Warum werden Edelmetall-Aktien eingesammelt?

18. Februar 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Andreas Hoose

Legt die Krise noch in diesem Sommer einen Gang zu? Am 15. März sind Parlamentswahlen in den Niederlanden. Und (voraussichtlich) im Mai wird in Frankreich ein neuer Regierungschef gewählt. Machen Geert Wilders und Marine Le Pen im Falle eines Wahlsieges ernst mit ihren Ankündigungen, dann könnte der Euro noch in diesem Jahr zum ersten Mal in seiner jungen Geschichte ernsthaft zur Disposition stehen…

Da ist es doch „beruhigend“ zu wissen, dass sich in Griechenland gerade ein Bank Run anzubahnen scheint, während die Banken in Deutschland signalisieren, dass sie den Einlagenschutz für Investoren abschaffen wollen. Darunter fallen etwa Finanzhäuser sowie öffentliche Institutionen (!) wie Bund, Länder und Gemeinden.

Im Klartext: Sollten diese Investoren bei einer Krisenverschärfung in größere Schwierigkeiten kommen, werden sie alleine damit fertigwerden müssen.

Bahnt sich da womöglich etwas Großes an, denn auch die Geschäftigkeit von Wolfgang Schäuble ist in diesem Zusammenhang frappierend:

Offenbar will der Finanzminister einen Schuldenschnitt für Griechenland vor den Bundestagswahlen im September mit allen Mitteln verhindern. Die Griechen sollen um jeden Preis im Euro gehalten werden – notfalls will die Bundesregierung dies auch ohne die Hilfe des Internationalen Währungsfonds (IWF) stemmen. Im folgenden Artikel heißt es dazu:

„So beharrt der IWF als Bedingung für seine Mitwirkung auf einem Schuldenschnitt für Griechenland, was die Union ablehnt. Ein solcher Schritt wäre gegenüber der Öffentlichkeit in Deutschland nicht zu rechtfertigen: „Die Steuerzahler erwarten völlig zu Recht, dass Griechenland seine Schulden komplett zurückzahlt.“

Die Not muss ziemlich groß sein in Berlin, wenn man sich dort jetzt schon zu solchen Alleingängen versteigt. Natürlich ist sie ist groß: Ein Schuldenschnitt für Griechenland wäre das Eingeständnis, dass die seit Jahren von unseren Politikern verfolgte „Rettungspolitik“ für den Euro und für Griechenland gescheitert ist – und eine Katastrophe mit Blick auf die Bundestagswahlen im Herbst.

Man muss sich ja wundern, dass der Goldpreis in einem solchen Umfeld in der medialen Berichterstattung weiterhin ein Schattendasein führt. Dabei gäbe es genügend Gründe, den Menschen gerade jetzt zu raten, wo sie ihre hart erarbeiteten Spargroschen bunkern sollten.

Einer der wichtigsten lautet: In den vergangenen 16 Jahren hat Gold wichtige Anlageklassen wie Anleihen und Aktien weit hinter sich gelassen. Die folgende Abbildung muss man nicht groß kommentieren.

Sehr hübsch ist in diesem Zusammenhang auch die folgende Tabelle. Sieht man sich die „tolle Aktienmarktrallye“ nämlich einmal etwas genauer an, dann zeigt sich, dass etwa der S&P 500 seit dem Jahr 2000 in US-Dollar gerechnet zwar 56 Prozent zugelegt hat. Gemessen in Schweizer Franken sieht das Ergebnis mit einem Verlust von zwei Prozent allerdings schon sehr viel bescheidener aus.

Geradezu desaströs ist die Bilanz in Relation zu wirklichem Geld: In Gold gemessen, haben Anleger im S&P 500 in den vergangenen 16 Jahren einen Verlust von stattlichen 63 Prozent eingefahren. Bis zu einem „Totalverlust“, etwa in Form einer hyperinflationären Dollar-Abwertung ist es da gar nicht mehr allzu weit – und auch das wird kommen, wie wir an dieser Stelle seit Jahren e

Kochen die eingangs erwähnten Risikofaktoren im Frühsommer hoch, könnte das „Fieberthermometer“ der Finanzmärkte alle anderen Anlageklassen schon bald noch sehr viel deutlicher übertrumpfen als seit dem Jahr 2000.

Hinweise darauf liefern weniger das Gold selbst, als vielmehr die Edelmetall-Aktien. Da diese Titel dem Goldpreis meist vorauslaufen, lässt sich hier die weitere Entwicklung schon frühzeitig erkennen. Aktuell ist der vor Jahresfrist gestartete Goldminen-Bullenmarkt vollkommen intakt. Die folgende Abbildung zeigt das am Beispiel des Junior-Minen-ETF mit dem Kürzel GDXJ.

Der Stochastik-Indikator hat soeben ein Kaufsignal geliefert. Achten Sie auf die rote Markierung. Und achten Sie insbesondere auf den enormen Volumenanstieg, der hier seit ungefähr zwei Jahren zu beobachten ist. Die Interpretation lautet: Das große Kapital hat sich in dieser Zeit zu niedrigsten Kursen mit den Aktien der kleinen Edelmetall-Produzenten eingedeckt. Und eines können Sie ruhig glauben: Diese institutionellen Anleger wissen sehr genau, was sie tun.

Längerfristig bietet es sich an, den grün eingezeichneten Trendkanal genau zu verfolgen. Können die Junior-Minen die obere Begrenzung dieses Kanals wieder erreichen, errechnet sich etwa bis zum Sommer ein Kurspotential von rund 50 Prozent. Im Branchendurchschnitt wohlgemerkt. Denn einzelne kleinere Titel und insbesondere die Silber-Explorer werden deutlich stärker zulegen.

Und wenn Ihnen die Mainstream-Medien eine Botschaft weiterhin hartnäckig verschweigen, dann müssen wir diesen Informationsauftrag eben übernehmen: Es ist genau dieser Sektor, in dem Sie investiert sein müssen, wenn Sie die sich abzeichnende Papiergeldkatastrophe finanziell einigermaßen unbeschadet überstehen wollen.
© Andreas Hoose – Antizyklischer Börsenbrief

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