Was Sie immer schon über Geld und Gold wissen wollten (Teil 1)

24. August 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Thorsten Polleit) Die Erkenntnis, wie das Geld entstanden ist, ist von großer Bedeutung, wenn es gilt, das heutige Geld- und Währungssystem, und die Probleme, die es gebracht hat, besser zu verstehen. Wie also ist Geld entstanden?

Der Ökonom Carl Menger (1840 – 1921) hatte eine Erklärung: Geld ist durch die spontanen Kräfte des Marktes entstanden. Menschen erkennen zunächst, dass Arbeitsteilung und Spezialisierung für alle produktiver sind, als wenn jeder einzelne alles alleine herstellen würde. Erfolgt aber eine Spezialisierung, so entsteht die Notwendigkeit zu tauschen.

Anfänglich lässt sich Gut gegen Gut tauschen. Ein solcher „Naturaltausch“ stößt jedoch schnell an seine Grenzen. Denn ein Tausch kommt nur dann zustande, wenn das Gut, dass Herr A anbietet, genau das Gut ist, was Herr B haben möchte; und wenn das Gut, dass Herr B anbietet, den Wünschen von Herrn A entspricht.

Tauschen wird unendlich leichter, wenn ein indirektes Tauschmittel verwendet wird. Man tauscht sein Gut gegen das indirekte Tauschmittel, und dann tauscht man das indirekte Tauschmittel gegen dasjenige Gut ein, das man haben möchte. Dasjenige indirekte Tauschmittel, dass die größte Verbreitung und Akzeptanz findet, wird zu Geld: dem allgemeinen, universell akzeptierten Tauschmittel.

Damit ein Gut als Geld gewählt wird, muss es eine Reihe von physischen Eigenschaften aufweisen. Es muss (1) knapp, (2) homogen, (3) teilbar, (4) haltbar, (5) transportabel, (6) prägbar und (7) allgemein wertgeschätzt sein. Die Währungsgeschichte zeigt, dass vor allem Edelmetalle (also Gold und Silber) aufgrund dieser Eigenschaften als Geld gewählt wurden.

Nach Menger muss Geld aus einem Sachgut entstanden sein. Zunächst wird ein Gut um seiner selbst willen gewertschätzt und gehandelt gegen andere Güter. Aufgrund seiner Eigenschaften, als indirektes Tauschmittel funktionieren zu können, wird es früher oder später als allgemein akzeptiertes Tauschmittel gewählt, es wird zu Geld.

Der Ökonom Ludwig von Mises (1881 – 1973) erklärte später, dass es in der Tat logisch so sein muss, wie es Menger erklärt hatte. Geld muss aus einem Sachgut entstanden sein, so Mises, weil andernfalls der Tauschwert des Geldes gar nicht bestimmbar wäre.

Geld wird nachgefragt, weil es Kaufkraft hat. Wie aber bestimmt sich die Kaufkraft des Geldes? Sie bestimmt sich aus Angebot von und Nachfrage nach Geld. Führt das aber nicht in einen Zirkelschluss?

Mises erkannte, dass die Kaufkraft des Geldes eine Zeitdimension hat: Dass jemand heute Geld hält, liegt daran, dass er davon ausgeht, dass mit Geld getauscht werden kann.

„Papiergeld ist niemals durch freiwillige Kooperation zustande gekommen. In allen bekannten Fällen wurde es durch Zwang und Nötigung eingeführt, manchmal auch unter Androhung der Todesstrafe.“
Jörg Guido Hülsmann, „Die Ethik der Geldproduktion“, 2007, S. 200.

Die Erkenntnis, dass Geld heute Tauschkraft hat, speist sich aus der unmittelbaren Erfahrung, dass man gestern mit Geld kaufen konnte. Und die Erkenntnis, dass man gestern mit Geld kaufen konnte, speist sich wiederum aus der Erfahrung, dass man vorgestern mit Geld kaufen konnte. Und so weiter.

Gedanklich lässt sich diese Erklärung zurückverfolgen bis zu dem Zeitpunkt, an dem ein Gut von seiner reinen nicht-monetären Wertschätzung erstmalig zu Tauschzwecken verwendet wurde.

Die Kaufkraft des Geldes lässt sich auf den Tauschwert eines Sachgutes zurückführen; Geld muss aus einem Sachgut entstanden sein… (Seite 2)

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26 Kommentare auf "Was Sie immer schon über Geld und Gold wissen wollten (Teil 1)"

  1. Hauki sagt:

    „Die Erkenntnis, wie das Geld entstanden ist, ist von großer Bedeutung, wenn es gilt, das heutige Geld- und Währungssystem, und die Probleme, die es gebracht hat, besser zu verstehen.“

    Sehr richtig, aber wieder wird zum 999 Millionsten Mal derselbe Blödsinn wiederholt, für den es historisch und anthropologisch KEINEN Hinweis gibt:
    DAS MÄRCHEN VON DER TAUSCHWIRTSCHAFT UND DER ERFINDUNG DES GELDES ZUR VEREINFACHUNG KOMPLEXER TAUSCHVORGÄNGE …

    Nach heutigem Wissensstand hat es so etwas nie gegeben! Geld, wie auch der Markt, sind als Folge des Staates entstanden. Mit dem Beginn der Zivilisation taucht das Geld auf – und der Markt. Geld ist eine Erfindung der Herrschenden. Wo keine Herrschaft, da auch kein Geld!

    Unterwerfung – Tribut – Steuern – Zins – Markt: alles Erfindung der Herrschenden …

    „Papiergeld ist niemals durch freiwillige Kooperation zustande gekommen. In allen bekannten Fällen wurde es durch Zwang und Nötigung eingeführt, manchmal auch unter Androhung der Todesstrafe.“

    Das ist bei GELD generell der Fall! Da spielt es grundsätzlich keine Rolle, ob Papiergeld oder etwas anderes. Das führt wieder nur zu noch mehr Verwirrung!

    Warum werden Ökonomen NOCH IMMER zitiert, wenn doch allmählich klar sein dürfte, dass sie es mit historischen Fakten nicht sonderlich genau nehmen und nur eine Lehre verbreiten, die einigen von Nutzen ist?

    Wer der Sache auf den Grund gehen möchte, durchstöbere das alte „Elliot-Wellen-Forum“ (Vorläufer des Gelben) – dasgelbeforum.de.org/ewf2000/forum.php -, wo man sich über Jahre damit auseinander gesetzt hat oder lese das kürzlich auf deutsch erschienene Buch von David Graeber „Schulden – die ersten 5000 Jahre“.

    Dass die Verbreitung des Tauschmärchens nicht von ungefähr kommt (genauso übrigens wie die Tatsache, dass 99% der Menschen keine Ahnung haben, was Geld TATSÄCHLICH ist) erschließt sich, wenn man die Zusammenhänge kennt: Dahinter stehen die Interessen einer privilegierten, herrschenden Schicht.

    Mein Kommentar wird eh nichts ändern und die meisten werden denken: Was will der Depp?
    Warum ich es dennoch schreibe, weiß ich auch nicht …
    Reine Verzweiflung, vermutlich.

    Gruß, Hauki

    …..

    • markku sagt:

      Deinen Beitrag verstehe ich nicht ganz. Einerseits prangerst Du völlig zurecht das FIAT-Schuldgeldsystem an aber andererseits versteigst Du Dich nur in diese Auslassungen gegen den Entstehungsmythos des Geldes. Ob dieser stimmt oder nicht, das kannst Du sowenig widerlegen wie Polleit beweisen und es ist im Grunde auch egal.

      Wo ist Dein Ansatz? Was sollte Geld sein? Warum kein Gold oder sonstiges werthaltiges Underlying, das die beliebige Manipulation seitens der sog. „Währungshüter“ unterbindet?

      • Hauki sagt:

        „Deinen Beitrag verstehe ich nicht ganz.“

        Hallo markku,

        das habe ich schon befürchtet (Was will der Depp) … 🙂

        Ich versteige mich nicht in Auslassungen gegen einen Mythos, sondern weise darauf hin, dass bis heute dieser von Ökonomen erfundene Mythos immer und immer wieder als Wahrheit verkauft wird, für den es eben – ich kann mich nur wiederholen – keinen Beleg gibt.
        Herr Polleit hat sich, soweit ich informiert bin, doch schon länger mit dem Thema Geld auseinander gesetzt und ich kann einfach nicht begreifen, warum etwas, was offensichtlich nichts mit der Realität zu tun hat, immer und immer wieder als solche verkauft wird.
        Du hast schon recht, ich kann weder etwas beweisen noch widerlegen (denn ich bin kein Historiker), aber ich kann zumindest auf Quellen verweisen, die Belege vorweisen, was Ökonomen nachweislich nicht tun!
        Sämtliche Geschichten über den Tauschhandel sind Phantasie-Geschichten und merkwürdigerweise kritisiert niemand, dass eben jene Ökonomen KEINE Belege für ihre abstrusen Thesen (oder besser Märchen) vorlegen.

        Und nein: Es ist meiner Ansicht nach eben nicht egal, wo Geld seinen Ursprung hat.

        DAS ist alles, was ich damit zum Ausdruck bringen will – ich möchte weder Papiergeld (Fiat-Geld) verteidigen, noch einen Goldstandard verdammen oder ähnliches.

        Es gibt ja noch andere Literatur zu dem Thema und auch schon sehr viel ältere, aber ich kann nur empfehlen, das Buch von Graeber zu lesen (oder auch die Sammlung im Gelben Forum).

        Gruß, Hauki

        …..

    • mfabian sagt:

      Geld ist eine Erfindung der Herrschenden. Wo keine Herrschaft, da auch kein Geld!

      Diese Schlussfolgerung scheint mir etwas abenteuerlich:

      1) So weit wir uns erinnern gab es immer Herrscher.
      2) So weit wir uns erinnern gab es immer Geld.

      Ergo – so Deine Schlussfolgerung – muss es einen direkten Zusammenhang zw. Geld und Herrscher geben?
      Zur Hälfte bin ich damit einverstanden: Herrscher sind immer abhängig von Geld.

      Aber ob es in einer Herrscher-losen Gesellschaft kein Geld gäbe wage ich zu bezweifeln. Ist es denn nicht vielmehr so, dass gerade in chaotischen, Herrscher-losen Zeiten (z.B. unmittelbar bei Kriegsende; nach einer Revolution) der Markt sein eigenes Geld schafft? Unabhängig vom nicht vorhandenen Herrscher? Geld in Form von Gold, Silber, Schnaps, Zigaretten, Treibstoff, wie es z.B. unsere Eltern nach dem 2. Weltkrieg hautnah erlebt haben?

      • samy sagt:

        Hi,

        interessante Frage. Entwickeln in Anarchie gefallene Gesellschaften sofort Geld? Ja, in Form von dir beschriebener Tauschmittel. Zigaretten, Kaffe, Schnaps. Sie sind, wie Polleit aufzählt „…(1) knapp, (2) homogen, (3) teilbar, (4) haltbar, (5) transportabel, (6) prägbar und (7) allgemein wertgeschätzt … „.

        Mein Nachbar sagte mir vor einigen Wochen, dass nach dem Krieg 5 Reichsmark 1 Zigaretten wert waren. Aber das waren Schwarzmärkte! Das war strafbar. Der „moderne“ Staat will da schon sein Währungsmonopol erhalten.
        Und diese Verpflichtung, nur eine Währung zu akzeptieren, die gab es nicht zu allen Zeiten.

        Eine hochkomplexe arbeitsteilige Wirtschaft wird aber ohne Geld als Universaltauschmittel nicht funktionieren. So viel ist für mich klar. Nur wer legt fest, was dieses Tauschmittel zu sein hat? Die Märkte oder der Staat?

        Der Bundesstaat Utah erlaubt es seit 2012 offiziel EM als Währung zu nutzen. So weit ich weiß spielen auch andere Staaten mit dem Gedanken. Gold as good as cash? Ob Washington es schmeckt, dass die Märkte entscheiden, was gutes Geld ist?

        VG

      • Hauki sagt:

        Hallo mfabian,

        es handelt sich doch nicht um MEINE Schlussfolgerungen, sondern um die Ergebnisse historischer und anthropologischer Forschung. Nur werden die schlichtweg ignoriert. Es gab eben nicht immer schon Herrscher und es gab eben nicht immer schon Geld.

        Ökonomen vermitteln ein Weltbild, das mit geschichtlichen Fakten nicht in Einklang zu bringen ist. Erst mit einer herrschenden Schicht (Staat) entsteht Geld. In allen anderen Gesellschaften (bis heute) gibt es überhaupt gar kein Eigentum. Was man hat, wird geteilt.

        Die Lage nach dem Krieg ist eine Ausnahmesituation und dabei handelt es sich weniger um Anarchie (de.wikipedia.org/wiki/Anarchie), als vielmehr um Anomie (de.wikipedia.org/wiki/Anomie).
        Natürlich tauschen die Menschen, aber das hat herzlich wenig mit unserem kapitalistischen Wirtschaften zu tun. Außerdem bewegte man sich auf dem Schwarzmarkt natürlich immer am Rande der Kriminalität (besema.de/Waehrungsreform1948-Umrechnungstabelle.pdf).

        Und DARUM übrigens geht es mir, denn die Beschreibung einer kuscheligen Tauschwirtschaft und die Vorstellung von mündigen, freien Bürgern, die eines Tages gemeinsam und in friedlicher Runde das Geld und damit das kapitalistische Wirtschaften erfinden, ist leider Nonsens. Kapitalismus ist eine Machtveranstaltung, die mit Gewalt und Zwang einhergeht.
        Das sollte den Menschen einfach einmal klar werden, wenn man versucht, den Irrsinn, den wir erleben, zu verstehen. Und das sollte eben auch Erwähnung in einem Artikel finden, der mit diesen Worten beginnt:

        „Die Erkenntnis, wie das Geld entstanden ist, ist von großer Bedeutung, wenn es gilt, das heutige Geld- und Währungssystem, und die Probleme, die es gebracht hat, besser zu verstehen.“

        Gruß, Hauki

        …..

  2. Gandalf sagt:

    Sorry Hauki,

    – aber solch einen Schwachfug hab ich schon lange nicht mehr hier gelesen.

    „Markt und Geld“ wären Erfindungen des Staates!?

    Abgesehen davon, das Staaten ziemlich „junge kulturelle Erfindungen“ sind, hat man schon mit Kartoffeln, Fleisch, Arbeitsleistung, Muscheln Gold, etc. vor 10.000ten von Jahren getauscht. Ohne die Erfindung des arbeitsleiligen Marktes wäre die Menschheit untergegangen und es gäbe keine Kultur – und natürlich auch keine ‚konstruktivistischen Ideologen‘, die behaupten eine Räuberbande hätte das alles erfunden

    Welche „Wissenschaft“ soll das denn sein, der Du da anhängst und die das falsifiziert hat? Eine die -möglicherweise – Deinen (staatlich alimentierten) Job sichert?

    Des weiteren gibt es bekanntlich – neben dem aktuellen Zwangsgeldsystem‘ auch heute in Deutschland Regio-Gelder, die gerade eben auch nicht vom Staat erfunden wurden, sondern von Bürgern, die gerne an der arbeitsteiligen Wirtschaft und damit an einem Markt teilnehemn würden, aber vom Staat daran gehindert werden:
    Nur Verträge in Euro sind in D justiziabel und die Steuer-Schuld ist ebenfalls in diesem fällig. Auf diese Art verhindert der Staat private Tauschgeschäfte zur gegenseitigen Wohlstandsschaffung mit seinem Zwangsgeld, um bei betrügerischen Manipulationen weiterhin das Monopol zu halten.

    Auch Deine Anspielung auf das „Gewaltmetall Gold“ von Paul C. Martin ist kokolores. Gold ist lediglich ein Sonderfall von Geld, das neben einigen positiven Besonderheiten (einfache Qualitätsprüfung von jedermann durchzuführen, quantifizierbar, haltbar, etc.) noch eine strategische Option hat, die „Mächtige“ nicht gerne aus der Hand geben (bzw. „nur bei besonderen Anlässen“)

    Das hat aber mit der Geldentstehung selbst, wenig bis nichts zu tun, wie man an den Regio-Währungen (wie z.B. auch dem „Rheingold“) sieht. Es zeigt nur, das Gold – wenn man die Wahl hätte – von manchen, aus welchen Gründen auch immer – bevorzugt werden würde.

    Kein Wunder dass Du Dich innerhalb Deiner substanzlosen staatsgläubigen Ideologie im Kreise drehst und ‚verzweifelst‘.

    • Hauki sagt:

      Hi Gandalf,

      kann mich deinem Beitrag nur anschließen. Sorry, aber solch einen Schwachfug hab ich schon lange nicht mehr hier gelesen. 🙂

      Du bringst ja so ziemlich alles durcheinander, was nur geht, aber P.C. Martin zu erwähnen und dann von „substanzloser staatsgläubiger Ideologie“ zu sprechen, ist schon sehr drollig.

      Übrigens Regiogeld ist nichts anderes als Warengutscheine. Es DARF keine anderen GESETZLICHEN Zahlungsmittel neben dem Euro geben. Wer so etwas in Umlauf bringt, verstößt gegen GESETZE … 🙂

      Gruß, Hauki

      …..

      • Gandalf sagt:

        Du widersprichst Dir selber

        Weiter bleibst Du den Beweis Deiner „wissenschaftlichen Begründung“ schuldig, noch scheinst Du – entgegen Deiner vollmundigen Behauptungen – wenig Ahung von Geld und Geldsystemen überhaupt zu haben:

        Zitat:
        „Übrigens Regiogeld ist nichts anderes als Warengutscheine. “

        2 Beispiele:
        Das „Rheingold“ ist kein Warengutschein, sondern ‚leistungsgedeckt‘.
        http://www.rheingold-regio.de/
        Der „Chiemgauer“ ist weder durch Ware noch durch Leistung gedeckt, sondern eine „Freigeldkonstruktion nach Gesellscher Ideologie“
        http://www.chiemgauer.info/

        Zitat:
        „.Es DARF keine anderen GESETZLICHEN Zahlungsmittel neben dem Euro geben. Wer so etwas in Umlauf bringt, verstößt gegen GESETZE … “

        -lol-

        Aha – daher wehd der Wind, – der Dich im Kreise rotieren lässt.

        Klar: Wenn man „Geld“ als etwas definiert hat, das einen „staatlichen Erlaubnis-Stempel“ tragen muss, dann ist alles andere, das diesen Stempel nicht trägt – eben „kein Geld“ in dieser (Zwangs-)Ideologie.

        Die stets schlagende Logik von „monetary cranks“.

        Nur noch eine Frage zum Abschluss:

        Wenn in der DDR nur die DDR Mark „Geld“ sein konnte, weil alles andere GESETZLICH verboten war. Warum wurden neben anderen „Naturalien und Sachgütern“ auch die „West-Mark“ als Tauschmittel in der Bevölkerung gern genommen?

  3. crunchy sagt:

    Das, also versteht Frau Merkel unter dem Primat der Politik:
    Das Knapp´sche Verständnis vom Geld. Schlesinger (ehem. Bundesbankpräsident) formuliert es lieber so: Haltet das Geld knapp!
    Liebe Frau Merkel, falls Sie da noch Fragen haben: Herr Schlesinger ist zwar betagt, erfreut sich aber bester, geistiger Gesundheit. Er lebt in Oberursel. Rufen Sie doch mal an.

  4. samy sagt:

    Eben eine Nachricht im Gelben Forum aufgelesen, die ich mal hier rein stellen möchte. Die Republikaner (oder Teile davon) scheinen im Wahlkampf mit dem Goldstandard zu spielen. Das muss nichts heißen, aber wieder nimmt die Geschichte an Dynamik zu, quasi ein weiterer Meilenstein.

    http://www.cnbc.com/id/48773207

    Hieraus:
    „Next week, Republicans will consider looking at returning the U.S. dollar to the gold standard, Rep. Marsha Blackburn told CNBC on Thursday….“

    • Dagobert sagt:

      …Nixon sprach doch vor 41 Jahren von *temporarily*…ebenso von
      *technical*…

      „I know that you believe you understand what you think I said, but I am not sure you realize that what you heard is not what I meant.“

      …nimm die 35.00, addiere 7.22, potenziere die magische Zahl mit dem „Fiat-Money“- Korrekturmultiplikator – und schwuppdiwupp beginnt ein neuer Kondratieff-Zyklus…

      • Dagobert sagt:

        …okay, nicht ganz ein neuer Kondratieff – aber ein *Goldener Herbst*…

        Gruss
        Dagobert

        P.S. …meine Zauberformel {(35+7.22)^[(41+9/360)*x]} hat handgelenk*mal*Pi als Näherungswert ganz einfach den guten alten Dow…allerdings muss ich noch einmal nachlesen wie Robert Zoellick, Weltbankchef a.D., das vor zwei Jahren genau meinte mit seiner Idee Gold&ÖL&Warenkorb und zu wie hohen Verrechnungseinheiten pro Ordnungszahl No 79 er schlussendlich kam…evtl. muss dann die Formel (x) noch so angepasst werden, dass als Näherungswert eher der Nikkei der 80er Jahre herauskommen könnte – genauer gesagt der Stand der gaaaanz späten 80er…

  5. 4fairconomy sagt:

    Angesichts der aktuellen Entwicklung ist klar, dass das heutige Geldsystem so auf Dauer nicht richtig funktionieren kann. Warum aber eine Goldwährung als Alternative überhaupt in Betracht gezogen wird, ist logisch nicht nachvollziehbar. Goldwährungen sind mehrfach gescheitert, haben zu allerlei Manipulationen geführt, zu Deflationskrisen mit Massenverarmung usw. Die Einführung einer Goldwährung wäre das Rad der Geschichte zweimal zurückdrehen um die leidvollen Erfahrungen einer Goldwährung nochmals durchzumachen*, worauf wohl wieder auf eine fehlerhafte Papiergeldwährung umgestellt werden würde. So kann sich das Rad der Geschichte mit sich abwechselnden untauglichen Währungssystemen noch lange weiter drehen.

    *- 1817 bspw. revoltierten die Bauern in England, als die Aristokratie die Goldwährung einführte – es kam auch augenblicklich zu einer massiven Verarmung durch Deflation
    – Als 1873 in Deutschland der erste Goldstandard eingeführt wurde, kam es zu einer über 20 jährigen Dauerkrise mit massiver Verarmung
    – Der Goldstandard führt 1912 zu einer massiven Deflation, wobei die folgende Verarmung eine der Ursachen für den Ersten Weltkrieg war
    – 1926 wurde weltweit ein neuer Goldstandard eingeführt und nur 4 Jahre später brach die Weltwirtschaftskrise aus. Mit der Aufhebung der Golddeckung begann die Erholung.
    – immer wieder blühten Volkswirtschaften auf, als die Goldfessel abgestreift wurden
    – die Banken können auch im Goldstandard betrügen, indem sie mehr verleihen als sie an Gold besitzen und höhere Zinsen nehmen als nachhaltig möglich ist. So kommt es auch bei Goldwährungen zu periodischen Zusammenbrüchen.
    – ein weiteres Problem des Goldstandards liegt darin, daß Kredite mit max. 2% (=Goldzuwachs aus Minen etc.) nachhaltig verzinst werden können. Höhere Zinsen führen früher als später zu Masseninsolvenzen und in den deflationären Crash. Dieser Punkt bedeutet nichts anderes, als dass eine Golddeckung eine wirtschaftliche Entwicklung mit hoher Kreditnachfrage, hohen Wachstumsraten und deswegen auch hohen Kreditzinsen verunmöglicht bzw. frühzeitig mit einer Deflation mit Masseninsolvenzen beendet.
    – Machtproblem: Die wenigen großen Goldbesitzer erlangen die Macht über das Geld und die Menschheit – Golddiktatur mit Goldknute – Einer Minderheit bleibt es überlassen, ob die Wirtschaft funktioniert oder nicht.

    Die Einführung einer Goldwährung ist mit Sicherheit nicht die richtige Antwort zum heutigen Geldsystem.

    Das Scheitern der Papierwährung liegt nicht an seiner Deckung sondern am Zinssystem, welches ein exponentielles Wachstum der Geldmenge erzwingt.

    Not-wendig ist ein Geldsystem, welches ohne Geldmengenwachstumszwang funktioniert. Eine Goldwährung begrenzt zwar das Geldmengenwachstum, erzeugt dafür ohne realwirtschaftliche Notwendigkeit Deflation. Die heutige Papiergeldwährung hat dies überwunden, nicht aber den Geldmengenwachstumszwang.

    Es braucht eine Reform des Geldsystems, welches der Notenbank ermöglicht eine knappe Geldmenge in Umlauf zu halten ohne Deflationsgefahr. Dies ist nur mit einer umlaufgesicherten Währung möglich. Um eine optimale Geldmengenkontrolle zu ermöglichen ist zudem ein Vollgeldsystem zu bevorzugen.

    So lange Ersparnisse einen garantierten Mindestzins von 0% erzielen, nämlich durch Hortung der Tauschmittel, solange ist ein währungsbedingter Crash der Wirtschaft unausweichlich, in einer Goldwährung nur viel früher!

    • mfabian sagt:

      Die Einführung einer Goldwährung wäre das Rad der Geschichte zweimal zurückdrehen um die leidvollen Erfahrungen einer Goldwährung nochmals durchzumachen.

      Ist ein Goldstandard sinnvoll? – Nein
      Wird es nochmals zum Goldstandard kommen? – Ja!

      (Meine Meinung)

      Ich gehe davon aus, dass uns unser aktuelles Fiat-Money-System innert der nächsten 3 Jahre um die Ohren fliegen wird.

      Da 99%+ der Menschen in ihren Dollars oder Euros denken und alles um sie herum darin bewerten, wird ihnen der sprichwörtliche Boden unter den Füssen weggezogen, wenn dieses Geld auf einmal wertlos wird. Es fehlen die Massstäbe. Es fehlt jegliche Orientierung.

      In dieser Situation von Angst und Panik wird man deshalb auf ein bewährtes System zurückgreifen. Schon alleine deshalb, damit die Folgewährung sehr schnell Vertrauen gewinnt und sich wieder Stabilität und wirtschaftliches Handeln durchsetzen.
      Deshalb meine ich, dass nochmals ein Goldstandard kommen wird.

      Aber ich gebe Dir recht, dass Gold nicht das Ideal ist.
      Ideal wäre eine Währung, deren Geldmenge exakt mit der Wirtschaft wächst und schrumpft. Das heisst, wir müssten wegkommen von staatsmonopolistischen Zentralbanken, die die Geldmenge bestimmen und vor allem müssen wir die Geldschöpfung durch Banken vermeiden.

      Anstelle eines kreditbasierten Geldsystems, wo jeder Euro als Schuld das Licht der Welt erblickt, müsste ein Geldsystem her, das von der Wirtschaft, von der Produktion geschaffen wird.
      Es wäre in diesem Fall also der freie Markt, der das Geld erschafft. Bildlich gesprochen: Wenn Du als Bauer eine Kartoffel erntest, dann schaffst Du Geld im Wert dieser Kartoffel.

      Gold ist deshalb nicht ideal, weil seine Menge recht konstant pro Jahr um 1.5% wächst. Das entspricht zwar langfristig dem durchschnittlichen Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum aber je nach Konjunkturzyklus kann die Goldmenge auch mal zu gross oder zu klein sein. Gold ist also ein zu enges Korsett.

      Ich möchte dennoch festhalten, dass Gold – wenn auch nicht ideal – so doch auf alle Fälle ein weitaus besseres und stabileres Geld ist als die Zettelwirtschaft, die wir derzeit weltweit bewundern dürfen!

      • Gandalf sagt:

        @mfabian

        Zitat:

        „Aber ich gebe Dir recht, dass Gold nicht das Ideal ist.
        Ideal wäre eine Währung, deren Geldmenge exakt mit der Wirtschaft wächst und schrumpft.“

        Warum bitte ist das ideal, wenn jemand um den Profit aus dem Produktivitätsfortschritt von – „Gottspielern“ – betrogen wird, den er für die Gesellschaft zur Verfügung stellt?

        „Selbstgerechten Gottspielern, die nichts zur Produktivität und Arbeitsleistung beitragen“ – außer der Ideologie, das man die Geldmenge steuern müsse um sich an dieser selbst zu bedienen.

    • Gandalf sagt:

      Bitte belege Deine Beahuptungen oder unterlasse sie!

      Weder bei Wikipedia noch sonstwo neutralen Quellen konnte ich z.B. darüber etwas finden, das der Goldstandard in der Gründerzeit zum wirtschaftlichen Niedergang Deutschalnds führte!

      Im Gegenteil:

      http://de.wikipedia.org/wiki/Goldstandard
      (wahllose Zitate daraus)

      „Die Jahre 1850 bis 1875 waren durch Belastungen des bimetallischen Systems gekennzeichnet. Großbritannien hatte als einziges Land den Goldstandard eingeführt und stieg zur führenden Industrie- und Handelsmacht auf “

      „Deutschland erlebte ab etwa 1850 eine Phase der Prosperität („Gründerzeit“) und verringerte seinen Rückstand zu Großbritannien, wo die Industrialisierung früher begonnen hatte und nicht wie in Deutschland von Kleinstaaterei behindert wurde. Die Bevölkerung wuchs. Nach der Gründung des Deutschen Reichs 1870 zeichnete sich ab, dass dieses eine starke Industriemacht auf dem europäischen Kontinent war. Berlin entwickelte sich zu einem Finanzzentrum neben London und Paris. Das System des Goldstandards hatte an Attraktivität gewonnen. Nun kam es zu einer Kettenreaktion: viele Länder, die mit Großbritannien und Deutschland Handels- und Finanzbeziehungen unterhielten, schlossen sich dem erfolgversprechenden System des Goldstandards an.“

      „Großbritannien hatte seine Vorrangstellung in der Industrie und im Handel verloren. Deutschland galt bis 1914 als internationaler Geldgeber. Mit Beginn des Ersten Weltkrieges wurde die Noteneinlösungspflicht in Gold von der deutschen Reichsbank aufgehoben. Während des Krieges wurde das Gold zur wichtigsten Ressource, um die Güterversorgung und den Nachschub der Streitkräfte zu sichern. Das hatte die Folge, dass die Regierungen die Goldexporte verboten und nur in seltenen Fällen ihre Zustimmung zum Export von Gold gaben. “

      Daa Gegenteil Deiner Behauptungen sind also wahr: Deutschland war mit dem Goldstandard vor dem ersten WK äußerst erfolgreich und der Krieg wäre nach 3 Wochen mangels Goldgeld enden müssen, wenn man den Goldstandard beibehalten hätte.

      Monetäre Deflation ist keine Ursache des Goldstandards, sondern stets Auswirkung vorhergehender (meist betrügerischer) Kreditinflation von Geschäftsbanken.

      Deflation ist generell stets ein ‚Heilungsprozess‘, in dem sich die Wirtschaftsteilneher von iher fatalen, regelmäßig von Ideologen verursachten inflationär auftretenden „wirtschaftlichen Mißgeburten“ befreien können.

      Verhindert man dies aus ideologischen Gründen und versucht die „Mißgeburten“ weiter inflationär zu päppeln, ist man direkt dafür verantwortlich, das die nächste Generation auf die finale Katastrophe (wirtschaftlich und gesellschaftlich) zusteuert.

      • 4fairconomy sagt:

        @ Gandalf

        siehe z.B. http://userpage.fu-berlin.de/roehrigw/woergl/9.htm

        „Prof. Dr. Gustav Cassel, der Experte des Völkerbundes für die Währungsfrage von 1919 ab, hatte schon 1912 ausgerechnet, daß die Geldvermehrung der Welt jährlich 2,8% des jeweiligen Jahresbestandes betragen müsse, um den Geldumlauf und das Warenangebot im Gleichgewicht und damit den Preisstand auf der gleichen Höhe festzuhalten. Dabei mag diese Zahl heute zu klein sein, da er diese Rechnung für die Jahre 1850 bis 1906/7 machte. In diesen beiden Jahren waren wohl die internationalen Preisstände auf der gleichen Höhe, aber von 1874 bis gegen Ende der Achtzigerjahre sanken die Preise infolge des damaligen Goldmangels ständig. Die Produktion ging daher nicht normal vorwärts, sondern war in den Jahren von 1870 bis 1889 außerordentlich stark gehemmt, wie in jeder Zeit der Deflation.“

        Und zum „Erfolg“ der Golddeckung für England:
        http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=171

        „Der Staat und das mit ihm liierte Bankensystem der aufstrebenden Industrie- und Handelsmacht England setzten jedoch auf Gold als Hinterlegung. Dies vor allem aus zwei Gründen: a) Man kontrollierte die grössten Goldminen und eignete sich diese zunehmend an (siehe die Plünderung Indiens und die Burenkriege um die Bodenschätze in Südafrika) und b) Über die Bindung an das Gold konnte man die Weltfinanzen in Abhängigkeit und unter Kontrolle bringen.“

        Ein weiteres Beispiel für die Problematik der Golddeckung:
        http://www.tedac.de/ext/econo-my/wiwi008.html

        „Dem zunehmenden Goldbedarf des Deutschen Reiches und Großbritanniens während der beginnenden Industrialisierung kam die Ausweitung der Goldproduktion von jährlich etwa 20 Tonnen (1840) auf 76,7 Tonnen (1850) und schließlich 189,7 Tonnen in den folgenden Jahren entgegen*(). Der Goldboom begann, als man 1848 auf den Bänken des Sacramento River Gold fand. Die Produktionsausweitung während des Kalifornischen Goldrausches war ein wesentlicher Faktor für die anfangs noch ausreichende, später auf 30% reduzierte Golddeckung der Geldsysteme. Man sollte annehmen, dass die Goldwährung ein „sicheres“ und beliebtes Geldsystem war. Das dem nicht so war, zeigt die amerikanische Geldgeschichte…Die US-Finanzkrisen in den Jahren 1873, 1890 und 1893 führten zu einer weitverbreiteten Forderung nach einer Bankreform. Durch die Panik von 1907, bei der sich die Banken gemeinsam weigerten, Depositen auf Sicht in Geld umzuwandeln, wurde die Unzufriedenheit mit dem monetären System so stark, dass man ein Einschreiten der Regierung verlangte. Der Kongreß setzte eine Nationale Geld-Kommission ein, deren Empfehlungen 1910 herausgegeben und in dem Federal Reserve Act (1913) angenommen wurden, was das Ende des Goldstandards in den USA bedeutete. In weiten Teilen der Welt trennten sich daraufhin weitere Staaten ebenfalls von der Goldwährung.“

        Ob Papiergeld oder Goldwährung, es gab Zeiten und Orten, in denen diese Währungen einigermassen funktionierten. Aber beide Währungen führten zu Krisen, welche mit der Funktionsweise bzw. Beschaffenheit der Währungen zu tun hatten. Eine Währung sollte die Realwirtschaft unterstützen und nicht von sich aus zu Krisen führen.

        „und der Krieg wäre nach 3 Wochen mangels Goldgeld enden müssen, wenn man den Goldstandard beibehalten hätte.“

        Wenn man hätte…Keine Währung kann Garant sein, dass die Notenbank nicht vom „rechten Weg“ abkommt und beginnt, die Tauschmittelmenge zu manipulieren und beginnt, andere Ziele zu verfolgen als die Preisstabilität.

        Aber sowohl Goldwährung als auch heutige Papiergeldwährung führen zu einem Punkt, an dem die Versuchung der Zentralbank gross wird, aus dem gegebenen Korsett auszubrechen. Das wäre mit einer umlaufgesicherten Währung weniger der Fall, da es weder eine der Realwirtschaft unangepasste Geldmengenrestriktion geben würde wie bei einer Golddeckung, noch ein Geldmengenausweitungszwang wie bei einer Papiergeldwährung.

        „Monetäre Deflation ist keine Ursache des Goldstandards, sondern stets Auswirkung vorhergehender (meist betrügerischer) Kreditinflation von Geschäftsbanken.“

        Stimmt so nicht ganz: Überschuldung verlangt nach einer Korrektur. Danach kommt die Deflation, welche besonders katastrophal ausfällt im Rahmen einer Golddeckung, weniger im Rahmen einer Papiergeldwährung und wenn überhaupt dann nur milde im Rahmen einer umlaufgesicherten Währung.
        http://de.wikipedia.org/wiki/Goldstandard
        http://userpage.fu-berlin.de/roehrigw/woergl/9.htm
        http://blog.tagesanzeiger.ch/nevermindthemarkets/index.php/6899/weshalb-deflation-gefahrlich-ist/
        (sehr lesenswert. Bemerkung dazu: wie viele Katastrophen braucht es noch als Beweis, dass Boden als Geldanlage bzw. Spekulationsobjekt volkswirtschaftlich schädlich ist?)

        „Deflation ist generell stets ein ‘Heilungsprozess’, in dem sich die Wirtschaftsteilneher von iher fatalen, regelmäßig von Ideologen verursachten inflationär auftretenden “wirtschaftlichen Mißgeburten” befreien können.“

        Nicht die Deflation ist der Heilungsprozess, sondern das Platzen der Blasen und die Konkurse der darin verwickelten Institute und Privaten. Die Realwirtschaft müsste deswegen noch lange nicht mit einer Deflation „bestraft“ werden. Die Güterproduktion zuhanden der bedürftigen Erwerbstätigen sollte praktisch unverändert weitergehen können. Mit einer umlaufgesicherten Währung können grosse Korrekturen auf den Finanzmärkten vor statten gehen, ohne Einkommen und Ausgaben der arbeitenden Bevölkerung zu gefährden. D.h. es kann sehr wohl darauf verzichtet werden, die Verluste zu monetarisieren. Wir sind uns wohl einig, dass dies eine Katastrophe ist und die Probleme nur in die Zukunft verschiebt.

  6. samy sagt:

    Also, nach der ersten Tasse Kaffee noch einmal zu der Idee, Romney macht den Goldstandard (Metallstandard) wirlich zum Wahlkampfthema. Das zeigt doch, wie unrealistisch die Amis sind. Zwar passt das zu den Meldungen der letzten Tage, nämlich das Romney Bernanke absetzen will, aber wie soll die Einführung eines solchen Standards mit Vorlauf funktionieren? Die Amis hatten damals zu Spitzenzeiten 30 000 Tonnen Gold und heute noch ca. 8000T (ohne das dt. Gold 🙂 ).
    Will man jetzt wirklich diese Positionen so mit 5 000-10 000 $ pro Unze bewerten, denn das würde es erlauben die Toxic Assets aus den Fed-Bilanzen zu nehmen?
    Und das soll dem Volk bis zur Wahl im November schmackhaft gemacht werden? Der Goldpreis müsste explodieren, weil er für eine kurze Zeit zum reinen Spekulationsobjekt würden.
    So, wie reagieren dann China usw. auf diese Maßnahmen wenn die wirklich durchgezogen würde? Könnten diese Dollarhalter dann Goldherausgabe von den USA fordern? Wie Frankreich um 1971. Spätestens dann kommen die Amis doch mit 5000-10000 $ pro Unze nicht hin. Sie müssten den mutigen Schritt machen und das Gold noch teurer in die Bücher nehmen. Ansonsten hätten die Amis ihre Dollar zurück und die Chinesen das Gold. Das gleich nachdem die Amis werbewirksam die Vorzüge einer goldgedeckten Währung erklärt haben?

    Eine Lange Vorlaufzeit hingegen würde eine Goldblase vom feinsten erzeugen. Ein Goldverbot wäre dann wieder denkbar.

    Nein, der Goldstandard taugt nicht zum Wahlkampf. Einen Goldstandard bzw. EM-Standard führt man über Nacht ein oder aber gar nicht.

    (Zur Zeit ist das deutsche Gold so 160 Mrd. $ wert glaube ich. Dann wären diese Reserven ja locker. 1000 Mrd.$ wert (bei 10000$/Unze). Oder die Chinesen lassen 1,5 Billionen springen für 6000 Tonnen, wieder bei 10 000 $/Unze.
    Was passiert mit den Gewinnen von Minen und deren Aktien? Die würden explodieren. Die würden verstaatlicht werden, mindestens aber hoch besteuert, weil der Staat sein „Geld“ billig haben will.)

    Fragen über Fragen, bestimmt nur eine Wahlkampfente mehr nicht.

    VG

    • samy sagt:

      Nachtrag:
      Der Weg in die Massenmedien ist gefunden. Die FT hält natürlich dagegen, mit aberwitziger Argumentation.

      “ … A return to a fixed money supply would also remove the central bank’s ability to offset demand shocks by varying interest rates. That could mean a more volatile economy and higher average unemployment over time…. “

      Aus:http://www.ft.com/cms/s/0/06ebfdaa-ed3f-11e1-83d1-00144feab49a.html#axzz24YNOsP8s

      Bitte welche westliche ZB kann noch seinen Zinssatz variieren? Er muss aberwitzig niedrig gehalten werden. Hat es in letzter Zeit blaue Pillen geregnet oder warum entblösst sich die Matrix so plump?

      VG

  7. 4fairconomy sagt:

    „Ich gehe davon aus, dass uns unser aktuelles Fiat-Money-System innert der nächsten 3 Jahre um die Ohren fliegen wird.“

    Davon ist wohl auszugehen…

    Aber ich gehe nicht davon aus, dass eine Godwährung eingeführt wird, und wenn, dann wohl erfolglos, weil sich damit die Wirtschaft vom Crash kaum oder nur sehr langsam erholen würde. Papiergeldwährungen wären diesbezüglich im Vorteil.

    Aber man kann wohl sagen, dass halt jedes Volk die Währung hat, welche es verdient 🙂

    Am besten werden noch bevor das System zusammenkracht regionale Parallelwährungen zugelassen, welche möglichst umlaufgesichert sind. Dann kann sich die Realwirtschaft damit schon zu arbeiten beginnen und wenn das Währungssystem zusammenbricht, ist schon eine Währung im Umlauf, welche behelfsmäßig über die Runden helfen kann.

    Es wäre schon verrückt, wenn immer wieder eine Währungssystem eingeführt würde, von dem man historisch und logisch wissen kann, dass es nicht zufriedenstellend funktioniert bzw. crash verursacht, welche nicht von der Realwirtschaft ausgehen.

    Irgendwo, irgendwann wird man wohl schon auf die Idee kommen, das Experiment von Wörgl zu wiederholen. Die Idee einer umlaufgesicherten Währung wird sich durchsetzen, weil damit ein wachstumsneutrales, verteilungsneutrales, der Realwirtschaft bedingungslos dienendes Geld geschaffen wird welches ohne Inflation (als Geldmengenausweitung über die Wirtschaftsleistung) und Deflation funktionieren kann und früher oder später keine garantierte crash verursacht.

    „Anstelle eines kreditbasierten Geldsystems, wo jeder Euro als Schuld das Licht der Welt erblickt, müsste ein Geldsystem her, das von der Wirtschaft, von der Produktion geschaffen wird.“

    Sicherlich ein guter Ansatz, welcher in Tauschkreissystemen wie z.B. dem Talent in der Schweiz in etwa verwirklicht wurde. Damit es aber funktioniert, muss auf den Tauschmittel eine Abgabe erfolgen in dem Sinne, dass es ein Anreiz gibt, diese gegen die entstandene Wahre umzutauschen. Es muss eine Abgabe auf positive und negative Haben-Salden der Tauschmittel geben, damit im Durchschnitt der Volkswirtschaft der Saldo immer gegen null strebt. Ansonsten ist es unausweichlich, dass Tauschmittel entstehen, welche die Markträumung verhindern. Dies führt in eine deflationäre Entwicklung oder zwingt zur inflationären Schöpfung von immer mehr Tauschmittel, als zum Tausch benötigt wird.

    Fazit: auf eine Abgabe auf positive Haben-Salden von Tauschmittel führt logisch zwingend kein Weg vorbei.

  8. Futur sagt:

    Da hier sehr kompetent über Geld geschrieben wird, möchte ich nochmals um eine konstruktive Kritik bitten.
    Es handelt sich bei dem vorgestellten Geldsystem nicht um „die“ Lösung, sondern nur um „eine“ Lösung. Deren oberstes Ziel ist die Vermeidung von gewaltigen (gewaltätigen?) Konflikten. Der Übergang kann sinnvollerweise schrittweise erfolgen.

    Die Veränderungen sollte von einer Gruppe ausgehen, die auch ein Interesse an der Stabilität und Sicherung
    ihrer Macht hat. Durch diese Gruppe kann der „Functional Reset“ umgesetzt werden.

    1. Verbot von Spekulationen auf Nahrungsmittel und Rohstoffe.

    2. Kein HFT.

    3. Maximale Transparenz und Regulierung des Derivatehandels, der
    Leerverkäufe, etc..

    4. Trennbankensystem wird eingeführt.

    „Functional Reset“ des Geldsystems

    (Alle Besitztümer bleiben beim „Functional Reset“ unangetastet. Nur die
    zu erwartenden Kapitalerträge werden auf 1 Millionen € pro Kreditgeber
    reduziert. So ändert sich für 97 Prozent aller Marktteilnehmer nichts,
    und sie können direkt und übergangslos vom verbesserten Geldsystem
    profitieren).

    5. Geld darf nur von den Zentralbanken generiert werden, ist nicht
    zinstragend und wird umgehend dem Staatshaushalt zur Verfügung gestellt.
    Die Zentralbanken werden von den Finanzministern kontrolliert.

    6. Kein Fractional-Banking –
    Banken bekommen das Geld zinsfrei von den Zentralbanken. (Fractional-Banking führt zu einer unkontrollierbaren
    Geldmenge und damit direkt in die Inflation. Diese ist in einem verbesserten,zweckmäßigen Geldsystem nicht erwünscht. Außerdem verleitet das Fractional-Banking zu einem unkontrollierbaren Interbanken-Geschäft . Weiterhin begünstigt das Prinzip des Fractional -Banking eine unkontrollierbare, weil relativ risikolose, Kreditvergabe, deren Scheitern die Allgemeinheit zu tragen hat. Für die Expansion der Wirtschaft können die Banken zinsfrei Geld von den Zentralbanken generieren).

    6. Zinsen ja – zur Sicherung des Fremdkapitalmarkts,
    Kapitalertragssteuer liegt über der Einkommenssteuer.

    7. Die Geldmenge wird an das BIP gekoppelt, welches bevorzugt energieeffiziente, umweltfreundliche, zukunftsweisende Produkte ausweist. „Zukunftsweisende Produkte“ definiert alle Güter, die mit weniger nicht nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden.

    Viele Grüße
    Futur

    • mfabian sagt:

      Mit Ausnahme von Punkt 5 bin ich mit allem einverstanden. Im letzten Punkt nennst Du ja selbst die Lösung:
      Wenn die Geldmenge durch das BIP bestimmt werden soll, wozu brauchen wir (Pkt. 5) noch Zentralbanken, die aufgrund unscharfer BIP-Zahlen die ohnehin erst zeitverzögert zur Verfügung stehen, die Geldmenge bestimmen?
      Was spricht dagegen, das Geld gleich im Wirtschaftsprozess, zeitnah und exakt, erzeugen zu lassen?

      Ist „Mister Market“ nicht immer besser als eine staatliche Organisation? Bei der Bestimmung der benötigten Menge von Karotten oder Autoreifen funktioniert der freie Markt ja ausgezeichnet. Warum also soll ausgerechnet bei so etwas wichtigem wie Geld die Menge von einer zentralen Organisation statt vom Markt bestimmt werden?

      • Futur sagt:

        @ mfabian

        Vielen Dank für die konstruktive Kritik.

        Es geht um ein System des „Checks and Balances“. Würde man dem Staat komplett das Geldschöpfungsmonopol überlassen, so wäre dies wie im Sozialismus. Dann ist es natürlich auch so, dass man dieser Gruppe, die an Machthebeln sitzt auch die Kontrolle überlassen kann. Sie müsste auch ein Interesse daran haben, den Geldwert stabil zu halten. Aus den Fehlern der Vergangenheit kann man lernen!

        Den Kräften des sogenannten“ Freien Marktes“ ist nicht zu trauen. Außerdem ist er zu über 60 Prozent unfrei, und damit wieder völlig unkontrollierbar. Wenn Du von verschiedenen Gelwährungen sprichst, so finde ich das äußerst unzweckmäßig. Dann müssten wieder Wechselstuben, etc.. eingeführt werden, da nicht jeder die passende „Währung“ hat. Geld an sich ist zweckmäßig.

        Viele Grüße
        Futur

  9. Ursula sagt:

    Wenn es Herr Polleit auf die simple Formel „Faustkeil gegen Rehkeule“ bringt, mag das ja einen gewissen Charme haben.
    Doch ist diese Erklärung der Entstehung des Geldes (und des Zinses) nicht so recht schlüssig. Denn wer definierte was ein direktes oder indirektes Tauschmittel ist und wie sollten sich diese abgegrenzt haben(Münzen kamen erst viel später)?
    Das Problem liegt in der Zeitpräferenz (ich möchte/brauche dringend eine Sache (z.B.Nahrung) JETZT!).
    Also wird derjenige welcher das Objekt der Begierde zur Verfügung stellt einen Pfand in Form von Eigentum oder Leistung mit einem gewissen Aufschlag (Zins)fordern – oder anders gesagt – ein entsprechendes Angebot annehmen.
    Diese Schuld dokumentierte man (auf einem Stück Leder oder einer Tontafel welche bei „Rückzahlung“ vernichtet wurde).
    Dieses Stück Leder/Tontafel waren somit Schuldscheine – das erste Geld.
    Und – na klar konnten diese Schuldscheine ihrerseits getauscht werden. Zur Untermauerung dieser These sei noch angemerkt, dass in einer Deflation der Preis der als Tauschmittel zur Verfügung stehenden Sachwerte fällt, das GELD jedoch immer wertvoller wird.

    • crunchy sagt:

      Na, klar: Das Rückzahlungsversprechen hat immer ein gewisses „Aufgeld“ beinhaltet, einen zukünftigen Gewinn eben. Halt ´ne Muschel mehr.
      Darum geht´s doch gar nicht. Wer Wissen vermitteln will, muss auf einfachster, allgemeinverständlichster Basis beginnen.
      Wissenschaftler (was für ein Begriff: Welche, die glauben Wissen zu schaffen), werden schnell überhaupt nicht verstanden. Das hat zur Folge, dass das Volk, wie es oft gerne gewollt ist, sich von der komplexen Materie abwendet. Dann kann man ihm leichter über´s Maul fahren und behaupten, es besser zu wissen.
      Wissenschaft schafft Macht. Macht macht Wissenschaft. Macht korrumpiert Wissenschaft. Korrumpiert Macht auch Gelehrte?
      Die bestbezahltesten Forschungsaufträge erhält man, indem man zunächst vom Gegenteil des erwarteten Ergebnisses ausgeht.
      Liebe Ursula, ist ihre Namensgeberin nicht Schutzheilige der Erzieher- und Lehrerinnen?

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