Warum Frau Yellen alles nur noch schlimmer macht…

24. April 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Heute wollen wir hier im Tagebuch die jüngste Rede der Hauptdarstellerin, der Chefin der US-Notenbank, Janet Yellen, kommentieren. Frau Yellen hielt diese Rede an der Universität von Michigan. Bloomberg berichtet wie folgt:

„Wir mussten vorher voll auf das Gaspedal treten, um der Wirtschaft all den Schwung zu geben, den wir ihr geben konnten.“ Das sagte Frau Yellen in Ann Arbor, Michigan. Die Fed versucht jetzt, „zwar etwas Gas zu geben, aber nicht mehr so sehr viel, um das Auto nicht von der Fahrbahn abzubringen.[…]

„Die Geldpolitik ist jetzt eher „neutral“. Das ist aktuell eher passend und angemessen“, sagte Yellen als Antwort auf Fragen während einer Veranstaltung an der Gerald R. Ford School of Public Policy der University of Michigan.

Yellen sagte weiter, dass sie davon ausgeht, dass die Wirtschaft weiter in einem moderaten Tempo wachsen werde. Graduelle Zinserhöhungen könnten uns schließlich dahin bringen, wo wir sein müssten.“

Immer mehr Zecken

Jede Gesellschaft wird von einer Elite beherrscht. Für sie sind die gemeinen Leute eine Beute – wie sich eben Zecken einen Hund als Beute aussuchen. Sie arbeiten sich hoch in Positionen mit Macht und Einfluss – und zwar mit einer Kombination von Hirnschmalz, Vitamin B und Betrug. Der Mob schaut zu ihnen auf und ist beeindruckt vom Hokuspokus. Und dann, schließlich, wachsen die Zecken immer weiter. Sie werden immer mehr und dicker. Der arme Hund wird immer schwächer.. und die Magie scheitert kläglich.

Wir sind uns nicht wirklich sicher, an welchem Punkt wir in dem Prozess stehen. Aber wir sind sicher einen weiteren Schritt in Richtung Katastrophe marschiert, als Frau Yellen sprach.

Alles, was sie sagte, war und ist nur eines: nämlich widersinnig. Die Wirtschaft wächst auf keinen Fall mit einer „moderaten Geschwindigkeit“. Wenn sie überhaupt wächst – das hängt davon ab, wie Sie die Verbraucherpreisinflation berechnen – dann wächst sie nur mit der minimalst möglichen Geschwindigkeit. Selbst offiziellen Zahlen zufolge liegt das Pro-Kopf-Wachstum bei weniger als einem Prozent pro Jahr. Welche Art von Aufschwung ist das denn?

Auch ist die Geldpolitik der Fed nicht neutral. Wie kann man einen offiziellen Leitzins, der mehr als 100 Basispunkte unterhalb der Inflationsrate liegt, als „neutral“ bezeichnen?

Absurde Metaphern

Nicht einmal im Ansatz kann man das machen. Frau Yellen sagt jas selbst, dass sie immer noch auf das Gaspedal drückt. Da ist nichts „Neutrales“. Menschen, die die Logik ihrer eigenen Metaphern nicht respektieren, geschweige denn verstehen, sind manchmal einfach nur zu faul zum Denken. Manchmal wird da auch nur was grob verwechselt. Und manchmal sind solche Aussagen auch nur Bla Bla Bla für die Fake-News-Medien und die yahoos dieser Welt, die das auch noch glauben.

Frau Yellen denkt, dass die Wirtschaft wie eine Maschine läuft und funktioniert. Wenn sie träge ist und nur schwach läuft, liegt es an ihr und den anderen Fed-Ingenieuren, auf den Beschleunigungsknopf zu drücken. Wenn sie zu schnell läuft, lassen sie einfach ein wenig davon ab, den Knopf zu drücken.

Diese Metapher ist eindeutig absurd. Wenn sie und die Fed die Geschwindigkeit der Wirtschaft einfach erhöhen könnten, indem sie auf das Gaspedal drücken, worauf warten sie noch? Es gibt 66 Millionen Amerikaner im erwerbsfähigen Alter, die keine Stelle haben. Hey, warum tritt man für Sie nicht einfach auf das Gaspedal?

Reichtumszerstörer

Weiter sagte Frau Yellen, sie ziele darauf ab, die Wirtschaft dahin zu bekommen, „wo sie sein muss.“ Aber wie weiß sie, wo sie sein muss? Eine Wirtschaft ist keine Maschine. Und sie muss nie irgendwo sein. Sie ist einfach dort, wo sie ist.

Die Behörden können sie mit dummen Regeln und Vorschriften verlangsamen. Oder sie können sie mit falschen Zinsen und falschem Geld in die Irre führen. Sie können die Menschen auch in Win-Lose-Deals zwingen, die das Kapital verschwenden, den Vermögensaufbau verzögern oder in einigen Fällen die Wirtschaft in den Ruin treiben – wie in der Sowjetunion von 1917 bis 1989, in Deutschland von 1937 bis 1945, in China von 1949 bis 1979 und in Venezuela von 2001 bis 2017.

Sämtliche Hexendoktoren und Wahrsager, die nur einen Hauch von Selbstachtung haben, schauen Frau Yellen mit Verachtung an. Sie kann die Wirtschaft nur schlechter machen. Sie kann sie schlicht nicht verbessern.

Droht eine erneute Schließung der US-Regierung?
von Bill Bonner

Schon in der kommenden Woche könnte für Präsident Trump ein weiterer perfekter Sturm anstehen. Noch ist ja das US-Parlament, der Kongress, in den Parlamentsferien. Nächste Woche kommen die Parlamentarier zurück. Und dann werden sie sich mit einer neuen, anderen hausgemachten und selbst verschuldeten Krise konfrontiert sehen.

Bloomberg berichtet wie folgt:

„Die Regierungsfinanzierung läuft am 28. April aus. Dem Kongress bleiben nur fünf Tage Zeit, den Schleier zu lüften, das Ganze auszudebattieren und ein gigantisches Ausgabengesetz zu erlassen. Schaffen Sie es nicht, wird eine erneute Schließung der Regierung wohl alternativlos sein.

„Was für ein Chaos“, sagte Paul Brace, ein Kongress-Experte von der Rice University in Houston. Gleichzeitig liefert er einen pessimistischen Blick auf das von den Republikanern kontrollierte Parlament, sprich Repräsentantenhaus und Senat, unter der Präsidentschaft von Donald Trump. „Es war alles viel einfacher unter Obama. Damals wussten alle, was sie zu tun hatten. Nämlich gegen Obama sein…“

Die Republikaner im Repräsentantenhaus haben Meinungsverschiedenheiten. Und das sind nicht nur politische Unterschiede. Es handelt sich dabei um grundlegend verschiedene Ansichten „, sagte der republikanische Senator Rob Portman aus Ohio.

Alte Wunden

Kein Wunder also, dass unser Doom-Index in diesen Tagen immer noch aufblinkt und ein klares Warnsignal aussendet. Es wird schwer für den Kongress sein, sich mit seinem Budget auseinanderzusetzen. Die Debatte öffnet alte Wunden und wird wohl neue Wunden entstehen lassen. Ja, schon jetzt wird erwartet, dass das Haushaltsdefizit in den nächsten zehn Jahren bei durchschnittlich einer Billion Dollar pro Jahr liegen wird.

Mr. Trump will ja noch mehr Geld ausgeben. Wir müssen mehr Geld für die Infrastruktur und für das Militär ausgeben. Und wir müssen endlich die Wirtschaft wiederbeleben. Das wird die Argumentation von Präsident Trump sein.

Für viele Abgeordnete im Repräsentantenhaus, vor allem für die Idealisten vom Freedom Caucus, wird es sehr schwer werden, bei all dem mitzumachen.

Trump macht Hillary-Politik

Manche merken zynisch an, dass das ganze Programm – einschließlich des Angriffs auf Syrien – wenig anders ist als das, was Hillary angeboten hätte.

Die Verbraucherpreise steigen bereits, werden andere Abgeordnete besorgt anmerken. Außerdem, wer will da schon gern zurück in seine Heimat, zu seinen Wählern fahren, nachdem er für ein Gesetz gestimmt hat, die US-Schulden auf 30 Billionen Dollar zu erhöhen. Andere, die Aktivisten, wollen Trump unterstützen. Die Obama-Jahre waren katastrophal, werden sie sagen. Der typische private Haushalt steht heute kaum besser da als am Tiefpunkt der letzten Rezession.

Die Hälfte der Amerikaner lebt von einem Gehaltsscheck zum nächsten Gehaltsscheck. Und es gibt 66 Millionen Erwachsene, also potenzielle Arbeitnehmer, die keinen Arbeitsplatz haben. Das werden sie auch sagen. Die Feds müssen da etwas tun. Sie müssen die Ausgaben erhöhen, um die Wirtschaft zu stimulieren (und in dem Kontext kann man ja rein zufällig ein paar Dollar den großen Wahlkampfspendern und anderen wichtigen Mitläufern zuschustern).

Ausgebüchste Lokomotive

Die finanziell wachsamsten unter den Mitgliedern des Kongresses werden erkennen, dass der ganze Stimulus der letzten acht Jahre wenig brachte, um der Realwirtschaft wirklich zu helfen. Diese Realisten sehen eine außer Kontrolle geratene Lokomotive vor einer gefährlichen Kurve. Sie wollen wissen, wie die Feds diese riesigen neuen Defizite finanzieren werden. Und zwar just dann, wenn die US-Notenbank weiter ihren Zinserhöhungszyklus beibehält.

Aber die schlausten unter ihnen werden ihren Aktienbroker anrufen. Die höchsten Aktienkurse seit dem dot-com-Crash basieren auf dem Glauben, dass das Team Trump es irgendwie doch schafft, eine Senkung der Körperschaftssteuer zu erreichen. Das würde dann dazu führen, dass die Unternehmen nach dem Abzug der Steuern mit mehr Gewinn dastehen würden. Die schlausten unter den Abgeordneten werden zu sich aber folgendes sagen: „Das wird nicht passieren.“

Quelle: Kapitalschutz-Akte
Weitere Informationen: Investor Verlag

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