Was haben Janet Yellen und Uri Geller gemeinsam?

30. April 2014 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Es sieht so aus, als ob der US-Aktienmarkt derzeit den Zenit überschreitet. Aber wenn Sie jedes Mal auf einen Bärenmarkt gesetzt hätten, als es so ähnlich aussah, dann wären sie jetzt Pleite. Ich werde warten, um zu sehen, was passiert. Und ich mache mir Gedanken über das Wunder, welches die Fed geschafft hat. Uri Geller konnte Gabeln verbiegen. Die Fed verbiegt die gesamte US-Volkswirtschaft. Kaum ein Preis ist nicht betroffen.

Und ich mache mir Gedanken über das Wunder, welches die Fed geschafft hat. Uri Geller konnte Gabeln verbiegen. Die Fed verbiegt die gesamte US-Volkswirtschaft. Kaum ein Preis ist nicht betroffen. Kaum ein Businessplan oder eine Investmentstrategie wird erstellt ohne ein Auge auf die Zentralbank zu werfen. Jesus verwandelte Wasser in Wein und vermehrte Brot und Fische. Aber die Fed lässt den Nazarener klein aussehen. Die Brotlaibe und Fische können nicht mehr als ein paar Tausend Schekel wert gewesen sein!

Vergleichen Sie das mit der Fed. Die hat Güter und Dienstleistungen im Volumen von 33 Mrd. Billionen Dollar geschaffen – aus dem Nichts. Ja, das ist der gesamte Betrag der Käufe, welche in den letzten 30 Jahren mit zusätzlichem Kredit bezahlt worden sind. Ich sage „zusätzlich“, denn es geht hier um Kredite, welche über dem Niveau an Krediten liegen, welches es schon gab – als Anteil am BIP. Von 1900 bis 1970 hatten die USA 1,50 Dollar Schulden für jeden Dollar Output. Jetzt liegen wie bei einem Verhältnis von 3,50 Dollar Schulden je Dollar Output. Die Differenz, über die letzten 30 Jahre, sind eben rund 33 Billionen Dollar.

Wo kam diese Beute her? Das ist die Frage. Kann etwas wirklich aus dem Nichts kommen? Aus dem Nichts kommt Nichts. Und dennoch scheinen für 33 Billionen Dollar Güter irgendwo her gekommen zu sein. Die kamen nicht von den Ersparnissen; die Sparquote ist in dem genannten Zeitraum gesunken. Das kaum auch nicht von den Gewinnen. Löhne und Gewinne sind – inflationsbereinigt – in den USA seit den 1970ern kaum gestiegen. Und was ist mit Erhöhungen von Produktivität oder Output? Nein.

Wie wir gesehen haben, ist dieser „Reichtum“ erheblich schneller gewachsen als der Output. So bleibt nur eine mögliche Quelle…

Sie mögen denken, dass Banken Ersparnisse verleihen. In der modernen Papiergeld-Wirtschaft können Banken aber aus dem Nichts Kredite vergeben. Die Geldmenge steigt, wenn die Banken Kredite vergeben. Und Banken müssen nicht länger bedeutende Reserven für die ausgegebenen Kredite zurückhalten. Deshalb ist die Grenze für neue Kredite…nun…grenzenlos. Das gesamte System ist von der Fed erschaffen und wird von ihr überwacht – ein öffentliches Kartell privater Banken. Und das bereitet mir Sorgen.

Die Theorie der Fed, dass sie realen Reichtum schaffen kann, indem sie für immer die Schulden schneller als das BIP erhöht, ist „kindlich naiv“. Mein alter Freund Pierre Lemieux schrieb dazu: „Die Produktion von Dingen geschieht nicht mit Geld, sondern mit realen Ressourcen. Wenn ich ein Auto sehe, dann weiß ich, dass es aus Stahl, Aluminium, Arbeitskraft etc. hergestellt worden ist. Das ist die reale Seite der Wirtschaft.“

„Wir wechseln auf die finanzielle Seite, wenn wir fragen, wie diese Produktion finanziert wurde. Wie wurden die Menschen motiviert, die Kontrolle über reale Ressourcen aufzugeben. In den meisten Fällen sind sie dazu motiviert worden, indem sie Austausch-Ansprüche auf andere Ressourcen oder Konsumgüter erhalten haben. Die Finanzen sind die Domäne des Austausches von Ansprüchen auf reale Ressourcen.“

„Die Frage ist dann, unter welchen Umständen (…) verhindert oder erschafft Geld dann Gewinner und Verlierer?“

In einer besseren Welt hängen die Kredite von der Höhe der Ersparnisse ab…welche reale Ressourcen repräsentieren. Dies beschränkt die Summe der Kredite, denn es gibt nur eine bestimmte Menge an realen Ressourcen…und deshalb nur eine bestimmte Menge an Ersparnissen. Aber in der Welt, welche von der Fed erschaffen worden ist, können Kredite ohne dahinter stehende Ersparnisse vergeben werden. Es gibt keine effektive Grenze für die Kreditvergabe.

So konnten die 33 Billionen Dollar geschaffen werden. Die geben vor, reale Ersparnisse zu sein…welche reale Ressourcen repräsentieren…welche zur Herstellung von Autos und Häusern verwendet wurden, welche die Leute haben wollten – aber sich nicht leisten konnten. Mit anderen Worten: Das System hat neue Ansprüche auf Ressourcen geschaffen. Weder vergangene Gewinne (Ersparnisse) noch aktuelle Gewinne (Output) unterstützten diese wirtschaftliche Expansion.

Stattdessen war das alles ein Anspruch auf die zukünftigen Gewinne. Dies ist alles ein Weg, das Offensichtliche zu sagen: Wenn der zukünftige Output nicht diese 33 Billionen Dollar zusätzlicher Schulden tragen kann, dann werden diese Schulden faul.

Das ist natürlich das Problem.

Die Wirtschaft schleppt sich dahin…obwohl es 1 Billion Dollar zusätzliches QE pro Jahr gibt. Die Wirtschaft hängt von mehr Schulden ab, nur damit sie ihr Niveau hält. Jedes Jahr müssen mehr Ressourcen von der Zukunft abgezogen werden, um in der Gegenwart genossen zu werden. Jedes Jahr erhöhen sich die Ansprüche auf die Gewinne der Zukunft…und jedes Jahr wird die Schuldenlast noch untragbarer. Irgendwie, irgendwann müssen diese Ansprüche auf die Zukunft berücksichtigt werden.

Quelle: Kapitalschutz Akte
Was haben Janet Yellen und Uri Geller gemeinsam? (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

 

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Ein Kommentar auf "Was haben Janet Yellen und Uri Geller gemeinsam?"

  1. FDominicus sagt:

    Die Kredite sind schon faul, es wird aber so getan als ob das alles noch „mit Rechten“ Dingen zugeht oder wie sagt Herr Juncker: „Wenn es ernst wird muß man lügen“. q.e.d.

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