Warum die Reichen immer reicher werden

30. Juli 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

In der heutigen Ausgabe des Tagebuchs setzen wir dort an, wo wir gestern begonnen bzw. aufgehört haben. „Das heutige Geld“, so sagt der Ökonom George Gilder, „versucht die Zeit zu betrügen. Und das geht einfach nicht.“

Ja, der Geld-Ersatz, mit dem wir leider schon seit 45 Jahren leben müssen, ist ein einziger Betrug. Lassen Sie uns das heut anhand von einigen wesentlichen Fakten untermauern.

Ein Dollar aus dem Jahr 1971 hat heute, im Jahr 2016, noch eine kärgliche Kaufkraft von nicht einmal mehr 17 Cent. Anders formuliert, in dem Zeitraum gingen sage und schreibe mehr als 80 Prozent der damaligen Kaufkraft für immer verloren.

Wenn Sie also darauf gebaut hätten, den Wert ihrer Arbeit aus der Dekade von 1960 bis 1968 zu bewahren, so müssten sie eine bittere Erfahrung hinnehmen. Der Wert ihrer Arbeit in den Jahren von 1960 bis zum Jahr 1968 wäre komplett ausgelöscht, gestohlen. Einfach weg.

Der betrügerische Dollar hat eine ganze Generation in die Irre geführt. Er brachte die Leute dazu, das Geld auszugeben, das sie nicht wirklich hatten. Gleichzeitig verdoppelte, ja verdreifachte sich in der Zeit das Verhältnis der Schulden zu den Einkommen. Mehr und mehr wahrer Reichtum wurde hin zu den am wenigsten produktiven Menschen verschoben – zur Parasitokratie.

Im Jahr 1971 hatte die Finanzdienstleistungsbranche einen Anteil von 1,25% am BIP. Heute liegt der Anteil fast dreimal höher. Sicherlich, noch immer ist der Anteil der Finanzbranche in Relation zum produzierenden Gewerbe relativ gering. Aber leider ist es jetzt so, dass just in der Finanzbranche das Geld ist!

Hier ist ein Artikel aus dem „Monday Paper“: Die sechs größten Banken in Amerika hoben die Gehälter ihrer Vorstandschefs im vergangenen Jahr um 7,6 Prozent an. Das ist in etwa dreimal so viel wie das aktuelle Wachstum des BIPs.

Die Führungskräfte der „Big Six“ verdienen jetzt im Durchschnitt sage und schreibe 13,1 Millionen Dollar im Jahr. JPMorgan Chase-Chef Jamie Dimon liegt an der Spitze mit einem Jahresgehalt von 27,6 Millionen Dollar.

Das oberste Prozent der Bevölkerung hat mittlerweile seinen Anteil am nationalen Reichtum von 25% auf 40 Prozent erhöhen können… Und das reichste Zehntel des einen Prozents, sprich die obersten 0,1 Prozent der Bevölkerung haben es seit dem Jahr 1971 sogar noch „besser“ gemacht. Deren Anteil am nationalen Einkommen stieg seither von 10 auf 20 Prozent. Eine Verdopplung also.

Sind wir oder Sie darüber glücklich?

Nicht wirklich. Das System wurde mit dem neuen Geld extrem verfälscht.

Wir bleiben an dem Thema dran. Wir werden weiterhin die Punkte zwischen unserem Geld, unserer Wirtschaft und unserer Parasitokratie verbinden.

Quelle: Kapitalschutz Akte
Weitere Informationen: Investor Verlag

 

Ein Kommentar auf "Warum die Reichen immer reicher werden"

  1. Argonautiker sagt:

    Dieses Thema hatten wir natürlich schon sehr oft. Allerdings hat es eben leider seine Aktualität bisher auch noch nicht verloren. Folglich sind Wiederholungen unumgänglich.

    Es ist natürlich so, daß das derzeitige ungedeckte Finanzsystem ein extrem geeignetes Werkzeug ist, um zu betrügen, welches nur noch von einem reinem monopolem virtuellen Geld getoppt werden könnte, aber es ist eben trotzdem nur das Werkzeug der parasitären Betrüger, und es sind nicht die, Parasiten selbst.

    Doch eigentlich sind eben die Parasiten diejenigen, die dieses Werkzeug führen. Das heißt ein alleiniges Abschaffen oder Verändern des Geldes wäre nicht ausreichend, denn auch eine Gold oder durch andere Werte gedeckte Währung können Parasitäre Betrüger nutzen, was sie ja in der Vergangenheit auch getan haben.

    Das Sozialsystem ist nun exakt das System, daß vorgibt, Gutes zu tun, um im Deckmantel dieser Gemeinschaft, auf räuberische Weise alles abzusaugen, was auch immer geht. Die findet man natürlich bei den Oberen, wie bei den Unteren. Das heißt, diese Art von Betrüger müßten bestraft und aus dem Organismus geschmissen werden.

    Leider ist die derzeitige Situation ja so verzwickt, weil die Leute, die sich als Regierung, und Richter aufspielen, mit den Betrügern gemeinsame Sache machen, sonst wären diese Regeländerungen, ja gar nicht möglich, daß aus genügend Schulden, Guthaben, beziehungsweise Kreditwürdigkeit entsteht, und Guthaben zu Verlusten führen. Final büßen die, die wohl gewirtschaftet haben, für die Schulden derer, die ständig über ihre wirkliche Leistung gelebt haben.

    Und das ist wirklich ein Problem, denn wenn die, welche die Regeln machen, den Betrug nicht nur dulden, sondern sogar fördern, und schlimmer noch das Lösen von Problemen unter Strafe gestellt wird, dann haben wir wirklich eine verdrehte Welt.

    Das ganze Bild gleicht einem Organismus, der von Viren befallen ist, der sich bis ins Hirn ausgebreitet hat, und nun von dort ständig die Befehle ausgegeben werden, die den Virus unterstützen, jedoch den Organismus nur noch weiter zerstören.

    Leider hilft da nur noch eine durch das Unbewußte eingeleitete Katharsis, denn das Parasitäre hat nun mal die Eigenschaft, des Eigenschaftslosen, will sagen, es kann einfach nichts erschaffen, also kann es sich nur am Anderen nähren. Sagen sie mal jemanden der nichts kann, er soll doch mal selbst was machen. Selbst wenn der wollte, er kann es nicht.

    Ist es nun so, daß selbst die Regierung als Regelmacher, wie auch die Abwehr im Sinne einer Justiz, parasitär sind, dann kann von dort auch nichts anderes geregelt werden, als Systeme, die genügend Ansatzpunkte für Parasitäres bieten. Schon mal drüber nachgedacht, warum Maffia überhaupt möglich ist? Genau sie benutzen die gleichen Regeln. Du zahlst, oder…

    Eine Katharsis führt einen Organismus durch so eine innere Hölle, daß nur noch das wesentlichste überlebt. Eine Reform wird in solch einem Fall leider zwangsläufig vollkommen unangebracht sein, weil eine Reform ja von den Regelmachern ausgeht, und sind die Parasitär, kann das nicht wirklich was werden, außer einer Reform, welche das Parasitäre begünstigt. Es steht sogar zu befürchten, daß man die Reform nutzt, um das Parasitäre noch mehr zu vereinfachen.

    Bleibt die Frage, sind unsere Regierungen Parasitär? Nun, eine Regierung, die sich nicht an ihrer wirklichen Leistung messen läßt, sondern die man bezahlen muß, egal was sie abliefern, wird selbst wenn sie es nicht waren, spätestens nach einigen Generationen Parasitär sein. Stellen Sie sich vor, ihr Chef müßte sie bezahlen, egal was auch immer sie tun, und zwar im Voraus. Oder falls Sie Chef sind, stellen Sie sich vor, Sie müßten ihre Angestellten bezahlen, egal was sie auch abliefern, und zwar im Voraus. Was wird passieren? Genau!

    Wenn Regierungen dann noch Immunität gegenüber den Regeln beanspruchen, von denen sie vorgeben, daß sie angeblich nützlich für das Zusammenleben sind, wird das Fragezeichen zu diesem System eigentlich nur noch Größer. Denn sind diese Regeln, die sie aufstellen, nun gut, und wenn ja, warum brauchen sie dann selbst Immunität vor ihnen?

    Wenn weiterhin noch hinzu kommt, daß es bekannt wird, was dieser Beruf für Vorzüge hat, Immunität, und Bezüge, die nicht unbedingt an die Leistung gekoppelt sind, welche vom Auftraggeber gefordert sind, was für Leute zieht dieser Beruf dann an? Genau! Und die Wenigen, die sich in diesem Milieu vielleicht noch einen Rest Anstand bewahren konnten, wie zum Beispiel eine Frau Wagenknecht, werden rausgebissen, weil sie nicht dazu paßt.

    Zu erwarten, daß aus unserer Politik also etwas Rettendes für den Organismus erwächst, welches das Parasitäre beschränkt, dürfte naiv sein.

    Beste Grüße

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.