Warum es die Gesundheit gefährden kann, wenn Sie auf Ökonomen hören

26. Juni 2014 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Laut dem Bureau of Labor Statistics steigen die Konsumentenpreise in den USA um 2,1% pro Jahr. Dies spricht dafür, dass der aktuelle Boom am Aktienmarkt mit einem großen Knall (und nicht mit einem Winseln) platzen wird…

Die Fed-Ökonomen sagen, dass sie nicht davon ausgehen, dass die Inflation steigt. Aber warum sollte man die ernst nehmen? Prakash Loungani, Volkswirt beim IWF, fertigte eine Studie an, über die er lachen konnte. Die wurde 2001 veröffentlicht im International Journal of Forecasting. Für diejenigen, die es mitverfolgt hatten, gab es darin keine Überraschungen.

„Der Rekord im Scheitern bei der Vorhersage von Rezessionen ist makellos“, berichtete er. Das war 2001.

Sicher, 2014 hatten es die Experten geschafft, ihre Prognosequalität zu verbessern? Nein. Loungani und ein Kollege, Hites Ahir, schaute sich das erneut an. Sie untersuchten 77 unterschiedliche Volkswirtschaften, von denen sich 2009 49 in einer Rezession befanden. Und wie viele Ökonomen prognostizierten 2008, dass es ein Jahr später eine Rezession geben würde? Raten Sie einmal. Die Antwort ist Null.

Rezession oder keine Rezession? Das ist eine binäre Frage. Man sollte doch denken, dass einige durch Zufall richtig lagen. Stattdessen galt das für niemanden.

Wenn Prognosen scheitern

Queen Elizabeth II. von England war verwirrt. Sie wollte wissen, wie es kam, dass niemand sie vor der schlimmsten Rezession seit der Thronbesteigung ihres Großvaters George V. warnte, obwohl so viele Ökonomen auf der Gehaltsliste Ihrer Majestät stehen. Sie hätte sich das nicht fragen brauchen.

Es ist egal, ob diese Ökonomen für private Unternehmen oder für die Regierung arbeiten. Die Prognosen, die sie abgeben, waren fürchterlich. Das bringt mich zur Fed. Deren Modell macht Prognosen; die sind immer falsch. Zum Beispiel prognostizierte das Modell der Fed im Jahr 2011 für die USA ein Wirtschaftswachstum von rund 3,5% für 2014. Jedes Quartal passte die Fed diese Zahl nach unten an, als die Zukunft sich der Gegenwart näherte.

Jetzt prognostiziert sie ein Wachstum für dieses Jahr von kaum 2%. Quak, quak – warum beachten die Leute die überhaupt nicht? Aber sie beachten sie nicht nur, sie salutieren… und es werden Billionen Dollar für Verzerrungen ausgegeben, von denen viele im Desaster enden.

Geknebelte Preise

Sie könnten sagen, dass die Ökonomen „eine neue Depression verhindert haben„. Und dass sie es sogar geschafft haben, die Volatilität auf ein Niveau zu senken, das wir seit 10 Jahren nicht mehr gesehen haben. Und das, obwohl die Bilanz der Fed um 10 Billionen Dollar verlängert worden ist… was den Aktienmarkt seit 2009 um 150% hat steigen lassen.. und was den Planeten mit Schulden überschwemmt hat.

„Volatilität ausgelöscht durch Aktionen der Zentralbanken“, so eine Schlagzeile in der Financial Times. Jetzt kümmern sich die Investoren kaum darum, die Schlagzeilen zu lesen,… und die Preise bewegen sich kaum. Sicher, die Preise davon abzuhalten, dass sie steigen oder fallen – das ist eine Errungenschaft, oder?

Nun, ich bin diesbezüglich altmodisch. Ich glaube, dass die Preise das tun sollten, was sie wollen. Sie wollen uns schließlich etwas mitteilen. Die Preise sollen laut den klassischen Ökonomen nicht festgesetzt werden. Sie sollen entdeckt werden. Und wo sie sind, das sagt uns etwas. Hohe Preise sprechen für Knappheit, und die Notwendigkeit für weitere Investitionen. Niedrige Preise schreien „Überfluss“… Übersättigung… sie sagen, dass man sich fernhalten soll. Geknebelte Preise hingegen haben keinen Zweck. Mitte der 2000er konnten weder Rezession noch Bärenmarkt gehört werden. Die Immobilienpreise steigen. Die Aktienkurse stiegen.

Die US-Wirtschaft schien sich in anhaltender Expansion zu befinden, versursacht größtenteils durch die Hypothekenzins-Manipulation der Fed. Selbst 2007 noch gab kein respektabler Ökonom den Ansatz einer Warnung von sich. Und das, was man jetzt nicht hört? Diese Ruhe an den Märkten? Das ist das Geräusch von Preisen, denen nicht erlaubt wird, sich frei zu bewegen und Dinge anzuzeigen…

Aber oh… Preise, die nicht sprechen, flüstern sanft… und bitten die Wirtschaft, zusammenzubrechen oder in die Luft zu fliegen. Trotz all der Manipulationen ist der Preis für eine Stunde Arbeit da, wo er 1968 war. Was sagt uns das alles? Wir werden es herausfinden… (Seite 2)


 

Seiten: 1 2

Schlagworte: , , , , , , , ,

5 Kommentare auf "Warum es die Gesundheit gefährden kann, wenn Sie auf Ökonomen hören"

  1. Andres Müller sagt:

    Sind Aktien kaufende Notenbanken Teil eines „freien“ Marktes?

    Soviel ich das verstanden habe verursachen deren (zunehmenden) Aktienkäufe diese merkwürdig stabile Aufwärtstendenz, meistens auch noch ohne realwirtschaftliche Grundlagen.

    Dadurch sind die Bewertungen der Konzerne zum Glücksspiel verkommen (mit integriertem Damoklesschwert welches über der Notenbank-Bilanz schwebt).

    Wenn sich nun im Fall einer dennoch plötzlich aufkommenden Vertrauenskrise in die Aktienmärkte die Notenbanken notgedrungen der Volatilität mit Zukäufen widersetzen, dann haben wir den perfekten Zitronensozialismus. Zwar kaufen Notenbanken (angeblich) keine Aktien vom eigenen Markt, aber wie bei der NSA-Spionage funktionieren die westlichen Finanznetzwerke via Club of 30, Trilateralkomission mit hochgezüchteter gegenseitiger Unterstützung.

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.