Warum Steuersenkungen uns nicht reicher machen

7. Juli 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Liebe Leser, es gibt ein echtes Problem in Amerika: die meisten Leute werden ärmer. Mit Blick auf unsere Wenigkeit ist es so, dass wir bisher noch nie eine Steuersenkung nicht mochten. Aber wir haben Neuigkeiten für die breite Masse: es ist weit und breit keine Steuerreform in Sicht, die sie reicher machen wird…

Die meisten Leute sind nicht arm, weil die Feds ihnen zu viel Geld abnehmen. Sie sind arm, weil die Feds die Realwirtschaft überreguliert und verzerrt haben.

Drangsaliert von Regulierungen, gefälschtem Geld und Insider-Deals ist es schlechterdings unmöglich, dass die Realwirtschaft die Arbeitsplätze und Einkommen bereitstellen kann, die die Menschen zum Leben brauchen.

Saysches Theorem

Das ist nichts Neues und ist alles schon von den klassischen Ökonomen detailliert herausgearbeitet worden. Jean-Baptiste Say schrieb schon im Jahre 1803 in seiner Abhandlung über die politische Ökonomie folgendes: „Jede Produktion schafft sich ihre eigene Nachfrage.“

Dies wurde bekannt als sog. Saysches Theorem: das Angebot schafft sich seine eigene Nachfrage. Das Geld ist nur ein Schleier, der den eigentlichen Tatbestand verhülle, dass die Produkte immer nur mit Produkten gekauft werden.

Was müsste sich ändern?

Auf die aktuelle USA bezogen müsste es also sofort damit aufhören, dass die medizinische Versorgung das Zehnfache dessen kostet, was sie eigentlich kosten sollte bzw. dürfte. Es müsste endlich Schluss mit dem endlosen Krieg sein. Und es müsste auch Schluss gemacht werden mit der Blasenpolitik am Aktienmarkt.

Sie können die Menschen nicht zwingen, Ihre Sachen zu kaufen, indem sie Handelsbarrieren auferlegen … oder indem sie die Zinssätze auf Null fallen lassen.

Nur Win-Win-Deals, wo alle Ihr Geld verdienen, werden funktionieren und helfen, die Menschen wirklich reicher zu machen.

Warum werden die Menschen ärmer?

Liebe Leser, unsere These ist ja, dass die Leute ärmer werden. Lassen Sie uns diese These beweisen. Grundsätzlich sind viele der Statistiken mit Blick auf Einkommen und Vermögen in den USA schlecht und verzerrt. Eine große Verzerrung kommt von Inflationsanpassungen. Offizielle Zahlen neigen dazu, den Verlust an Einkommen durch Kaufkrafverlust massiv zu gering auszuweisen.

Nehmen Sie zum Beispiel ein Auto. Der aktuelle Ford Pickup ist technologisch gegenüber einem aus dem Jahr 1980 überlegen. Demzufolge gehen die Feds her und passen den aktuellen Preis nach unten an. Sie müssen zwar leider akuell 30.000 Dollar für den Ford berappen. Aber die Feds sagen, Sie hätten nur $ 15.000 ausgegeben, weil Sie doppelt so viel Vehikel für Ihr Geld bekommen haben.

Basta! Und damit gibt es keine Inflation. Zumindest für die Feds.

Verzerrungen dominieren

Die andere große Verzerrung kommt von der Durchschnittsbildung. Seit 1980 hat die Hälfte der Bevölkerung keine Einkommenszuwächse gehabt. Absolut null.

Aber das oberste Prozent der Bevölkerung hat ihr Einkommen mehr als verdreifacht und verdient nun pro Kopf 81 mal mehr als die Leute in der unteren Hälfte. Durchschnittlich sieht es aber amtlich so aus, als ob alle Menschen in den USA besser dran seien.

Bis zum Jahr 1990 verdiente die typische amerikanische Familie so viel, um ihren Lebensstandard zu bewahren. Dann, in der sog. „postinflationären Ära“ stagnierten die Löhne, während die Verbraucherpreise weiter stiegen. Die Leute mussten sich Geld leihen, um ihren Lebensstandard beizubehalten.

Verbraucherkredite retten Wirtschaft

Die große Zunahme bei den Verbraucherkredite war just das, was die Wirtschaft am Laufen hielt und den Lebensstandard mehr oder weniger sicherte.

Eine andere Sache, die das Ganze verzerrt, ist, dass „Sozialleistungen“ – wie Arbeitslosengeld oder oder Lebensmittelmarken – auf Rekordniveau liegen.

Nie zuvor haben staatliche Sozialleistungen so viel (als Prozentsatz des verfügbaren Einkommens) zum Lebensunterhalt der Familien beigetragen.

Die Feds schwafeln aber weiter davon, dass die Menschen „besser dran“ seien, obwohl sie in Wahrheit zu Wohlfahrtszombies verwandelt wurden.

Vermögen konzentriert sich bei nur wenigen Menschen

Kein Wunder also, dass diese Verzerrungen auch bei der Vermögensverteilung in den USA zu sehen sind.

Nach Angaben der Fed waren die Amerikaner noch nie reicher als jetzt. Das Gesamtvermögen wird auf 110 Billionen Dollar beziffert. Dagegen stehen nur 15 Billionen Dollar an Verbindlichkeiten.

Die Vermögenssteigerungen rühren fast ausschließlich von steigenden Immobilienpreisen und den Megablasen an den Aktien- und Anleihemärkten her.

Und dieser Reichtum konzentriert sich auch in den wenigen Händen der Reichen. Von den Vermögenspreisanstiegen der letzten Jahre haben weitgehend nur die die obersten zehn Prozent profitiert.

Durchschnittlich sieht es ob der Blasen an der Wall Street aber nach außen so aus, als ob nun alle besser dran wären.

In Wirklichkeit sind es aber leider nur wenige Leute, die von der Vermögenspreisinflation profitieren konnten.

Und wir wagen abschließend auch folgende Aussage: die Reichen sind nur noch solange „besser“ dran, solange die Feds die diversen Blasen am Leben halten können…
Quelle: Kapitalschutz-Akte
Weitere Informationen: Investor Verlag

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Ein Kommentar auf "Warum Steuersenkungen uns nicht reicher machen"

  1. markus45 sagt:

    „Und wir wagen abschließend auch folgende Aussage: die Reichen sind nur noch solange „besser“ dran, solange die Feds die diversen Blasen am Leben halten können…“

    Ich wage die Aussage: dies gilt nur für die armen Reichen. Die richtig Reichen werden ihren relativen Lebensstandard schon halten können (also den im Vergleich zu Otto Normalbürger).

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