Was ich derzeit mit meinem Geld mache

12. Juli 2013 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner  Heute will ich Ihnen etwas ungewöhnliches erzählen… Ich möchte Ihnen erzählen, warum ich etwas gestartet habe, was „Familienbüro“ heißt. Familienbüros gibt es seit Hunderten von Jahren, und sie schützen den Reichtum von Familien, basierend auf einer Zahl von einzigartigen langfristigen Investmentstrategien…

Diese haben auch Familien geholfen, deren Reichtum durch die Generationen zu bringen…

Natürlich wäre es erheblich einfacher, das Geld einfach auszugeben. Es der Regierung zu geben. Oder die Rechtsanwälte sollen sich drum kümmern, nachdem man gestorben ist. Obwohl ich diese Alternativen nicht mag, kann ich nicht beweisen, dass ich mit meinem Ansatz des Familienbüros besser dran bin. Wer weiß? Vielleicht wird sich sogar die Milliarde Dollar, die Ted Turner der UNO geschenkt hat, als gut ausgegebenes Geld erweisen.

Aber ich bezweifle es.

Realer Reichtum ist nicht wirklich in der öffentlichen Hand zu finden. Jeder Dollar,  jeder Hektar,  jede Tonne Stahl oder jedes Pfund Butter ist letztlich unter der Kontrolle einer lebenden Person.

Wenn die Regierung das Geld nimmt, dann nimmt sie das und verwendet es für von ihr bevorzugte Aktivitäten. Egal, wie sie das nennt – die Armen ernähren, das Land schützen oder die Wirtschaft stimulieren – das Geld wandert immer in die Taschen von jemand anderem.

Einige Leute, besonders Warren Buffett, glauben, dass die Gesellschaft besser dran sei, wenn jede Generation ihr Geld selber verdienen müsse. Buffett glaubt, dass die Leute, welche ein Vermögen verdient haben, auch diejenigen sein sollten, welches es kontrollieren – und nicht diejenigen, welche es einfach geerbt haben, er nennt das „Mitglied im Club der glücklichen Spermien“ zu sein.

Um dieses Ziel zu erreichen, schlägt Buffett vor, dass der Reichtum jeder sterbenden Generation so stark besteuert werden sollte, dass die nächste Generation wieder von vorne beginnen kann/muss.

Man kann den Unsinn an dieser Idee sofort erkennen. Reichtum, welcher zur Regierung wandert, bleibt da nicht, bis der intelligenteste junge Unternehmer oder der smarteste neue Investor diesen Reichtum haben möchte. Stattdessen geht dieses Geld in Projekte, welche der Regierung zu diesem Zeitpunkt gefallen.

Die nächste Generation ist ärmer, denn der Reichtum ihrer Eltern ist ausgegeben…verschwendet. Die Regierung erhält keinen Reichtum; sie konsumiert ihn.

Kapital, welches von der Regierung durch eine Erbschaftssteuer eingenommen wird, bleibt nicht im Pool der Ressourcen. Stattdessen wird es Arbeitslosen gegeben…und Beratern, und Menschen, welche alt sind oder medizinische Versorgung notwendig haben. Nicht notwendigerweise schlechte Dinge, aber nicht die Art von Dingen, welche Reichtum und Wachstum bringen.

Aber Buffett hat immerhin seinen Sohn Howard in eine Position in seinem Unternehmen gebracht, in welcher er durchaus seine Aufgabe unternehmen kann. Buffett hat zuvor argumentiert, dass gewaltige Vermögen nur von den Klügsten und Besten verwaltet werden sollten – solche, welche dies bewiesen haben. Sicher wurde Howard Buffett nicht aufgrund dieser Standards ausgewählt. Verglichen mit den Tausenden möglichen Top-Managern, welche auch ausgewählt werden können, hat Howard weniger Erfahrung und weniger vorzuweisende Erfolge.

Ich habe immer gedacht, dass die Welt wahrscheinlich besser dran ist, wenn das produktive Kapital nicht von der Regierung in Beschlag genommen wird.

Familien sind fast sicher bessere Wächter. Bei denen ist es erheblich wahrscheinlich, dass das Kapital erhalten bleibt.

Warum?

Weil die notwendigen Fähigkeiten, die zum Aufbau eines Vermögens notwendig sind, eine lange Zeit für ihren Aufbau benötigen können. Warum sind die Schweizer zum Beispiel so reich, und die Bolivianer so arm?

Die Schweizer haben die Gewohnheiten des Reichtums – die Bolivianer nicht.

Es gibt einige Fähigkeiten, bei denen es mehr als eine Generation braucht, bis sie erworben sind. Große Hotelketten sind oft mehrere Generationen lang in den Händen einzelner Familien.

Das gilt auch in der Verlagsbranche (in welcher meine Familie aktiv ist). Oder in Hollywood – da gibt es einige Fähigkeiten, für welche Jahre technischen Trainings notwendig sind. Es gibt auch viele Angewohnheiten und Einstellungen, welche das Showgeschäft anders als andere Geschäftsbereiche machen.

Einige Unterschiede sind subtil, und für Outsider fast unsichtbar. Andere hängen von Traditionen und Verbindungen ab, welche für den Nachwuchs die „Türen öffnen“. Die Leute wachsen in dem Milieu auf – und verstehen die Codes. Bei denen ist es wahrscheinlicher, dass sie die für den Erfolg notwendigen Fähigkeiten entwickeln, als im Fall von Neuankömmlingen.

Ein Teil des Grundes für mein Familienbüro ist deshalb einfach die Tatsache, dass ich meinen Kindern einen Vorteil geben möchte.

Ein alter Freund gründete eine Familienstiftung. Sein bescheidenes Motto: Primum, non nocere.

Als erstes: Richte keinen Schaden an.

Er ist nicht naiv genug zu denken, dass nur wegen seiner Absicht das Gute unweigerlich das Ergebnis sein wird. Wir haben das immer und immer wieder gesehen, bei sozialen Programmen und in reichen Familien – dass es nicht notwendigerweise gut ist, Leuten Geld zu geben.

Wenn Kinder viel Geld erben, können sie wenige Fähigkeiten entwickeln, wenig Selbstbewusstsein haben. Die beabsichtigten guten Taten meines Freundes plant er deshalb sehr vorsichtig, mit offenen Augen.

Ich tue dasselbe. Aber ich erkenne, dass mein Reichtum in andere Hände wechseln wird, egal was ich tue. Wenn es für Sozialhilfe ausgegeben werden wird, dann sehe ich nicht den Schaden, den es anrichtet. Aber das ist nur ein Trost für Halunken.

Stattdessen übernehme ich die Verantwortung, die mein Freund übernimmt – den Reichtum an Leute weitergeben, bei denen der Reichtum keinen Schaden anrichtet. Ich hoffe stattdessen, dass er diese Leute stärker macht. Das ist eine große Bürde – aber eine, welcher ich nicht entkommen kann.

Ich will versuchen, mein Bestes zu geben… (Seite 2)

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2 Kommentare auf "Was ich derzeit mit meinem Geld mache"

  1. FDominicus sagt:

    „Die Politik des leichten Geldes der Fed wird entweder Erfolg haben oder scheitern.“

    Was soll der Erfolg sein? Die Fed wird scheitern, das wird uns so aber nicht von den „Eliten“ verklickert werden. Nach der Fed wartet eher die Fed 2.0 als ein Geld… Aber vielleicht unterschätze ich hier auch die US-Amerikaner….

  2. crunchy sagt:

    Auch Frank hat es vor längerer Zeit auf den Punkt gebracht.
    Es ist ein ständiges Umverteilen. Wenn Kaufkraft lange genug an die Eliten geflossen ist, wird der Punkt erreicht werden, wo diese Kaufkraft in gesellschaftsschädliche Fehlallokation fließt.
    Dann gibt´s `ne Revolte und alles geht von vorne los.
    Buffet ist sich dessen bewusst und bereit, dort etwas zu lassen, wo konsumiert wird.

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