wenn die Kaufkraft des Geldes stabil bleibt. “

          Quatsch, ich habe erst gestern einen Sack von mir selbst angebauten Kartoffeln gegen einen Speicherchip verkauft. (Der Pries für den nächsten Sack wird ein anderer sein, bzw. immer wieder neu verhandelt)

          Zitat:

          Was Vertreter der österreichischen Schule den Anhängern Gesell vorwerfen, scheint ideologisch bedingtes Unvermögen, die Zusammenhänge bezüglich des Geldsystems logisch erfassen zu können. Denn das stimmt, Ausführungen im Sinne Gesells zur Problematik des Geldsystems setzt Vorurteil freies Denken voraus um erfasst werden zu können. Ist dies nicht der Fall, müssen solche Ausführungen als reine Ideologie erscheinen.

          Ob etwas eine Ideologie ist oder mit der Realität zu tun hat, kann letztlich nur jeder mit seinem Denken erfassen. “

          Die Grenze lässt sich sehr wohl ziehen: Die Summe aller Tauschvorgänge, die lt. Theorie mit Geld unterlegt werden müssen, ist nicht zentral berechenbar – was logisch nachvollziehbar ist und von Dir und anderen Monetaristen ignoriert wird. Dasin Bezug setzen zu irgendwelchen (manipulierten) statistischen Zahlen, wie des BIP oder M1 – M3 ist nichts anders als Voodoo, um naive Gemüter zu beeindrucken, genauso könnte man die Sterne befragen)

          Daher gehehn „die Österreicher“ logischerweise den einzig möglichen Weg: Sie überlassen es den Marktteilnehmern selbst, für jeden Tausch Preise und Geldmenge zu bestimmen.

          Also wie, bzw. mit welchem Recht „erdreistet“ Du Dich sämtliche Preise und nötigen Geldmengen einer Volkswirtschaft bestimmen zu können und Menschen in ihren Präferenzen nach ‚Deinem Gutdünken‘ beeinflussen zu wollen?

          • Hauki sagt:

            @Gandalf

            „… und die Debitisten in der ewigen Aufschuldung daher kein Problem sehen.“

            Wie kommst du darauf? Mit solchen Aussagen machst du dich komplett unglaubwürdig.

            Gruß, Hauki

            …..

  2. samy sagt:

    Moin,

    habe ein altes Interview ausgegraben, dass Hayek 1984 gab. Wir sehen, Themen können wieder hochaktuell werden.

    Hieraus ein Ausschnitt, folgend dann der Link:

    “ Hayek: The great trouble is that money wasn’t allowed to develop. After two or three hundred years of the use of coins, governments stopped any further developments. We were not allowed to experiment on it, so money hasn’t been improved, it has rather become worse in the course of time. … Money was frozen in its most primitive form. What we have had since was mostly government abuses of money.“

    http://www.cato.org/pubs/policy_report/cpr-6n3-hayek.html

    1981 liess Reagan noch einmal die Einführung des Goldstandards prüfen. Hayek geht in dem Interview kurz auf einen Goldstandard ein, symphatisiert mit ihm, hält die Einführung dann als nicht machbar, ohne einen Systemcrash zu riskieren.

    Warum krame ich solche alte Schinken aus? Weil sie wieder wichtig werden und es heute kaum noch derart von der Finanzwelt unbeeinflusste Denker gibt, die auch noch in einer derart aufwühlenden Zeit gelebt haben.

    Hoffe nicht zu langweilen.

    VG

  3. 4fairconomy sagt:

    @Stephan

    „Mir gefällt diese Idee der zentralistischen Geldverwaltung überhaupt nicht. Genau das haben wir doch jetzt schon und es funktioniert nicht.“

    Die Geldverwaltung durch möglichst unabhängige, nicht private (wie die FED) Notenbanken hat sich über Jahrzehnte bewährt. Die Geldverwaltung in privaten Händen führt zu Ausbeutung, Ausnutzung, Chaos usw.

    Warum es auf Dauer nicht funktioniert, hat nichts mit der Zentralbank als Organ an sich zu tun, sondern mit dem Geldsystem. Es gibt genügend kluge Leute, welche schon vor Jahrzehnten das Ende der heutigen Währungen vorausgesagt haben, weil sie gesehen haben, dass das heutige Zinssystem eine exponentielle Schulden- und Geldmengenvermehrung erzwingt im Sinne eines Schneeballsystems.

    Die Ursache liegt darin, dass Ersparnisse einen Mindestzins von 0% garantiert erhalten wenn die Tauschmittel gehortet werden. Jede Währung, welche den Sparern garantiert 0% Zins ermöglicht, in dem die Tauschmittel gehortet werden, kollabiert früher oder später. 0% Mindestzins bedeutet, eine deflationäre Abwärtsspirale kann nur vermieden werden, wenn die Ersparnisse stets mit genügend hohen Gewinnversprechungen in die Realwirtschaft gelockt werden. Dass dies auf Dauer nicht gehen kann, ist logisch zwingend. D.h. das System läuft entweder auf eine inflationäre Geldmengenausweitung hinaus um die fehlende realwirtschaftliche Nachfrage zu kompensieren oder es kommt zu einer deflationären Abwärtsspirale, sobald die Märkte gesättigt sind und die Gewinne im Schnitt unter einer bestimmten Höhe fallen.

    „Zur Abgabe auf Tauschmittel: Mit graust bei dieser Vorstellung.“

    Damit eine Währung dauerhaft (!) ohne Deflation und Inflation funktionieren kann, ist ein Anreiz zwingend, dass es sich für Sparer immer lohnt in realwirtschaftliche Projekte zu investieren statt Tauschmittel zu horten. D.h. die Ertragsdifferenz zwischen Horten und Investieren muss immer positiv sein. Wenn nun die Märkte gesättigt sind, sinkt diese Differenz. D.h. mit der heutigen Papierwährung ist bei erreichen einer Marktsättigung entweder eine Deflation oder eine inflationäre Geldmengenausweitung unausweichlich.

    Ist es sinnvoll, wenn der Zustand der Sättigung erreicht wird, dass das System zusammenkracht weil zuviel gespart wird und kein genügender Anreiz mehr vorhanden ist, damit genügend Ersparnisse investiert werden? Also ist eine Währung sinnvoll, welche Stabilität nur dann ermöglicht, wenn Unternehmen genügend Kapitalerträge abliefern? Exponentielles Vermögenswachstum nach dem Zinseszinsprinzip als Voraussetzung der wirtschaftlichen Stabilität- das ist der heutige unhaltbare Zustand.

    Die Staaten versuchen eine Zeit lang die Situation zu retten, in dem sie auf Pump Geld in die Wirtschaft schleusen damit das System nicht vorzeitig beendet wird. Bestes Beispiel ist die Abwrackprämie. Wohin das führt, sehen wir heute. Die Staatsverschuldung ist nichts anderes als die Aufrecherhaltung der Nachfrage während zuviele Ersparnisse sich anhäufen, welche nicht realwirtschaftlich investiert werden wegen zu geringen Gewinnaussichten.

    Durch Einführung einer Liquiditätsabgabe – täglich auf Giralgeld, monatlich auf Bargeld – , d.h. von z.B. -6%/Jahr auf das Horten von Liquidität, wird sichergestellt, dass Investieren auch dann attraktiv bleibt, wenn es im Schnitt netto 0% Zins gibt. Und 0% Zins ist der Zins, welcher bei Nullwachstum nachhaltig finanzierbar ist. Eine Liquiditätsabgabe ist die logische Voraussetzung, dass die Wirtschaft ohne Wachstumszwang funktionieren kann.

    Es braucht also eine Preisbildung für die „Überproduktion“ von Ersparnissen, und zwar ein Preis welcher problemlos unter Null sinkt in dem Ausmass, wie mehr gespart wird, als die Wirtschaft für Investitionen benötigen kann. Dann wird weniger gespart und mehr der günstigen Kredite nachgefragt, bis sich ein Gleichgewichtspreis einstellt entsprechend der Konjunktur. Heute muss die Wirtschaft wachsen, damit dieser Gleichgewichtspreis nicht zu nahe gegen Null sinkt, weil sonst die Liquiditätsfalle droht.

    Eine Abgabe auf Tauschmittel bezweckt nur eine Änderung des Anreizsystems. Dass damit für die Allgemeinheit auch Einnahmen generiert werden, ist ein belangloser Nebeneffekt. Es sollten dafür andere, problematische Steuern auf Arbeit und Konsum reduziert werden. Ich bin ebenfalls für einen schlanken Staat, aber dies ist nur möglich, wenn in der Wirtschaft nicht so viele Sozialkosten externalisiert werden, wenn insbesondere Vollbeschäftigung bzw. ausbleibende Verelendung nicht von Ausgaben des Staates abhängt.

    Unterstellen sie mir nicht, was ich nicht gesagt habe. Eine Liquiditätsabgabe verändert das Anreizssystem. Mehr soll nicht geschehen, dann gilt der freie Markt. D.h. jeder soll tun und lassen mit seinem Geld, was er will. Nur eines darf es nicht geben: einen garantierten Mindestzins von 0% dafür, dass man die Tauschmittel der Wirtschaft vorenthält! Das ist auch gegen jegliche marktwirtschaftliche Logik!

    Und selbstverständlich darf der Boden nicht mehr als Geldanlage missbraucht werden können. Dies gilt aber unabhängig des Währungssystems. Boden als Geldanlage ist volkswirtschaftlich schädlich und dies muss unterbleiben.

    Und ja, dann soll der Staat sich weitgehend aus dem Wirtschaftsgeschehen heraushalten und mit der Bevormundung der Leute, welche heute unglaublich zunimmt, aufhören.

    Und ja, der Staat soll aufhören, auf Pump viel zu viel Konsumausgaben zu finanzieren. Das wird er auch nicht mehr nötig haben und die Wirtschaft wird auch nicht mehr darauf angewiesen sein, damit die Nachfrage nicht den Bach runter geht und Arbeitslosigkeit und Verarmung zunehmen.

    Wenn die Wirtschaft gesättigt ist, werden Sparer, welche ihre Kaufkraft für die Zukunft aufbewahren wollen, Unternehmen im Schnitt zu netto 0%(zuzüglich Risikogebühren) zur Verfügung stellen, weil dies Attraktiver sein wird als -6% auf Liquidität. Und so wird ein Kreislauf von Ersparnisbildung und Investitionen möglich sein ohne Wachstumszwang. Natürlich wird dann die Menge an Ersparnisse nicht wachsen können. Aber wenn der Markt gesättigt ist, gibt es auch kein Grund dafür. Warum Ersparnisse anhäufen, welche man nie im Leben wird benötigen können?

    Der Kreislauf wird so aussehen: Sparen in der aktiven Zeit und Entsparen im Rentenalter. Und dieses Entsparen entspricht dem Sparen der aktiven Generation. D.h. die Rentner geben mehr aus, als sie einnehmen, während die Erwerbstätigen mehr einnehmen, als sie ausgeben. Denn Einnahmen und Ausgaben müssen sich die Waage halten (nur mit Exportüberschüssen kann dem ausgewichen werden, kann in einem Land mehr eingenommen als ausgegeben werden, aber das geht auf Lasten von Staaten, welche insgesamt mehr ausgeben als einnehmen – also auch da ist irgend wann ein Ausgleich fällig).

    Wird statt an Unternehmen Geld zu 0% zu leihen das Geld in EM, auf den Finanzmärkten in anderen Währungen usw. angelegt? Sicher. Aber erstens wird Liquidität bindende Spekulation nicht mehr rentieren. Spekulative „Kriegskassen“ anzuhäufen wird zu teuer sein. Und man wird auch bald merken, dass Anlagen in EM keinen Vorteil bieten werden (Volatilität, Blasenbildungen usw.). Anlagen in Fremdwährungen schmälern die Inlandnachfrage nicht, schwächen aber die Währung. Diese wird wiederum gestärkt durch ausländische Investoren, welche von den günstigen Krediten und dem günstigen Währungkurs angelockt werden, bis ein Gleichgewicht eintritt. Allerdings werden nur solche Investoren angelockt, welche das Geld für realwirtschaftliche, Arbeitsplätze schaffende Projekte einsetzen wollen. Dass das Geld an sich als sicheren Hafen dienen könnte, entfällt.

    • stephan sagt:

      @4fairconomy:

      Erklären Sie mir doch bitte einmal konkret, wie dieses System funktionieren soll.

      Die Abgabe auf Tauschmittel soll ja bewirken, dass nicht gespart wird, sondern investiert bzw. konsumiert. Bei genauer Betrachtung ist es ein ZWANG zum Investieren und Konsumieren, andernfalls verlieren die angesparten Tauschmittel wegen der Abgabe (z.B. jährlich) deutlich an wert.

      MUSS ich nun aber meinen Überschuss an Tauschmitteln investieren oder verkonsumieren, so habe ich keinerlei Anreiz mehr, überhaupt überschüssige Tauschmittel (wie werden diese überhaupt definiert, also, was wird vorher abgezogen?) zu erwerben. Das Leistungsprinzip geht völlig verloren, da jeder gerade noch soviel tut, wie zum Überleben notwendig ist. Jeder darüber hinausgehende Aufwand macht ja keinen Sinn, da er keinen positiven Effekt für das Individuum hat. Würde sich ein solches System nicht selbst in kürzester Zeit das Wasser abgraben, da es keine Tauschmittel mehr gibt, die in die Wirtschaft investiert werden?

      Wie soll der Einzelne sich überhaupt noch eine größere Anschaffung OHNE Kredit leisten können, wenn er nicht sparen darf, weil das Sparen bestraft wird? Oder erhält das Individuum dann von ihm objektiv oder subjektiv benötigte Anschaffungen, die nicht zum täglichen Lebensbedarf gehören, vom Staat finanziert?

      Mir stellen sich tausend weitere Fragen. Zwei vielleicht noch: Wer hat wann gegen wen welche Ansprüche z.B. auf Altersversorgung? Dürfen Unternehmen dann nicht mehr pleite gehen, da sie ja ständig Mittel der Allgemeinheit zugeführt bekommen (haben)?

      • 4fairconomy sagt:

        @ stephan

        „Die Abgabe auf Tauschmittel soll ja bewirken, dass nicht gespart wird, sondern investiert bzw. konsumiert.“

        Natürlich kann gespart werden, in dem eben investiert bzw. Geld ausgeliehen wird, auch wenn dies keine Zinsen abwirft, weil die Wirtschaft dafür nicht genügend wächst und das Kreditangebot zu gross ist. Wegen der Preisstabilität gibt es kein Kaufkraftverlust auf nominelle Verbindlichkeiten -> für Viele würden sich im Vergleich zum heutigen System kaum Nachteile ergeben.

        „Bei genauer Betrachtung ist es ein ZWANG zum Investieren und Konsumieren, andernfalls verlieren die angesparten Tauschmittel wegen der Abgabe (z.B. jährlich) deutlich an wert.“

        Eine Liquiditätsabgabe ist ein Anreiz, keine Tauschmittel zu horten. Werden Tauschmittel prozyklisch vermehrt gehortet, führt dies in die Deflation, verursacht also soziale Kosten. Mit einer Liquiditätsabgabe werden die sozialen Kosten einer Deflation durch Zurückhalten von Liquidität internalisiert. Oder anders ausgedrückt: eine Liquiditätsabgabe ermöglicht eine freie Preisbildung zwischen Ersparnisbildung und Investitionsnachfrage. Ohne Behinderung durch einen Mindestpreis von null für die Sparer, egal wieviel gespart wird. Sparen in Form von Sachwerten wird nicht behindert. Jeder kann über Laufzeit seiner Investition bestimmen, zu welchen Laufzeiten er sparen möchte, was sich aber wie heute im Zins bemerkbar machen wird. Nur wird der Mindestzins nicht mehr bei null liegen sondern darunter. Die Zinsskala wird nach unten verschoben. Ansonsten gelten dieselben Gesetze wie heute. Je nach Konjunktur und gewählte Laufzeit werden die Ersparnisse mehr oder weniger Zinsen erwirtschaften bzw. mehr oder weniger Verluste verursachen. Wächst die Wirtschaft, wird die Kreditnachfrage zu höheren, meist positiven Zinsen führen. Diese werden entsprechend der Abnahme des Wachstums sinken. Dies auch als Signal an die Sparer, dass immer weniger Ersparnisse benötigt werden bzw. investiert werden können.

        Ohne Liquiditätsabgabe besteht der Zwang, dass sich die Gesellschaft die gehorteten Tauschmittel je nach Konjunktur zu nicht finanzierbaren Konditionen besorgen muss, soll eine Deflation verhindert werden -> Schuldenspirale.

        „MUSS ich nun aber meinen Überschuss an Tauschmitteln investieren oder verkonsumieren, so habe ich keinerlei Anreiz mehr, überhaupt überschüssige Tauschmittel (wie werden diese überhaupt definiert, also, was wird vorher abgezogen?) zu erwerben.“ Natürlich bleibt der Anreiz bestehen, wenn Kaufkraft für die Zukunft geschaffen werden soll, z.B. für eine Anschaffung oder eben die Altersrente. Die Kaufkraft wird durch Ausleihe der Tauschmittel über die Zeit gerettet. D.h. die Tauschmittel werden in der Zukunft zur Verfügung stehen. Eine Verzinsung der Ersparnisse wird von der Konjunktur abhängig sein. Der Kreditmarkt wird aber stets geräumt sein, unabhängig der Zinsen, welche erwirtschaftet werden können, weil das Liegen bleiben von Tauschmittel nicht mehr kostenlos sein wird.

        Was keine Sinn mehr machen wird, ist mehr zu sparen, als man je im Leben benötigen wird bzw. je die nächsten Generationen benötigen werden. Wenn also 2% über 50% des Volksvermögens besitzen und wohl auch über 50% der Kapitalerträge erwirtschaften, bestehen in wenigen Händen viel zu viele Ersparnisse, welche weder für die Eigentümer noch für die Gesellschaft keinen Sinn ergeben, im Gegenteil: ein höchst schädliches Ungleichgewicht. Eine Liquiditätsabgabe korrigiert diesen Zustand, weil das Geldverdienen mit Geld ab einem gewissen Punkt nur noch zu Stress führen wird, nämlich Verluste zu verhindern durch möglichst rasches loswerden der Tauschmittel, welche aber täglich in einer riesen Menge einem zufliessen. Es wird schlicht nicht mehr interessant sein, real gesehen völlig sinnlose Vermögen anzuhäufen, welche nicht einmal von den nächsten Nachkommen sinnvoll verkonsumiert werden können.

        Auf die tausend Fragen kann ich hier natürlich nicht tausend Antworten geben. Aber vielleicht noch so viel: am System der freien Marktwirtschaft soll sich nichts anderes ändern, als dass dem Horten von Tauschmittel Kosten auferlegt werden. Ansonsten sollen die Marktkräfte frei spielen und der Staat sich weitgehend aus dem Geschehen heraushalten. Die Antworten auf die Fragen ergeben sich meist als logische Konsequenz dieser Anordnung der Rahmenbedingungen.

        Ausser, aber das ist unabhängig der Währungsform, ökologische Rahmenbedingungen setzen (Kostenwahrheit) und verhindern, dass Boden als Geldanlage missbraucht werden kann.

        Fragen wie die, ob Wettbewerb oder Kooperation besser seien, bleiben bestehen und eine Liquiditätsabgabe löst nicht alle Fragen in allen Bereichen. Eine LA ermöglicht einen konstanten Geldkreislauf, welcher nicht ins stocken gerät, wenn den Sparern die Gewinnaussichten für Investitionen nicht gefallen. Das ist es schon. Ein exponentielles Vermögenswachstum nach dem Zinseszinsprinzip Zugunsten der Sparer wird nicht mehr Voraussetzung sein, dass die Wirtschaft stabil funktionieren kann. Die Kapitalseite wird nicht mehr in der Lage sein, unabhängig der Konjunktur stets leistungslose Erträge abzuschöpfen. Dies wird – berechtigterweise! – noch der Fall sein, wenn die Wirtschaft wächst. Aber die Wirtschaft wird nicht mehr wachsen müssen, um diese Kapitalerträge zu ermöglichen, damit der Geldhahn nicht zugedreht wird.

  4. MARKT sagt:

    Wenn Logik auf Ideologie trifft.
    Dann helfen auch keine Argumente.

    Schon bezeichnend, wenn die größten Kritiker des Staates aus seinen eigenen Reihen oder zumindest aus dem „nächsten Umfeld“ kommen.
    Wenn da mal nicht etwas faul ist im Staate D.

    Oder haben wir die falschen Leute an den falschen Stellen in diesem Land? Vielleicht sogar aufgrund von zweifelhaften Anreizen der nahezu grenzenlosen Sicherheit?

  5. Hauki sagt:

    Eigentlich sollte ich besser die Klappe halten, denn es gibt bestimmt nur wieder Haue … 🙁
    Aber ich erlaube mir trotzdem mal einige Anmerkungen, die hoffentlich zum Nachdenken anregen. 🙂

    Herr Polleit, wie so ziemlich alle Ökonomen, beantwortet die eigentliche Frage seines Artikels, WAS Geld ist, leider nicht. Und niemanden in der Runde scheint es zu kümmern …

    Er behauptet, die Antwort sei ganz einfach: es sei das „allgemein akzeptierte Tauschmittel“.

    1. Ist das leider keine Antwort auf die Frage, WAS Geld IST, sondern welche Funktion Geld (u.a.) hat.

    2. Akzeptieren es die Menschen, weil sie es MÜSSEN. Es ist gesetzliches Zahlungsmittel und Steuerzahlungsmittel. DAS ist entscheidend. Alles andere ist Träumerei.

    Dann handelt ein Großteil des Artikels von den Vor- oder Nachteilen einer wachsenden, bzw. schrumpfenden „Geldmenge“. Aber wie bitte schön wächst oder schrumpft denn die Geldmenge?

    WAS IST GELD? Und wie kommt es überhaupt in die Welt? Was geschieht da in der Notenbank, wie sehen die Buchungssätze aus, welche Rolle spielen Staatsanleihen (= Staatsschulden) dabei?

    Sollte das nicht zumindest erklärt werden?

    Falls dem Artikel noch weitere Folgen, in denen diese Fragen beantwortet werden und meine Kritik sich als voreilig erweisen sollte, bin ich mit Haue absolut einverstanden.

    🙂

    Gruß, Hauki

    …..

  6. MARKT sagt:

    @ Hauki

    getroffene Hunde bellen eben oftmals sehr laut.

    Das Deine Anmerkungen, auch zum ersten Teil nicht nur Kritik (Haue) hervorgerufen haben, zeigt doch das „Voting“ dieser Kommentare.

    Und nein, es soll nicht erklärt werden, was Geld ist. Sonst könnte es den ein oder anderen zum Nachdenken anregen. Und genau deshalb gibt es eben auch öfters einmal haue, wenn man zu intensiv oder zu laut darüber nachdenkt.

    Denn,je überzeugender man dies hinterfragt, desto größerer Gefahr setzt man sich scheinbar aus. Da ist das bisschen Haue in einem Blog ein Klacks und locker zu verschmerzen.
    Also weiter Klappe aufreissen!

    Man wird von Polleits, Bofingers, Zimmermann`s und Co. haben schon genügend Präsenz um ihre Doktrin zu verbreiten.

    • Gandalf sagt:

      @Markt

      Zitat:
      „Und nein, es soll nicht erklärt werden, was Geld ist. Sonst könnte es den ein oder anderen zum Nachdenken anregen. “

      Aha – und Du denkst estorisches Gefasel und Gejammere regt dazu an.
      Klasse.

      „Votet“ euch dann mal schön gegenseitig hoch. Denn das ist scheinbar Erue Doktrin

      • Hauki sagt:

        @Gandalf

        Warum bist du so aggressiv? Warum greifst du jeden an, der eine bestimmte Meinung hat? Kannst du den Umstand nicht akzeptieren, dass Meinungen unterschiedlich sein können?
        Hast du nicht selbst erwähnt, dass du mal von Freigeld/Humanwirtschaft überzeugt warst und diese Überzeugung dann abgelegt hast? Was soll das dann also?
        Allein, wie du anderen in einer Diskussion gegenüber trittst (und aufgrund deiner Wortwahl) lehne ich es ab, mit dir eine solche zu führen. Das ist schade und es bringt einen sehr ins Grübeln, warum diese Art der Auseinandersetzung heute so weit verbreitet ist. Sehr schade, wirklich …

        Gruß, Hauki

        …..

        • Gandalf sagt:

          Warum ich für manche hier aggressiv „erscheine“?

          Ganz einfach:

          Ich lese hier gern bei Frank, weil man hier viele hochwertige Artikel zum Geldsystem, zur Börse und dem politischen Drumherum findet. Von Roland Gehrt, dem Bankhaus Rott, smart investor und neben vielen anderen auch von Frank selbst – und jetzt jüngst auch von Professor Thorsten Polleit, der als ausgewiesener Kenner der „österreichischen Schule“ gilt.

          Die „Austrarians“ haben neben einer langen wirtschaftswissenschaftlichen Tradition – die (leider) NIE „mainstream“ war, da NICHT STAATSTRAGEND wie der Neoliberalismus, sondern Liberär, eine ganze Reihe herausragender liberaler Köpfe und Ideen hervorgebracht. Neben dem bekanntesten Wissenschaftsphilosophen – Karl Popper – findet man durchaus und stringenderweise einige „Anarcho-Kapitalisten“ darunter (M. Rothbard). Der ‚Anti-Politiker‘ und US-Präsidentschaftskanditat ‚Ron Paul‘ dürfte derzeit der bekannteste lebende Vertreter dieser Schule sein.

          Die Vertreter dieser Schuzle waren und sind übrigens die Einzigen, die die gegenwärtige ‚Geldsystemkrise‘ richtig vorhergesagt haben (Hier zu empfhehlen der leider verstorbene Autor und „Österreicher“ Roland Baader)

          (Ein sehr guter Artikel, der das karanke Geldsystem thematisiert: http://www.wissensnavigator.com/documents/KriegKrankesGeld.pdf)

          Da kommt also mal wirklich ein guter Artikel, der das Geldsystem und die Geldentstehung von Grund auf und viele Mißverständnissse Beleuchten möchte – und was fällt dem ‚allerersten Kommentator‘ dazu ein?

          Anstatt zu hinterfragen, wenn man was nicht verstanden hat und sachlich zu arguemtieren, behautptet dieser schlicht, das ihm „(auch hier) 999 Millionen Geisterfahrer entgegenkommen!“

          Weiters kommen nur diffuse Andeutungen und geheimnistuerisches Gehabe, das man vor sich wie eine Monstranz herumträgt.

          So wie man es halt auch sonstwie in irgendwelchen Foren erlebt, indem sich rudelweise „monetary cranks“ gegenseitig bekämpfen, ohne je mit dem Gedanken zu spielen, das sie selbst die Geisterfahrer sind

          Wie „warnt“ man also diese Geisterfahrer, die nur ihre eigenen Ideologien an den Mann bringen wollen?

          Mit Argumenten kommt man ja nicht weit, da nicht darauf eingegangen wird, wie man sieht. Das würde ja das Weltbild in Gefahr bringen.

          Gutes Zureden – oder ‚drastsich (auf)zeigen‘, wo die Ausfahrt ist?

          Zum Abschluss, weil Du fragtest: Tatsächlich habe ich – auch weiterhin – kein Problem mit „Freigeld“, wenn es ‚freiwillig‘ zu Vereinbarungen als ‚das was gilt‘ (=Geld) zwischen Vertragspartnern betimmt wird.

      • MARKT sagt:

        Gandalf???!

        Aber extra für Dich *****************************************.
        weil auf normalem WEge ja nur fünf Sterne möglich sind.

        Und schönen Urlaub und heute für dich hoffentlich schon ein schönes Wochenende. Denn Entspannung scheint angebracht.

        LG
        MARKT

        PS: auch nicht Esotheriker verabscheuen manchmal Gewalt und eine bestimmte Form der Ausducksweise.

  7. 4fairconomy sagt:

    @ Gandalf 29. August 2012 at 07:57

    „Was Du willst: das hatten wir bereits mehrfach in der Geschichte: Ein fixer Preis,…“ und „Also wie, bzw. mit welchem Recht “erdreistet” Du Dich sämtliche Preise und nötigen Geldmengen einer Volkswirtschaft bestimmen zu können…“

    Also die Diskussion wird nicht einfach, wenn Du mir staatliche Preisbindung unterstellst, wenn ich Kaufkraftstabilität meine. Natürlich sollen sich die Güterpreise frei bewegen können!

    Und frei bewegen soll sich eben auch der wichtigste Preis in einer Volkswirtschaft, der Zins als Gleichgewichtspreis zwischen Ersparnisbildung und Investition. Wenn Sparen in Form von Liquidität garantiert 0% Zins abwirft, kann dies nicht funktionieren. So kann beliebig viel gespart werden ohne zu investieren, ohne, dass dieser Preis dies abbilden kann.

    „In einem freien Markt (also ohne gottspielende Geldschöpfer) sind unterschiedliche Preise ein untrüglicher Hinweis darauf, das ein Mangel (oder Überschuss) besteht. Unternehmen benötigen diese Hinweise um entsprechend reagieren zu können und damit den Mangel zu beheben, bzw. sich neu zu orientieren.“

    Genau!

    Ebenfalls schwierig Deine Pirouetten bei der Diskussion um den Catillon-Effekt. Jedenfalls hatte ich Dich in deinem vorherigen Beitrag so verstanden, wie Du nun nicht mehr verstanden werden willst. Dann macht aber Deine erneuerliche Ausführung für mich kaum einen Sinn (das mit dem See als Bildnis).
    Ich bin auch für so wenig Staat wie nur möglich. Dafür dürfen in der Privatwirtschaft aber nicht so viele Sozialkosten entstehen. Das verelenden und verhungern lassen der „Verlierer“ im System ist für mich keine Alternative.

    Eine LA ist ein sehr günstig zu habender Schlüssel für den Abbau des Staatsinterventionismus, den es dann in dem Ausmass nicht mehr brauchen wird. Die Staatsquote soll dann bedeutend reduziert werden, was ich befürworte.

    „Produktivitätssteigerungen führen bei fixer Geldmenge zu höherer Kaufkraft der einzelnen Geldeinheit.“

    Also zu Deflation. Damit wird das Horten von Liquidität attraktiver. Ich fürchte schon, Du wirst das Gegenteil behaupten.

    „Es entstehen Freiräume für Investitionen, weil ich z.B. nicht mehr soviel Geldeinheiten für Nahrungsmittel ausgeben muss.“

    Also mit dem Geld, welches mit der Zeit an Kaufkraft gewinnt, sollen Investitionen attraktiv sein, um Güter herzustellen, welche immer billiger verkauft werden müssen?

    „Es führt in der Tendenz zu ‘qualitativen’ Wachstum (Innovationen) anstatt Quantität.“

    Da fehlt mir die Logik: Das Geld, welches an Kaufkraft zunimmt soll dazu benutzt werden, Güter herzustellen, welche immer billiger verkauft werden müssen, wobei die Menge nicht ausgeweitet werden kann?

    Deine Ausführungen zeigen im Gegenteil sehr klar, was geschieht in einer Deflation: das Geld wird gehortet und weil die Umsätze einbrechen, wird es erst recht nicht investiert, was die Preise weiter sinken lässt usw.

    „Was da Infaltionsgeld (Schwundgeld) derzeit anrichtet ist ja evident.“

    Jedenfalls ist es ein günstiger Schutz vor Deflation, und was die anrichtet, ist evident. Und es ist auch ein Schutz vor Inflation, da die Geldmenge nicht vermehrt werden muss, um eine Deflation zu verhindern, wie im heutigen Geldsystem.

    „Klar – nach Erfindung des Autos und des Fließbandes gingen Pferdefurhwerkbesitzer pleite – wenn sie nicht auf Autoproduktion umgestellt haben. „

    Genau. Wenn aber eine Deflation ansetzt, können die Nichtbesitzer des immer wertvolleren Geldes nicht umsatteln und ihre Arbeit gegen Geld umtauschen, welches ihnen dank seiner Wertzunahme ihre Erwerbsausfälle ersetzt. Deflation ist Betrug an die Erwerbstätigen zugunsten der Geldbesitzer.

    „Du scheinst den Leuten einreden zu wollen, sie hätten auf ewig Anspruch, auf das was einmal war? Und Du bist derjenige, der für sie sorgt?“

    Die Leute sollen möglichst den vollen Ertrag ihrer Leistung erhalten, mehr nicht. Und was ihre Leistung „wert“ ist, soll der Markt entscheiden. Auf die Diskussion um die Wertlehre soll hier nicht weiter eingegangen werden… Nur soviel: Inflation und Deflation führen zu Verschiebungen in den Bewertungen, welche alles andere als günstig sind für die Ökonomie insgesamt.

    „Gut also, das nach der östereichischen Schule Geld (nicht zu verwechseln mit dem gegenwärtigen “fiat money) auch nichts anderes als eine Ware ist und diese Art Umverteilung daher nicht vorkommen kann.“

    Da diese Umverteilung aber vorkommen, verdeutlicht, wie sehr sich die Österreicher irren, was die Funktionsweise des Geldes betrifft. Ihr Dogma, Geld sei nichts als Ware ist Unsinn. Ware, welche liegen bleibt vergammelt, Geld (insbesondere Edelmetallgeld) eben nicht. Und dieser einfache und banale Sachverhalt ist eben von grosser Relevanz.

    „Wieso sind Arbeitnehmer die Verlierer. Sie erhalten regelmäßig ihren Lohn schon dann, ‘bevor’ der Unternehmer das fertige Produkt hat verkaufen können(und ob überhaupt)“

    Die Unternehmer zähle ich auch zu den Erwerbstätigen, welche von einem regelmässigen Geldumlauf abhängig sind, damit die Wirtschaft funktioniert. (Wohlgemerkt, nicht der Unternehmer… der einzelne muss sich den Geldzufluss sehr wohl durch Leistung erarbeiten).

    „Du scheinst Reichtum mit Geldguthaben zu verwechseln. Glaubst Du etwas das die Mrd. die die Drogeriekette Roßmann wert ist, bei Herrn Roßmann auf dem Konto liegt?“

    Da muss sicher ein Missverständnis vorliegen.

    „Wenn bei fixer Geldmenge die Schinkenproduktion erhöht wird, wird Schinken billiger. Und mach einer, der sich bislang nur Äpfel leisten konnte, kann sich überhaupt welchen leisten.“

    Genau, und dann wird der Schinken etwas teurer, die Äpfel etwas billiger, also bleibt die Kaufkraft stabil.

    „Bei Deiner Geldideologie nimmst Du den Schinkenherstellern die Motivation mehr Schinken herzustellen.“

    Mir nicht klar, warum dies so sein soll.

    „Die Leute müssen in DEiner Welt auf Fleisch verzichten oder gar hungern.“

    Mir auch nicht klar. Jedenfalls bleiben sie von Deflation und Inflation verschont. Auch was.

    „Bei knappen Ressourcen (z.B. Öl, seltene Erden, die man importieren muss) stellt sich die Lage etwas anders dar. Der Preis sinken evtl. nicht mit. Dafür strengen sich die Unternehmen um so mehr an mittels Innovationen Einsparungen möglich zu machen oder Substitute zu erfinden. Das ist ebenfalls kein Nachteil – es hat Deutschland als rohstoffarmes Land an die Weltspitze gebracht.“

    Das scheint mir hier ein anderes Thema. Wobei: dabei wurden andere Länder in die Schuldenfalle getrieben, wodurch erst die Exportüberschüsse dieser Länder bezahlt werden konnten, während Deutschland von einem künstlich zu niedrigen Wechselkurs profitieren konnte und die Schuldenländer von künstlich zu niedrigen Zinsen aber einer künstlich überbewerteten Währung. Alles nicht nachhaltig, wie es sich herausstellt. Nun Zahlt Deutschland seine damaligen Exporte selbst in Form von Transferzahlungen und Rettungspackete. Wobei: die Rechnung begleichen nun die Steuerzahler, die Gewinne wurden privatisiert. Und hüben und drüben wachsen die gegenseitigen Schuldzuweisungen und Feindseligkeiten. Schlimm.

    Exportüberschüsse sind eine wichtige Möglichkeit für ein Land, dass alle insgesamt mehr verdienen können als im Innland ausgegeben wird. Zwecks Finanzierung überhöhter Kapitalerträge eben. Das ist weltweit kein Modell, welches aufgehen kann. Es können nicht alle Länder immer mehr exportieren als importieren.

    „Mit “Freigeld” würdest Du diesen Innovationswettlauf ad absurdum führen. Die Unternehmen und Verbraucher bekommen auch dann Geld “für lau” von Dir, wenn sie unproduktiv sind. Der Abstieg ist vorprogrammiert.“

    Ist der Markt gesättigt, werden die Produktivsten, best aufgestellten Unternehmen am ehesten das Geld der Sparer erhalten. Weil aber diese schon heute z.T. mehr als volle Kriegskassen haben, werden die Sparer auf weniger gut aufgestellte, produktive Unternehmen ausweichen müssen. Und diese werden sich anstrengen müssen, um bestehen zu können. Somit wächst den alteingesessenen Unternehmen Konkurrenz, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Sie können sich nicht auf ihre Lorbeeren ausruhen.

    Der Abstieg ist im heutigen System vorprogrammiert, weil u.a. dieser Mechanismus nicht mehr funktioniert. Die „fetten“ Unternehmen werden immer fetter, die Konkurrenz bleibt aus, die Investitionen auch usw.

    „Selbstverständlich ist es eine Ideologie. Du hast immer noch nicht gesagt, wie Du das fertig bringen willst, woran sämtliche planenden Zentralbanken gescheitert sind: Die exakte Geldmenge zu ermitteln, die für sämtliche Tauschgeschäfte nötig sind!“

    Erstens werden mit einer LA die Transmissionswege von den geldpolitischen Entscheiden zu deren Auswirkung viel kürzer, direkter und messbarer. Also ein Entscheid der Notenbank bezüglich Geldmenge und LA wird sich nicht erst in Jahren auswirken, sondern sofort! Zweitens soll wie heute über ein Warenkorb die Kaufkraft gemessen werden und entsprechend die Geldmenge angepasst werden. Die Messinstrumente können dabei unaufhörlich weiter verbessert werden.

    Fortsetzung folgt (wahrscheinlich).

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