Was Rauch so alles anrichtet

17. März 2013 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Frank Meyer Eine schreckliche Woche mit grandiosem Ende. Wintereinbruch, ein Komet am Himmel, Börsenjubel und eine Papstwahl. Seltsam. Wenn ich meine vollgeschnieften Taschentücher im Ofen verbrannte, bimmelten draußen die Kirchenglocken…

War Rom eigentlich im Besitz der nötigen CO2-Zertifikate? Oder kam nur Feinstaub aus dem Schlot? Wir werden es nie erfahren, wissen aber zumindest, was wir vom weißen Rauch über der Börse zu halten haben: Habemus Allzeithoch! Fast. In Zeiten der Alternativlosigkeit gilt die Aktie jetzt auch als alternativlos – mit Ausnahme der Commerzbank.

Diese zahlt unsere staatliche Hilfe zurück. Für Steuerzahler bleibt ein Verlust von rund zwei Milliarden Euro. Alles andere wäre ja einem Wunder gleich gekommen wie ein weiblicher Papst. Wenn staatliche Planer Gelder verteilen mit der Gewissheit, einen Reibach zu machen, kommt Pustekuchen raus. Was habe ich damals gelacht. Dank der Bilanzierung musste die Kopfschmerzbank nicht mal Zinsen auf die Einlage zahlen. Das wäre ja noch schöner gewesen.

Was haben eigentlich Papstwahl und Börse gemeinsam? In etwa die gleiche Zahl von Experten. Sie reden viel Nebel und füllen Millionen von Sendeminuten. Und dann kommt es immer anders. Man sollte nicht zuviel darauf geben, außer man mag diese Art der Unterhaltung. Wenig unterhaltsam war das, was Deutsche Bank Co-Chef Jürgen Fitschen sagte: Er sei stolz darauf, dass die Deutsche Bank eine systemisch relevante Bank sei. Solche Banken seien von den Kunden gewollt. Wirklich? Ich glaube, bei diesem seltsamem Stolz pfeifft den Leuten inzwischen schon weißer Rauch aus den Ohren – vor Wut.

© Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten

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