Warum lügt die EZB?

8. Januar 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Egon Wolfgang Kreutzer

Sie haben das sicher auch schon mehrmals gehört und gelesen: Der Negativzins der EZB soll die Banken dazu bringen, ihr Geld an Kreditnehmer zu verleihen, statt es bei der EZB zu parken. Klingt gut, nicht wahr? Ist aber falsch. Erstunken und erlogen. Gequirlter Mist. Dummes Gewäsch. Ein Märchen, erzählt als fromme Lüge zum Schutz der Kinder, wie das Märchen vom Klapperstorch….

Nun muss ich zugeben, dass es mir nicht gelungen ist, die EZB tatsächlich als Urheber dieser Aussage zu identifizieren. Womöglich handelt es sich dabei lediglich um die Annahme des Wirtschaftsredakteurs einer Zeitung oder eines Fernsehsenders, die – mangels besserer Erklärungsmöglichkeiten – von all seinen Kollegen anschließend übernommen und weiterverbreitet wurde.

Doch da es von Seiten der EZB kein Dementi gibt, das auch nur mit dem halben Aufwand an Sendezeit und Druckerschwärze verbreitet wird, gehe ich davon aus, dass der EZB diese Aussage, so falsch sie auch ist, ganz gut in den Kram passt.

Der Negativzins hat – weil die Aussage falsch ist – also einen anderen Zweck. Welchen, das werde ich nachstehend noch beantworten, doch zunächst ist es erforderlich, für ein bisschen Klarheit in Bezug auf die Rolle der Zentralbank bei der Geldschöpfung zu schaffen.

Die Zentralbank kann nur „Zentralbankgeld“ herstellen – und das auch nur, wenn eine Geschäftsbank dabei mitspielt.

Die Geschäftsbank muss Zentralbankgeld nachfragen und dafür „Wertpapiere“ entweder an die Zentralbank verkaufen – oder als Sicherheit für einen Kredit hinterlegen. Ist dies geschehen, nimmt die EZB die „Wertpapiere“ in Besitz, bzw. in Verwahrung, und schreibt der Geschäftsbank den vereinbarten Betrag auf einem Girokonto bei der Zentralbank gut. So ist nun Zentralbankgeld entstanden, das als Guthaben der Geschäftsbank in den Büchern der Zentralbank steht.

Dieses „Geld“ kann den Buchungskreis der Zentralbank jedoch nicht verlassen. Es kann von Bank A zwar auf das Zentralbankkonto der Bank B überwiesen werden, aber es kann definitiv nicht an einen Kreditnehmer, der keine Bank ist, verliehen werden! Sämtliche Zentralbankguthaben aller Geschäftsbanken der Euro-Zone stehen stets in den Büchern der EZB.

Es ist für die Erhebung des Negativzinses vollkommen gleichgültig, welche Bank dieses Geld gerade als ihr Guthaben bei der Zentralbank hält – denn sämtliche Zentralbankguthaben werden mit dem Negativzins belastet.

Die einzige reale Chance, die eine Bank hat, den Negativzins zu vermeiden, besteht nicht etwa darin, Kredite zu vergeben, sondern ausschließlich in der Tilgung eigener Kredite bei der Zentralbank unter Rücknahme der abgetretenen Sicherheiten, oder im (Rück-) Kauf von Wertpapieren von der Zentralbank.

Die andere Möglichkeit, nämlich von der Zentralbank „Bargeld“ also Geldscheine und Münzen „zu kaufen“ ist ohne Belang, weil die Handhabung von Bargeld für die Banken einfach zu umständlich und zeitaufwändig ist, um sich mehr davon zu beschaffen, als die Kundschaft benötigt.

Wir stehen hier vor einem scheinbaren Paradoxon:

Mario Draghi kauft Monat für Monat für 60 Milliarden Euro Anleihen von den Geschäftsbanken, schreibt diesen diese 60 Milliarden auf ihren Zentralbankkonten gut – und lässt diese Guthaben dann über den Negativzins schrumpfen.

Die Banker verkaufen Anleihen an die EZB, nehmen das Geld und lassen es über den Negativzins von eben dieser EZB „entwerten“.

Für die Banker, so wie es aussieht, ein verdammt schlechtes Geschäft! Wir wissen jedoch, dass Banker nicht blöd sind. Sie würden sich auf solch ein beschissenes Geschäft niemals einlassen, sähen sie darin nicht die Gelegenheit, dick und fett Geld zu verdienen.

Die Kreditvergabe an Unternehmen und Privatkunden kann das nicht sein, denn die würde auch ohne die monatlichen 60 Milliarden Euro zusätzlicher Liquidität funktionieren. Die Geschäftsbanken sind auf die Zentralbankmilliarden ja nicht angewiesen, wenn sie Kredite vergeben wollen.

Sie erzeugen „ihr“ Geld aus dem Nichts, und nur wenn der Fall eintreten sollte, dass die Kunden einer bestimmten Bank während eines Abrechnungszeitraumes mehr auf Konten anderer Institute überweisen als von anderen Instituten im gleichen Zeitraum an Überweisungen eingeht, dann muss für den kleinen Saldo unter Umständen für kurze Zeit (über Nacht) ein Kredit der Zentralbank in Anspruch genommen werden, zumeist helfen aber andere Institute, die ein bisschen zu viel eingenommen haben, auch gerne aus.

Es gibt also keinen echten Anlass, das Kreditgeschäft durch EZB-Instrumente anzukurbeln. Weder das QE-Programm (Quantitative easing), noch die Negativ-Zinsen, die diesem ja entgegenwirken, können die Banken zu vermehrter Kreditvergabe animieren.

Der geringfügige Anstieg der Kreditausreichungen an Unternehmen von 0.9% im November 2015 gegenüber dem Vorjahresmonat zeigt eher dass weder dass QE-Programm noch die Negativzinsen die erhoffte Wirkung zeigen – und das Endziel, die Inflation auf den Zielwert von knapp 2% p.a. anzuheben liegt immer noch in weiter Ferne. (Siehe hier)

Warum also holen sich die Geschäftsbanken monatlich 60 Milliarden Euro von der EZB? Nur um darauf Strafzinsen zu zahlen? Es gibt mehrere Erklärungen dafür, und jede davon hat ihre volle Berechtigung, allerdings können die Beweggründe von Bank zu Bank durchaus unterschiedlich sein. Es kommt auf die jeweilige Situation an, in der sich ein Institut gerade befindet.

Strategie No. 1 – Weg mit den riskanten Papieren

Hätte ich – als Banker – Anleihen im Bestand, die entweder schon teilweise abgeschrieben werden mussten oder deren „Entwertung“ in Kürze droht, ich würde sie der EZB verkaufen und so meine Bilanz in Ordnung bringen. Es ist allemal besser, 1 Milliarde EZB-Guthaben in den Büchern stehen zu haben, die ich „NIEMALS“ abschreiben muss, als 1 Milliarde Euro in portugiesischen Staatsanleihen, die in wenigen Monaten vielleicht nur noch eine halbe Milliarde wert sein werden. Solange die EZB einen Preis anbietet und bezahlt, der über meinen Erwartungen für die kurzfristige Kursentwicklung liegt, nehme ich doch die Euros rein und werfe die fragwürdigen Papiere raus.

Strategie No. 2 – Neue Anleihen einkaufen

Wenn die schlechten Papiere weg sind, kann man sich ja neue ins Depot legen. Man kann sogar – wegen der höheren Zinsen – wieder ein gewisses Risiko eingehen, in der begründeten Annahme, dass man auch diese Papiere bei Bedarf wieder beim Trödler Mario versilbern kann, bevor sie endgültig zu stinken anfangen.

Strategie No. 3 – Andere spekulative Papiere kaufen

Wenn hinreichend Liquidität angeboten wird, warum soll man da nicht auch ein bisschen am Börsenrad mitdrehen? Die eigene Finanzabteilung weiß doch am besten, wann und mit welchem Papier die größten Profite zu holen sind, und wenn’s schief läuft, kann man die problematischen Papiere ja immer noch in einen bestehenden Fonds packen oder gleich einen neuen Fonds auflegen und seine Privatkunden damit beglücken. Alles kein Problem, alles „business as usual“…

Strategie No. 4 – Währungsspekulation

Bei dauerhaft niedrigen Zinsen und einem kontinuierlichen Wertverlust des Euros gegenüber anderen Währungen ist es doch praktisch und einträglich, Devisen von der EZB zu kaufen und mit diesen im Ausland auf Einkaufstour zu gehen. Damit ist das strafzinsenträchtige EZB-Guthaben geschmälert – und zugleich das Euro-Währungsrisiko in eine Dollar-Währungschance verwandelt. Solange bei der Fremdwährungsanlage kein grober Schnitzer passiert, erhöht sich jeder Zins- und Spekulationsgewinn automatisch um den nicht zu zahlenden Strafzins, der bei vergleichbarer Anlage in Euro fällig würde.

Und was hat die EZB davon?

In kaum noch zu überbietender Klarheit und Eindeutigkeit hat die EZB über den Ankauf von Staatsanleihen sich die Möglichkeit zur direkten Staatsfinanzierung geschaffen.

Die zwischengeschalteten Banken sind ja noch nicht einmal als „anonyme Strohmänner“ anzusehen, sondern schlicht „Erfüllungsgehilfen“ einer ganz und gar politischen Zentralbank geworden, die, wie selbstverständlich, auch jede Menge schlechter Papiere zu einem unvorteilhaften Preis hereinnimmt und so – nach und nach – zum Hauptgläubiger all jener Staaten der Euro-Zone werden wird, die nicht „Deutschland“ heißen.

Mario Draghi nutzt dabei die Tatsache, dass eine Zentralbank nicht Pleite machen kann, völlig schamlos aus. Die hier genannte Strategie 1 der Geschäftsbanken, befreit den Markt von Anleihen zweifelhafter Werthaltigkeit, Strategie 2 versorgt die betroffenen Staaten kontinuierlich mit frischer Liquidität.

Es entsteht nach außen (aber nur für Naivlinge) der Eindruck, die Euro-Zone stabilisiere sich; die Schuldner-Staaten, ausreichend mit Liquidität versorgt, hätten die Krise hinter sich gelassen und seien wieder kreditwürdig.

Das ist natürlich Quatsch, denn die Währung wird von Monat zu Monat schwächer. Der einmal angestoßene Prozess

1) Staat emittiert Anleihe / Bank kauft Anleihe / Staatschuld wächst.
2) Bank verkauft Anleihe an EZB / Geldmenge wächst.
3) Staat emittiert Anleihe / Bank kauft Anleihe / Staatschuld wächst.
4) Bank verkauft Anleihe an EZB / Geldmenge wächst.
5) Staat emittiert Anleihe / Bank kauft Anleihe / Staatschuld wächst.
6) Bank verkauft Anleihe an EZB / Geldmenge wächst.
7) Staat emittiert Anleihe / Bank kauft Anleihe / Staatschuld wächst.
8) Bank verkauft Anleihe an EZB / Geldmenge wächst.
9) ad libitum

könnte in alle Ewigkeit weiterlaufen, gäbe es da nicht die grausame und unbarmherzige Realität. Der Staat verwendet die frischen Kredite nämlich nicht (bzw. kaum) für Investitionen, sondern deckt damit den Finanzierungsbedarf im Konsumbereich, auch – und gerade dann – wenn die Steuerquellen nicht sprudeln und die Arbeitslosigkeit ansteigt… (—> Seite 2)

 

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9 Kommentare auf "Warum lügt die EZB?"

  1. Sandra sagt:

    Wenn man sie nicht mehr alle beisammen hat, ist man eben von allen guten Geistern verlassen.

  2. Shindo sagt:

    Sehr guter Beitrag von Herr Kreutzer!

    Fazit:

    Es ist alles nur eine pyramidal verordnete Spielverlängerung. Punkt.

    Diese Show dient allein nur dem Zweck, die Zeiteinheit der Macht in der Pyramidenspitze zu verlängern. Schlimmer noch, sie in die nächste angepeilte Systemebene zu hieven, damit sich das ja nicht mehr ändern kann. Von Systembruch zum Neuanfang, zum wiederkehrenden Bruch. Aber die Profiteure bleiben dabei immer unter sich.

    Alleine darum geht´s.

    So, wer bestimmt die Kommission…. ? Eine naive, rein rethorische Frage. Es ist immer die pyramidale Spitze der elitären Clanfamilien, der Hochfinanz, der Hauptprofiteure, weit über das Normalmaß hinaus zu sehen. Und der Clou daran, warum es überhaupt bis heute funktioniert, von Runde zu Runde…. man lässt das Volk pyramidal mit teilhaben am Betrug. Die Möhren vor den Eselen. Selbstverständlich nur die Peanuts. Aber immerhin, es geht uns ja (noch) gut. Ein Fakt.

    Eben darum funktioniert es auch von „Wahl“ zu „Wahl“. So betrügen wir uns selbst – der große Selbstbetrug. Denn, wir werden dafür einen sehr hohen Preis bezahlen müssen. Für uns und mehr noch für unsere Kinder. Dann, wenn die Ressourcen weiter verbaucht sind, dann wenn man für uns neue Schlachtfelder bestimmt, wo wir als Lämmer auftreten – und auch noch mitmachen. Wie lange noch?

    Diesem System ordnet sich alles in Politik und Gesellschaft unter. Es geht in jeder Entscheidung nur darum, den Erhalt und den Ausbau für die Machtspitze in der Pyramide zu sichern. Von der Geburt an, über den Kindergarten, über die Schule, als System, bis ins Studium. Das ganze „Leben“ hindurch in Beeinflussung. So schaffen wir uns in der nächsten Systemebene zunehmend selbst ab. Man darf gespannt sein auf Industrie 4.0 und dem Nachfolgesystem ante portas „5.0?“ – über die weiteren „Fortschritte“ der Computersysteme und Drohnen, der Roboteranwendungen.

    Wir schaffen uns Schritt um Schritt selbst ab. Wir alle sind bewusst und unbewusst die Erfüllungsgehilfen für das System. Für die neue, noch kommende Systemebene. Negativzinsen sind hier nur ein Nebenkriegsschauplatz. Einem Krieg von Wenigen – die man lässt – gegen die Vielen, welche gerne naiv bleiben wollen, denn es ist so schön bequem und irgendwie auch lukrativ. Schöne neue Welt.

    PS: Was man sonst für eine Wahl hätte…? Man hat immer eine Wahl. Immer, wenn man bereit ist den Preis zu bezahlen. Aber tut man dies heute nicht wird dieser Preis eben auch immer höher.

  3. Avantgarde sagt:

    „Es ist ein Weg, die „Vereinigten Staaten von Europa“ durch finanzielle Strangulation zu erzwingen, und je mehr Geld Draghi in sein nach oben offenes QE-Programm steckt, desto schneller kommen wir diesem Ziel näher, ohne dass dafür ein Plebiszit erforderlich wäre.“
    —-

    Also ich kann mir beim aller besten Willen nicht mal ansatzweise vorstellen, daß sich Frankreich einer Fremdbestimmung durch den Merkelismus unterwirft.
    GB mit seiner eigenen Währung ohnehin nicht.
    Und selbst Italien würde wohl eher – im Prinzip ja, aber…. – agieren.

    Falls dieser Weg begangen werden soll wird Deutschland seine Kredite und Zinsen problemlos (zurück)erhalten – aber eben in Form von Franc, Lira, Pesetas….

    • Argonautiker sagt:

      Es besteht zu befürchten, daß das, was die EZB und die Kommission auf diese Weise bewirkt, darin nahtlos übergeht, daß es die Nationalstaaten einfach gar nicht mehr gibt. Über das Aufkaufen der Staatsanleihen, erwächst ja eine Schuld, die, wenn sie eingefordert wird, den Nationalstaat bankrott und damit handlungsunfähig macht. Das heiß der König Nationalstaat ist Tod, es lebe die EU Kommission. Das sieht mir nicht so aus, als würde da einem Nationalstaat eine echte Wahl gelassen.

      Natürlich gäbe es immer eine Wahl in eine eigene Währung zu gehen. Dann bestünde aber die Frage, kann sich überhaupt ein Land noch außermilitärisch gegen diesen Schulden- und Investitionsdruck wirklich alleine behaupten?

      EINE Lock Idee zur Schaffung der EU war ja, eine größere Gemeinschaft zu schaffen, um sich gegen die riesigen gebündelten Geldmengen der Investoren besser eigenständig behaupten zu können. Aber das war eben nur EINE Idee. Eine andere Idee war halt die EU dazu zu benutzen, die Herde zusammenzutreiben um sie dann über das Leittier Deutschland gemeinsam zu Fall bringen zu können.

      Letzteres wird wohl gerade umgesetzt.

      Wie sollte sich denn ein einzelnes Land gegen Großinvestoren wie BlackRock und dergleichen, mit einer eigenen Währung wehren, vor allen Dingen, wenn mehrere von denen dieses Land gemeinsam angehen, zumal die ja auch schon teilweise im Land sind? Da hülfe nur noch rausschmeißen, abschotten und auf vollkommene Selbstversorgung umschalten! Ob da eine Bevölkerung mitspielt? Aber auch daß würde geknackt werden können.

      Der Knackpunkt war die Zustimmung zur illegalen Insolvenzverschleppung der Banken. Dadurch wurden die Staaten allesamt Mittäter und damit Verbrecher. Seit dem heißt es mitgehangen, mitgefangen.

      Hätte man das Recht auch gegen das Bankensystem angewandt, und wäre es zu dem Crash gekommen, den die Lehmann Pleite nach sich gezogen hätte, dann hätte der Verteilungskampf nämlich vornehmlich dort stattgefunden, wo er auch verursacht wurde. Im Finanzwesen.

      Das hätte sicherlich auch die Bevölkerung getroffen, aber vornehmlich wäre eben dadurch das aufgeblasene Finanzwesen geschwächt worden, und diese Schwäche hätte ausreichen können, wieder in Nationale Währungen gehen zu können, und sie auch zu bestehen, WEIL das Finanzwesen eben selbst am Meisten geschwächt worden wäre. Das hat man aber nicht gemacht, sondern man hat sich mit dem Verbrechen der Insolvenzverschleppung gemein gemacht.

      Aber es ist noch schlimmer, denn über dieses Sozialisieren des Untergangs des Finanzsystems auf die Nutzer des Systems, welches über die EZB, und den ESM und die Kommission, stattfindet, verlagert man auch den Verteilungskampf der sonst vornehmlich im Finanzwesen stattgefunden hätte, nun eben auf die Nutzer.

      Man kann also mit Fug und Recht sagen, daß dieser Vorgang, der Legitimierung der Insolvenzverschleppung in den Krieg leitet. Denn zu nichts anderem führt diese Verlagerung der Verteilungskämpfe, in den Krieg der Menschen gegen die Menschen, denn der Krieg wird die Fortsetzung des Verbrechens der Legitimierung dieser Insolvenzverschleppung sein.

      Das sieht nicht gut aus, oder haben Sie da eine umsetzbare Idee?

  4. reiner sagt:

    Zur Unterstützung der hervorragenden Analyse von Wolfgang Kreutzer verweise ich auf das Buch von John Perkins „Bekenntnisse eines Economic Hitman“.

    Perkins hat selbst jahrelang im Dienst der US-Hochfinanz daran gearbeitet, die von Kreutzer beschriebene Strategie vor allem in der Dritten Welt umzusetzen, nämlich Staaten bewußt und gezielt in die Überschuldung zu treiben, damit man sie dann versklaven, ihre natürlichen Reichtümer an US-Firmen zu Schleuderpreisen verkaufen und ausbeuten konnte.

    Mario Draghi hat ja bekanntlich bei GS, also in der US-Hochfinanz, gearbeitet. Er dürfte dort einen Einblick in die praktische Durchführung der Strategie gewonnen haben. Es ist daher sehr gut denkbar, daß er in der EU ähnliche Ziele verfolgt: Staaten in die Überschuldung zu treiben, so daß ihnen (selbst dem stolzen Frankreich, sehr geehrter Herr Avantgarde) am Ende keine andere Wahl mehr bleibt als die, sich dem Diktat der EUdSSR zähneknirschend zu unterwerfen.

    Es geht nicht nur um Geldpolitik, sondern es geht um die gezielte Abschaffung der Demokratie und die Errichtung einer zentralistischen EU-Diktatur durch die demokratisch nicht gewählten und nicht legitimierten Bürokraten.

  5. Ralf sagt:

    Zitat:
    Die Deutsche Bundesbank hat mir auf Anfrage mit Schreiben vom 17. Dezember 2015 übrigens bestätigt, dass sich die Geschäftsbanken durch Kreditvergabe an Nichtbanken nicht vom Negativzins befreien können.

    Ich zitiere:

    „Die von der Zentralbank bereitgestellte Liquidität kann – neben der Anlage bei der Zentralbank sowie der Haltung in Form von Bargeld – an andere Banken über den kurzfristigen Geldmarkt verliehen werden. Der Geldkreislauf in sich ist jedoch geschlossen. D.h. durch eine Weitergabe der Überschussliquidität an andere Banken (oder Kreditnehmer) entledigt sich die individuelle Bank zwar des Geldes, das System im weiteren Sinne hat die Liquidität jedoch nicht verloren. So kommt es, dass das Bankensystem in seiner Gesamtheit weiterhin Überschussliquidität bei negativen Zinsen bei den Zentralbanken hält.“

    Mit diesem Zitat hat die BB keineswegs bestätigt, daß sich Banken durch Kreditvergabe an Nichtbanken nicht vom Negativzins befreien können. Die BB hat lediglich bestätigt, daß für Kredite Negativzinsen zu entrichten sind, die nicht an Nichtbanken vergeben werden, die also als „ÜBERSCHUSSLIQUIDITÄT“ im Bankenbereich bleiben. Die wesentlichen Rückschlüsse von Egon Kreutzer bleiben davon jedoch unberührt, sind leider richtig.

  6. >>Es ist für die Erhebung des Negativzinses vollkommen gleichgültig, welche Bank dieses Geld gerade als ihr Guthaben bei der Zentralbank hält – denn sämtliche Zentralbankguthaben werden mit dem Negativzins belastet.

    Diese gesamtwirtschaftlich richtige Betrachtung hat doch nichts mit der einzelwirtschaftlichen Motivationslage der Bank zu tun. Gesamtwirtschaftlich sich zu NULL saldierende Geldvermögen halten ja die Wirtschafter auch nicht davon ab, nach einem positiven Geldvermögen zu streben.
    Insofern ist der Artikel irreführend – die Bank kann einzelwirtschaftlich damit rechnen, dass eine zusätzliche Kreditvergabe zu einem Abfluss von den Ertrag belastenten Forderungen gegen die Zentralbank führt. Natürlich nur, insoweit die Zahlungsempfänger des finanzierten Kaufes nicht auch ihr Konto dort halten. Würde die Bank hingegen hinter den anderen Banken bei der Kreditvergabe zurückbleiben, wächst ihr Zinszahlungsproblem an die EZB, da sie einzelwirtschaftlich weniger Abflüsse als die anderen Banken hat.

  7. FDominicus sagt:

    Ich hätte noch einen anderen Vorschlag warum die EZB lügt. Weil Sie massiv am eigenen Weiterexistieren interessiert ist. Sie ist DIE Anlaufstelle für alle Delebets und Sie soll gleichzeitig Feuer anzünden und bekämpfen. Zentralbanken sind Teil (und zwar mit eines der am Wichtigsten) des Systems und die Systemprofiteure möchten das System beibehalten. Da ist keine Lüge zu groß und kein Betrug den diese nicht begehen würden. Alles im Brustton der Überzeugung etwas „Gutes“ zu tun. Manche gehen sogar darüber hinaus…

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