Was ist eigentlich noch sicher? Über den Tod, Steuern und die Rente

6. Februar 2014 | Kategorie: Gäste

vom Smart Investor

Schon Benjamin Franklin wusste, dass lediglich der Tod und die Steuern als wirklich sicher gelten dürfen. Obwohl der gute Herr Franklin – immerhin einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten von Amerika – schon seit über 200 Jahren tot ist, scheint es hinsichtlich der Sicherheit der Steuer bei einigen noch immer Zweifel zu geben…

Alice Schwarzer, die wohl bekannteste Feministin des Landes demonstrierte jetzt, dass das „Vergessen“ von Schweizer Bankkonten eine Kunstform ist, in der es auch Frauen schon zu einer gewissen Meisterschaft bringen. Mehrere Jahrzehnte soll sich Schwarzer in dieser Disziplin geübt haben und hätte eigentlich schon im letzten Jahrhundert von ihrem erfolgreichen Einbruch in eine klassische „Männerdomäne“ berichten können, wenn … ja, wenn es ihr nicht entfallen wäre.

Das ist bei einem kolportierten siebenstelligen Betrag schon eine bemerkenswerte Verdrängungsleistung. Stattdessen musste sich „die Arme“ um Subventionen für die „gute Sache“ abmühen – und wie sie sich mühte. In einem sehr lesenswerten Beitrag der Online-Ausgabe der Wirtschaftswoche spürt Bettina Röhl der „Subventionskönigen Alice Schwarzer“ nach und entdeckt Erstaunliches über Stiftung, Verlag und Steuerzahler-Gelder.

Es ist noch Suppe da

Wirklich „sicher“ ist also nur der Tod und vor dem kommt bekanntlich erst einmal die Rente – meistens zumindest. Und bei dieser Rente ging es bislang – so stellte die neue Regierung fest – ziemlich ungerecht zu.

Die neue Arbeitsministerin, Andrea Nahles, schnürte im „Rentenpaket“ der Großen Koalition in Windeseile gleich zwei Themen zusammen – die „Rente mit 63“ und die „Mütterrente“. Das Ganze – so hieß es zunächst – solle 60 Mrd. EUR kosten, das aber war offenbar ein Kommunikationsfehler, denn die richtige Zahl lautete 160 Mrd. EUR.

Das Magazin Focus will sogar Kosten von mehr als 230 Mrd. EUR nicht ausschließen, falls die Sache ungünstig verläuft – und das tut sie doch eigentlich immer. Fast ist man geneigt, Frau Nahles zunächst einmal mit dem Bau eines Bahnhofs oder Flughafens zu betrauen, da dort die Schadens- … pardon … Ausgabensummen doch etwas überschaubarer sind.

Dabei ist die Frau bestens auf ihre Aufgabe vorbereitet und kann unter anderem auf Studienabschlüsse in Neuerer Germanistik, Älterer Germanistik und Politikwissenschaft, sowie ein SPD-Parteibuch verweisen. Dennoch wurde die Dynamik unserer umlagefinanzierten Rente, wie dieses staatlich betriebene Schneeballsystem etwas beschönigend genannt wird, auch schon von manchem Amtsvorgänger massiv unterschätzt.

Legendär war etwa Norbert Blüm, der mit dem Slogan „Denn eines ist sicher: Die Rente“ immerhin einen Achtungserfolg erzielte – allerdings im komischen Fach. Das „Rentenpaket“ der Nahles ist nicht nur teuer, sondern vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung auch einigermaßen widersinnig. Wahltaktisch ist es dagegen in einer rasch alternden Gesellschaft durchaus verlockend, sich zur Schutzpatronin der Rentner emporzuschwingen.

Bezahlt wird das Ganze ohnehin von anderen, oder man lässt der Einfachheit halber gleich weiter anschreiben. Das musste man übrigens auch im abgelaufenen Jahr tun. Alleine der Bund nahm netto weitere 22 Mrd. EUR neue Schulden auf, obwohl die Steuereinnahmen wie nie zuvor sprudelten. Letzteres freute den Finanzminister vermutlich mehr als die Bürger. Die bleiben ohnehin ein wenig ratlos zurück, wenn trotz steigender Steuerlast auch die Staatsschulden nur den Weg nach oben zu kennen scheinen. Der Staat hat einfach noch unendlich viel zu tun, bis auch im letzten Winkel des Landes „Gerechtigkeit“ herrscht. Zu den Märkten —> (Seite 2)

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