Warum Trump jetzt ein Insider ist

28. April 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Nun kommen wir schon auf sechs große Wahlversprechen, darunter die Aufhebung von Obamacare und der „America First“ Außenpolitik, die von Präsident Trump begraben wurden. Vier weitere kamen jüngst noch dazu. Seeking Alpha berichtet:

„An einem einzigen Tag schien Präsident Trump seine Position bei nicht weniger als vier Schlüsselversprechen, die wohl zu seinem Wahlsieg führten, aufzugeben.

Trump sagte dem Wall Street Journal, dass China kein Währungsmanipulator ist. Er respektiere ferner Janet Yellen und vielleicht werde er sie ja für eine weitere Amtszeit als Fed-Chefin nominieren. Weiter würde er die Ex-Im- (Export-Import)Bank unterstützen. Zuvor hatte er ja gesagt, dass er sie schließen wolle. Und last but not least ist nun auch die NATO, da sie ja gegen den Terrorismus kämpft, wieder in.“

Im selben Interview sagte Trump, er glaube, der Dollar sei „zu stark geworden“. Darauf fiel der Dollar und gleichzeitig stieg der Goldpreis.

Verschwörung weniger Menschen

In gewisser Weise ist das eine gute Nachricht. „The Donald“ macht mehr oder weniger die gleichen Dinge, die jeder andere in seiner Position getan hätte. Er tut genau das, was die Insider wollen. Und jetzt, wo das Team Trump und Deep State Hand in Hand gehen, können wir wieder zum Tagesgeschäft zurückkehren.

Es besteht keine Notwendigkeit mehr, sich sich auf die Tagespolitik zu konzentrieren. Das Programm ist das gleiche wie in den letzten 30 Jahren. Jede Regierung ist eine Verschwörung weniger gegen viele. Ob man das nun Kommunismus, Sozialismus oder Liberalismus … „göttliches Recht“ … oder „Diktatur des Proletariats“ … oder „Make America Great Again“ nennt ist letztlich leidlich unbeachtlich. Das Programm ist am Ende immer das gleiche:

Insider nutzen die Regierung, um Macht, Status und Geld von der großen Masse der Außenseiter zu bekommen.

Macher und Nehmer

Der entscheidende Unterschied zwischen den Insidern und Außenseitern ist, wie sie Geschäfte machen und abschließen. Gemeine, normale Leute machen Win-Win-Deals miteinander. Sie versuchen, so gut sie können, ihren Lebensunterhalt damit zu verdienen. Die Insider machen indes Win-Lose-Deals … Insider-Kontrakte … Steuern … Kriege … Asset-Konfiszierungen … Finanzrepression … künstliche Zinssätze … und Einschränkungen und Regelungen, die ihre Branchen bevorzugen. Und alles ist brutal abgesichert, letztlich durch die Macht der Feds. Wenn man da nicht mitmacht, wird einem zusätzlicher Schaden zugefügt.

Aufgezwungene Deals

Wenn wir über Win-Win- und Win-Lose-Deals sprechen, sprechen wir nicht über das Ergebnis. Wir können nie wissen, wie sich ein Deal herausstellen wird, weil wir die Zukunft nie kennen können. Wir reden über den Deal, wie er am Anfang entstand.

Wenn zwei Leute in der Main Street-Wirtschaft einen Deal machen – es könnte ein komplizierter Deal wie ein Merchandising-Vertrag oder ein einfacher wie der Kauf einer Packung Milch sein – jede Partei bei dem Deal glauben, dass sie damit vorwärts kommt. Ansonsten würde man das Geschäft nicht machen. Win-Win.

Aber wenn die Feds eine neue Steuer erfinden … eine Bombe abwerfen … oder eine Regulierung schreiben, zwingen Sie den Menschen einen schlechten Deal auf. Der Hersteller der Bombe mag zwar einen fetten Gewinn erzielen. Aber die Leute, auf denen die Bombe fallen gelassen wird, haben keine andere Wahl, als sie zu akzeptieren. Win-Lose.

Es braucht Zeit und Ressourcen, um die Bombe zu bauen – das zerstört gleichzeitig Reichtum, der für andere Dinge verwendet werden könnte. Wenn sie explodiert, zerstört sie noch mehr Reichtum.

Der normale, zivilisierte Mann der Main Street Wirtschaft ist ein Schöpfer, ein Macher. Er muss geben, um zu bekommen. Hinter ihm steht sein Chef, sein Kunde, sein Klient – er muss sie befriedigen oder er wird nichts bekommen.

Der Insider ist ein Nehmer. Er mag zwar auch von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang rackern, aber unter dem Strich gewinnt er immer.

Ob als Spion oder als Bediener einer Kontrollanlage am Flughafen, er bekommt immer sein Geld. Es ist egal, ob er etwas Nützliches tut oder nicht. Es besteht keine Notwendigkeit einen echten Service zu bieten oder einen anspruchsvollen Kunden zu befriedigen.

Zecken auf einem Hund

Trump lag richtig. Der Weg, Amerika wieder großartig zu machen, ist, den Sumpf trockenzulegen. Konkret heißt es, endlich Schluß zu machen mit allen uns von den Insidern aufgezwungenen Win-Lose-Deals. Aber jetzt sehen wir, dass Mr. Trump mit den Insidern kooperiert. Er geht nicht mehr gegen sie vor. Er pumpt Wasser in den Sumpf, er pumpt es nicht ab. Wir können schon jetzt – zumindest schwach – sehen, was als nächstes passiert.

Die Insider wissen ja nicht, wann sie aufhören müssen. Die Feds kontrollieren das System. Und die Insider kontrollieren die Feds. Sie sind wie Zecken auf einem Hund. Sie sollten ja eigentlich alle wissen, dass sie den armen Hund töten werden, wenn Sie zu viel Blut absaugen. Dann müssten sie einen neuen „Hund“ als Wirt finden.

Aber als Individuum hat keiner von ihnen einen Anreiz, mit der schäbigen Blutsaugerei endlich aufzuhören. Sie nehmen, nehmen, nehmen … bis es nichts mehr zu holen gibt. Historisch gesehen ist die einzige Art und Möglichkeit, die Insider abzuschütteln, immer eine Katastrophe gewesen: Krieg, Eroberung, Konkurs, Revolution oder Pest.

Amerikas ewiger Krieg im Nahen Osten

von Bill Bonner

Bevor wir hier im Tagebuch mit unserem normalem „Rhythmus“ weitermachen, möchten wir kurz innehalten und eine kurze Pause einlegen. Ja, an der Stelle dürfen wir die emotionale Tiefe unserer Leser bewundern. Viele von Ihnen scheinen einen ungeheuerlichen Vorrat an Empörung zu haben; ein Brunnen der Entrüstung, der so tief ist, dass selbst die absurdesten und entsetzlichsten Taten der Menschheit diesen nicht erschöpfen können.

Jüngst brach die Trump-Regierung ein weiteres wichtiges Wahlversprechen. Die Administration mischte sich in den Syrien-Konflikt mit einem massiven Luftschlag ein. Das war ein weiterer Akt im ewigen Krieg Amerikas im Nahen Osten; wobei dieser Krieg ja schon als „Mother of all failures“ (Mutter aller Mißerfolge; MOAF) bezeichnet werden kann.

Napoleon Bonapartes katastrophale Kriege hielten 13 lange Jahre an. Hitler begann 1939; sechs Jahre später war der Krieg vorbei. Aber die USA sind seit 14 Jahren im Nahen Osten im Krieg. Die Bombardierung begann am 20. März 2003 – und sie geht immer noch weiter und hält an. Scheinbar endlos. Der jüngste große Schlag in Afghanistan soll 94 „Militante getötet haben“.

Es regnet Bomben

Einfach nur Dinge in die Luft zu sprengen war schon immer ein lustiger Zeitvertreib für jugendliche Kerls. Aber wenn sie es zu lang machen, entrüsten sich die Erwachsenen über den Lärm und die entstandenen Schäden. Im vergangenen Jahr, also im Jahr 2016, ließ das Pentagon etwa 26.000 Bomben abwerfen. Seit der ewige Krieg also begann, dürften es etwa 364.000 gewesen sein. Wahrscheinlich sind es noch viel, viel mehr gewesen. In der Hitze des Irak-Krieges fielen die Bomben ja wie Regentropfen. Win-Lose. Klassisch

Großartig für die Leute, die die Bomben herstellen. Schlecht für alle anderen.

Nach so vielen Jahren können wir uns kaum mehr daran erinnern, was der eigentliche Grund für das große Bombenwerfen war.

Warum sind die USA damals in den Krieg gezogen?

Der Irak war doch eine weltliche Nation. Sein Führer, Saddam Hussein, war ein tödlicher Feind der islamistischen Terroristen. Aber man sollte in der Hitze des Kampfes keine Fragen stellen. Die USA kämpfen immer noch gegen Terroristen … und gegen die Menschen, die Terroristen bekämpfen … und gegen die Menschen, die gegen die Menschen kämpfen, die die Terroristen bekämpfen. Das heißt, wir scheinen derzeit bereit zu sein, praktisch jeden zu bombardieren, zu bedrohen oder zu ermorden. Praktisch jeder gerät ins Visier.

Extrem hoher Blutzoll

Der Blutzoll, die Quintessenz von all dem unter dem Strich ist, dass dieses „Abenteuer“ den Titel MOAF (siehe oben) redlich verdient hat. 14 Jahre geht das nun schon. Sieben Billion Dollar hat es bis jetzt uns gekostet. (Der zweite Weltkrieg kostete umgerechnet in heutige Dollars „nur“ 4,2 Billionen).

Im Jahr 2015 schätzte die in Washington ansässige Institution Ärzte für soziale Verantwortung, dass bis zu 2 Millionen Menschen seit Beginn des MOAF gestorben sind. Die Nachrichten-Website Middle East Eye behauptete, dass die Zahl der Opfer sogar bei vier Millionen liegen würde.

Diese Summen sind viel niedriger als der ebenso absurde erste Weltkrieg. Aber der Weltkrieg kam nach nur vier Jahren zu einem Ende und wurde zumindest von der Hälfte der Kombattanten als Erfolg bewertet. Bisher hat der Krieg gegen den Terror keinen Erfolg gebracht. Und zwar für niemand; außer den Kriegsindustrien von Deep State.

Quelle: Kapitalschutz-Akte
Weitere Informationen: Investor Verlag

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3 Kommentare auf "Warum Trump jetzt ein Insider ist"

  1. bluestar sagt:

    Sehr gute Beschreibung des Zustandes westlicher Demokratien und Werte.
    Wäre Bill Bonner Deutscher, würde er hierzulande als antiamerikanischer Verschwörungstheoretiker von den MSM gejagt werden.

  2. Frank Meyer sagt:

    So ein Käse 🧀 Ich frage mich, ob Frust ausleben auch eine Sportart sein kann. Und dann immer auf unserem Blog…

  3. Argonautiker sagt:

    Sehr schöner Artikel Herr Bonner.

    Das Luziferische Prinzip des Egos geht immer so weit bis es fällt. Das ist sein Schicksal.

    Das Ego hat keine andere Wahl, als an etwas zu haften, weil er selbst keine eigene Identität hat. Was ist der Wille? Ohne etwas, was es zu wollen gibt, existiert er nicht. Das Ego hat kein eigenes Selbst, sondern es muss ständig etwas wollen. Es kennt den inneren Schöpfungsakt nicht, der da zum Beispiel erkennt, ich mag Häuser bauen, also bin ich ein Zimmermann, und kann damit in eine arbeitsteilige Welt der Erschaffenden eintreten, welche sich in Kooperation mit anderen Identitäten gegenseitig fördert.

    Unterwürfe sich das Ego also einer Identität, dann dient der Wille der Schaffenskraft. Wie so oft in der Welt, geht es also um die Einhaltung der bestehenden Hierarchie der Wirklichkeit, denn ein Uneigenständiger, wie es der Wille nun mal ist, ist folglich ein Diener. Wenn der Diener Herrschen will, geht das selten gut.

    Wenn das Ego also nicht etwas seiner Identität folgend machen will, sondern sich selbst als Herrn sieht und folglich immer nur mehr und mehr will, anstatt zu machen, ist es nur eine Frage der Zeit, wann er das Ziel seines Luziferischen Weges erreicht hat, und fällt.

    Leider haben Kirchen aus dem Luziferischen Gleichnis ein moralisches Geplänkel gemacht, anstatt es als das zu lassen, was es war. Orientierungsbild eines Weges, der ein Ende als Folge hat. So falsch orientiert haben sich Viele gedacht, auf die Moral pfeifen wir, und haben sich auf die Seite der Identitätslosen geschlagen und sich so zum Diener des luziferischen Systems gemacht.

    Der Wille im Dienste einer Identität ist also ein Segen, der Wille als Selbstzweck, um noch mehr zu wollen, führt in den Fall. Die, die Bill Bonner in seinem trefflichen Artikel da als die Insider bezeichnet, sind jedoch arg bemitleidungswürdig. Identitätslos füllen sie ihre Identitätslosigkeit mit dem auf, was Andere erschaffen, bleiben dabei aber weiterhin Identitäts- und Gestaltlos, folglich müssen sie deshalb die Öffentlichkeit scheuen.

    Wahrscheinlich sehen die Insider sich derzeit kurz vor ihrem Ziel. Trunken von ihrem Erfolg und ohne zu erkennen, daß das Ziel des Luziferischen der Fall ist, wollen sie weiter ohne zu geben immer mehr.

    Das Göttliche Prinzip, welches das Leben hervorgebracht hat, ist jedoch das Prinzip das sich in die Welt aufteilt. Das Luziferische Prinzip, ist das Prinzip welches die Welt in sich einzuverleiben strebt. Das luziferische Prinzip hat ein Ende, das göttliche Prinzip teilt und verbindet sich in die Unendlichkeit hinein.

    Man kann mit Regeln, die sämtliche Gewinne pyramidal bis hin zum Oberego umleiten, die Gesetze der Wirklichkeit nicht auf Dauer aufheben. Man wird lediglich für den Zusammenbruch des falschen Systems verantwortlich sein, was unweigerlich an dessen Ende stehen wird.

    Und Wer oder Was es auch immer sein mag, der da die RNS und DNS liest und anhand des Lebenswerkes entscheidet, wie sie im Schöpfungsakt der Verschmelzung neu zusammengefügt werden, es wird getan, und es geschieht nicht nach dem darwinistischen Prinzip der Auslese des Stärkeren.

    Denn auch wenn die Wesen der Welt vielleicht nicht perfekt sind, so fügen sie sich in sich äußerst trefflich zu einer Kooperation von Milliarden von arbeitsteiliger Zellen zusammen, die alles andere als dem Prinzip des Darwinistisch Stärkeren als ihrem Obersten Gott frönen.

    Obwohl man so Begriffe, wie „das Buch des Lebens“, vielleicht als etwas antiquiert empfindet, aber für Menschen, welche noch nichts von Chromosomen, Genen, DNS, RNS, Doppelhelix und dergleichen gehört hatten, ist es erstaunlich, wie präzise das Bild eines Buches des Lebens eigentlich stimmt.

    Nur sitzt da kein alter bärtiger moralischer Mann mit Füller und Tinte und liest und schreibt, aber Etwas liest und schreibt da in uns eben schon. Mit Weisheit und Säuren. Und demgegenüber ist auch keine Täuschung möglich. Man kann vielleicht die Umwelt und auch seine Bewußtheit täuschen, dem Unbewußten gegenüber ist das nicht möglich.

    Was geschieht also mit den Leuten, welche ihre Zeit nicht nutzten und keine erschaffende Identität entwickeln konnten, wenn dieses System der Schmarotzer zusammen bricht? Ich denke die Parabel, „die Obersten werden die Untersten sein und die Untersten die Obersten“, dürfte es recht stimmig treffen.

    Ob das nun passiert, oder sich um noch einen Krieg verschiebt, wird sich zeigen. Dieser Krieg ist nicht mehr abwendbar, wir sind vielmehr schon mitten drin. Abwendbar wäre aber der, der danach käme. Denn wenn man sich entschlösse, und die Hierarchien der Wirklichkeit wieder als Gesetze annähme, anstatt Marschall Pläne, soziale Marktwirtschaften, Kommunismusse, Kapitalismusse, und dergleichen zu installieren, die nichts anderes als Regeln zur Versklavung des Lebens darstellen, dann könnte das Leben auch wieder den Weg in die Unendlichkeit beschreiten, anstatt in einem Aufbauen und wieder Zerstören gefangen zu sein.

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