Warum US-Aktien überteuert sind

7. Mai 2014 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Eine Expansion von Geldmenge und Krediten lässt die Aktienkurse generell steigen. Und eine entsprechende Kontraktion lässt sie fallen. Die Kredite nehmen weiterhin zu, so der Volkswirt Richard Duncan. Aber im nächsten Quartal sollte man aufpassen…

Duncan erkennt „überschüssige Liquidität“ (laut seiner Berechnung der Überschuss zwischen QE-Stimulierung und dem, was die US-Bundesregierung durch Schuldenmachen absorbiert), welche schrumpfen wird – und zwar sehr stark. Das ist mir relativ egal. Ich kaufe Aktien, wenn sie billig sind, nicht wenn sie teuer sind, gemessen am historischen Duchschnitt.

Und mit einem zyklisch angepassten KGV des S&P 500 von 24,7 liegt die Bewertung in etwa 50% über dem historischen Durchschnittswert von 16,5.

Mein Rat: Verkaufen.

Und dann warten, bis diese Aktien wieder billig sind.

Ich erwähnte, wie mich das Leben auf der Ranch im Nordwesten Argentiniens gestärkt hat. Physisch und auch sonst. Meine Geschäftskarriere war zum Beispiel soft und angenehm. In meiner Branche wird Cleverness belohnt. Gute Ideen zahlen sich aus. Aber hier auf der Farm ist es egal, wie clever man ist, oder wie hart man arbeitet. Die Margen sind so dünn wie die Luft. Gewinne so karg wie das Gras.

Wenn ein Mann ein bestimmtes Alter erreicht, ist er bereit für eine neue Herausforderung. Seine Frau steht normalerweise hinter ihm. Das Letzte, was sie will, ist ein Ehemann, der nichts zu tun hat; er könnte vielleicht die Küche umräumen wollen! Einige spielen Golf. Einige gründen neue Unternehmen.

Zumindest einer kaufte eine Ranch in Südamerika, was sich als guter Ort erwies, um Trauben anzubauen. Ich verbrachte meine Zeit mit der Ernte. Ich schnitt Trauben ab und warf sie in einen Plastikbehälter, und immer weiter. Dies ging lang genug, dass ich merkte, dass ich nicht für diese Arbeit geschaffen bin. Meine Knie taten weh. Mein Rücken und die Beine auch. Meine Schultern waren wund.

Ein älterer Investor ist vielleicht ein besserer Investor – wenn er noch solvent ist. Er hat überlebt. Er ist deshalb weiser. Er hat mehr Betrügereien gesehen, gescheiterte Theorien und mehr über-optimistische Businesspläne als ein junger Mann. Aber Alter ist kein Vorteil, wenn man auf einer Ranch arbeitet. Im Geschäftsleben kann Alter ein Vorteil sein. Ein alter Mann ist vorsichtiger und zynischer. Er erwartet Probleme und Rückschläge. Er wird selten enttäuscht. Er traut Businessplänen nicht. Besonders seinen eigenen nicht. Aber Leute haben aus diversen Gründen Geschäfte – nicht nur um Gewinne zu maximieren…und selten, um den „Shareholder Value“ zu maximieren.
Viele Unternehmen werden aus Spaß an der Sache geführt, aus Eitelkeit, Boshaftigkeit oder Gemeinheit.

Kunstgalerien, Bootsverleiher, Yoga Studios, Fluglinien, Vermietungen für Luxusimmobilien, Weingüter – die verdienen selten Geld. Zumindest meiner Erfahrung nach. Meistens sind das Dinge, die die Leute tun wollen – und dies mit einer Hoffnung rechtfertigen. Wer sich zum Beispiel ein Apartment in Paris kauft, denkt, dass es cool wäre, eine eigene Wohnung in der Stadt des Lichts zu haben.

Dann vermieten sie die Wohnung und sagen sich, dass die Wohnung „sich selber tragen wird“. Manchmal tut sie das. Auch eine Kunstgalerie ist oft ein Projekt der Eitelkeit. Ein Kunstliebhaber fühlt, dass er seinen Geschmack der Gemeinschaft auferlegen soll. Deshalb gründet er eine Galerie, wo jeder Vorbeigehende sieht, was er für vernünftige und vielleicht provokative Kunst hält. Er überzeugt sich davon, dass das Projekt „zumindest die laufenden Kosten“ hereinholt. Vielleicht tut es das – manchmal. Je attraktiver ein Geschäft – sozial, künstlerisch, ethisch -, desto mehr Geld wird es verlieren. Niemand prahlt bei seinen Freunden über sein Autozubehör-Geschäft. Oder seinen Laden, der Alkohol verkauft.

Niemand betreibt solche Geschäfte aus einem anderen Grund als dem, Geld zu verdienen. Und das ist tendenziell gutes Geld, das sich verdienen lässt.

Das Geld von einer Ranch in Argentinien, welche von einem Nordamerikaner geleitet wird? Schlecht. Weitere Details zu dem Projekt demnächst. Ein weiterer Aspekt des Lebens auf der Ranch ist die Verlässlichkeit – oder der Mangel darin – des Internetsignals, welches per Satellit kommt. Ich entschuldige mich im Voraus für mögliche Auswirkungen deswegen auf meine Texte.


Quelle: Kapitalschutz Akte
Funktioniert der Kapitalismus nicht? (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

 

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